Drachenschnitzer [Toma]

[Dezember '16]

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Caterina
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Re: Drachenschnitzer [Toma]

Beitrag von Caterina » Sa 31. Dez 2016, 17:59

Das Lächeln des Tzimisce war grotesk, abartig und schlichtweg unnatürlich. Wie konnte jemand sich nur einen Adeligen binden? Wie konnte Toma überhaupt in der Welt der Sterblichen überleben?

Nunja, immerhin hatte der Drache die dringlichste Frage der Frau selbst gestellt. So kam sie nicht in die Verlegenheit ihre Neugier gleich volkommen zu offenbaren.
Noch einmal betrachtete Caterina die spitzen Knochen, die seltsamen Ohren, dann die lang gezogenen Lippen und schließlich die schwarzen Augen.

"Ihr seid auf keinen Fall auf natürliche Weise so geworden, wie ihr hier sitzt.", lächelte die Frau.
Dann wurden die Erinnerungen nach Informationen bezüglich des Clans durchforstet... Monster, unmenschlich. Mehr wusste die Frau nicht.
Beides passte zu Tomas Äußerem, doch Melissa war völlig anders.

"Da Melissa nicht annähernd so wie ihr aussieht, wird es wohl kein Fluch des Blutes sein. Vielleicht versteckt sich ihre Monstrosität aber auch an einer anderen Stelle.", folgerte Caterina.
"Oder aber es liegt euch im Blut, euch in einen Drachen zu wandeln.", wurde kleinlaut angefügt.
Der Toreador war klar, wie idiotisch sich das anhörte, doch war bei den entfesselten nicht alles möglich?
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Toma Ianos Navodeanu
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Re: Drachenschnitzer [Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 1. Jan 2017, 13:45

"Monstrosität..." wiederholte der Tzimisce und das Lächeln wurde dünner, die Stimme schneidender.
"Bedauerlich, dass ihr mit den Augen eines Menschen seht."

Trotz seiner Reaktion sah er es ihr etwas nach. Sie war ein Kind, nicht einmal freigesprochener Vampir. Sie war jung und noch zu sehr Mensch, als dass sie über den Horizont blicken konnte.

"Die Welt hat weit mehr zu bieten, als die Menschen erkennen wollen. Ist doch unsere ganze Art mit Kräften gesegnet, die fern jeder menschlichen Vorstellungskraft liegen."

Er lächelte nun wieder mehr und die Pupillen wurden größer.
"Drachen...so nennt man uns, nennen wir uns. Doch wir können alles sein!
Wir tragen unser Selbst nach außen, anders als ihr, die ihr in dem Körper gefangen seid, den ihr als Mensch besaßt. Dabei seid ihr dies nicht mehr."

Er legte den Kopf schief, vll sollte es mitleidig aussehen.
Seine Hand streckte sich nach ihr aus, eine Geste, als würde er wollen, dass sie sie ergreift, ein Angebot.

"Sagt, Caterina, seid ihr zufrieden, wenn ihr in den Spiegel blickt? Nicht nur eure Schönheit betreffend, sondern mit euch Selbst? Seid das ihr, die euch daraus entgegen schaut?... oder nicht eher eine alte Erinnerung?"
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Caterina
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Re: Drachenschnitzer [Toma]

Beitrag von Caterina » So 1. Jan 2017, 14:56

Hm, eine gute Frage, die Toma stellte. Caterina legte den Kopf schief, als sie nachdachte und die Hand anstarrte.
Der Blick wurde trüb und die Miene war konzentriert.

Schließlich wandte sich die Toreador wieder dem Drachen zu: "Ich war schon immer stolz auf mein Aussehen und das Potential, dass dieser Körper in sich birgt.
Mit dem Kuss wurden mir dann die Fesseln der sterblichen Knechtschaft genommen."

Dann zuckten die Schultern, bevor die Frau weitersprach: "Ich mag die Menschen. Sie sind tolles Spielzeug."
Kurz suchte die Mailänderin nach den richtigen Worten, bis sie mit einer Entschuldigung weiter zu sprechen begann: "Bitte verzeiht, wenn das zu frech sein mag, aber mit eurem Gesicht wäre das Spiel ein völlig anderes."
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Re: Drachenschnitzer [Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mo 2. Jan 2017, 11:14

"Das Spiel..." wiederholte der Drache und schaute die Rose seltsam musternd an.
"Nun ja, ich spiele nicht." Er hatte wahrlich höhere Ziele, als sich mit Menschen zu vergnügen.

