In kalter Nacht (Sousanna)

[Dezember '16]

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 30. Dez 2016, 12:45

Das sie ihm irgendwas sagen wollte mit ihrem Zucken, nahm er nicht wahr oder verstand es nicht. Das Rauschen war zwar weg, doch da war eindeutig Herzschlag. Nicht ganz so dröhnend wie sonst, irgendwie schwächer, doch auf jeden Fall da. So verflog der kurze Zweifel.
Gierig bohrten sich die Zähne in das weiche Fleisch. Nicht nur die zwei Eckzähne, wie es bei gewöhnlichen Vampiren der Fall war, sondern mehrere scharfe Reißzähne, die ihre Haut aufrissen und eine klaffende Wunde zurück ließen.

Dass das Blut nicht sogleich sprudelte, nahm er nur am Rand war, begann er doch instintktiv zu saugen. Doch seltsamerweise war der Lebenssaft gar nicht so heiß, wie sonst und schmeckte so...anders...irgendwie vertraut und doch auch nicht...aber gut...so gut...
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » Fr 30. Dez 2016, 13:12

Kurz war da noch die Angst und ein kleiner Schmerz. Doch dann verwandelte sich alles in Wollust. Es war der wundervolle, blutigrote Rausch der einsetzte und die Ravnos wünschen ließ, dieser Moment würde nie vorüber gehen. Was kümmerte sie die Kälte? Wieso hatte sie sich zuvor gewehrt? Wer auch immer es war, der hier von ihr trank. Er sollte es weiter tun.

So blieb sie völlig ohne Wehr und genoss diese wundervolle Extase aus vollen Zügen. Würde mich ihr nicht gerade Blut aus dem Körper gesogen , hätten sich ihre Wangen vermutlich vor Lust noch mehr gerötet. Wie wunderbar war diese Nacht doch ...
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 30. Dez 2016, 16:03

Auch Toma genoss den Biss, das Blut, dass seinen Mund füllte und seine Kehle hinunter rann, seinen toten Körper füllte. Und es war so intensiv, so viel süßer, als jedes das er vorher hatte.
Er musste sich das bewahren!

Mit Bedauern ließ er nach einigen Schlucken von ihr ab, leckte das köstliche rote Nass von seinen Lippen und Zähnen. Leckte über die Wunde, die sich daraufhin aber nicht schloss und bemerkte, dass sie gar nicht nachblutete. Aber ihr Herzschlag war auch vorher schon schwach gewesen. Aber getötet hatte er sie doch nicht...? In Erwartung, dass sie vom Rausch weggetreten sein würde, ließ er sie los und machte sich daran etwas unter dem Umhang hervor zu holen.
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » Fr 30. Dez 2016, 16:24

Sousanna war benommen. Allerdings auf eine gute Weise, die der eines Alkoholrausches gar nicht so unähnlich war. Mit einem verhältnismäßig benommenem und nicht unbedingt intelligentem Grinsen taumelte sie halb herum und sah ihren Angreifer in dem Nachwirkungen des Rausches am. Weniger um ihn zu erkennen oder irgendetwas zu tun. Mehr aus Neugier.

Ein übermütiges, dummes Kichern drang aus der Ravnos hervor, als sie ihn sah. Sie wusste nicht, was genau sie an ihm amüsierte oder ob es einfach nur am Rausch lag, doch sie fand die gesamte Situation gerade sehr lustig. Sogar die Kälte und der Wind schienen ihr nun freundlich und sehr erheiternd. Vielleicht hätte sie gern etwas gesagt, doch ihre Zunge war noch nicht bereit, sich auf sinnvolle Weise um Worte zu schlingen.
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 30. Dez 2016, 21:30

Toma blinzelte den vermeintlichen Menschen irritiert an. Sie kicherte? Solch eine Reaktion erhielt er nun wahrlich nicht oft, eigentlich nie, aber so ganz bei Sinnen war sie ja auch nicht.

Unter dem Umhang hatte er ein dickeres Stoffpäckchen, ein Band und ein Seil hervor geholt. Mit einem Gürtel an den Leib gepresst, hatte er die Sachen ungesehen mit sich herumgetragen.

Der Tzimisce nahm sich das Band und zwang es der jungen Frau in den Mund, um sie zu knebeln.
Arme Sousanna, wenn sie Vampirfänge besessen hätte, hätte sie das noch retten können.
So jedoch blieb das Bild des hilflosen Menschen bestehen.

Dann drückte er sie zu Boden und machte sich daran, das Seil um ihre angewinkelten Beine, Rücken und Arme zu wickeln. Er musste sie gut verschnüren, sodass sie sich nicht bewegen konnte.

Er wusste noch nicht genau, was er mit ihr tun sollte, doch solch ein besonderes Menschlein musste er sich genauer ansehen.
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » Sa 31. Dez 2016, 00:23

Das Lachen war ihr vergangen. Doch der Rausch ließ auch nicht großartiges Wehren zu. So starrte sie den Kerl erst nur perplex und irritiert an. Erst als sie wie ein kleines hilfloses Päckchen verschnürt war, kam ihr Verstand zurück.

