Mit Schlangen fängt man Äpfel [Martinsorden, Angelique]

Fluff und Briefe

Moderatoren: Toma Ianos Navodeanu, Acacia

Benutzeravatar
Gaius Marcellus
Salubri
Beiträge: 1569
Registriert: Mo 29. Aug 2016, 23:46

Mit Schlangen fängt man Äpfel [Martinsorden, Angelique]

Beitrag von Gaius Marcellus » Di 22. Aug 2017, 17:16

Gaius hatte den Zorn seiner kindlichen Vertrauten mehr als erkannt, er konnte ihn spüren, er brodelte genau so in ihm...
"Ich fühle deinen Zorn, Marie. Die Kreaturen der Hölle in der Hand des Drachen; der Vernichtungsangriff auf Kreuzdorf und meine verzweifelten Versuche so viele wie möglich zu retten, gegen all den Blutdurst des wahnsinnigen Ankillas; diese grausame Intrige gegen unsere Domäne, ob vom Seneschall ausgehend oder gegen ihn, mit Feinden und Verrat überall und wir hilflos im Netz in ihrer Mitte... Auch ich komme mir oft vor wie ein Spielstein, der seine Züge nicht selbst bestimmen darf... kann. Jetzt sind wir in diesem Schlamazzel, da kommen wir auch nicht mal eben heraus, aber wir können zumindest versuchen zu verhindern, dass die anderen uns auf der Nase herumtanzen und uns noch abhängiger bekommen, womöglich können wir stark genug sein ihnen später einmal Grenzen aufzuzeigen. Marie, jetzt wo Melissa ihre Pflichten dir gegenüber wahrlich in jeder Form vernachlässig hat und ihr auch nicht mehr nachgehen kann.... Marie, werde teil unseres Bundes, er ist der Familie nah wie wenig, Titus Worte sind Rar und seine Blutsdiener ebenso. Marie, du musst nicht im Gewand neben mir stehen, aber lass uns unsere Bestrebungen endlich familiär verbinden und uns selbst eng helfen, auf dass eines Nachts keiner uns mehr einfach ignoriert. Dass wir der Weisheit des Friedens gemeinsam einen Schritt näher kommen könnnen, dem Kirchenfrieden, der Gerechtigkeit im Tun und Handeln. Marie, ich habe oft für dich gebetet, ich bin kein Priester und kein hochtheologischer Mann wie Seinfreda oder du gebildete Damen seid, aber ich will Weisheit, Streben und vor allem... Hoffnung... mit dir Teilen. Als Teil einer neuen Bewegung."

Angelique nickte schlicht zur Antwort, blieb stumm, beugte aber das Haupt wie eine gute Tochter. "Marie freut sich, für den Frieden zu arbeiten... Angelique sucht weiter die Weisheit,... Lilin straft weiter die Sünder..." War als ganz leises Murmeln zu hören.

Gaius lächelte. "Es ist Zeit... Marie, Angelique und... Lilin..." Er blickte verwirrt, aber auch ein wenig verzückt schmunzelnd. "Erzähl mir von Lilin..." Streichelte er das Haupthaar des braven Töchterleins, als wäre sie nach Hause gekommen...

Keck legte das Mädchen den Kopf schief, pustete ein Löckchen aus dem Gesicht und lächelte ganz und gar unkindlich."Willst du das wirklich?", hauchte es gar verrucht.
Gaius hob die Braue und lächelte väterlich. "Dich besser kennen lernen? Immer."

"Lass das, er ist ein väterlicher Freund", scholt Angelique sich selbst. Aber das dritte Auge "hörte" die Worte im Blau des Himmels und die davor im Rot des Höllenfeuers

Gaius war mittlerweile merklich verwirrt, aber auch von Neugier gezeichnet. Dem Körper hatte er früher alle Aufmerksamkeit geschenkt, mittlerweile war es auch der Geist der interessierte.

