[Fluff] Was bleibt

Fluff und Briefe

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Toma Ianos Navodeanu
Tzimisce
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[Fluff] Was bleibt

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 17. Dez 2017, 22:50

Mit einem ekelerregenden Geräusch riss Haut...rissen Muskeln und Sehnen.
Sie hörten es und wollten es lieber nicht.
Irgendetwas knackte...schmatzen und klatschen von weichen feuchten Dingen...
Die beiden Männer schüttelten sich und wünschten sich es nicht hören zu müssen. Doch sie mussten aufmerksam sein. Er würde es nicht gut heißen, wenn sie sich die Ohren zu hielten und ihnen etwas entging.
Immerhin sehen mussten sie es nicht, hatten sie sich doch schon beim ersten Aufreißen einfach umgedreht und so getan, als würden sie die Tür und Fenster im Auge behalten.
Sie hatten sich schon einiges ansehen müssen, auch am eigenen Leib erleben, das nun mussten sie nicht sehen um zu wissen, wie furchtbar es war.

Die spitzen Nägel des Tzimisce bohrten sich in das mittlerweile kalte Fleisch, das bereits jeglichen Blutes beraubt wurde und teilten es wie ein Fleischer ein Schwein. Legten die weißen Knochen frei und lösten diese aus dem weichen feuchtem Gewebe.
Nach und nach. Von den Füßen, über die Beine, die Hüften, die Rippen, die Wirbelsäule, der Schädel. Mit brachialer Gewalt riss er das Skelett Teil für Teil, aus seiner schützenden Hülle. Fetzte die Haut davon herunter, geradezu unsauber. In keinster weise besonnen und geschickt, wie er es sonst tat. Als wäre es nur Abfall.
Wahrlich als wäre es kein Mensch, nie ein lebendes Wesen gewesen, das mal geatmet und sich bewegt hatte. Keine Würde...nicht einmal Respekt für den Körper, für das Material schien er diesmal zu zeigen.

Sie hatten so viel Chaos verursacht. So viel unnötige Scherereien. Wegen Ihnen oder mehr ihren Herren war sie vernichtet, wegen ihnen hatte man ihn bedroht, wegen ihnen war er in seinem eigenen Heim nicht mehr sicher gewesen, hatte sich gejagt gefühlt. Wie Beute!
Wegen ihnen war er bei ihm aufgetaucht. Hatte ihn behandelt wie einen elenden Menschen oder Ghul. Immerhin war es ein interessantes Angebot gewesen, doch der Preis...
Wegen ihnen musste er kämpfen und wegen ihnen wurde er verwundet. Musste Angst und Schwäche erfahren...Hilflosigkeit und auf die Hilfe und Gnade eines anderen vertrauen...
Er hätte sich vor Abscheu übergeben, wenn er könnte.

Aller Zorn, den diese Nächte in ihm ausgelöst hatten, ließ er nun an den Körpern der Menschen aus, die den Fehler begangen hatten ihm im Weg zu stehen.
Er zerriss sie erneut. Mehr als vorher. Er trennte alles Fleisch, alles Weiche vom Harten. Er nahm sie völlig aus und ließ nur eine leere Hülle aus Haut zurück mit einem stinkenden Haufen aus Gedärmen, Adern und Muskeln.
Daneben die unzähligen Knochen, benetzt noch von totem Gewebe.

Nur das würde bleiben, das und alle Veränderung, die sie gebracht hatten. Das würde er nutzen, würde es verändern und aus diesen Menschen noch etwas schaffen, was bleiben würde...was erinnern würde, dass er in dieser einen Nacht zumindest obsiegt hatte.
Dass er etwas gewonnen hatte.
Auch wenn er zeitgleich verlor.
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