Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

[Oktober '16]

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Gaius Marcellus
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Re: Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

Beitrag von Gaius Marcellus » Fr 4. Nov 2016, 12:46

Gaius nickte, die Traurigkeit der kleinen Begleitung ließ ihn etwas erschaudern "Nur, wenn der Moment sich nach dem Rechten anfühlt... nichts kann und soll erzwungen sein. Womöglich wird der Hof auch soviel Neues bringen, dass sich erst danach ein guter Zeitpunkt findet?"

Über ihre Ausformulierungen wunderte er sich nicht unersichtlich, eine Frau war Angelique doch nie geworden... ob jenes wohl zu brisant war? Doch wo Nähe entstehen sollte, musste Distanz überwunden werden "Verzeih, wenn die Frage zu persönlich ist, ich erwarte keine Antwort... doch... du erhieltest die Verwandlung zum 'Perfectus'?" versuchte er sich an ihrer Wortwahl "Bereits vor deiner Frauwerdung, vielmehr als Kind... hast du jene Entwicklung des Geistes auch ohne den des Körpers weitergeführt?" die Gedanken waren zögernd, die Worte noch mehr, aber der Wissensdurst zu den Vorgängen von Tod und Entwicklung war bei weitem überwältigend...
"Natürlich verstehe ich was du meinst betreff der erhabenen Damenschaft... doch siehst du für dich nicht eine Dritte Welt, sondern dich ganz dem schönen der Geschlechter zugehörig?" ein wenig Zweifel aber auch neuere Erhellung klang mit... Gaius Stimme wirkte offen, wirkte direkt, keine Formalität, keine Schliche.

Über ihre fragwürdige Predigt zu Heiden und Christen erhob der Salubri etwas die Braue, dann lächelte er sanft und murmelte halb Geistesabwesend einige neue Verse, Fränkisch wohl, auch wenn etwas seltsam daran klang...

"Frowe, enlât iuch niht verdriezen
miner rede, ob si gefüege sî.
möhte ichs wider iuch geniezen.
sô waer ich den besten gerne bî.
wizzet daz ir schoene sît:
hât ir, als ich mich verwaene,
güete bî der wolgetaene,
waz danne an iu einer êren lît!"

Dabei sank sein müder Blick gen des Steins und gen der Himmel, streifte seine zwei Begleiterinnen zuletzt und ruhte bei Seinfreda... womöglich ihr das Wort weiterzureichen? "Gerade in unserem... Volk..." womit er wohl die Kainskinder meinte "Ist Schönheit und Erhabenheit und Macht doch so oft eng beieinander.... nur die Moral" er seufzte lächelnd beim Gedanken an die erhabenen Prinzessinnen und Fürstinnen ihres Geschlechtes...
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

Er sprach mein Leben sei verwirkt,
ich sollt mich zu ihm legen,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut.

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Angelique
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Re: Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

Beitrag von Angelique » Fr 4. Nov 2016, 15:18

Angelique wünschte, Roger wäre jetzt hier, als die teutonischen Worte erklangen. Sie verstand viel zu wenig von dieser harten Sprache. Zuvor hatte Gaius sie schon schwer in Verlegenheit gebracht.
Schüchtern rang sie mit den Händen und schaute zu Boden. Die Wahrheit zu sagen, klang so profan.Wie sollte sie ihr Selbstbild in milde Worte kleiden?

"Ich...", begann sie zögerlich, "habe nie einen Verwandten... erkannt. Nicht einmal Alerio! Wir tranken einander das Blut in Heiliger Kommunion aus den Venen. Eine Nesiferitu hatte mir in ihrer profanen Art mal gesagt, der Kuß wäre dem Erkennen gleich! Infame Lüge, böse Nesiferitu! Der Kuß läßt einen den Himmel auf Erden erleben, ein reiner, heiliger Akt spiritueller Natur, kein animalische Sünde!" Fast um Bestätigung heischend sah sie auf.

"Ansonsten", sie errötete, verbrauchte Blut für diese Beiläufigkeit, "bin ich ewig Jungfrau, egal was geschieht. Ein Wunder und die Gnade des HErrn." Sie schaute befreit auf und lächelte selig. Ihre Zweifel, die sie in letzter Zeit plagten, ob GOtt sie noch liebte, waren fort.
Sie schien wirklich an ihre Reinheit zu glauben, so wie manche es taten, dass die Jungfrau Maria sogar auch nach Jesu Geburt jungfräulich geblieben war. Ein so gebildeter und scharfsinniger Geist und doch so naiv geblieben wie ein kleines Bauernmädchen.
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La Vedova
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Re: Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

Beitrag von La Vedova » So 27. Nov 2016, 17:46

Seinfreda blickte sie liebevoll und mitfühlend an. "Es ist wundervoll, jemanden zu finden, mit dem man diesen heiligen Akt vollziehen kann. Eine solche Verbindung ist sehr besonders... und es schmerzt mich sehr, dass du den Verlust dieser Person ertragen musst, meine Liebe.", bei ihren Worten hatte sie Gaius einen kurzen, jedoch intensiven Blick zugeworfen. "Angelique, keiner wird dir deinen Alerio ersetzen können, aber das bedeutet nicht, dass du alle Möglichkeit auf Verwandtschat verloren hast. Ich bin mir sicher, dass es für uns alle einen Plan gibt. Unsere Pfade haben sich gekreuzt, das ist kein Zufall gewesen. Nun ist es an uns, unser Potential auszuschöpfen..."