"Hör nicht auf, Lilin", meinte Angelique liebenswürdig und brav, "sie ist´s, wenn man mich mit Luxuria diffamiert."

Gaius sah noch irritierter zu ihr hinaus. So war das also entstanden. "In welcher Form? Einmal hast du das Gesicht der Caterina angenommen um Männer zu locken.. in dieser Art? Angelique... ich würde deine... SChwestern? Gerne kennen lernen." Gaius lächelte, er war noch etwas wärmer geworden, seit Angelique nun auch Teil dieser Familia war... auch wenn die Aura aus Eis nie weniger wure.

"Lilin ist mein dämonisches Selbst. Der Teufel, der fiel und aus dem Abgrund wieder hervorkroch. Das Kind der Lillith, das ihren Schattengarten verließ, um den Sterblichen nahe zu sein. Das was ich wurde, als ich GOtt entsagte, das was noch da ist, als ich wieder auf der Jakobsleiter emporzuklettern begann. Ein Teil von mir, den ich nicht länger leugne. Der Todesengel, der fehl ging."(bearbeitet)

Gaius war nun wahrlich erstaunt... wie reflektiert die Malkavianerin mit ihrem Wahnsinn umging...und was sie da sagte... "Lilith? Der Schattengarten.. du hast Gott entsagt, wie meinst du das? Durch deine Verwandlung zur... Perfecti?" Das Wort war ihm immer noch Fremd. "Und nun ist Angelique wieder auf der Suche nach Gott?"

"Nein, nein, wir ALLE haben GOtt entsagt, am Anbeginn und folgten dem Irrtum des Lichtbringers... und fielen mit ihm. Und nun sind wir gefangen im Morast der Welt, die wir Unvollkommenen für den Demiurgen schufen. Wir werden wieder- und wiedergeboren, als Tiere, als Menschen, immer wieder, bis wir Perfecti werden und einen Teil unserer Engelskräfte wiedererlangen. Dann können wir ganz theoretisch, denn ich weiß von keinem, dem dies gelang, wieder zu Engel des Herrn werden."

Gaius nickte "und du meinst, womöglich nach der vernichtung, werden wir wieder zu engeln? zumindest wäre das das ziel?"
Ein seltsame Idee... andererseits... gab es solche Legenden nicht auch in seinem clan,e irgendwas von Engelsnamen und derartiges..


"Nein", meinte sie schlicht. "Nach der Vernichtung geht es von vorne los. Ich kenne die Antwort nicht. Und Vernichtung ist nur Loslösung von materieller Existenz. Das Blut sollte man bewahren, den darin ist die Seele. Es wäre Verschwendung, einen Vamir nur zu töten.
Naja, wenn Blut Seele ist und wir die Seelen der Sterblichen in uns verwahren und hüten, wenn wir sie töten, dann wäre es doch furchtbare Sünde, es nicht auch bei Vampiren zu tun."

Gaius nickte "Und ihr drei... sucht nach Gott? Auf andere Arten und Weisen?"

Ja, die Wege des HErrn sind wundersam. Dann sollte man selber wundersam sein."

"Wundersam? Welch ein schönes Wort" Gaius nickte lachend. "Was meinst du mit Lilith und ihrem garten?"

Sie schlängelte sich, wie es nur ein agiles Kind konnte, einem Bauchtanz der Turkopolen nicht unähnlich. "Lillith war im Garten und reichte Eva die Frucht der Erkenntnis."

"Die Schlange? Mhh... ich dachte sie sei eine Art Mutterfigur?" Er wunderte sich, sein Wissen schien klein

“Schlangen sind auch Mütter. Kennst du nicht die Darstellungen der Lillith? Halb Schlange, halb Frau am Baum der Erkenntnis. So wie die Schlange Zeichen der Weisheit und der Stärke GOttes ist. War der Stab des Mose nicht auch eine Schlange?"

