50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

[Dezember '16]

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Fabrizio
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Re: 50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

Beitrag von Fabrizio » Mi 7. Dez 2016, 22:14

Emilio nickte, beiläufig aber offenbar zufrieden mit der Reaktion.

"Leg sie doch einfach da auf den großen Tisch..." der tatsächlich den Raum zur Seite von ihnen dominierte und wohl tagsüber dem angemessenen Ausbreiten der Stoffe und Tücher diente. "Ich lasse sie dann später sicher verstauen."

Und damit wäre dann wohl von seiner Seite, trotz der überraschung wohl alles geklärt.

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Sousanna
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Re: 50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

Beitrag von Sousanna » Mi 7. Dez 2016, 22:39

Sousanna nickte ernst und ruhig. Dann schritt sie zu dem Tisch hinüber und plazierte die Armbrüste vorsichtig und sanft auf dem Tisch, als wären sie ebenso edle und erlesene Stoffe. Dann wandte sie sich wieder Emilio und seinen Besuchern zu und verneigte sich noch einmal mit ausgesuchter Anmut.

"Bitte verzeiht mir die Zeit, die ich euch geraubt habe.", bat sie dann mit einem entschuldigenden Lächeln. "Wenn ihr mich nicht noch braucht, würde ich euch wieder allein lassen."
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Re: 50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

Beitrag von Angelique » Mi 7. Dez 2016, 22:51

Mirakulöserweise verschwanden die Armbrüste von dem Tisch, als gerade keiner hinsah. Aber das konnte die frohgemute Fahrende ja nicht wissen.

Die Wächter sahen überrascht, wie das Tor sich etwas später einen Spalt auftat. Hatten sie es nicht richtig zugemacht? Das musste es gewesen sein, denn sie sahen niemanden und schlossen es kopfschüttelnd wieder. Diesmal aber richtig.
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Fabrizio
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Re: 50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

Beitrag von Fabrizio » Fr 9. Dez 2016, 00:15

In der nächsten Nacht, zu besagter Stunde, erwarteten überraschender Weise zwei unbekannte neue Türsteher Sousanna an der Schneiderei. Diese wirkten sehr ernst und... aufmerksam.

Dennoch schienen diese sie zu erkennen und zu erwarten, denn sie öffneten ihr einfach wortlos die Tür.
Die beiden Wachen ließen sie also durch, blieben dann selbst aber draußen stehen und schlossen nur diskret die Tür hinter ihr.

Beim Eintreten lag der Geschäftsraum der Schneiderei in zwielichtiger Abendstimmung vor ihr wie schon den Abend zuvor.
Allerdings stand dieses mal der werte Herr Fabrizio locker wartend an das Pult des Schneiders gelehnt, während dieser, ebenfalls anwesend, auf dem Stuhl im Hintergrund Platz genommen hatte.
Von weiteren Dienern oder Gästen war keine Spur, allerdings war der Herr Fabrizio nahe umringt von drei Leibwächtern. Männer die nichts besonders beruhigendes ausstrahlten, denn sie trugen nicht nur offen ihre Wehrhaftigkeit mit großen Haumessern zur Schau, grobe Lederrüstungen mit Helmen an denen grässliche Masken befestigt waren, verhüllten und enstellten ihre Gesichter gänzlich.

"Guten Abend Sousanna." begrüßte Fabrizio die Ravnos schließlich besonders freundlich

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Re: 50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

Beitrag von Sousanna » Fr 9. Dez 2016, 16:31

Schon beim Anblick der neuen Wächter wurde der Ravnos sehr mulmig zu Mute - und die Leibwächter ließen sie wünschen, dass die Tür hinter ihr offen blieb. Vermutlich sah man ihr das an, denn kurz begann ihr davor sehr gut gelauntes Lächeln zu zittern und ihr Blick huschte rasch zur Tür zurück.

Dennoch zwang sie sich mit aller Kraft dazu, das offene Lächeln aufrecht zu erhalten und sich höflich zu verneigen. Allerdings blieb sie dabei ein wenig aufmerksamer. Es war einfach nicht gut, wenn man Leibwächter zu einem solchen Handel mitbrachte. Doch es half nichts. Sie kam hier nicht mehr so einfach raus. Also ging es darum, dieses Spiel hier möglich gut zu beenden. So erwiderte sie so ruhig wie möglich: "Guten Abend. Ich danke euch, dass ihr mich so schnell empfangen konntet."
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Re: 50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

Beitrag von Fabrizio » Sa 10. Dez 2016, 21:22

Wie seine Leibwächter trug auch Fabrizio eine Maske. Seine Maske war die des freundlichen Lächelns. Und wie die offensichtlichen Masken seiner Leibwächter, war auch seine Maske sehr gut als solche zu erkennen.

"Ich war sehr erfreut, als ich hörte wie schnell es dir gelungen ist unser Geschäft zu erfüllen... aber auch ein bischen überrascht muss ich gestehen."

Sein Blick fixierte sie nun, neugierig, kritisch. Als würde er sie heute noch einmal in einem ganz anderen Licht sehen, und nun versuchen einzuschätzen in welchem Licht dabei wohl die Wahrheit gelegen wäre.

"Erzähl doch mal, woher hattest du die Armbrüste? Und ich bitte dich, erzähl mir alles, keine falsche Bescheidenheit."
Seine Formulierung und Betonung war charmant - und doch schwang dabei auch so etwas wie eine Drohung mit, bei der sich unwillkürlich die Nackenhaare aufstellen könnten, wenn man denn für so etwas empfänglich wäre.

