Aus Eins mach' Zehn [La Vedova]

[Oktober '16]

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Caterina
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Re: Aus Eins mach' Zehn [La Vedova]

Beitrag von Caterina » Fr 4. Nov 2016, 22:09

Auch die Toreador war in angenehme Stimmung verfallen. Seinfredas Worte bildeten sich zu Bildern und diese wiederum wurden in Caterinas Geist lebendig.
Die Frau ohne Schuld aber dennoch bestraft, so viele Parallelen zur heutigen Welt.
So schwieg auch die Mailänderin für einige Zeit und eine angenehme Stille, der Phantasie entstand.

Schließlich fuhr die Witwe fort und Caterina musste lächeln: „Ich sah mich noch keine Sekunde meines Unlebens verflucht.“
„Doch leider“, begann die Dunkelhaarige zu antworten.
Kurz kamen die ersten Begegnungen mit dem Tier und die Lehren der Nonnen hoch. Zum ersten Mal verstand Caterina, was mit Gleichgewicht gemeint war

Dann wurde der Satz zu Ende gebracht: „Das Gleichgewicht ist so schwer zu erreichen.“
Sünder strebten auch nie etwas derartiges an. Diese Flausen hatten die Erlebnisse in Genua mit sich gebracht.
Da seufzte Caterina: „Vielen ist das Gleichgewicht auch ein Gräuel oder etwas Utopisches. Genau wie die Schlange.“

Doch als La Vedova wieder weitersprach, als die Rothaarige wieder diese wunderbaren Bilder zauberte, genoss die Toreador ihr persönliches Schauspiel und schwieg.
Erst das Kratzen von Nägeln auf Stein holte Caterina zurück in die Realität.
Der letzte Satz zauberte ein schelmisches Grinsen auf die vollen Lippen.

Da wandte sich der rosige dem unnatürlich bleichen Kopf zu, die dunklen musterten die hellen Augen und die Blicke verharrten kurz ineinander.
Seinfreda schien es ernst zu meinen, was Caterina wieder zum Kichern brachte: „Das ist ein Angebot, das ich nicht ausschlagen kann, verehrte Dame vom Blut des Todes.“

„Allein eure Erzählungen sind schon mein heutiger Segen der Nacht. Wie könnte ich mich einer weiteren Sternstunde entziehen?“, entzückt strahlte Caterina die Kappadozianer an.
Die Witwe war so anders als ihr Clansbruder Benedetto. Aber der war ja auch nicht im Bunde mit einem Salubri und teilte schon gar nicht die Glaubenssätze seiner Schwester im Blute.

„So anders als Benedetto“, leise kamen die Worte hervor. Sie sollten eigentlich in Gedanken bleiben, doch schafften den Weg über die Lippen in die Ohren der beiden Damen.
Da war es auch schon zu spät und ein entschuldigendes Lächeln sollte die eventuell aufwogenden Wellen glätten: „Entschuldigt, ich kam nur leider nicht umher euch mit eurem Clansbruder zu vergleichen“

„Doch reicht er euch nicht annähernd das Wasser“, wurde mit einem Augenzwinkern hinzugefügt.
Das Grinsen wurde breiter: „Und hat keinen so treuen Salubri an seiner Seite“
„Sagt, wie findet sich so eine Verbindung? Besitzt er die Demut, welche Adam fehlte?“
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La Vedova
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Re: Aus Eins mach' Zehn [La Vedova]

Beitrag von La Vedova » So 27. Nov 2016, 18:43

„Was glaubt Ihr, weshalb haben sie Angst vor dem Gleichgewicht?“, fragte die Nordfrau leise. Nicht so, als wisse sie schon die richtige Antwort, sondern eher als wolle sie tatsächlich Caterinas Meinung dazu hören. „Wegen der Unerreichbarkeit?“


