In kalter Nacht (Sousanna)

[Dezember '16]

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 6. Jan 2017, 16:05

Toma war nicht überrascht. Es war eine Frage gewesen, was ihr wichtiger war ihre körperliche Freiheit oder ihre seelische.
Nun musste er nur einen Platz für sie finden. Es würde nicht schön werden, aber er hatte ohnehin nicht vor sie ewig zu behalten. Er wollte nur diese Chance nicht verlieren eine kainitischen Körper untersuchen zu können. Es war beinahe unmöglich einen auf den Tisch zu bekommen. Wenn man nicht das Risiko eingehen wollte sich zu viele Feinde zu schaffen.

Er blickte zur Tür und aus den Fenstern, wie viel Zeit hatten sie eigentlich noch? Er schien zu überlegen und sich dann doch umzuentscheiden.

"Gut, ihr bleibt erst einmal hier.... Kommt mit."
Er ging in einen von zwei Hinterräumen, darauf bedacht dass sie auch bei ihm blieb und schloss die Tür hinter hinen. Dann schob er ein schweres Regal, das mit Holzblöcken, Platten und Steinen gefüllt war zur Seite und öffnete in der Ecke des Raumes eine Luke im Boden.
"Hinein mit euch." sagte er. "Es ist nicht gemütlich, aber vor der Sonne seid ihr sicher."
Unter der Luke klaffte ein ungefähr drei Meter tiefes und fünf Meter breites Loch. Es roch nach Tod und Verwesung. Doch so weit sie sehen konnte war es leer.
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » Fr 6. Jan 2017, 19:10

Wieder stand ihr der Mund offen. Dieser Kainit war offensichtlich noch viel wahnsinniger, als sie befürchtet hatte. Nervös leckte ihre Zunge über ihre Lippen und sie blickte immer wieder zwischen dem Loch und diesem entstellten Wesen hin und her.

"Das st doch nicht euer Ernst!?", meinte sie schließlich und sah ihn mit einer solchen Ungläubigkeit an, die fast schon an den Moment erinnert, als er ihr eröffnet hatte, er würde sie gerne aufschneiden. Ein wenig fahrig zuppelte Sousanna an ihrem Kleid herum. "Da könntet ihr mich genauso gut in ein Grab stecken!"

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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 6. Jan 2017, 19:23

Er schaute sie an als hätte sie den Verstand verloren.
"Warum ziert ihr euch? Euer Körper ist tot, nun gut...das müssten wir erst herausfinden...aber gemeinhin ist er tot. Was machte es euch aus, wo ihr liegt?"
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » Fr 6. Jan 2017, 19:33

Ein wenig trotzig verschränkte sie wieder die Arme und schob die Unterlippe vor. Er hatte Recht. Es war eigentlich vollkommen gleichgültig, wo sie tagte, aber es war eine Frage des Stils und der Selbstachtung. Vor allem gefiel es Sousanna überhaupt nicht, dass er sie wahrscheinlich einsperren würde.

"Ich finde es... einfach unhöflich. Ich erlaube euch, dass ihr mich untersuchen dürft - so eine Chance wird es lange Zeit nicht mehr geben - und ihr wollt mich in ein Verlies einsperren.", erklärte sie so vernünftig sie konnte. "Ich tage gerne auf dem Boden, aber nicht eingesperrt. Denn weglaufen werde ich nicht, wenn ich von euch nichts zu befürchten habe."

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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 6. Jan 2017, 20:09

"Ich will euch vor der Sonne schützen. Und natürlich muss ich euch einsperren...zu meiner eigenen Sicherheit. Sonst könnte ich euch auch direkt zu mir legen. Aber ich bin ja nicht wahnsinnig." sagte er und wurde mit jedem Wort merklich genervter.
"Nach dieser ganzen Situation sind wir glaube ich nicht an dem Punkt angekommen wo wir uns gegenseitig vertrauen können." Ein ungehaltenes Knurren ging von dem Tzimisce aus.

"Ich wünschte auch es würde anders gehen, aber für diesen ersten Tag, muss ich darauf bestehen."
Seine Hände griffen nach ihr, im Versuch sie zu packen und in das Loch zu werfen.

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greifen
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » Fr 6. Jan 2017, 20:21

Wk - 1 für Chimäre 1

Mit einem Mal entflammte Licht in dem Raum. Blendendes Licht. Fast so grell wie das der Sonne von Byzanz. Es schien sich flutartig von der Ravnos auszubreiten, sie mit diesem grellen Leuchten zu überziehen.

Sousanna hatte die Augen zusammengekniffen und hoffte, dass die Überraschung ausreichen würde, sie loszulassen. Hoffte aus ganzem Herzen, dass die verstörenden, katzenhaften Augen empfindlicher waren ...

