Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

[Dezember '16]

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Caterina
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Re: Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

Beitrag von Caterina » Do 29. Dez 2016, 12:48

"Warum sollte sie?", kamen ganz leise gesprochene Zweifel.
So wie der Überfall in Melissas Heim nicht der Stil der Nonnen war, konnte sich Caterina nicht vorstellen, dass Melissa so dumm war und die Assamiten nach Genua holte.

Dann war das Mündel wieder bei der Erzählung: "Brimir oder Ihr scheint die Assasinen aber überrascht zu haben. Die Flucht war sicher augefallen."
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Maria Penthesilea
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Re: Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

Beitrag von Maria Penthesilea » Do 29. Dez 2016, 18:46

"Oh, nein. Nein. Diese Assamiten - würdige Jäger. Melissa und sie..." Maria Penthesilea machte ein amüsiertes Gesicht. "Wie Adler und Wurm. Nein." Sie winkte ab. "Nein. Es gab zwei falsche Wolfsnächte. Und beide wurden genutzt. Für Lügen. Aber ich denke: Op-por-tu-nis-mus. Zumindest in diesem Fall."

Dann zuckte sie mit den Schultern. "Ob es knapp war - oder nicht? Schwer zu sagen." Sie nickte Matteo zu. "Ein guter Gedanke. Allerdings... eine intensive Suche wäre nötig. Geheime Wege sind eben dafür da: Geheim zu sein. Zu viel Zeit. Aber!" Die Nonne grinste. "Eines haben alle Jäger gemeinsam. Sie brauchen Blut."

Sie faltete die Hände vor dem Knie. "Besonders mehrere Jäger. Und besonders: Südländer. Die Bevölkerung liebt sie nicht. Sie haben einst die Stadt verwüstet. Also: Verstecken unter ihresgleichen. Trinken von ihresgleichen. Und ihresgleichen hier? Sind Sklaven."

Die Stirn gerunzelt, fuhr sie fort. "Hatten Sklaven sie gesehen? Wir fragten. Und fragten. Und erfuhren: Ein Händler hier hielt sich Frauen. Für Paarung." Die Miene der Südländerin, Asifa, war finsterer geworden. "Und eine dieser Frauen? Hatte vielleicht etwas gesehen. Aber wie an sie kommen? Sie waren gut bewacht."

Maria Penthesilea warf einen Blick auf Asifa. Schwieg dann für einen Moment und sagte leise: "Nun - wir haben es geschafft. Sie zu befreien. Die meisten waren schwach. Ungeeignet für uns. Brimirs Schiff brachte sie fort. In Sicherheit. Eine zog es vor zu bleiben. Sich uns anzuschließen. Stark zu werden." Asifa nickte langsam und ernst. Die Erinnerung schien sie nicht (mehr?) zu quälen. Stattdessen lag Entschlossenheit in ihrer Miene.

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Matteo
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Re: Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

Beitrag von Matteo » So 1. Jan 2017, 13:12

Er hatte auch nicht wirklich erwartet dass Melissa mit den Assamiten wissentlich verbunden war. Jedoch ein weitere Rätsel, wie hatten sie sich in Broglio verborgen gehalten?

"Also habt ihr die Wächter der Frauen still und leise ausgeschaltet, sie befreit und befragt? Allem Anschein nach konnten sie hilfreiche Hinweise geben."

Matteo nickte Asifa zu, wusste er doch auch um die Nützlichkeit von starken Frauen. Selbst junge männliche Kainiten neigten dazu Frauen eher zu unterschätzen, zu übersehen.

"Euer Weg führte dank der befreiten Frauen dann zu euren gefahrvollen Ziel? Lydiadas erwähnte Schiffe. Habt ihr sie auf See gestellt, eure Beute?"
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Maria Penthesilea
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Re: Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

Beitrag von Maria Penthesilea » Mo 2. Jan 2017, 13:59

"Eine der Frauen hatte einen der Assamiten gesehen. Auf einem Schiff", nickte Maria Penthesilea. "Aber das Schiff war leer. Keine Assamiten. Also sandten wir... einen Boten." Sie grinste. "Die Beschreibung des Assamiten: Jetzt die Beschreibung des Auftraggebers. Eine Bitte um ein Treffen. Und siehe: Der Kapitän zog los."