Das war nicht nur nicht gut. Das war katastrophal. Was tat dieser Bastard da? Hatte er wirklich nicht verstanden, dass sie eine der Seinen war? Oder war das hier eine geplante Tat? Würde das hier ihr letzter Abend sein. Ein ängstliches, panisches Fiepen war das Einzige, was sie hervor brachte. Flehend sah sie ihren Peiniger an.

Nie wieder. Nie wieder, das schwor sie sich, würde sie allein durch die Straßen streifen. Sie würde sich einen Leibwächter besorgen. Alles würde sie tun, um diese Situation unlebend zu überstehen und ihre Freiheit wieder zu erlangen.
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Sa 31. Dez 2016, 13:08

Alles musste schnell gehen, daher achtete er auch nicht mehr wirklich darauf, ob sie atmete oder nicht. War die Kreatur ja ohnehin davon überzeugt, dass sie ein Mensch sein musste.

"Shh..."
machte das Ungeheuer "Sonst muss ich dich anders zum Schweigen bringen..."

Dann zog er ihr den Sack über und hob sie hoch, als wäre sie wirklich nicht mehr als ein Sack Zwiebeln und warf sie sich über die Schulter.

Sich vergewissernd, dass er den Weg mit den wenigsten Menschen in Reichweite nahm, machte er sich dann auf den Weg zurück nach Domus. Es dauerte länger, als es unter normalen Umständen nötig war, da er wirklich sicher gehen wollte niemanden zu begegnen. Seine Sinne halfen ihm dabei, doch spätestens wenn sie angekommen wären, würde sich die ständige Nutzung wieder rächen.
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » Sa 31. Dez 2016, 13:17

Sie hasste ihn. Während Sousanna so in dem Sack vor sich hin schaukelte, begannen grausame Rachefantasien in ihr zu reifen. Vermutlich gehörten diese Augenblicke zu den wenigen ihres Unlebens, in denen das wilde Monster zerfetzen und zerreißen wollte. In denen sie sich ausmalte, wie wundervoll es wäre Fangzähne in Fleisch zu vergraben. Nicht um sich zu laben, sondern um Schmerz zu verbreiten.

So schürte sie in Gedanken ihren Hass auf dieses widerwärtige Wesen immer weiter. Es war ihre Art, sich nicht in Selbstmitleid und Verzweiflung aufzulösen.
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 1. Jan 2017, 14:28

Nach einer gefühlten Ewigkeit des Schaukelns in der Dunkelheit und Enge, wurde sie endlich abgesetzt und aus dem unwürdigen Gefängnis und Transportmittel entlassen.
Natürlich noch immer geknebelt und gefesselt fand sie sich in einem größeren dunklen Raum wieder. Durch ein paar kleine Fenster und Abzüge fiel spärliches Mondlicht, durch das sie einige Tische und Werkbänke ausmachen konnte. Holz, Stein, Sägemehl und Werkzeug lagen herum. Eine Werkstatt.

Das Wesen, das sie entführt hatte, kniete sich vor sie und schaute sie aus großen schwarz-roten Augen an.
"Du bist anders" bemerkte die Kreatur, richtete sich wieder auf und wandte sich um...
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » So 1. Jan 2017, 20:47

In Sousannas dunklen Augen funkelte es so sehr, dass man fast schon erwarten konnte, dass sie bald irgendetwas in Brand setzte. Dieses Monster ihr gegenüber war doch komplett wahnsinnig – oder außerordentlich begriffsstutzig. Es konnte doch nicht wahr sein, dass er es immer noch verstand. Immerhin erkannte sogar sie, wenn sie kainitisches Blut schmeckte. – Gut sie war auch dumm genug gewesen, es überhaupt in den Mund zu nehmen, aber wenigstens hatte sie es geschafft, den richtigen Schluss zu ziehen. Oder war es sein Plan? Wusste er, was sie war und hatte sie deshalb hierhergebracht?

Gut, es half aber nichts. Bevor Schlimmeres geschah, würde sie ihn darauf aufmerksam machen müssen, was für ein seltsames Wesen er sich hier eingefangen hatte. Es war eine der wenigen Möglichkeiten, die sich ihr noch boten, um sich aus dieser misslichen Lage herauszuwinden. Die Ravnos schloss die Augen, atmete lächerlicherweise tief durch und konzentrierte sich stark. Ihr war das Risiko zu groß, sich durch Unwissen noch weitere Seltsamkeiten antun zu lassen. So erklang ihre Stimme nur für ihn hörbar in der Werkstatt: „Das Blut eines Kainskind schmeckt immer anders… besser sogar.“ (Schimäre WK -1)

Zwar war die Stimme die Ihre, doch klang hallender, vielleicht ein wenig mehr wie aus einer alten Geschichte. Von überall her und doch nirgendwo zu verorten. Fast schien es, als würde der Satz sich leise, immer weiter wiederholen, bis das Echo in der Stille verklungen war. Eindeutig das Werk eines Wesens, das mehr war als nur ein Mensch. Während dieses Blendwerks beobachtete Sousanna ihren Entführer nun sehr genau und hoffte mit pochendem Herzen, dass er nun verstand und sie frei ließ. Wenn es half, würde sie sich auch noch einmal beißen lassen, aber sie wollte ihre Fesseln loswerden.
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