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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 8. Jan 2017, 00:09

Überrascht und geblendet schrie der Drache auf. Ein hohes gequältes Fauchen, dass sogleich in wütendes Knurren überging. Reflexartig hatte er die Augen geschlossen. Doch wich er nicht zurück, ließ sie nicht los, floh nicht vor dem Licht, das im ersten Moment wie Sonnenlicht wirkte. Im Gegenteil krallte er sich in seinem Kampf gegen die instinktive Flucht noch fester in ihre Arme.
Er konnte jetzt nicht fliehen, aus seiner eigenen Zuflucht...vor ihr, diesem kleinen schwachen Ding!
Und er war nicht bereit sie einfach so gehen zu lassen.
Sobald der erste Schock vorüber war, merkte er auch, da war keine Wärme, kein Brennen. Da war kein Sonnenlicht in einem fensterlosen Raum.

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Wurf auf Wahrnehmung + Awareness gegen die Illusion: nicht bestanden
Rötschreck gegen 8: widerstanden
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » So 8. Jan 2017, 13:58

Wäre ihr bewusst gewesen, was sie hätte auslösen können durch einen in den Rötschreck verfallenen Drachen, der ganz offensichtlich schon in gewöhnlicher Verfassung wahnsinnig war, hätte sie es vielleicht unterlassen. Vor allem, wenn sie gewusst hätte, dass ihr kleines Schauspiel so nutzlos war und er sie dadurch noch fester packen würde, sie hätte bedachter gehandelt.

So zappelte sie verzweifelt und schrie einfach. Schrie um Hilfe und dass er sie loslassen müsse. Dass sie unter dem Schutz Acacias und Matteos stünde. Dass man sie finden würde, sie rächen wurde. Alles vermutlich nutzlose und hilflose Fetzen ohne Sinn und wirklichen Zusammenhang, doch sie entstammten der panischen Angst. Es war ihre letzte Chance nicht als Gefangene mit unbestimmter Zukunft zu enden.

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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 8. Jan 2017, 17:58

...Acacia...Matteo...
Wieder knurrte er sie wütend an und wie ein Tier bleckte er die Zähne. So ein Elend!
Er hatte es ja geahnt, die ganze Zeit hatte er es im Hinterkopf, dass sie vielleicht nicht neu war, nicht unbekannt, Freunde...Verbündete hatte.

Er wusste, dass er sich das selbst eingebrockt hatte. Er hätte er sie gehen lassen sollen als er seinen Fehler bemerkte...nein er hätte sie einfach direkt aufschneiden sollen. Nicht um Erlaubnis bitten...nein, das wäre ein Angriff auf ein Kainskind...argh..

Nun war es zu spät. Wenn er sie gehen ließ, würde sie nie wieder kommen, das war klar. Dabei hatte er sie wirklich nur sicher verwahren wollen. Zu ihrer und seiner Sicherheit.

Mit einem frustrierend Grollen schubste er sie schließlich in das Loch. Instinktiv, kein Denken mehr, keine Zweifel. Ihr Geschrei hatte ihn genervt und er hatte einfach gehandelt.

Dann warf er die Luke zu und stellte sich darauf.
"Das hätte alles nicht so laufen müssen!" rief er ihr durch das Holz zu, die Wut deutlich hörbar.
"Warum konntet ihr euch nicht einfach fügen!"
Er schnaubte.
"Dies sollte kein Gefängnis sein! Doch nun wird es das vielleicht!"

Dann schob er das Regal wieder an Ort und Stelle, wo es die Luke komplett verdeckte und es auch beinahe unmöglich machte auszubrechen.

Er verließ den Raum, ging in die Werkstatt. Lief Kreise in dem Arbeitsraum, im Versuch sich zu beruhigen und eine Lösung zu finden. Er würde Matteo oder Acacia fragen müssen. Sicher gehen, dass sie nicht nur Namen gerufen hatte, die sie irgendwo aufgeschnappt hatte....Doch dann würde er sie gehen lassen müssen...keine Experimente...nein, er musste mit ihr reden, sie beruhigen...vielleicht, vielleicht war es noch möglich eine Lösung zu finden.
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Re: In kalter Nacht (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » So 8. Jan 2017, 19:59

Als Sousanna auf dem Boden auftraf blieb sie liegen. Es war vorbei. Sie würde als Gefangene dieser Bestie enden. Würde sein Blutvorrat oder tatsächlich das Opfer seiner wahnsinnigen Experimente. Dies hier würde ihre Zukunft und wenn sie Glück hatte, ihr schnelles Ende werden. Byzanz oder gar Caspar würde sie nie wieder sehen.

Hätte sie weinen können, hätte sie es nun hemmungslos getan. So blieb ihr nur ein trockenes Schluchzen und das Ausharren bis das Wesen seine Gnade gefunden oder sich für eine Grausamkeit entschieden hatte.

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