Drache sucht Drache (Melissa)

[November 16]

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: Drache sucht Drache (Melissa)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mi 28. Dez 2016, 11:51

Toma ging näher auf sie zu und blickte auf den Ring, den sie ihm zeigte.
"Natürich...Alles ist Teil dieser Welt. Aus der Erde erstanden und gewachsen. Selbst leblos wirkendes Gestein und Metall." kommentierte er ihre ersten Worte und sah viel mehr, wie dieser Ring einst ein Stück Metall gewesen war und davor ein Klumpen Erz, eine Ader in einem Berg, tief unter der Erde. Sah oder viel mehr verstand seinen Wandel, als dass er Gefühle sehen konnte.
Doch er verstand was sie ihm sagen wollte.

Nachdenklich betrachtete er dann die hölzerne Maske in seiner Hand, das eingeschnitzte elendige menschliche Antlitz. Sie war tatsächlich relativ alt, seine erste Maske. Er wusste noch, wann er sie gefertigt hatte. Wusste genau warum.

"Ihr meint also ihr könntet meine Erinnerungen sehen, wenn ihr meine Maske berührt? Meine Gefühle?" Er grinste seltsam. Es war ein Risiko, wusste er doch nicht, was sie nicht sonst noch damit anfangen konnte, doch Experimente waren immer riskant und er war zu neugierig, ob sie hielt was sie versprach.

"Um gerecht zu sein: Ich lasse euch meine Erinnerungen ergründen, wenn ihr mich dafür etwas an eurem Körper verändern lasst. Ihr zeigt mir eure Seite unseres Blutes und ich euch meine."

Würde sie zustimmen, würde er ihr schließlich seine Maske reichen und gespannt warten, was sie sehen würde.
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Melissa
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Re: Drache sucht Drache (Melissa)

Beitrag von Melissa » Mi 28. Dez 2016, 12:47

"Ich wollte demonstrieren, nicht verändern", sagte Melissa und zögerte.
Ihr Blick ging von Toma zu der Maske. Langsam leckte sie sich über die Lippen, Gier kämpfte mit Vorsicht. Gier, ihre Kräfte an einem fremdartigen Wesen wie ihm auszuprobieren, Gier, ihn kennen zu lernen, über ihn zu triumphieren, sich seine Gefühle und Erfahrungen einzuverleiben.
Gegen die Vorsicht, nicht zu viel von sich zu offenbaren, nicht zu ehrlich zu ein, zu verwundbar inmitten ihrer Domäne, ihres Nestes voller Getreuer...
Ihre Neugierde siegte mit wehenden Fahnen.
"So sei es", sagte sie.

Ihre Hände griffen nach der Maske. Ehrfürchtig fast schloss sie die Augen, verbannte alles aus ihrem Geist als das Gefühl des Holzes unter ihren Fingern. Die Maske hob sich, senkte sich auf ihr Gesicht, ohne ihre Haut zu berühren. Ihre Augen öffneten sich wieder, imitierten den Blick Tomas durch die Maske. Ihre Nasenflügel blähten sich, sogen den Geruch des Holzes ein.

Sie griff danach mit ihrem Geist. Stück für Stück zog sie die Jahre von der Maske zurück, wie Schuppen von einem Fisch, ging zurück bis ganz an den Anfang der Maske und ihrer Beziehung zu Toma. Bis eine Vision sie überschwemmte, bis sie nicht wie Toma durch die Löcher der Maske blickte, nicht wie er seine Hände darauf legte, sondern als er. Bis sie mit seinen Augen, seinem Hass, seiner Wut durch die Löcher blickte auf die Menschen dort draußen, die so gewöhnlich waren, die ihn verstoßen hatten schon vor fast einem Jahrhundert.
Sie zuckte zurück, als hätte sie ein heißes Eisen angefasst.

