Archiv - Schauplätze

Die Stolze ist voll von Geschichte, selbst jetzt, voller Orte und Plätze mit ihrem ganz eigenen Charme.
Hier sind einige davon.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » So 4. Jun 2017, 13:14

Maddalena (um ca.940 n.Chr.)
Knapp ausserhalb der Porta Serravale lag ein Dörfchen, das seinen Namen von der Kirche der heiligen Mutter Gottes nahm - der Basilica della Santa Maria delle Vigne. Auf der östlichen Seite der Hänge jenes Hügels gelegen, auf dem die Basilica stand, schmiegten sich einige Gehöfte an die Kreuzung der Hauptstraße nach Castelletto und der Abzweigung zur Kathedrale San Siro.
Wie der Name der Kirche andeutete, war die Gegend hier reich an Weinbergen und die meisten Häuser hier mehr Höfe für die Winzer, ihre Knechte, Mägde und ihre Winzereien. Vielleicht vier oder fünf Gutshöfe stehen hier, teils nur einen Steinwurf voneinander entfernt, und bieten vielleicht zweihundert Menschen Obdach.
Die meisten dieser Höfe bestehen zumindest im Kern noch aus den antiken Villae Rusticae, die mit einer wilden Mischung aus Liebe und Unfähigkeit über die Jahrhunderte geflickt, repariert und gekittet worden waren.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » So 4. Jun 2017, 13:14

Macelli (um ca. 940 n.Chr.)
Folgt man den schlechten Trampelpfaden durch das Tal des Luccoli und entgeht den Wölfen und dem ein oder anderen Taugenichts oder bezahlt einen der Dörfler, so gelangt man nach einer Weile aus dem Wald heraus und auf einen zwischen den Hügeln eingefassten Trichter. An dieser Stelle treffen sich die Täler Luccoli und Bachernia und bilden eine große Lichtung zwischen den bewaldeten Hügeln des Hinterlandes und einigen Bächen der Umgebung.
Es gibt noch einen weiteren, weniger gefährlicheren Weg nach Macelli, doch führt dieser um den Hügel des Castelettos herum und dauert einige Stunden länger.
Das Dorf Macelli, das sich auf dieser Lichtung befindet, ist klein aber malerisch. Der Bach Riale verbindet sich hier mit einigen Abflüssen aus den Bergen und vereinigt sich mit ihnen zum Soziglia, dem Fluss der sich durch den ganzen Luccoliwald, dann weiter durch das Dorf Maddalena auf dem Weg zur Bucht von Genua. Mehrere dieser kleinen Bäche fließen durch das Dorf und sind meist einfach zu überspringen. Nur der Soziglia selbst wurde mit einer Brücke ausgestattet, neben der ein hölzerner Wachposten aufgerichtet steht.
Der Geruch des Wälder liegt überall dick in der Luft und schon von weitem hört man das Gequieke der Schweine, denn Macelli ist bekannt für seine Viehzucht. Schweine sind nicht sehr wählerisch und im reichen Waldboden der Gegend finden sie ganzjährig ihre Nahrung. So gut ist der Schinken dieser Maiali Macellini, dass sie an Markttagen in der Stadt hohe Preise erzielen und die, denen diese Preise zu teuer sind, selbst die beschwerliche Reise auf sich nehmen, um es direkt dort zu erstehen.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » So 4. Jun 2017, 13:15

"Burgus" (um ca.940 n.Chr.)
In den alten Zeiten, vor den Franken und den Langobarden, noch vor den Germanen, war Genua eine stolze Garnisonsstadt der römischen Legionen. Die Einteilung der Verwaltung in Burgus, Civitas und Castrum stammt noch daher und auch
Das Gebiet, das von den einfachen Bürgern der Stadt heute Burgus genannt wird, hat mit jenem der Römer nicht mehr viel gemein. Es ist ein Dorf, das um die Kathedrale San Siro herum auf den Überresten der ehemaligen Vorstadt gewachsen ist, eingeklemmt zwischen dem Bach Pankras, der Bucht und der Basilika.
Der Stolz des Dorfes, neben der unmittelbaren Nähe zum Stolz aller Genueser, der Kathedrale, ist ein alter Wachturm der Römer. Hoch in den Himmel ragend und aus festgefügtem Stein gesetzt überwacht er die hölzerne Brücke über den Pankras und erlaubt einen weiten Blick in die Bucht hinein.
Heute wird den Bewohnern von Burgus gerne Unfähigkeit oder Faulheit vorgeworfen. Die Städter haben nicht vergessen, dass niemand die Sarazenen kommen gesehen hatte – und wofür ist ein Wachturm gut auf dem niemand wacht?

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » So 4. Jun 2017, 13:15

Contrada Predis/Flussmund (um ca.940 n.Chr.)
Wo der Buccebovis in die Bucht einfließt flachen die ihn umgebenden Hügel des Petraminuta und Embregaria ab und bilden einen flachen Sandstrand, an dessen hinteren Ende die Via Ponente sich weiter nach Westen, in die Provence und Südfrankreich schiebt.
Es ist hier, wo sich jenes beschauliche Fischerdörfchen beiderseits des Flusses aus dem Sand erhebt, das früher "Contrada Predis" hieß, heute aber meist nur Flussmund genannt wird. Der Name rührt daher, dass der Buccebovis zwar nicht mit der Größe Bisagno oder Polcevera mithalten kann, aber ganzjährig Wasser führt und mit erstaunlichem Fischreichtum gesegnet ist. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich hier schnell Fischer ansiedelten mit ihren Netzen und Booten, die weite Teile des flachen Strandes bedecken.
Nahe an der Flussmündung befindet sich auch die "kleine Grabeskirche" – Il piccolo sepolcro – die das einzig nennenswerte Gebäude der Gegend ist. Holzhütten, Katen und jede Menge Fisch ist das einzige, was sich hier finden lässt.

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