[1007] Pest und Cholera [Sousanna/Ajax]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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[1007] Pest und Cholera [Sousanna/Ajax]

Beitrag von Ajax » Do 12. Apr 2018, 22:07

Es war eine laue Spätsommernach des Jahres 1007 Anno Domini. Ein Bote hatte sich im Alla Mura eingefunden. Der Mann war offensichtlicher Soldat, Narben die sein Gesicht entstellten zeugten von vielen Kämpfen, dennoch schien er zumindest rudimentär zu wissen wie man sich zu verhalten hatte wenn man eine liebreizende Dame finden wollte. Er würde eine gewisse Sousanna suchen und hätte eine Nachricht des Herrn Ajax für sie.

Er gab wieder, dass der Herr Ajax sich gerne zu einem persönlichen Gespräch treffen würde. Seit dem letzten mal sei soviel passiert und er würde gerne ein paar Geschichten austauschen und mit der werten Dame Geschäftsmöglichkeiten besprechen. Er würde ihr in dieser Sache die Wahl der Zeit überlassen, als Ort würde er das Alla Murra vorschlagen, da es für derartige Besprechungen sicherlich bestens geeignet sei.

Er würde solange hier bleiben wie es bräuchte bis die Dame sich entschieden habe....nein nein sie solle sich ruhig die Zeit nehmen die sie brauche. Er würde hier eins...zwei...drei...vier...fünf Bier trinken...solange wie es halt brauche. In das Bild des Alla Murra passt der Mann perfekt. Ein harter Hund mit einem Hang zum Alkohol.

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Re: [1007] Pest und Cholera [Sousanna/Ajax]

Beitrag von Sousanna » Do 12. Apr 2018, 23:12

Besagter Bote würde zunächst einmal einem altbekannten Herrn vorgestellt werden, der den harten Hund recht abschätzig musterte. Auch die restliche Belegschaft wirkte gelinde gesagt "interessiert" an dem Söldner. Man konnte sich sicher grandios mit einem solchen Brocken prügeln. Vielleicht war dafür ja auch etwas Zeit. Später.
Zunächst einmal tauchte die liebreizende Dame doch noch auf und wie ein grimmiger Wachhund platzierte sich ihr grobschlächtiger Stellvertreter mit verschränkten Armen hinter ihr.

Sousannas Lächeln hätte selbst das Herz eines Tyrannen zum Schmelzen bringen können, doch es mochte das leichte Stirnrunzeln nicht ganz zu verdecken. Ob der gute Herr denn wisse, was der werte Ajax zu besprechen wünsche? Er habe doch bisher nie das Bedürfnis gehabt, eine so einfache Frau wie sie zu besuchen. Immerhin sei das eine große Ehre.
Ganz dezent näherte sich die Dame etwas dem Krieger - die Geschichten über den freigiebigen Engel des Alla Murra schienen alle zu stimmen. Vielleicht könne er ihr ja bei der Entscheidungsfindung helfen. Der Herr Ajax sei ihr ja bisher immer so ... kühl und abweisend erschienen.
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Re: [1007] Pest und Cholera [Sousanna/Ajax]

Beitrag von Ajax » Fr 13. Apr 2018, 17:50

Lazaro war ein gestandener Kerl der genau wusste wann ihm eine Frau schöne Augen machte um ihn in der Nacht um seine Geldbörse zu erleichtern. Irgendwie hatte er das ungute Gefühl, dass es ihm genau jetzt ähnlich ging. Er hatte Anweisungen bekommen, aber irgendwie...Ein klarer oder zwei würden sicherlich nicht schaden, und was sollte ihm dieses wunderschöne Geschöpf schon tun. Und an sich trug er ja auch keine Geheimnisse mit sich herum. Nachdem der erste Alkohol geflossen war schien der Söldner vollständig in seinem Element.

"Signora...ich weiß leider nicht genau was der Herr genau besprechen möchte. Aber ich .... ich glaube es hat mit einigen Unterredungen zu tun die er in letzter Zeit hatte. Es sind ein paar Gestalten ein und ausgegangen. Alle tief in der Nacht... und na ja es ist wohl ein Angebot was er hat. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er Kontakt zu euch haben könnte und euch nicht sehen wollen würde....er war nur sehr beschäftigt in letzter Zeit.." mit erwartenden Augen blickte er die Schönheit an und ließ im gleichen Atemzug noch einen klaren zum nachspülen herunterlaufen.