Ihre Augen hatten sich geweitet. Sie schluckte.
Als sie die Maske sinken ließ, lächelte sie, voller Mitleid für ihn. Einen Augenblick lang strich sie noch gedankenverloren über die Augenhöhlen.
"Ihr habt Humor", sagte sie, "Euch den Namen Janus selbst zu geben, bei eurer zweiten Taufe in Blut. Auch wenn es vielleicht angebracht ist für ein Wesen eurer...besonderen geschlechtlichen Verfassung?"
Sie hielt ihm die Maske wieder hin, blickte ihm in die Augen.
Ihr Blick war ernst, verwundet von seinem eigenen Schmerz, der für ihn vierzig Jahre in der Vergangenheit lag, für sie noch frisch war und jung. Aber sie verweigerte sich dem Hass.
"Es ist ein scheußliches Ding, das ihr dort mit euch herum tragt. Wie ertragt ihr es? Wie ertragt ihr es, vierzig Jahre lang euren Kopf jede Nacht in dieses Gefängnis aus dem Holz der Karpaten zu stecken und euch darin weg zu schließen? Ich...ich kann mir nicht vorstellen, wie es sein muss für euch, euer halbes Leben weggeschlossen zu sein.
Warum tut ihr euch das an? Nur weil sie eure zweite Geburt markiert, euren Tod und euch von den Menschen trennt, die ihr so hasst?"
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Re: Drache sucht Drache (Melissa)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mi 28. Dez 2016, 23:39

Aufmerksam schaute er seiner Schwester dabei zu, bei was auch immer sie tat. Wie sie seine Maske an ihr Gesicht legte und ihre Augen dahinter hervor schauten.
Er wartete, stehend, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Seit sie den Raum betreten hatten, hatte er sich noch nicht gesetzt. Er war gespannt, nicht darauf gefasst, was nun kommen würde.

Warum schaute sie ihn nun so an? War das Mitleid? Dann sprach sie von seinem Namen, kein Geheimnis und seinem Geschlecht. Nun auch das war kein Geheimnis, wussten ja Gaius und Angelique davon.
Er lächelte schon, als er die Maske zurücknahm, wollte eine spöttische Bemerkung abgeben, doch da sprach sie weiter und mit jedem Wort verschwand das raubtierhafte Grinsen mehr. Mit jedem Wort zogen sich die Pupillen zu Schlitzen zusammen und die Iriden wurden so dünn, dass sie fast gar nicht mehr zu sehen waren. Mit jedem Wort vesteifte sich seine Haltung und seine Finger gruben sich in das dunkle Holz, das sie hielten.

Er hatte geglaubt es würde ihm nichts weiter ausmachen, wenn sie seine Erinnerungen kannte, waren es doch nur alte Gedanken und Bilder, einer fernen Zeit, einer Zeit die längst hinter ihm lag. Und Gefühle?...er hatte nicht erwartet, dass er wirklich noch welche hatte. Er hatte sie weggeschlossen, sie ignoriert, er war weiter gegangen. Diese Gefühle hatten keinen Platz mehr und sie brachten ihn nicht weiter.
Doch mit jedem Wort aus ihrem Munde wusste er, dass sie recht hatte. Dass sie seine Gefühle besser erkannt hatte, als er selbst.

Er blickte auf das elendige Ding in seiner Hand. Seine Maske, sein Gefängnis und doch gleichzeitig seine Sicherheit. Er hasste sie...nein er hasste das Verstecken, er hasste es, dass er sich nicht zeigen konnte wie er wirklich war. Nur weil sie es nicht verstanden. Weil Menschen unwürdige kleine dumme Kreaturen waren, die in ihrer kurzen sinnlosen Existenz gefangen waren.

Kleine Teile von dem Holz fielen zu Boden, als sich die spitzen Nägel seiner Hände so tief ins Holz gegraben hatten, dass es splitterte.

Dann blickte er zu Melissa.
"Ihr versteht nicht...ihr konntet es vielleicht sehen, aber ihr versteht nicht im Geringsten von was ihr sprecht..."
Er lies seine Maske fallen und näherte sich so weit Melissa, dass sein Gesicht nur Zentimeter von ihrem entfernt war. Seine Lippen waren hochgezogen und entblösten die langen Reihen scharfer Zähne.*

"Es ist eine Notwendigkeit. Ihr fragt mich warum ich das tue?! Weil die verdammte Stille gewahrt werden muss! Und das nur weil niemand versteht, dass wir zu mehr bestimmt sind, dass wir ihre Herrscher sind. Stattdessen müssen wir uns verstecken. Uns unter sie mischen, so aussehen wie sie, uns so verhalten wie sie, obwohl wir nicht so sind wie sie. Wir sind keine Menschen!"
Er schaute sie mit Abscheu an. "Ja ich hasse sie. Ich verabscheue sie. Weil sie uns einschränken, uns daran hindern uns zu entwickeln, nur weil sie viele sind...dabei sind sie so schwach..."
Er zog sich zurück und schüttelte betrübt den Kopf. "Und ihr...ihr nennt sie Familie."