Maria Polemusa lächelte traurig bei der Erinnerung. "Thermodosas letzte Jagd", sagte sie leise. "Und Derimacheias. Evandres." Penthesilea nickte. "Eine gute Jagd", stimmte sie ihrer Schwester zu. Dann sah sie wieder zu den Toreador. "Der Kapitän suchte ein Gasthaus auf. In einem der Dörfer. Traf einen Kontakt. Wir folgten dem Kontakt. Wir sandten nach Brimir - aber! Natürlich konnte er nicht kommen."

Sie hob den Zeigefinger. "Doch seine Männer kamen. Zogen hinter uns her. Der Kontakt verließ Genua. Ein langer Weg. Bis in eine andere Stadt. Und dort: Die Assamiten. Sie hörten ihm zu. Sie machten sich bereit. Zur Rückkehr nach Genua. Vielleicht zur Jagd."

Ihr Ton wurde leiser. Gefährlicher. "Sie dachten: Wir sind die Jäger. Aber sie waren die Beute."

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Matteo
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Re: Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

Beitrag von Matteo » Do 5. Jan 2017, 08:50

Das wurde ja immer spannender, nicht nur das Wissen, welches Matteo förmlich aufsog, sondern auch die Geschichte an sich. Neugierig beugte er sich vor.

"Nur für mein Verständnis, sind nicht alle Kainiten, vielleicht sogar alle Wesen in eurem Weltbild Jäger und Beute zugleich?"


Das schien ihn wirklich zu interessieren, bot sich hier doch de Möglichkeit etwas über fremdartige kainitische Theologie zu lernen. Dennoch war er mindestens genauso interessiert darn zu hören wie die Geschichte der Assamitenjagd weiterging.
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Caterina
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Re: Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

Beitrag von Caterina » Do 5. Jan 2017, 23:27

Natürlich konnte ein Jäger zur Beute, oder umgekehrt werden. Die Nonnen hatten der Toreador dies schon oft bewiesen.
Am Besten war es natürlich, wenn man der Beute weißmachen konnte, dass sie der Jäger war. Auch das durfte Caterina schon am eigenen Leib erfahren.

Dieses Spiel unterschied die würdige Beute von der unwürdigen.
So hörte auch Caterina interessiert zu.
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Re: Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

Beitrag von Maria Penthesilea » Fr 6. Jan 2017, 12:06

"Ja!", sagte die Nonne mit einem enthusiastischen Nicken. "Genau! Jäger und Beute - sind eins. Immer. Selbst der stärkste Jäger - viele Schwächere? Und er wird zur Beute." Sie grinste. "Die Assamiten wussten: Sie waren Beute. Jemand jagte sie. Also wollten sie Jäger werden. Und wir machten sie erneut... zur Beute."

Dann schwieg sie für einen Moment, weniger fröhlich. "Nun. Vielleicht... haben wir sie unterschätzt. Wir dachten drei von ihnen. Und drei Ghule. Aber es waren vier." Ihr Gesicht wurde ernst. "Die Jagd war blutig. Brimirs Krieger... sie fielen zuerst. Wir erschossen die Ghule. Aber die Assamiten? Sie waren stark. Sie wollten nicht sterben."

Maria Polemusa nickte und führte die Erzählung fort. "Evandre... verlor einen Arm. Derimacheia? Versuchte, ihr zu helfen. Wurde durchbohrt." Ihre Stimme wurde eindringlicher. "Maria Thermodosa... stets so streng. Aber sie tanzte mit dem Tod. Tanzte gut... Nicht gut genug."

Sie nickte zu Maria Penthesilea. "Unsere Pfeile trafen. Und doch wären beinahe auch wir..."

Die oberste Jägerin des Kultes nickte. "Ja. Beinahe waren wir die Beute. Alle Assamiten starben. Kämpfend, bis zuletzt. Sie hatten Wagen dabei... so konnten wir die Körper verbergen. Nach Genua zurückbringen."

Ein Blick zu Caterina. "Verstehst du die Lektionen daraus?" Es klang nicht lehrerhaft, sondern interessiert. Offenbar hatte die Erfahrung den Kult schwer getroffen und die Nonnen stark mitgenommen.

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Re: Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

Beitrag von Caterina » Fr 6. Jan 2017, 12:56

Die angesprochene Frau schürzte die Lippen und dachte nach, bevor sie schließlich den Kopf einmal zur rechten Schulter, dann zur linken legte. Der Blick war abwesend, die Mailänderin schien nachzudenken.

