[Fluff] Die Schatten der Vergangenheit

Fluff und Briefe

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[Fluff] Die Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Ilario » Mo 6. Mär 2017, 23:39

Venedig

Neumond. Eilig trieb Mercurio das Packtier an, die Räder des großen Karrens wälzten sich durch den Schlamm der Straße, Venedig hinter sich lassend. Noch schien die herbstliche Sonne tauchte Weg und Bäume in abendliches Gold und Rot. Er war froh die Lagunenstadt hinter sich zu lassen, war er doch jede Nacht in Sorge um seinen Herrn gewesen in den vergangenen Jahren.
Sein Herr, ein Kind der Nacht, die Unsterblichkeit innehabend, hatte in ständiger Furcht existiert. Und damit war er nicht allein. Sicher Ilario hatte dies nie direkt gesagt oder offen gezeigt ihm gegenüber, aber das Elysium hatte er ohne Not nicht mehr aufgesucht oder auch nur die nächtlichen Gassen und Kanäle durchwandert. Angst hatte sich tief ins verborgenen Herz der Lagunenstadt gefressen...

Der Wagen hielt. Die Sonne war schon länger am Horizont versunken und in seiner Kiste nahm Ilario wahr, dass sein treuer Wächter nicht nur hielt, sondern auch Worte mit einem verspäteten Reisenden wechselte. Er spürte wie sich das Gewicht auf dem Karren änderte, der einsamen Wanderer hatte wohl Mercurios Einladung an- und Platz genommen. Der in breitem Dialekt Venetiens sprechenden Stimme nach ein Mann mittleren Alters. Gerade prahlte er mit Geschichten darüber wie er den Röcken nachstieg. Einmal mehr musste Ilario in der Dunkelheit der Kiste bitter lächeln, wenn der Fremde nur wüsste wie wenig Mercurio sich aus Frauen machte...

Der Wagen hielt erneut. Der mitreisende Fremde schwatzte noch immer während der Diener des Lasombra nur noh gelegentlich zustimmend brummte. Den zu vernehmenden Geräuschen nach sammelten die beiden Feuerholz und kurze Zeit später untermalte das Schlagen von Feuerstein auf Stahl das Geschwätz des Mannes. Bald schon drang dessen aufdringliches Lachen ebenso zu Ilario wie der Geruch brennenden Holzes.

Zu lange hatte er in Vorsicht existiert, seine Nächte in Furcht verbracht, mehr Opfer denn Jäger. Ilario hatte weder der Furcht Herr werden noch sie ignorieren können, dafür war er zu klug. Dennoch hatten ihre Zähne Spuren hinterlassen, an seinem Selbstbild ebenso wie an der in seinem Inneren verborgenen dunklen Bestie.
Es war Zeit. Zeit die Kontrolle zurückzugewinnen. Er musste Herr über die Furcht sein, nicht umgekehrt.

Es war Zeit zu jagen.
Die Nächte lehren viel, was die Tage niemals wissen.
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Re: [Fluff] Die Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Ilario » So 23. Apr 2017, 12:14

Genua, Mascharana

Marcello hatte es nicht glauben wollen, Federico sogar verdächtigt während seines Dienstes Bacchus gehuldigt zu haben. Doch übermäßiger Weingenuss war eigentlich nicht dessen Art, noch wurde er im Haus geduldet. Und dann hatte die ebenso alte wie treue Magdlena ebenfalls die Stimmen gehört. Seine Amme war sie gewesen und wenn auch nicht gebildet, kein schlichtes Gemüt sondern altersweise.

Nach und nach war das ängstliche Getuschel unter der Dienerschaft immer mehr geworden und schließlich waren die Stimmen auch zu ihm gekommen.
Marcello war weder ein besonders ängstlicher, noch abergläubiger Mann, doch dieses Flüstern, die Stimme...

In der nächsten Nacht hatte er kein Auge zu tun können, hatte sich ängstlich in seiner Bettstatt gewälzt und so auch seine Frau wach gehalten. Vor ihr hatte Marcello ja schlecht zugeben können, dass ihn dieselben Dinge beunruhigten wie die Dienerschaft, daher verließ er das Schlafgemach und wandelte durch das stille, nächtliche Haus.

Am Rande des Blickfeldes, im Grenzbereich seiner bewussten, scharfen Wahrnehmung bewegte sich etwas. Immer wieder. Und gerade, als Marcello glaubte es sei wieder vorbei, womöglich doch nur ein Produkt seines übermüdeten und ängsterfüllten Verstandes, war da wieder dieses Flüstern und die fremdartige Stimme in seinem Kopf sprach erneut...