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*Einschüchtern + Manipulation
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Re: Drache sucht Drache (Melissa)

Beitrag von Melissa » Do 29. Dez 2016, 00:58

Der Drache zuckte einen Augenblick lang zurück, als Janos seine Maske fallen ließ und ihrem Gesicht so nahe kam. Sie schluckte, erstarrte in ihrer Haltung, die unbequem sein musste, so wie sie. Aber sie wich nicht weiter als über den ersten Schreck hinaus zurück.

Seine Augen waren ihren so nahe. Die Fenster zu seiner Seele standen so offen, weit auseinander geschlagen in seiner Wut. Sie zuckte wieder, stieß mit ihrem Geist nach vorn, kratze an seinem, striff über die aufgewühlte Oberfläche. Wie leicht es wäre, hinein zu stoßen! Wie leicht, ihm Gewalt anzutun, ihn zu zwingen, diese Worte zurück zu nehmen, sie aus seinem Gedächtnis zu löschen, zu ersetzen durch neue. Wie leicht es wäre, seinen Geist mit Zweifeln aufzufüllen, noch mehr Hass und Verwirrung und Verzweiflung in ihm zu sähen.
Melissa beherrschte sich, schloss wieder die Augen. Das Summen in ihren Ohren ließ nach.

Sie hatte einen Nerv getroffen, offenbar, und ihm etwas gezeigt, das er nicht sehen wollte. Hatte eine alte Narbe geöffnet und bitteres, schwarzes Blut hervor strömen lassen, dass sie und ihn und den ganzen Abend nun befleckte.
Melissa ertrug Tomas Tirade, hob nur eine Hand am Ende, wie um sie aufzuhalten. Oder die Debatte zu beenden, ehe sie tiefere Wundn riss als diese. Als sie wieder aufblickte, sah sie Toma nur wenige Schritte von sich entfernt stehen.

"Ihr mögt Recht haben", gestand sie um des lieben Friedens willen. "Ich bin kein Philosoph und kein Theologe und ich kann mit euch nicht über diese Dinge diskutieren. Ich verstehe diese Dinge nicht von Herrschaft, von Natur der Menschheit und von Gottes Gnade oder Strafe.
Aber ich verstehe Schmerzen und Trauer, denn ich habe sie hundertfach gesehen in meinen Jahren. Ich handle aus Instinkt heraus, aus einem Verlangen tief in mir drin, das mich antreibt, Harmonie zu suchen und Gleichgewicht. Mich treibt keine Philosophie an, ich folge keiner Doktrin dabei. Ich folge nur dem Ruf unseres Blutes, das sich seine Form sucht.
Bitte, lasst Frieden sein für heute Nacht."


Einen Augenblick lang zögerte sie, zwang die feineren Muskeln ihres Gesichts, selbst eine Maske zu bilden. Sie verbarg ihren Schmerz und ihre Trauer tief in sich und zeigte Toma nur das versöhnliche Gesicht der älteren Schwester - und wartete darauf, dass er sich beruhigte.

"Aber ihr seht nun ein, dass auch der Geist Macht hat, formbar und selbst formend sein kann? Dass der Körper nicht einzig die Quelle unserer Macht sein muss?
Es hat mich kaum ein paar Worte gekostet, euch zornig zu machen, eure Muskeln zum Beben zu bringen, euer Herz auflodern zu lassen. Es würde mich kaum mehr anstrengen, tiefer zu graben, euch die verlorensten, schrecklichsten Erinnerungen eurer Vergangenheit durchleben zu lassen, an die zu denken ich kaum wage. Worte können euch in Raserei versetzen oder euer vernarbtes Herz berühren. Worte können euch verändern, so wie ihr es selbst tun könnt.
Entspricht dies mehr den Vorstellungen, die ihr von den Tyrannen der Nacht habt? Ist die Gewalt, die ich euch antat, nach eurem Geschmack oder verlangt es euch nach einem weiteren Beweis, dass ich ein Drache bin und grausam?"

Ein bitteres Lächeln zuckte über ihre Lippen, schlangengleich.
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Re: Drache sucht Drache (Melissa)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 29. Dez 2016, 12:39

Unruhig schritt er etwas durch den Raum, sah sich um, versuchte sich abzulenken, den Blick von ihr zu nehmen, um die Wut zu mindern.
Dabei war er gar nicht wütend auf sie. Schließlich hatte er dem Ganzen ja zugestimmt, ihr freiwillig seine Maske gegeben, gewusst, was sie tun wollte, doch die Konsequenzen unterschätzt, nicht geglaubt, dass sie es wirklich konnte.

Er war wütend und betrübt über die Welt und über sich selbst. Er hatte einen Fehler gemacht, einen schweren. Hatte sich ihr offenbart, noch mehr, als nur durch die Maske, hatte er ihr freiwillig seine Gedanken und Emotionen vor die Füße geworfen. Jetzt hatte sie ihn in der Hand. Könnte ihn aus der Domäne werfen lassen, als Gefahr für die Herde. Er war leichtsinnig gewesen, nachlässig, arrogant zu glauben, er wäre ihr überlegen, dabei hatte sie ihn gerade in seine Schranken gewiesen.
Hatte sich von dummen Gefühlen überrumpeln lassen.
Wusste nicht wie das passieren konnte. Woher kam dieser Hass? Er wusste, dass er den Menschen nie viel Liebe entgegen gebracht hatte, aber diese Wut...War sie vielleicht nur eine Reaktion auf ihre macht über ihn. Weil er sich unterlegen gefühlt hatte?

Zum ersten Mal setzte er sich nun und schwieg. Eine ganze Weile, bevor sich die riesigen Augen wieder auf die Drachin legten. Die roten Ringe waren wieder zu sehen, die Pupillen zu relativ normaler Größe geworden.

"Ich habe nie gesagt, dass ihr grausam sein müsst. Ich bin nicht grausam. Ich denke auch nicht, dass wir das sein sollten. Freude am Leid ist unnötig und kein Weg zur Perfektion..." er stockte. "Ich dachte ich fände einen ähnlichen Geist. Einen Wandler auf dem selben Weg. Doch alles was ich bei euch sah, zeigte mir nur wie falsch ich mit dieser Hoffnung lag."
Er war enttäuscht, betrübt.
"Verzeiht, wenn ich zweifelte, wenn ich euch beleidigte. Ich sehe eure Macht, Schwester. Und womöglich ging ich falsch in der Annahme, dass nur die körperliche Wandlung die einzig wahre sei. Beides scheint von Bedeutung." Er würde gern mehr lernen. mehr dieser Macht sehen, doch er wollte nicht fragen, sich nicht noch eine Blöße geben und darum bitten, das war unwürdig.

Er stand wieder auf und nahm seine Maske vom Boden, die nur an den unteren Rändern etwas abgebrochen war.
"Es würde mich freuen, wenn wir diesen Abend vergessen könnten und es möglich wäre uns auch in Zukunft über gewisse Dinge austauschen zu können, auch wenn wir nicht derselben Meinung sind. Auf rationaler Ebene. Ihr seid mein einziges Blut in diesem Bereich der Welt. Es wäre bedauerlich, wenn wir uns gegenseitig Schaden würden."
Er war ja nicht dumm. Sie hatte große soziale, wie auch wahrscheinlich politische Macht, dazu ihre geistigen Kräfte. Er wollte sie nicht als Feind.
"Entschuldigt mein Verhalten."
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Re: Drache sucht Drache (Melissa)

Beitrag von Melissa » Do 29. Dez 2016, 13:24

"Ihr seid das einzige Blut in dieser Gegend, das ich habe", sagte sie und erwiderte seine Worte.
"Ich verzeihe euch. Ihr seid aufgebracht und verwirrt und durcheinander. Ich bin es auch. Genau wie ihr habe ich noch nie ein Wesen gesehen, das von meinem Blut zu sein behauptete und doch so anders war als ich.
Aber ich wünsche nicht, euch zu verletzen oder zu schaden. Nur zu verstehen.
Vielleicht wirkt es nicht so, vielleicht erwecke ich bei euch den Eindruck einer Schlange, einer Hetzerin oder Hexe. Ich kann euch nur das Versprechen geben, dass...dass es nicht meine Absicht war. Ich habe ein Talent dafür in letzter Zeit, Gutes tun zu wollen und nur Schmerzen zu verteilen."


Sie seufzte, schüttelte den Kopf.
"Lasst uns, wenn es euch beliebt, einen Pakt schließen. Lasst mich euch helfen, eurem Gefängnis zu entkommen, euch eine Umgebung zu verschaffen, in der ihr frei sein könnt, unbekümmert von den Sterblichen und der Stille, die euch in diese Maskerade zwingt."
Abermals hob sie die Hände, beschwichtigend, abwiegelnd dieses Mal.
"Keine Angst, ich beabsichtige nicht, euch eure Zuflucht vorzuschreiben oder wo ihr verkehren dürft und wo nicht. Aber wie ihr wisst, bin ich vor kurzem in den Senat der Domäne berufen worden. Ich bin älter als ihr, wenn auch nicht viel, und mein Einfluß hier ist...delikat.
Die Lage in der Stadt ist kompliziert, besonders mit den jüngsten Entwicklungen auf dem Prozess, die Anspannungen steigen erneut. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es erneut zu einem Bruch kommt.
Soweit ich es verstehe kommt mir als Primogenita, als Senatorin ihrer Majestät und als eure Gastgeberin die Pflicht zu, für unser Blut zu sorgen. Dafür zu sorgen, dass ihr nicht von Anderen, die mir in den letzten Jahren unendliches Leid zugefügt haben, missbraucht werdet. Sie würden euch instrumentalisieren, euch als Gefahr für die Domäne bezeichnen, euch Verbrechen vorwerfen, nur um ihre eigenen zu verbergen oder euch jagen, um einem perversen Gelüst nachzugehen."


Als hätte sie seine Gedanken gelesen...oder sehr gut geraten, was seine Befürchtungen waren, wegen derer er sich so bereitwillig unterwarf. Sorgsam bog sie seine Gedanken in eine genehme Richtung, gab ihnen Anlass und Ziel, um ihren eigenen Zwecken zu genügen.
"Es wäre mir eine Freude, den Austausch mit euch zu suchen. In einem Rahmen, der euch und mir gleichermaßen die freie Entfaltung ermöglicht. Auch ich scheine einen Fehler dabei gemacht zu haben, euch zu einem Abendessen im Kreis der Familie zu laden."
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Re: Drache sucht Drache (Melissa)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 29. Dez 2016, 18:12

"Ihr konntet nicht wissen, dass ich dabei sein würde. Ich hätte nicht kommen müssen. Das war ein Risiko das ich aber bereit war einzugehen. Nichts wofür ihr euch entschuldigen müsstet." antwortete er auf ihren letzten Satz.

"Tatsächlich erweckt ihr eher den Eindruck als würdet ihr mit dieser Situation sehr gut zurecht kommen. Ihr scheint gefasster." gab er zu, als sie von ihrer eigenen Verwirrung und Unsicherheit sprach.
Eine Hexe...Da fiel ihm weider ein, dass sie so genannt wurde. Da hatten sie wohl doch was gemein. Sie wirkten beide wie Ungeheuer.
Er grinste leicht. "Gutest tun und schlechtes erzeugen. Das kommt leider öfter vor, da der Blickwinkel nie der selbe ist."

Als sie ihm das Angebot eines Paktes machte, weiteten sich die monströsen Augen überrascht. Ein Ort frei von Sterblichen und der Stille?
Und als sie meinte älter zu sein, hob sich eine nicht vorhandene Augenbraue. Sie wusste also auch wie alt er war? Doch warum überraschte ihn das noch.

"Dieser Pakt. Welchen Vorteil hättet ihr daran? Was müsste ich tun, um euch zu helfen?" Er schien nicht abgeneigt.
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Re: Drache sucht Drache (Melissa)

Beitrag von Melissa » Do 29. Dez 2016, 22:00

"Ich...", begann Melissa, brach aber ab. Ihr Lächeln erstarb, wurde ersetzt durch einen scheuen Blick zur Seite.
"Mein Gebiet ist der Geist, eures das Fleisch. Ich verändere meine Gefühle, wie ihr euren Körper. Womöglich auch wie das anderer."