Bald jedoch wurden die Augen klarer und die oberste Jägerin bekamm eine Antwort: "Man muss immer darauf vorbereitet sein, zur Beute zu werden. Derjenige, der sich davon wieder zum Jäger erhebt, ist der Würdigere. Eure Jagd war schwierig, doch ihr habt nicht aufgegeben. Ihr behieltet euer Ziel weiter im Fokus, egal wie schlecht es aussah."

Kurz entstand eine Pause, dann fügte die Toreador hinzu: "Es kommt immer anders, als man es plant. Improvisation, Geduld und Wille."
Kryptische Worte, die Caterina aber nicht besser ausformulieren konnte. Es war ein Gefühl, oder besser eine unbeschreibliche Gewissheit.
Von der Machtposition in die des Gehetzten zu wechseln, gehörte irgendwie zur Jagd. Nur wer sich selbst wieder aus der Opferrolle herausholte konnte das Spiel gewinnen. Egal ob man es Jagd oder Politik nannte.

Ob Matteo es genau so sah?
Kurz blickte die Frau ihren Vormund an und lauschte seinen Worten, bevor Polemusa begutachtet wurde.
Die suße Nonne sollte sich also ins soziale Milleau wagen. Noch immer war Caterina dabei nicht wohl.
Sie dachte an die Trainingsstunden, dann fiel der Kainitin wieder etwas ein.

Sobald der Mann geendet hatte, stellte Caterina ihrerseits eine Frage: "Wie habt ihr die würdige Beute in diesem Fall geehrt? Das Herz war wohl kaum zum Verzehren."
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Matteo
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Re: Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

Beitrag von Matteo » Mo 9. Jan 2017, 10:52

"Ein gute Geschichte, vermutlich auch einn wahre. Ich verstehe nun warum der Kult zur Geißel ernannt wurde, ihr habt euch das Amt durch eure Taten verdient. Eine gute Art zu jagen, wenn auch anders als die meine. Vielleicht, vielleicht kann ich eure Art der Jagd erlernen, mehr Kenntnisse gewinnen. Für den Fall zukünftiger Jagden. Solche die auf Individuen unserer Art ausgerufen werden."

Bei den letzten Worten deutete er auf Caterina und sich, während er Marie skeptisch musterte. Alle Welt ging davon aus, dass sie ein Ghul wäre. Matteo hatte noch nie verstehen können solche "Erkenntnisse" ungefragt zu glauben. Niemand wusste was es mit den Nonnen auf sich hatte, warum also sollte er Mutmaßungen glauben?
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Re: Rosengeißel [Jagdkult, Matteo]

Beitrag von Maria Penthesilea » Mo 9. Jan 2017, 12:47

Die Nonne nickte nachdenklich. "Gute Gedanken", sagte sie dann leise. "Vielleicht hätten wir warten sollen. Bis Genua verfolgen. Andere zur Hilfe rufen." Sie blickte an Caterina vorbei in die Dunkelheit. "Ein Jäger muss überleben. Um weiterjagen zu können. Das ist eine Pflicht." Dann fanden ihre Augen die der Toreador. "Wenn es dazu kommt - lebst du, oder leben sie? Dann lieber du."

Sie lächelte grimmig. "Das ist es. Was die Schleiche nicht versteht. Was sie uns vorwarf. Dabei ist es nur Wahrheit. Das Tier nimmt das eigene Ende nicht hin. Es kämpft. Oder flieht. Wer sich töten lässt? Der ist ein Narr. Der gibt seine Jagd auf." Dass dies in den Augen der Nonnen ein wahrhaftes Verbrechen war, das spürten die Toreador deutlich.

Dann grinste sie. "Wieso nicht Herzblut? Köstlich..." Eine kurze, abwehrende Geste. "Aber nein. Wir ehren sie anders. Wir erzählen die Geschichte ihrer Jagd. In Bildern und Worten. Vielleicht kommen ihre Brüder eines Tages. Dann werden wir sie erzählen. Und zeigen."

Schließlich blickte Maria Penthesilea auf Matteo. "Wir lehren jeden, der sucht. Aber du weißt: Wachsende Stärke und wachsende Einsicht - sie gehen einher. Versuche unseren Weg zu verstehen." Sie schaute die beiden Kainiten an. "Nährt euch, wenn hungrig. Jagd nur mit Ritual und Vorbereitung. Verteidigt was euer ist. Und: Überlebt!"

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