Exekution[Fluff]

Fluff und Briefe

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Ajax
Brujah
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Exekution[Fluff]

Beitrag von Ajax » Di 5. Sep 2017, 14:42

Irgendwo unterhalb des Kastells

Seit einiger Zeit kämpfte er sich durch die stinkenden Abwässer und Schächte des neugebauten Kanals. Das war also aus ihm geworden... ein Attentäter der keine Ehre mehr besaß und die Kloaken Genuas waren seine Straße. Er spuckte aus. Gewissensbisse konnte er sich jetzt nicht erlauben. Und so schärfte er seine Sinne wieder. Bald müsst er da sein. Bald konnte er aus diesem Drecksloch heraus und sein eigentliches handwerk beginnen.

Einige Zeit später

Er hatte den Brunnenschacht erreicht. Knietief stand er im Wasser. Er hatte nur einen Speer dabei. Jede weitere Rüstung hätte die Unternehmung gefährdet und noch offensichtlicher auf ihn aufmerksam gemacht. Er konnte sich nicht wie die Lasombra auf die Hilfe der Schatten verlassen. Er alleine war die Waffe und sie würde ihr Ziel treffen, das war es was er sich immer und immer wieder gesagt hatte. Stück für Stück arbeitete er sich nach oben. Seine Fingernägel brachen sich mit übermenschlicher Kraft Löcher in den Stein, wo sonst kein Halt zu finden gewesen wäre. Seine Sinne waren bis zum äußersten geschärft. Er wollte nicht das ihn unagenehme Überraschungen dort oben erwarteten. Oben angekommen fand er sich in einem unübersichtlichen Hof wieder. Es war ruhig....zu ruhig. Es schien so gut wie niemand hier zu sein. Keine Menschenseele lief durch die Gassen, aber damit hatte er aufgrund der Beschreibungen gerechnet. Doch etwas war anders, er hörte das Lechzen von Hunden...vielen Hunden. Woher zum Teufel war diese Schaar aus dreckigen Kreaturen hergekommen. Das war nicht Teil des Plans gewesen. Sie würden ihn riechen und hören können. Kurz flammte Zorn in ihm auf.

Doch er nutzte einen Moment um für Klarheit in seinem Kopf zu sorgen. Es war ein Hinderniß, doch keins das ihn davon abhalten würde sein Ziel zu erreichen. Er war die Waffe, und die Waffe würde ihr Ziel nicht verfehlen. Er nutzte den Moment als die Hunde gerade etwas weiter vom Brunnenschacht entfernt standen, blickte sich um und fand das was er gesucht hatte. Ein Haus welches durch die Schatten von den Wachtürmen nicht einzusehen war. Mit schnellen Schritten legte er die Strecke zurück und kletterte an der Hauswand aufs Dach empor. Kurz war einer der Hunde auf ihn aufmerksam geworden, doch als dieser seiner Fährte nachgegangen war, befand er sich schon auf dem Dach und presste sich an die Mauer, hätte er noch einen Herzschlag gehabt, er hätte gerast. Mit leisen Schritten schlich er an den Rand. Und sprang zum Nächsten Haus. Er wusste wo er hinmusste. Der Eingang war nicht mehr weit entfernt. Immer noch versuchten diese Köter die Fährte zu verfolgen die sie aufgenommen hatten. Doch er bot ihnen kein Ziel. Die Mauern waren bewacht von Männer der Bischofsgarde und Etruskischen Männern. Die momentan so still daliegende Feste würde in dem Moment in dem er zum ersten Streich ansetzte sich augenblicklich in einen Hexenkessel verwandeln. Mittlerweile hatte er sich den Weg bis zu einem Hausdach gebahnt, welches das Nächste zum Eingang ins Kastell war, das der Hauptmann der Beschreibung nach nutzen würde. Er wartete, und hoffte ... was wenn er heute Nacht andere Aufgaben zu erledigen hatte... was wenn er vorgewarnt war. Anhand der Hunde zu urteilen, war er das bereits und auch die Männer auf den Mauern waren instruiert. Egal, es war alles egal, er war die Waffe und die Waffe würde ihr Ziel nicht verfehlen. Er nutzte die Momente die ihm blieben um einen nahegeliegene Treppe auszumachen, die ihm den kürzesten Weg auf die Mauer bot. Auf keinen Fall durfte er ihren Eingang in das Kastell verraten.