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Re: 50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

Beitrag von Sousanna » Sa 10. Dez 2016, 21:58

Alles an dieser Situation war ihr unangehnehm. Sie mochte oft dem Leichtsinn anheim fallen, mochte viel zu oft unüberlegt handeln, doch sie war weder dumm noch erkannte sie Gefahr nicht, wenn sie direkt vor ihr stand. Und hier in diesem Raum triefte alles geradezu vor Bedrohung.

"Ich... war selbst überrascht, dass sich so schnell und leicht die Möglichkeit ergeben hat.", murmelte sie und wagte es nicht, dem Blick ihres Gegenübers zu begegnen. Sie hatte keine Ahnung, was sie verbrochen hatte, aber sie wurde das Gefühl nicht los, dass das hier ein sehr unangenehmes Verhör werden würde. "Ich bin auf zwei Krieger gestoßen, die damit bewaffnet waren. Eigentlich wollte ich nur ein wenig über sie in Erfahrung bringen, doch dann waren sie abgelenkt und haben sie liegen lassen... also habe ich die Möglichkeit ergriffen."

Nervös spielte sie mit den Ärmeln ihres Kleides. Alles an der jungen Frau strahlte aus, dass diese Situation sie beunruhigte - und, dass sie nicht wusste, wieso die Situation so war, wie sie war.
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Re: 50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

Beitrag von Fabrizio » Sa 10. Dez 2016, 22:19

Fabrizio hörte ihr aufmerksam zu, hielt dabei seine höfliche Scharade aufrecht. Als er dann weiter bohrte klang das mehr wie ein unverfängliches Plaudern. Nur eben dieser unterschwellige Druck dabei, dieses lauernde so als könnte beim kleinsten Fehler sich einfach der boden unter einem auftuen und einen auf nimmerwiedersehen verschlingen...

"Ah, zwei Krieger. - Was waren das denn für Krieger? und wo hast du die so abgelenkt gefunden?"

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Re: 50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

Beitrag von Sousanna » Sa 10. Dez 2016, 22:24

Sousanna sah zu Boden. "Ich weiß nicht, was für Krieger es waren...", gab sie zu. Wer die Männer waren und wieso sie überhaupt bei dem Mädchen gewesen waren, wusste sie nicht. "Aber sie wurden mit einem Mal angegriffen und so hat sich die Möglichkeit ergeben." Ihre Stimme war leise. Unsicher und dennoch um absolute Höflichkeit bemüht. Sie wollte keinen Fehler machen. Wollte möglichst unbeschadet diesen Raum verlassen.
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Re: 50 Denare sind ´ne Menge Geld. Die wollen wir uns erst mal verdienen [Sousanna]

Beitrag von Fabrizio » Sa 10. Dez 2016, 23:08

Nein, das gefiel Fabrizio nicht, sie war so... ausweichend...
Also wurde es leider Zeit für das Prozedere, welches er nun nicht zum ersten mal in dieser Nacht durchführen würde...

Wohl bedacht und langsam löste er sich dann von seinen Leibwächtern und machte lächelnd einige Schritte auf sie zu, bis er wohl eine Armlänge vor ihr verharrte. Äußerlich entspannt, aber wer dahinter beobachtete erkannte die geschmeidige Anspanung die er instinktiv beibehielt während er sich dem anderen Tier so näherte.
Wie er zuletzt ihre Hand so zum Kuss genommen hatte, führte er jetzt seine Hand zielsicher aber dabei irgendwie zärtlich und ohne den Ansatz einer körperlichen Bedrohung unter ihr Kinn und hob ihr Haupt sachte an, dass sie ihm wieder in die Augen schaute - ihm in die Augen schauen musste?

"Sousanna, Sousanna..." säuselte er wie zu einem schüchternen Mädchen "Unsere Beziehung wird nur funktionieren, wenn du mir die Wahrheit sagst."

Sein Blick begann zu arbeiten, fing den ihren regelrecht ein und wurde dann unangenehm starr.
Nach einem stillen Moment klang seine Stimme wieder auf, war jetzt drängend, eindringlich, etwas monoton und definitiv nicht mehr locker plaudernd.

"Du willst mir immer die Wahrheit sagen Sousanna. Ich bin ein vertrauenswürdiger Geschäftsfreund, wie du weißt. Nie würdest du erwarten, dass du mir nicht vertrauen könntest. Und genau deshalb willst auch du immer ehrlich zu mir sein." Monoton in genau der selben Betonung wiederholte er auf einmal diese Idee, vielleicht nur noch etwas tiefer, eindringlicher. Fast als wolle er sicher gehen, dass Sousanna sich für immer daran erinnern sollte. "Du willst mir immer die Wahrheit sagen Sousanna. - Immer die Wahrheit. - Nur die Wahrheit..."*

Noch immer hielt Fabrizio zärtlich das Kinn der Ravnos und blickte ihr in die Augen, jetzt aber verschwand die strenge Verbissenheit aus seinen kalten unmenschlich unbewegten Zügen und es kehrte wieder die freundlich lächelnde Maske zurück.
Dezent leckte er sich über die Lippen und zog einmal verschwörerisch aufmunternd die Augenbrauen empor. Er zog seine Hand wieder etwas zögerlich aber durchaus elegant zurück. Und jetzt auch wieder das eher angenehme Plaudern, keine Spur mehr von dem seltsam Eindringlichen.

"Dann beschreib mir doch bitte genau, wie die Krieger aussehen, wo du sie entdeckt hast, wie das alles genau war. Auch das mit diesem Angriff muss ich wissen, wo genau war das und was hast du mitbekommen? - Keine Sorge, zusammen werden wir schon herausbekommen was hier genau gespielt wird."

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* Beherrschung II: Idee einpflanzen.
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