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Re: Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

Beitrag von Angelique » Sa 3. Dez 2016, 10:10

Angelique lächelte scheu. "Eure Worte sind überaus freundlich, Herrin. Aber was meint Ihr damit, unser Potential auszuschöpfen?"
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Gaius Marcellus
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Re: Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 3. Dez 2016, 13:30

"Was sie damit meint... liebe Angelique, ist... dass wir nicht glauben, dass alles seine zufälligen Gänge und Verzweigungen hat, sondern viele unserer Wege vorgezeichnet oder zumindest vorhergeahnt sind, dass vieles aus unseren Intuitionen geboren steht. Auch unsere Begegnung, dass der gute Miles Roger gerade mich fand, in seiner Not bei den Armen suchte, nicht bei den Reichen und Starken.
Dass die Gaben der Engel bei dir so gut wirkten wie einst am Leib des sterbenden Sohnes Seinfredas, Georg und ebenso einen neuen Mut erbrachten... war mir von Anfang an ein Zeichen." er lächelte mild und väterlich wie eh und je, etwas gequälter als sonst, als sei der werte Heiler ebenso leidend.

"Dir liegt diese Stadt am Herzen, zugleich leidest du an ihr, nicht wahr?
Auch mir und der werten Seinfreda liegt die Stadt am Herzen... und auch wenn sie uns noch weniger hat leiden lassen" er blickte kurz zu Seinfreda auf "So ist sie brennend Pflaster und die Sorgen warten nur..."

Er blickte erneut gequält gegen den Mond "Unseren Wunsch in dieser Stadt... was geplant ist... was errichtet werden soll. Ich habe es dir bereits geschildert, die Aufgabe... meine Träume... wenn sie nicht von dunklen Ahnungen durchzogen sind. Zeigen das Bild für die Stadt sehr genau.
Doch du?" er zögerte, blickte auf die Malkavianerin
"Auch du kommst darin vor..." meinte er sanftmütig
"doch was sind deine Träume von der Stadt, die eigenen, nicht die eingegebenen..."
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

Er sprach mein Leben sei verwirkt,
ich sollt mich zu ihm legen,
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Re: Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

Beitrag von Angelique » Sa 3. Dez 2016, 14:17

Da aber lächelte Angelique gequält. "Ich habe keine eigenen Träume mehr, seit ich in diese Stadt kam und vor dem Götzen stand. Ich suche nur noch nach Gerechten wie einst die beiden Engel, die nach Sodom kamen. Vielleicht gibt es hier ja am Ende vierzig, um deretwillen GOtt die Stadt verschonen wird. Vielleicht habe ich nicht mehr viel Zeit, nähert sich doch das Millenium."
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Re: Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 3. Dez 2016, 16:11

Gaius nickte grimmig
"Glaubst du, du hast derartige Menschen... und Kainskinder gefunden? Einen Weg diese Vorbereitung auf die Folgen des Milleniums zu stärken? Äußerlich... wie in den Kainskindern selbst?"

Er seufzte "Ich hoffe, das Reich Roms bleibt strahlend erhalten und die tönernen Füße brechen noch nicht auf uns herein... Dieses Bild verfolgt mich."
Dann blickte er wieder auf die zwei Frauen

"Aber nein... Potential... Seinfreda, Angelique, ihr beide seid hochgradig weise Frauen... bewunderswert einsichtig in die Dinge dieser Welt, jede af ihre Art und Weisen und mit eigener Stärke und Schwäche.
Und ich glaube gemeinsam können wir vieles in dieser Stadt erreichen... jeder von uns trägt seine Schwächen, ob in sich oder durch den Mangel an mancher guten Gabe. Aber so trägt auch ein jeder von uns seine Stärken und guten Besonderheiten. Und wenn wir diese zusammenwerfen... so glaube ich... können wir vieles Erreichen. Die wenigen verbliebenen der Gnadenvollen, der Milden, der Einsichtigen, der Weisen zu versammeln in dieser Stadt... das wäre ein Traum. Sie kennen zu lernen zuerst, das wohl auch... aber nicht nur als politisches Bündnis... viel mehr, als wahre Gruppe mit gemeinsamen Zielen und Aktivitäten." er lächelte verträumt, heute hatte seine Stimme weniger Strahlkraft als an vielen anderen Tagen... aber sie wirkte nah und warm und beruhigend auf einen jeden Geist. Sein Blick fiel auf Angelique, was sie wohl sagen würde? Seinfreda hatte es schon herausgestellt... keiner könnte ihr wahre Liebe ersetzen... aber womöglich könnte man sich gemeinsam zu Größe bringen.
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er stand auf allen Wegen,
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Re: Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

Beitrag von Angelique » Sa 3. Dez 2016, 17:54

[dice seed=32465 secure=fa8fe18a_0]4d10[/dice]

Angelique lächelte wieder traurig. "Ich wünschte wirklich, dies wäre zu bewerkstelligen.