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Re: [1007] Pest und Cholera [Sousanna/Ajax]

Beitrag von Sousanna » Fr 13. Apr 2018, 18:34

Wenn sein Blick dem ihren begegnete, würde er die großen sanften Augen voller Unschuld sehen. Wie konnte sich in diesen Augen Böses oder gar List verbergen?
Die Blicke hatten sich keinen Atemzug lang getroffen, da senkten sich die atemberaubend lang bewimperten Lider und ein zögerliches Lächeln hob ihre Mundwinkel. Vorsichtig setzte sie sich zu Lazaro. Ganz sacht streifte sie ihn dabei und ihr Duft nach fremden Landen und bunten Märkten würde ihm unweigerlich in die Nase steigen. Wie durch ein Wunder war der Schläger verschwunden und nun schienen sie beide ganz alleine in dieser brodelnden Menge.

"Dann seid ihr sicher ein wichtiger Mann in seinem Gefolge, wenn ihr sogar seine Gäste sehen durfte.", stellte sie fest und schien tatsächlich beeindruckt, von einem so spannenden, gut informierten Boten eingeladen worden zu sein. Dabei errötet sie sogar leicht. "Ihr dürft mir sicher nicht erzählen, was ihr saht... Auch wenn ich sehr lieb bitten würde." Ein Augenaufschlag und etwas in der Stimme der Schönen, verriet, dass sie wohl sehr gut ... bitten konnte, wenn sie es denn wollte.
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Re: [1007] Pest und Cholera [Sousanna/Ajax]

Beitrag von Ajax » Di 17. Apr 2018, 14:07

Aus der ausgelassenen Stimmung des Kriegers wurde plötzlich nach ihrer Frage etwas leicht verkrampftes. Er blickte sich etwas fahrig um, so als ob er sich absolut nicht mehr wohl in seiner Haut fühlen würde. Dann als er weitersprach und damit auf ihre Frage antwortet, war seine Stimme deutlich leiser und etwas dumpf.

"Ich wurde außerdem angewiesen vom Herrn Ajax, solltet ihr eine Frage dieser Art stellen, euch zu sagen, dass er sicherlich nicht so dumm sein würde, jemanden der über solche Vorgänge bescheid wüsste in die Höhle des Löwen zu schicken und er wäre außerdem sehr dankbar wenn ihr euch nicht an seinen Boten vergreifen würdet..." die letzten Worte blieben ihm im Hals stecken zu bleiben und er blickte mit großen Augen die Schönheit aus dem Osten an.

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Re: [1007] Pest und Cholera [Sousanna/Ajax]

Beitrag von Sousanna » Di 17. Apr 2018, 14:28

Es begegnete ihm das sicher eindrucksvollste Schmollen, das er je gesehen hatte. Ihre vollen Lippen verzogen sich zu einer Schnute und ein höchst gekränkter Blick trat in die großen Rehaugen. Während sie von ihm abrückte, verschränkten sich ihre Arme vor der Brust.
"Der werte Herr Ajax ist charmant wie eh und je.", stellte sie spitz fest, ehe ein löwenhaftes Grinsen die Züge schön und gefährlich zu gleich werden ließ. "Außerdem ist vergreifen ein so hässliches Wort, für all die Freuden, die ich bringen kann."
Mit einem Seufzen hoben sich ihre schmalen Schultern, ehe sie recht geschäftsmäßig verkündete: "Er kann morgen Nacht kommen und so er irgendwo auf seiner Feste charmantes Verhalten findet, darf er es mitbringen."

Sie erhob sich und würde nach einem schrillen Pfiff dem Wirt durch den Raum zurufen, dass der Söldner ein Freund der Familie sei. Damit verschwand die schöne Tochter Byzanz' und lediglich ihr Duft blieb. Niemand in der Taverne würde den Boten anrühren und der Wirt jede Zahlung der Getränke verweigern.
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