Gaius nickte, sie hatte schon recht... "Du meinst also, sie war nicht der Teufel? Sondern ein Plan Gottes?" So wie Lilin bei Angelique?...

"Natürlich", wieder eine schlichte Antwort. Alles war so klar in den Augen eines Kindes ... oder Irren.(bearbeitet)

Gaius nickte "Und du suchst nach Erkenntnis? ABer suchst du nicht nach der Sophia? Sondern Lilith? Oder ist dies das Gleiche?"

"Wer weiß? Ich vielleicht irgendwann?" Sie lächelte zuversichtlich.

"Das heißt jetzt gerade suchst du beides, aber getrennt?"

"Sowohl als auch"

Gaius nickte lächelnd. irgendwie seltsam lächelnd? Nein nein, diese väterliche Ebene... vermutlich verstand er nur die Hälfe des Wissens der Kleinen, aber immerhin gab er sich Mühe.
"Uns Orden... wir sind... nun, die Menschen die ihm beitreten sind normale Christen. ist das so anders?"

SIe runzelte die Stirn. "Ja. Was ist normal an Christen und an CHristus? Die normalen fand ER langweilig, Zöllner, Huren und Vagabunden fand er interessanter. Bei ihm werden selbst hundeköpfige Menschenfresser Heilige!"

Gaius hob wieder die Augenbrauen, er hatte n der Tat eine theologische Ausbildung erhalten... aber das? "Du hast mich am Anfang für die Idee des Kirchenordens und Kirchenfriedens gelobt, doch dann gescholten für den heiligen Martin... sag an, was glaubst du wirklich dazu? Wie können wir etas Gutes tun, gerade jene Christenmenschen? Mit Schwert und Verwand."


"Aber ausgerechnet Martin? Nun, das untote Kind ist in den Abyss-Brunnen gefallen. Die Idee ist gut. Aber noch in den Kinderschuhen. Kreuzdorf hat es nicht verhindert."


Gaius nickte. "In der Tat... und ich würde Godeoc gern zur Verwantwortung ziehen für sein Verhalten... Aber aktuell müssen wir uns dem Gebot der Stunde fügen." Er knirschte mit den Zähnen. "Was könnte man machen, die Idee noch weiter zu verbessern?"

"Klingt doch schon gut. Der Haken ist, dass ihr als Orden vom Papst anerkannt werden müsst. Und wer von euch kann schon nach Rom reisen?"

In der Tat." Gaius wurde düster und traurig "Ich habe einst zwei Männer nach Rom geschickt... sie sind verrückt geworden." Gaius seufzte. "Was für eine Art Orden könnten wir denn sein? Ich dachte die Kirhe kennt nur Mönchsorden, und welche Mönche ziehen in den Kampf? Glaubst du wirklich in kann den Martinsorden als Orden von Mönchen und Laien als Kriegern vorschlagen?"

"Warum nicht?"
"Vorhin meinte ich übrings die Legende des Heiligen Christopherus."


Gaius nickte. Die war ihm wiederum bekannt... Ob er wohl ein Gangrel war? "Wie meinst du sollte ich das tun?"

"Keine Ahnung." Antwortete die Kleine schlicht.


Gaius nickte erneut. Dann lachte er. "Wir werden es gemeinsam herausfinden, gut?"


Auch Angelique nickte in heiligem Ernst. "Ja, das werden wir."

Schließlich begann Gaius etwas erläuternder und langsamer... "Ich werde dir ein paar unserer menschlichen Abläufe und Regeln erläutern, damit du weißt, wie wir die Stille des Blutes und unsere Tarnung wahren. Ein paar der Grundsätze die vertreten werden. Du musst all dies nicht ins Herz übernehmen, es reicht, wenn du es gegebenenfalls so aufzeigst. Einzig den Willen diese Domäne und Stadt zu bessern, den müssen wir im Herzen tragen, und das tun wir sicherlich beide bereits jetzt."
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast