Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

[Oktober '16]

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Adelchis Diaconus
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Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

Beitrag von Adelchis Diaconus » Mi 19. Okt 2016, 19:19

An einem ungemütlichem Herbsttag, der sich nur durch den leichten Regen der zwar nicht viel dafür aber so fein war das garantiert auch das letzte Kleidungsstück nach einer halben Stunde durchtränkt war auszeichnete stand Adelchis bei den Hinrichtungsstätten vor der Stadt und hielt eine Predigt.
Diese war dem Wetter geschuldet nicht gerade gut besucht und viel der Gäste schienen auch eher dem Ende der Predigt entgegenzufiebern, trotzdem traute sich niemand zu gehen ehe der Priester geendet hatte.

Da Adelchis keine Lesung durchführen konnte rezitierte er stattdessen die Zehn Gebote:

Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.

Du sollst den Feiertag heiligen.

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Du sollst nicht töten.

Du sollst nicht ehebrechen.

Du sollst nicht stehlen.

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat
.

Dies sind die zehn Gebote unseres Herrn an die wir uns alle zu halten haben!
Leider wird dies jedoch mittlerweile immer häufiger vergessen.
Wollt ihr das unser Herr Jesus umsonst am Kreuz gestorben ist oder warum gibt es neuerdings immer mehr Kulte die den Geboten des Herrn spotten?
Ihr alle seid mit Schuld daran das Gott uns nicht hilft, da sich zu viele in dieser Stadt von ihm abgewandt haben.


Bei diesen Worten schien die Menge unruhig zu werden und missmutig, es schien gar als wollten einige den Schauplatz schon verlassen als der Priester jedoch fortfuhr.

Doch ist nicht alles verloren schließlich gibt es immer noch Gottesfürchtige Menschen wie euch.
Doch bedenkt das sollten solche Auswüchse nicht im Keim erstickt werden oder zumindest dann wenn man ihrer gewahr wird. Ja dann werden sie sich ausbreiten und uns versuchen zu ersticken. Keiner von uns will ein neues Sodom oder Gomorra. Natürlich ist es jetzt noch lange nicht so schlimm wie damals in den Städten, aber bedenket immer wehret den Anfängen.


Die Messebesucher schienen immer noch nicht glücklich zu sein, jedoch waren sie wieder ruhiger und stimmten mit in ein letztes Gebet ein eher sie sich schnell nach Hause flüchteten um ein warmes Feuer und eine warme Mahlzeit zu bekommen.
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Re: Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

Beitrag von Angelique » Mi 19. Okt 2016, 21:49

Was für ein Aufruhr bei den Hinrichtungsstätten! Das kleine Pilgermädchen in ihrer wetterfesten Kleidung fiel wie üblich überhaupt nicht auf, als es da im Regen stand und Pfützen im zertrampelten Matsch sich um die nackten Füßchen bildeten. Eigentlich hatte die irrsinnige kleine Vampirin ja nur von den erkaltenden Venen der träge im Wind baumelnden Leiber trinken wollen, die noch nicht zu aufgedunsen waren, aber ähnlich wie die vielen Aaskrähen, nach denen die Nonnen ihr ihren Spitznamen gegeben hatten, legte sie neugierig den Kopf schief und hörte dem Priester zu. Ein interessanter Mann. Er predigte unter freiem Himmel mitten in der Nacht auf ungeweihtem Boden. Ungeweihter als ein Galgenberg ging es ja gar nicht.

Angelique fragte sich, was ihn dazu bewog. Er wirkte belesen in der Schrift, aber ob er Pater, Kanoniker oder Laie war, ließ sich schwer sagen. Er trug zumindest keine Ordenstracht. Sonst hätte der Bischof wohl schon dafür gesorgt, dass er in der ablegendesten Klausur am Brennerpass den Hirtenhunden predigte.
War er aus ihrer Heimat? Dort konnte man solche Faux Pas begehen, Rom hatte dort keine Macht. Obwohl hier, wo der Kaiser herrschte, auch nicht. Sie wusste einfach zu wenig über Politik.

Sie musste kichern, als er auf Sodom und Gomorra zu sprechen kam. Wenn der wüsste!
Dann wurde sie ein bißchen traurig. Er schien keine Miles dabei zu haben. Wenn er so über Kulte wetterte, war es nur eine Frage der Zeit, bis er auf die Jagd-Nonnen stieß. Und wenn er auf die Nonnen stoßen würde, würde er sein Leben verlieren.

Ob er wohl berührt von Gott war? Oder heilig? In letzterem Fall würde ihn wohl Maximianus ermorden lassen. Es war wohl ihre Pflicht, dies näher zu untersuchen...

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Re: Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

Beitrag von Adelchis Diaconus » Do 20. Okt 2016, 17:41

Ehe sich die letzten Besucher der Predigt sich zurück zu ihren Häusern begeben konnte, dankte Adelchis ihnen noch für ihr erscheinen und bleiben bei diesem Wetter und wünschte ihnen das sie gut nach Hause kommen mögen.

Nachdem auch die letzten Besucher gingen machte er sich bereit ebenfalls zu gehen.
Es schien als wäre er sich zum Anfang nicht ganz schlüssig wohin er den wollte, er entschied sich jedoch langsam in Richtung der Stadt zu gehen. Die Nacht hatte schließlich gerade erst angefangen.