Sorgenvoll und grüblerisch saß Marcello vor einem noch unangetasteten Becher Wein. Was sollte er nur tun? Unter der Dienerschaft machte das Gerücht eines venezianischen Exorzisten die Runde, der sich irgendwo in Platealonga herumtrieb, doch könnte ein Mann von Welt wie er doch nicht dem Geschwätz der Gemeinen folgen. Was zur Hölle sollte er also tun...?
Es klopfte und eine der Hauswachen öffnete die Tür. Felippe, ziemlich ehrerbietig und beflissen wirkend, neigte er das Haupt und ließ einen Besucher ein. Hochgewachsen und in vom Regen tropfende, dunkle Robe gehüllt trat der unerwartete Gast ein, schlug seine Kapuze zurück.

Marcello war verblüfft wie es der Fremde an den Wachen vorbeigeschafft hatte und warum diese ihm auch noch zur Hand gingen. Doch dann sprach der Dunkle...
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Re: [Fluff] Die Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Ilario » Di 23. Mai 2017, 10:03

Genua, Anno Domini 999

Mit flinker und sicherer Hand zeichnete Ilario geometrische Symbole um die brennende Kerze. Die dunkle Kohlelinien wirkten auf merkwürdige Art und Weise falsch, als würden sie eben jenen Gesetzen der Geometrie spotten denen sie zu folgen vorgaben. Einen Schritt zurücktretend betrachtete der Magister sein Werk prüfend und versuchte sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen durch das blaue Augenpaar das auf ihm ruhte. Zufrieden und entschlossen nickte er, seine Hand schnellte vor und erstickte das Licht. DIe Flamme fraß sich wie ein hungriges Raubtier in das untote Fleisch und erfüllte den Raum mit dem Geruch verbrannter Vitae. Das Feuer, der Schmerz weckte das schlummernde Tier, einen Augenblick drohte es hervorzubrechen und in Wut und Furcht davonzujagen oder gar in die eigene Vernichtung zu rennen. Doch dann wurde es von Ketten, geschmiedet aus festem Willen, zurückgezerrt in sein dunkles, kaltes Verlies.
Die Wunde brannte in heißem Schmerz und die Kraft der Vitae vermochte ihn nicht zu stillen. Raumgreifende, herbeirufende Gesten unterlegten seine Stimme, als Ilario einen tiefen gutturalen Gesang anstimmte. Fordernd waren die fremden Worte, befehlend und von reinem Willen getragen.
Macht und Mystik schwängerten den Augenblick als dienstbare Schatten herbeieilten und etwas dem Ruf folgte. Das Geschehen voll von düsterer Faszination und uralter Symbolik. Der Singsang ebbte ab und die Stimme des Lasombra wandelte sich zu einem zischelnden Wispern.
Namen wurden genannt, Beschreibungen präzisiert, Befehle gegeben. Dann verschwand der Schatten so schnell er gekommen war, folgte dem Willen der ihn gerufen hatte, und ließ die Kainiten allein zurück.

Weitere Gesten und Worte folgten, nicht minder bedeutsam in ihrer Art als die vorrangegangenen, jedoch weniger unheimlich und traditioneller in ihrer Natur. Es lag Etwas in der Luft und es war mehr als der Geruch von Rauch und Blut, etwas subtileres, kaum greifbares.
Die schmerzhaft pochende Wunde ignorierend sah Ilario auf, nahm die Geste war, auch wenn er sie in ihrer Bedeutung, ihrer Tragweite, nicht gänzlich zu erfassen vermochte... Erst sehr viel später würde Ilario seine Schlüsse daraus ziehen, ob nun richtig oder falsch.
Dann biss er sacht in das schlanke, dargebotene Handgelenk und trank die süße, schwere Vitae. Da endlich war der Schmerz vergessen, verdrängt von etwas soviel süßerem, mächtigerem und ein zartes Band erwachte.

Noch lange Zeit später würde Ilario sich an diesen bedeutsamen Abend zurück denken, den langen Heimweg und auch etliche Nächte hindurch. Ein Jahr war eine lange Zeit wenn Krieg bevorstand, es konnte viel geschehen und doch war es nur ein Wimpernschlag im Angesicht der Ewigkeit.

Ein Jahr - Ein neues Jahrtausend.