"Was...oder viel mehr wie spielt ihr denn mit ihnen? Zu ihrer Freude oder ihrem Leid?" Er ahnte die Antwort schon, wenn sie von ihnen als Spielzeug sprach. "Warum macht euch das Freude?"
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Re: Drachenschnitzer [Toma]

Beitrag von Caterina » Mo 2. Jan 2017, 14:34

Caterina zuckte mit den Schultern: "Ob Freud' oder Leid' hängt sehr vom jeweiligen Individuum und meinen Zielen ab. Manchmal auch beides. Wies halt passt."

Warum ihr das Freude machte, war hingegen eine viel schwierigere Frage, die nicht so einfach zu beantworten war. Schon gar nicht einem Fremden gegenüber.
So begann die weitere Erklärung zögerlich: "Nunja, es ist die Fremdbestimmung in gewisser Weise. Ein Leben umzuformen , es in eine Richtung zu lenken, zu fördern oder auch nur zu zerstören."

"Man könnte auch noblere Worte dafür finden, aber es ist und bleibt ein Spiel. Und Sterbliche sind nunmal ein guter Einsatz.", mit einem überzeugtem Blick endete Caterina.

"Doch was ist mit euch? Habt ihr euch selbst so geformt um mit euch zufrieden zu sein? Geht es euch darum im Unleben?"
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Re: Drachenschnitzer [Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mo 2. Jan 2017, 21:36

"Macht..." sagte der Drache, leise, nicht ganz klar, ob er es gut oder schlecht fand. "Es ist die Macht über andere, die euch daran gefällt."
Er musterte sie wieder. "Aber zerstören...wie kindisch...Verschwendung von Leben und..." er stockte, lies den Rest unausgesprochen.

"Spiel...nein. Seht ihr eure Existenz als ein Spiel? Man gewinnt und man verliert?
Wurdet ihr erschaffe, einfach nur um Spaß zu haben?"
fragte er skeptisch. Wer erschuf aus einem solchen Grund einen Vampir? Ohne größeren Sinn und Ziel?
Das war doch unsinnig.
"Habt ihr kein Ziel? Wo wollt ihr hin? Wonach strebt ihr in eurem untoten Leben? Nur nach temporärer Freude?"

"In der Tat. Ich schuf mich, wie ich mich sehen wollte. Gab meinem Leib das Antlitz das mir angemessen schien. Angemessen für ein Wesen, das weder Mensch noch Tier ist. Wir sind eine eigene Art und wer weiss wohin dieser Weg noch führt. Veränderung, Verbesserung! Das ist mein Streben." Mit jedem Wort waren die Augen der Kreatur größer geworden. Tiefste innere Überzeugung klang aus seinen Worten.
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Re: Drachenschnitzer [Toma]

Beitrag von Caterina » Di 3. Jan 2017, 18:33

Die Toreador reagierte gleichmütig auf die Feststellungen und Fragen des Drachen. Viele verstanden die Sicht der Mailänderin nicht und schon des Öfteren bekam sie zu hören, man müsse ein Ziel haben.

So lächelte Caterina und antwortete ruhig, mit einem Funkeln in den Augen: "Man gewinnt ein wenig und verliert viel mehr. Echte Freude ist rar und alles andere als temporär.
Ich rede nicht von kurzweiligen Würfelspielen, auch wenn sie ihren Charme haben und dazu gehören.
Aber ich weigere mich, meine Existenz zu ernst zu nehmen. Keiner von uns lebt ewig, auch wenn wir dass ignorieren. Und bis zu meiner Vernichtung will ich die Zeit voll ausnutzen. Ich will sie genießen, so oft es geht."

Wenn die Toreador später über diesen Abend reflektierte, würde sie staunen. Denn diese Worte wären ihr vor einigen Jahren noch nicht aus dem Mund gekommen. Auch wenn es für andere vielleicht nicht sichtbar war, Caterina hatte sich doch schon ein Stück weit entwickelt.
Was nicht bedeutete, dass sie jemals ein Ziel verfolgen würde, welches sie selbst oder die anderen verstanden.

Auf Tomas flammende Rede über seine Beweggründe hin, nickte die Mailänderin ernst. Der Drache stand zu seiner Überzeugung. Das imponierte Caterina bis zu einem gewissen Grad. Es war ihr nur völlig unverständlich, wie man sich in so etwas verwandeln wollte, dies sogar als Verbesserung ansehen mochte.

"Ich finde eure Überzeugung beneidenswert, da ihr dafür auch viel opfern müsst. Würde ich nicht unter den Menschen wandeln können, wäre mir dies ein Graus. Vollkommene Schönheit ist zwar das höchste Gut, doch der Maskerade überaus hinderlich."

Mit gerunzelter Stirn musste Caterina an die Schattenhexe denken. Die Toreador erinnerte sich daran, als sie dank Arikels Fluch in diese unendliche Schönheit hinabgeglitten war, wie sie fast darin verbrannte.
Wie musste sie erst auf einen Sterblichen wirken?