Den Weg in die Richtung der Tore legte er in einem ruhigen Gang zurück ganz so als hätte er alle Zeit die er haben wolle. Dabei schaute er sich hin und wieder um nicht so als würde er sich verfolgt fühlen eher als suche er jemanden könne diesen aber nicht finden.
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Re: Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

Beitrag von Angelique » Do 20. Okt 2016, 22:29

Angelique hatte mit ihrer Aurensicht exakt das gesehen, was ihr ihre Erwartung vorgaukelte: einen lebendigen Mann, der stark im Glauben war.

Also sah sie keine Gefahr, wenn sie den Gottesmann in eine harmlose Plauderei über Gott und die Welt verstricken würde. Nichtsahnend näherte sie sich dem Gespinst aus Lügen und Schatten, das da Magister hieß und nur darauf lauerte, sie erneut in ihren Bann zu schlagen.

"Guten Abend, Hochwürden", begrüßte sie den dunklen Diakon nicht ahnend, daß sie ein größeres und gefährlicheres Raubtier, als sie selbst es war, vor sich hatte.
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Re: Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

Beitrag von Adelchis Diaconus » Sa 22. Okt 2016, 10:00

Adelchis der sehr überraschend von einer Jungen Pilgerin angesprochen wurde, die er vorher anscheinend übersehen hatte, schien sich kurz auf einen Angriff vorzubereiten. Als er sich die Pilgerin jedoch genauer ansah entspannte er sich wieder etwas.

Guten Abend junge Dame.
Wie kann ich euch helfen?


Er nahm sich einen Moment Zeit um das Mädchen zu mustern, dabei schien es so als würde er sich an etwas erinnern.

Ich bin übrigens Adelchis Diaconus. Und ihr seit?
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Re: Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

Beitrag von Angelique » Sa 22. Okt 2016, 10:15

Das Mädchen wirkte irgendwie niedlich mit den Löckchen, die unter dem großen, vom Regen triefenden Schlapphut vorlugten und das blasse Gesicht umrahmte, in denen wache, leicht fiebrige Augen dominierten.
Ein bezauberndendes Lächeln erschien, als das Kind arglos antwortete: "Diakonus, Hochwürden? Ihr habt die zweite Weihestufe erst noch vor Euch? Und trotzdem vertraut Euch der Bischof die Homilia an? Uberdies haltet Ihr sie an verfluchtem Ort in der Sprache von uns Pöbel. Fürchtet Ihr denn nicht die ruhelosen Toten?"
Die kleine Pilgerin kniete sich demütig ins nasse Gras und antwortete auf die direkte Frage des dunklen Diakon: "Ich bin nur eine arme Sünderin auf dem Weg zur Weisheit und hoffe, Ihr leuchtet mir auf diesem Weg. Angelique werde ich genannt."
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Re: Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

Beitrag von Adelchis Diaconus » Di 25. Okt 2016, 11:33

Der Priester sah sich kurz um als er sicher war das niemand in direkter Hörweite war sagte er leise
Angelique die junge Pilgerin, nun ich habe schon von euch gehört.
Ihr solltet aufstehen, ich denke ihr solltet vor niemandem außer Gott knien

Adelchis musterte sie jetzt interessierter und schien dabei ehrlich zu lächeln.
Wenn ihr wollt sollten wir dieses Gespräch vielleicht an einen Ort verlegen der nicht so öffentlich ist.
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Re: Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

Beitrag von Angelique » Di 25. Okt 2016, 11:51

Angelique war in mehr als einer Hinsicht verwirrt. Er hatte von ihr gehört? War er der Blutvasall eines der Ihren? Oder verbreitete ein Schuft ihren Namen unter den Sterblichen, damit sie bekannt wurde und schon nach wenigen Jahren ein Bruch der Stille?

Und nicht knien zu sollen, war ein unerhörtes Ansinnen. Sowohl bei den Menschen als auch bei den Kainiten war sie von niederm Stand. Welcher seltsamen Auslegung der Etikette folgte der Fremde?

Aber als er vorschlug, dass sie sich zurückzogen, war sie erst recht zweigespalten. Ein Teil hoffte auf eine private Beichte und Absolution, ein anderer Teil war enttäuscht, fürchtete er doch, dass dies der Vorwand eines Sünders mit Geschmack auf die unreifen Äpfel in Evas Garten war.

Trotzdem lächelte sie, hielt sie den Mann doch immer noch für einen Sterblichen. Und hatte die mythische Sicht ihr nicht starken Glauben offenbart?

Sie hauchte schüchtern zurück: "Welchen Ort schlagt Ihr vor, Hochwürden?"
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Re: Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

Beitrag von Adelchis Diaconus » Do 27. Okt 2016, 10:32

Nun ich bin leider noch nicht so weit herum gekommen in dieser Stadt, deshalb kenne ich mich hier weniger aus. Kennt ihr vielleicht einen Ort der ruhiger ist oder gar eine alte Kirche oder Kapelle die niemand zu dieser Zeit mehr aufsuchen würde?

Adelchis schein einen Moment zu überlegen dann fügte er hinzu:

Außer ihr wollt in einer Schenke reden doch glaube ich das unser Gespräch dort etwas zu leicht gestört werden könnte.
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Re: Eine Predigt bei den zum Tode Veruteilten [Angelique]

Beitrag von Angelique » Do 27. Okt 2016, 10:50

War das letzte ein Verführungsversuch? Noch dazu ein so direkter? Das wollte sie nicht glauben. Sie schlug deshalb einen kleinen Wegschrein vor, der dem heiligen Judas geweiht war und nicht weit entfernt lag. Kein normaler Mensch wäre um diese Zeit dort, aber auch kein Kainit besudelte gewöhnlich diesen entlegenen Ort. Sie hoffte, sie würde nicht in Versuchung geraten, von diesem gläubigen Menschen trinken zu wollen.
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