Seine Sorgen lösten sich in dem Moment in dem er den Hauptmann der Garde aus dem Tor laufen sah in Luft aus, und er sog mehr aus Gewohnheit denn Notwendigkeit scharf die Luft ein, ehe er sich vom Hausdach hinunterstürzte und mit wenigen Schritten die Entfernung zwischen ihm und dem Ziel zurückgelegt hatte. Er bewegte sich so übermenschlich schnell, dass kaum Zeit für Reaktionen blieb. Lediglich die Hunde wurden seiner gewahr. Ein einziger Stoß des Speeres beendete das Leben des ärmlichen Menschen vor ihm. Kurze Bruchteile von Sekunden nutzte er um mit seinen Händen eine weiteres mal seinen Brustkorb zu penetrieren und das Herz herauszureißen. Wieder kam ein Gefühl in ihm auf, das er seit der Schlacht vermisst hatte. Die Lust, das Tier....

Doch dies war nicht der Zeitpunkt um ihm nachzugeben. Denn sobald das Gefühl vereebbt war, hörte er auch schon das Hundegebell und die ersten Rufe auf der Mauer. Die Hölle würde in den nächsten Sekunden über ihm hereinbrechen. Ein weiteres mal rief er die Kräfte seines Blutes herbei. Und bewegte sich in kaum nachzuvollziehendem Tempo auf die Treppe zu. Er rannte als seinen die Reiter der Apokalypse selbst hinter ihm her. Denn er war sich bewusst das die rache Maximinianus diesen in nichts nachstehen würde. Hinter ihm prasselten die ersten Brandpfeile auf die Steinmauer und Fackeln wurden geschwenkt. Sein Tier zuckte für einen Wimpernschlag zurück, doch er zwang es mit eisernem Willen dazu seinen natürlichen Erhaltungstrieb auszuschalten. In Windeseile rannte er die letzten Stufen der Treppe empor und stürzte sich in die Tiefe die hinter der Kastellmauer auf ihn wartete....

Die Zeit schien stillzustehen.... er fiel. Und kam mit einer abartigen Wucht am Boden auf. Sofort blickte er sich um, orientierte sich und rannte weiter. Kein einziger Kratzer, geschweige denn gebrochene Knochen waren an ihm zu sehen. Das war es was es hieß ein Kainit zu sein. Diese sterblichen Kreaturen hatten ihm nichts entgegenzusetzen...er lächelte. Doch er hatte keine zeit für Triumph. Denn hinter ihm prasselten schon weitere Brandpfeile ein, einige schaffte er es durch eine nochmalige Erhöhung des Tempos zu entkommen. Er schwand sich über Steine und rutschte Böschungen hinunter. Als ihn gleich zwei Pfeile ins linke Bein und die rechte Seite trafen. Ein gleißender Schmerz durchzog ihn. Doch die Geschwindigkeit sorgte dafür das seine Kleidung nicht in Brand geriet und so waren es schmerzhafte aber keine tödlichen Verletzungen die ihn behinderten. Am Rande des Abhangs angekommen der das Bischofskastell umrundete, sah er sich weiteren Truppen entgegen. Es gab zwei Richtungen die er wählen konnte. Einmal die Straße weiter ins Patrizierviertel Mascharana, die andere in Richtung Ravecca. Aus beiden Richtungen kamen sie mit Fackeln und Speeren. Hektisch blickte er sich um. Es gab nur eine Möglichkeit. Ein beherzerter, wenn auch nicht mehr sicher ausgeführter Sprung auf die Mauer einer der Villen und ein kurzer Sprint lies ihn die Wachen umrunden. Einige versuchten noch ihn mit dem Speer auf der langen Hand zu erreichen und einer traf, doch das Metall konnte seiner Haut nichts anhaben und so sprang er hinter ihnen von der Mauer herunter und lief....lief....lief ....so schnell er konnte. Erst im stinkenden Moloch von Raveccas Gassen fühlte er sich irgendwann sicher. Dann lachte er ein schallendes Gelächter während seine linke Hand in die Tasche seines Umhangs fuhr und zaghaft aber dann doch kräftiger das ausgeblutete Herz befühlte.