Kurz wurde der Lockenkopf geschüttelt, um dieses abartige Gefül abzuschütteln, dass Acacia hervorgerufen hatte.
"Die verehrte Hüerin des Elysiums kann die Maskerade ebenfalls schwer aufrecht erhalten.", kamen die Gedanken über die vollen Lippen.
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Re: Drachenschnitzer [Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Di 3. Jan 2017, 21:14

"Das ist keine dumme Ansicht. In der Tat, könnte auch unser Leben jederzeit enden. Nicht so einfach wie bei den Menschen und meist durch Eingriff äußerer Gewalt, aber ja. Doch das bestärkt auch meine Ansicht, dass man mit seiner Zeit etwas anfangen muss..."
Er lächelte versöhnlich.

"Doch ich verstehe, wenn ihr das anders seht. Es ist schon lange her, dass ich jemanden traf der meine Sicht verstand. Doch es ist auch nicht mein Anliegen euch zu bekehren. Wenn ich Kainiten gesucht hätte, die sind wie ich, wäre ich in Byzanz und nicht Genua."
Er war bewusst nicht nach Byzanz gegangen, damals als er losgezogen war. Er wollte seinen eigenen Weg finden. Neue Eindrücke finden und nicht von einer Tzimisce Hochburg in die nächste wechseln. Das hatte er sich zumindest gesagt...aber vielleicht hatte er auch nur Angst gehabt nicht angenommen zu werden, nicht würdig genug zu sein. War es so gewohnt nirgendwohin zu passen, sodass er wie immer geflohen war.

"Mir ist es im Gegenzug ein Graus unter ihnen zu wandeln.
Vergesst nicht was ihr seid, Caterina. Ihr seid kein Mensch, ihr seid den Menschen überlegen. Wir sollten uns nicht maskieren müssen, nicht unter ihnen wandeln, sondern über sie herrschen. Sie sollten uns anbeten wie Götter."
sagte er und seufzte bedauernd, dass dem nicht so war.

"Ja, die Hüterin ist auf einem guten Weg."
"Sagt, erzählte euch die Hüterin von dem Auftrag, den sie mir gab?"
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Re: Drachenschnitzer [Toma]

Beitrag von Caterina » Di 3. Jan 2017, 21:44

"Eine Göttin zu sein, wäre schon schick", lächelte die Toreador, sichtlich verträumt in dem Gedanken.
Dann fing sich Caterina wieder und lächelte leicht: "Zur Zeit bin ich noch nicht einmal eine ganze Kainitin. Teste noch meine Grenzen und erweitere sie langsam."

"Ich hasse diesen Spruch, doch in Wirklichkeit stimmt er. Noch muss ich Kind vieles lernen. Vielleicht ändert sich mit der Zeit auch mein Verlangen nach der Menschheit. Andrerseits sind viele meines Blutes den Menschen zugetan. Vielleicht liegt es auch am Blut.", dachte Caterina laut nach.
Schließlich fügte sie leise hinzu: "Ich werde es herausfinden."

Als Toma schließlich nach Acacia und ihrem Auftrag fragte, saß Caterina unwillkürlich etwas gerader. Nicht steif, aber mit deutlich mehr Körperspannung. War der Name der Hexe irgend ein Trigger?
"Die verehrte Hüterin hat gesagt, ich soll euch Modell stehen, wenn ihr dies wünscht und dass dies mehreren Kainiten gilt."
Wieder wurden die Schultern gezuckt: "Wann immer Ihr wünscht, verehrter Drache. Ich muss mich nicht aufplustern, so bin ich flexibel."
Dann wechselte der Gesichtsausdruck zu Neugier: "Was werdet ihr denn schönes Formen?"
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Re: Drachenschnitzer [Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mi 4. Jan 2017, 18:09

"Ein möglichst getreues Abbild eurer Selbst, Caterina, gehauen in Marmor.
Zu diesem Zwecke überlasse ich es euch wie ihr euch kleiden wollt und posieren. Wichtig ist allein, dass ihr euer wahres Ich dabei zeigt, damit der Stein euer Abbild so lebensecht wie möglich widerspiegeln kann. "
Antwortete er auf ihre Frage.

"Als Ort der Arbeiten würde ich gemeinhin meine Werkstatt vorschlagen oder ich könnte euch auch daheim aufsuchen, wenn ihr euch da wohler fühlt. Da der Mann, der den Marmor beschaffen soll, ja euer Vormund ist, wäre es sicher kein Problem das Gestein dorthin liefern zu lassen. Zumal der wohlwerte Senator ebenfalls noch auf meiner Liste steht."
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