Sie wandte sich ab von ihren Unsicherheiten und den Implikationen dessen, was auch sie an diesem Abend über sich erfuhr und ihre Kräfte. Sie schüttelte den Kopf, verdrängte ihr Gedanken.
"Vor der Stadt gibt es Dörfer und Güter, einige davon verlassen, andere voller Leben. Es wäre kaum eine Schwierigkeit für euer Auge für Details und meine Fähigkeiten, eine Reihe von ihnen in das größere Wohl unserer Brut einzubinden. Einen Flecken Land zu schaffen, an dem ihr ihr selbst sein könnt. Frei von eurem Käfig und doch auch verborgen vor den Blicken der Sterblichen. In einem gewissen Maße jedenfalls, solange jeder, der euch je sehen wird, loyal zu unserer Sache steht."
Melissa lächelte durchtrieben.
"Ich betrachte die Tradition der Stille lieber als ein Gesetz des Schweigens..."

"Mein Gewinn daran ist einfach. Ich muss nicht mit euch konkurrieren. Nicht um Politik, nicht um Nahrung, nicht um Einfluß. Im Gegenteil kann ich mich darauf verlassen, dass wir an diesem Ort gemeinsam nur unsere Herde und unseren Einfluß mehren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Familie sich über Erbschaft streitet, aber niemals über das Haus, das sie gemeinsam errichtet hat."
Sie lehnte sich ein Stück weit nach vorn, warf ihm einen vielsagenden Blick zu.
"Und sofern es der rechte Fleck ist, an dem wir diesen Ort schaffen, könnt ihr dort Kontrolle üben, wo ich es nicht kann und weder darf noch will."
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Re: Drache sucht Drache (Melissa)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 30. Dez 2016, 14:29

Es klang zu gut um wahr zu sein. Und wollte er das überhaupt? Er hatte sich nie wirklich niedergelassen. Nie ernsthaft darüber nachgedacht sich eine größere Herde zu suchen. Eine Gemeinschaft...das war für ihn schon lange gestorben gewesen.
Und war es klug ihr zu sehr zu vertrauen? Doch wenn sie ihm etwas hätte antun wollen, dann hätte sie auch so die Möglichkeiten dazu.

Dass er ihr keine Konkurrenz war, ließ er auch unausgesprochen. Sollte sie es ruhig anders sehen.

Kontrolle wo sie es nicht will... Das bedeutete wohl die Drecksarbeit. Er hatte eigentlich andere Ziele, wichtigeres, als sich um ein Dorf oder ein Teil dessen zu kümmern. Aber ein sicherer Ort, ein eigenens Territorium...bzw. ein gemeinsames, das wäre durchaus nützlich.

"Ich muss darüber nachdenken...so etwas ist kein einfaches Unterfangen, das man spontan entscheiden sollte."

Damit schien dieser Abend und all die Ereignise auch langsam zum Ende zu kommen.

"Diese Nacht war erstaunlicher und...ereignisreicher als ich es erwartet hätte. Ich denke, wir sollten es erst einmal dabei belassen. Lasst mir ein paar Nächte Zeit, dann gebe ich euch eine Antwort."
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Re: Drache sucht Drache (Melissa)

Beitrag von Melissa » Fr 30. Dez 2016, 17:09

"Natürlich, natürlich", sagte Melissa und nickte. "Nehmt es als ein Angebot, ein Zeichen, dass ich euch keinesfalls zürne oder gar schaden möchte."

Sie erhob sich langsam von ihrer Liege. Sie schwang die Beine herunter, richtet sich auf und blieb einen Augenblick lang so sitzen. Eine Erinnerung an alte Tage, in denen zu schnelle Bewegungen Schwindel auslösten. Den Rücken kerzengerade, die Hände im Schoß gefaltet.
Janus wurde von ihr mit einem Blick bedacht, den sie selbst nicht recht zu deuten wusste. Eine Mischung von Weisheit lag darin und Weitsicht bemühte sie sich zu zeigen, von Mysterien und Geheimnis. Als hätte sie mehr von ihm gesehen, als er je hätte preis geben wollen. Vielleicht mehr, als sie selbst hätte wissen wollen.

"Ich freue mich sehr darauf, euch wieder zu sehen, Toma, Sohn von Navod. Als Blut von meinem Blut seid ihr in meiner Domäne willkommen.
Wenn es euch beliebt, werde ich zu dieser Gelegenheit meine Schuld bei euch einlösen und euch eure Kräfte demonstrieren lassen. Ich bin neugierig, am eigenen Leib zu erfahren, was Tzimisce für euch bedeutet."
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