Aber bis jetzt sehe ich nur ewige Streitigkeiten weit in den Nebel der Zeiten hinein. Keine Einigkeit, selbst wenn unermesslicher Reichtum zu Genua kommen wird und salzige Tränen verschnittener Knaben und für der Heiden Bettkammer bestimmter Mädchen zu purem Gold werden.

Krieg und Verrat aus Gier untereinander und mit der versinkenden Stadt und der Stadt, deren Laster selbst ihre Bauten beugt. Wenn Genuas Flagge über Triamats Strom und Malkavs Träne weht und selbst da, wo das Meer schwarz ist, selbst dann werden sie so einig sein wie die Kinder KAins am Tag des Gerichts
."

Düster waren die Worte und scheinbar sprach das Mädchen vom Weltengericht. Keiner ahnte, das sie einen viel näheren Prozeß weissagte, nicht einmal sie selbst.
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Re: Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mo 5. Dez 2016, 18:01

Der Salubri hob die Braue, eine Prophezeiung, hier und jetzt, oder was war dies für eine ungewöhnliche Stimme der Kleinen? Wohl kaum ein Blick in die Zukunft... oder doch... "Am Tag des Gerichts... du sprichst wie aus einem dunklen Albdruck entsprungen... werden wir am Tag des Gerichts nicht alle gemeinsam auf der gleichen Bank sitzen? Vereint nur in der Rolle...

Aber" er wischte die Bedenken in sich zur Seite "Was ich meine, Angelique, was wir meinen, Angelique, ist die Frage... die Frage ob du dir zutraust, erhoffst, und dir wünscht... erneut eng und nah zusammenzuwirken mit anderen Kainskindern, oder ob dein Vertrauen gänzlich zerstört und geschunden ist.
Ob du wünscht teil unseres Projektes zu werden - dieser Stadt, zumindest ihren Sethskindern - ein wenig mehr Glanz, Freude und damit weniger Dunkelheit, Verzweiflung und Sünde im Leben zu bringen... Weisheit und Friede zu verbreiten. Nicht als wandernde Prediger... sondern als Architekten. Nicht Architekten der Macht... unsere Partei wird wohl nie über andere Triumphieren... aber als Bilder von Brücken und Hoffnung.
Mir hast du diese Frage einst beantwortet... aber nun frage ich dich, euch, hier, unter diesem Mond, gemeinsam..." er blickte auch wieder zu Seinfreda "Ob wir dies gemeinsam versuchen wollen im nächsten Schritt... den nächsten Schritt gemeinsam zu gehen. Jeder mit seinen Stärken, gemeinsam zu höhem, jeder mit seinen Schwächen, die gemeinsam ausgleichbar sein könnten... ein paar konkrete gemeinsame Ideen, Ziele und Wege...

Aber nur" er blickte wieder auf den Mond, ließ viel Raum zwischen seinen warmen Worten "Nur wenn du danach strebst und es deiner Seele ein gutes wäre... wenn es dir Last und zu viel der Verantwortung oder zu viel des neuen Vertrauens wäre... dann bist du auch ohne diesen Schritt meiner Freundschaft sicher..." er lächelte brüderlich, blickte zu Seinfreda "Und eurer gemeinsamen Gelüste nach Weisheit sicherlich ebenso." da wurde es eher verschminzt.
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Re: Vater, Mutter, Kind [Gaius, Seinfreda, Angelique]

Beitrag von Angelique » Mo 5. Dez 2016, 20:54

Angeliques Blick klarte wieder auf, als sie seiner Rede zuhörte. Sie umklammterte ihre Knie und lauschte aufmerksam. "Sicher will ich Euch bei so einem großen Anliegen helfen. Nur durch gutes Beispiel, das wir vorleben, können wir hoffen, dass die anderen auf ihrer Abwärtsspirale unsere rettenden Hände ergreifen, bevor ihr geliebter Abgrund sie verschluckt. Für jeden Menschen, den sie verderben, müssen wir zwei erretten.

Und, ach, Weisheit. Ich weiß nichts und die Jahrhunderte Alten haben nichts gelernt und sind so eitel und dumm wie in ihrer ersten Nacht, wenn nicht dümmer."
"I'm a mighty thesaurus! Rawr!"

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