Die Rothaarige schnaubte amüsiert auf, als Caterina die Vergleiche zog.
„Wie anmaßend von Euch, die beiden zu vergleichen!“, meinte sie mahnend, jedoch nicht ohne ein Funkeln in den Augen.
„Gaius und ich verbindet etwas sehr Besonderes. Er hat mir ein großes Geschenk gemacht, half mir als es kein anderer vermochte. Demut? Wohl eher….Einsicht ist es, die ich an ihm schätze.“, sie schmunzelte wieder, hatte Caterinas vorwitzige Worte wohl nicht übel genommen. „Gaius ist ein Mann mit Prinzipien und Mitgefühl. Das ist es, was ihn von anderen unterscheidet: Er fühlt sich uns nicht überlegen…“


„Was Benedetto betrifft, so habe ich mir noch kein Urteil gebildet…und das ist vielleicht besser so. Er ist wie Ihr ganz recht sagt, mein Clansbruder, mein Primogen, und sicherlich von großer Weisheit….Und ein Künstler“, fügte sie vielsagend hinzu „Was ist geschehen, was Euer Bild von ihm beeinflusst?“

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Caterina
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Re: Aus Eins mach' Zehn [La Vedova]

Beitrag von Caterina » Mo 28. Nov 2016, 19:45

Das Schulterzucken passte nicht zur nachdenkenden Miene der Mailänderin: „Angst geschürt durch die Kirche. Dieses Gehetze gegen alles Mögliche, es wird noch zu viel Übel führen.“

Bei der Erwähnung des Salubris lächelte die Dunkelhaarige wieder. Mit schelmischen Grinsen bekundete sie ihr Interesse: „Ich freue mich darauf, diesen edlen Ritter auch einmal kennen zu lernen.“
Kurz kamen die Erinnerungen an seine mitreißende Rede hoch. Sie stahlen der Frau zuerst ein breites Grinsen, danach aber kurz ärgerliches Augenfunkeln ins Gesicht.

Schließlich kam die Sprache auf Benedetto. Er sollte ein Künstler sein? So sah der Ancilla wahrlich nicht aus.
Überrascht hob sich eine dunkle Augenbraue: „Welche Kunst schafft euer Clansbruder denn? Fasst er seine Weisheit lieber in Bilder als in Worte oder kann er mit der Sprache so famos umgehen, dass es an Kunst erinnert?“
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Re: Aus Eins mach' Zehn [La Vedova]

Beitrag von La Vedova » Mi 28. Dez 2016, 14:11

Die Witwe wirkte etwas abwesend, sie nickte jedoch „Ja…sowohl als auch, wie mir scheint. Er ist ein Meister vieler Küste…“

So ganz beantwortete sie Caterinas Frage damit wohl nicht. Langsam stand sie auf, sah sich noch einmal in dem wunderschönen Garten um.

„Caterina, ich freue mich so sehr, hier endlich eine Schwester im Geiste gefunden zu haben. Ich hoffe, dass all die Geschehnisse der Stadt nicht dazu führen, dass unser zartes Band reißt. Wir sollten uns wiedersehen…und vielleicht darf ich dann ja auch einen Blick auf Eure Kunst werfen.“
Mit diesem Worten sank sie in einen Knicks, griff dann nach ihrem Körbchen und der kleinen Sichel und schlenderte summend an den Lavendelbeeten vorbei in Richtung Ausgang, Bevor sie die Mauern erreichte warf sie nochmal lächelnd einen Blick über die Schulter zurück.

Ihre Stirn zog sorgenvolle Falten, als sie den Falten verließ…was hatte Gaius getan, dass Caterina schlecht auf ihn zu sprechen war? Es gab wohl einige Wogen zu glätten…

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Caterina
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Re: Aus Eins mach' Zehn [La Vedova]

Beitrag von Caterina » Mi 28. Dez 2016, 15:06

Zusammenfassung:

Caterina trifft auf Seinfreda außerhalb der Stadtmauern. Die beiden finden heraus, dass sie wohl einen ähnlichen Kräutergeschmack haben und ähnliche, geistige Ansichten haben.
Doch als die Sprache auf Gaius und Benedetto kommt, trennen sich die Wege plötzlich.
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