Träume vom Tod [Gaius]

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Gaius Marcellus
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Träume vom Tod [Gaius]

Beitrag von Gaius Marcellus » So 5. Nov 2017, 22:15

Der Mund riss auf - die Mundwinkel zersprangen - schmerz schälte die Lieder von den Augen - der Unterkiefer klappte auf, klappte ab, löste sich - der Schrei hallte, schallte, zermarlmte - der Schrei wich, löste sich.

Arikels Haut löste sich in Fetzen auf, schälte sich vom Gesicht, das Fleisch zerschmolz, der Knochen lag frei - zerbarst - löste sich in schmelzende Flammen auf und fuhr zur Hölle.

Alles Feuer verschwand, alle Gerüche, alle Seele aus dem alten Gefährten - Seine Brüder standen um den Haufen der Asche, zwölf waren es nun, allesamt waren sie erwachsen geworden, doch hatten ihr jugendliches Erscheinen nie abgelegt. Allesamt trugen sie nun schwere wertvolle Brünne, große Klingen und kalten Willen in den Augen. Allesamt hatten sie Weib und Kind entsagt, sich Gott geweiht... nein... sie hatten sich dem Paladin geweiht, verschrieben. Sie erhoben ihre Klingen über dem Haufen Asche.

Alles Feuer verschwand aus ihnen, aller lebender Geruch, alles köstliche Blut und alles machtvolle Vitae, alle Seele aus den alten Gefährten. Einer nach dem Anderen kippten sie auf die Knie, der Erste griff sich an das Herz - da steckten Bolzen in seiner Brust, ein, zwei, drei, vier - und er war tot. Der Zweite griff sich an den Hals - er drückte, rang um Atem, die Augen quollen über - und er verging. Der Dritte hob dem Arm wie im Block, doch zerbrachen alle Knochen als sei er von Großem erschlagen worden - und er war vernichtet. Der Vierte griff sich auf den Bauch, ein Speer steckte zum Anschlag darin, er umklammerte ihn, schob ihn gänzlich durch seinen Leib - und ließ alles Leben fahren. Der Fünfte verschränkte die Arme hinter dem Rücken, plötzlich ging ein Ruck durch ihn und sein Hals streckte sich - der Nächste Moment brach ihm sein Genick.
So ging es reihum... alle Zwölf hauchten ihr Leben aus. Alle Zwölf starben im Kampf. Alle Zwölf hatten einen Satz in Ohr "Männer, seid guten Mutes, vertraut mir! Folgt mir..." Gaius stimme klang stark, klang herrisch, klang herrlich. Zwölf mal erklang sie und ein jedes Mal starb einer seiner Jünger. Zwölf Mal erklang die Stimme aus dem Aschehaufen...

Ewige Schwärze breitete sich aus, die Zwölf erhoben sich als Schemen, Schwarz in Schwarz waren sie der Funken dunkles Grau, rauhnen und murmel durchdrang das Nichts "Herr... wo seid ihr... wo bin ich... wo soll ich hin?" Hilflos wie in der ewigen hölle erklang das Raunen der Geweihten...

Aufschrecken, Aufwachen, sich den Schweiß vom Gesicht waschen! Maria Hilf! Weiche Nachtmahr! Hilfe!
- Doch kein Schlaf und kein Alptraum und kein Erwachen -
Hilfe!
Hilfe!
"Vertraut mir..."
"Folgt mir..."
Hilfe!
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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