Einige Leute auf der Straße schauten ihn misstrauisch an...doch man war hier komische Sache gewohnt...und sie ließen ihn, sollte er doch. Er war wahrscheinlich ein Wahnsinniger.

Oh wie Recht sie doch hatten....

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Brimir
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Re: Exekution[Fluff]

Beitrag von Brimir » Mi 6. Sep 2017, 14:47

Alles, was er getan hatte, war, dass er Blut getrunken hatte. Niemals hatte der Benediktiner etwas wirklich Schlimmes getan. Stets war er bemüht gewesen, die ihm aufgetragenen Dinge zur Zufriedenheit seines Herren auszuführen. Botengänge, Niederschriften waren sein Tages- und Nachtwerk gewesen. Und heute Nacht hatte er sich eine kurze Pause, um aus zu treten, sicherlich verdient. Immerhin war er noch ein Mensch und hatte Bedürfnisse. Wie auch, konnte der Priester ahnen, dass er beobachtet wurde? Die Mauern des Kastells versprachen Sicherheit und so wurde er auch nicht begleitet von irgendwelchen Wachen; schon gar nicht zum Abort.

Der Benediktiner bemerkte nicht, wie der Rabe in seiner Nähe lautlos zu Boden glitt. Genauso lautlos näherte sich der Mann in der Dunkelheit seinem Opfer. Alles, was der Benediktiner noch merkte, war wie die Pisse seinen Körper verließ. Dann legte sich eine grobe Hand auf seinen Mund und eine weitere in den Nacken. Ein lautes Knacken beendete das Leben des Priesters, der Nichts falsch gemacht hatte außer das falsche Blut zu trinken.

Brimir hob den Benediktiner, dessen Schreie in seiner Hand verstummt waren auf die Schultern. Sorgsam blickte er sich um und rannte dann einige Meter zu dem Loch, in das die gesamte Scheiße, die die Bewohner des Kastells hinterließen in die Abwasserwege floss. Ein beherzter Sprung hinab, sorgte dafür, dass niemand mehr ihn beobachten konnte.

Ein Pflock – kein besonderer – im Herzen des Priesters würde klar machen, dass es ein Kainit war, der ihn angegriffen hatte. Krachend drang das Holz in den bereits toten Körper ein. Die rot leuchteten Augen suchten dann etwas hier unten. Eingestürzte Mauern und die Rinne, die die menschlichen Ausscheidungen aus dem Kastell brachte.
Brimir watete mit der Leiche durch Urin und Kot, bis er an die Stelle in der Mauer kam, wo alles abfloss. Er war froh, dass er nicht atmen musste. Seine Sinne hätten ganz sicher verrückt gespielt. Doch es gab noch etwas zu tun, damit man die Leiche auch fand. Sorgsam stopfte der Gangrel den toten Körper in die Öffnung, doch schaffte er es nicht den Durchgang wirklich dicht zu machen. Gereizt davon riss er dem Benediktiner einfach die Arme aus und füllte mit ihnen den Abfluss komplett aus.

Endlich begann die Flüssigkeit sich zu sammeln. Die Demütigung, die der Herr des Toten durch das Finden der Leiche erleben würde, konnte sich Brimir durchaus ausmalen. Der Nordmann wartete noch und beobachtete, wie sich das kostbare Blut, dem auch Vitae beiwohnte, mit der Scheiße des Kastells vermengte. Erst nach einer ganzen Weile dann erhob sich ein schwarzer Rabe in der Nacht; der Todesbote von Genua.
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
Grettirs Saga

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