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Re: [Fluff] Die Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Ilario » Do 29. Jun 2017, 15:52

Gerechter Zorn

Gehenna... Gottes Gnade... Große Pläne... Pah! Nichts davon zählte, nicht heute. Dieser elende Dreckskerl, wie konnte er es wagen? Ilario würde niemals vergeben, niemals vergessen. Mein ist die Rache spricht der Herr!? Er dachte nicht daran, würde selbst zum Racheengel werden und nicht Ruhen ehe dieser Bastard zu Fall gebracht würde. Nicht ruhen ehe seine stinkende Asche in alle Winde verteilt war. Gehenna mochte nah sein oder auch nicht, Ilario würde dafür sorgen, dass dieser Kainit das nicht mehr erleben würde.

"Mercurio! Was taugen die Männer?" Der Ghul trat aus dem nahegelegenen Schatten. Selten hatte er seinen Meister so aufgebracht gesehen wie in den letzten drei Tagen. Eigentlich noch nie. Aber dieser von kalten Zorn getriebene Racheengel war ihm bei weitem lieber als das weinerliche Elend das Ilario gewesen war bevor sie gen Kreuzdorf marschiert waren. Mit fester Stimme antwortete er seinem Herrn: "Gute Männer, allesamt in der Schlacht gestählte Veteranen. Keine Milizionäre, echte Krieger. Gewohnt Blut zu vergießen."
Der Lasombra nickte, hatte wohl auch nichts anderes erwartet. "Gut. Wir müssen schon bald zuschlagen. Jeder einzelne seiner Gefolgsleute muss aufgespürt und zur Strecke gebracht werden. Schärf den Männern ein, dass wir Gefangene wollen. Zuerst müssen wir wissen wo ER sich verbirgt."

Während Mercurio den Raum verließ blieb Ilario sitzen, legte seine Fingerspitzen aneinander und verfiel in finstere Gedanken. So finster wie die Schwärze die sich um ihn herum ausbreitete.

Es würde Blut fließen. Und zwar literweise.
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Re: [Fluff] Die Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Ilario » Fr 8. Sep 2017, 10:43

Genua, irgendwo in Mascarana


"Nimm das Messer und greif mich an."sprach der Südländer und deutete auf die an Boden liegende Klinge. Er wartete.

Ein Junge von zwölf Jahren, vormals Alessio, trat unsicher vor. Seine kleine, aber kompakte Gestalt ließ ihn als kräftigsten der Gruppe erscheinen. Ein Anführer? Ein Raufbold?
Mercurio grinste und ließ den Jungen gewähren als dieser das Messer ergriff und sich vor ihm positionierte. Der Mann hob eine Braue, des Waisenjungen geduckte Haltung und die Art wie er das Messer hielt sagten ihm, dass er nicht völlig unerfahren war in diesen Dingen. Völlig entspannt erwartete Mercurio den Angriff. Als dieser kam packte er die zustoßende Hand des Jungen und verdrehte sie schmerzhaft. Ein Schrei, ein metallischer Klang und das Messer lag wieder auf den Steinen.


Mercurio blickte kurz zu den Schatten in denen sein Meister sich verbarg, dann richtete er knappe Worte an den Jungen. Und an die restlichen Waisenkinder. "Gar nicht so übel. Entschlossen. Aber wenn jemand Versuch deinen Waffenarm zu greifen, sei schneller. Wende die Klinge gegen die zugreifende Hand. Schlitze sie auf."

Ein knappes Nicken aus den Schatten. "Nächster. Jetzt du." Bellte die Stimme des vermeintlichen Leibwächters, der nun auf einen schlaksigen Jungen von vielleicht neun Sommern zeigte. Dieser trat vor und beugte sich vorsichtig um das Messer aufzuheben. Wohl eine Wiederholung erwartend, doch dann traf ihn Mercurios Fuß in die Seite. Schleuderte ihn einige Schritt weit, wo er japsend um Atem rang.

"Zögern bedeutet Tod...Zu zögern bedeutet Schmerz. Schmerz ist Ablenkung und Ablenkung im Kampf führt zum Tode." Mercurio betrieb seine Aufgabe mit dem gebotenen Ernst. Aus seiner Sicht waren es seine Strenge und der Schmerz notwendig. Aus ihnen würde die Disziplin erwachsen die sie später am Leben erhielt.

Als nächstes trat ein kräftiges Mädchen vor, fast schon heiratsfähig, welches noch einen letzten Blick zurück warf und unmerklich nickte. Sie hob die Klinge auf, den Blick stets auf ihren Lehrer gerichtet und begann ihn zu umkreisen. Gut, dachte Mercurio und schenkte ihr ein trockenes Lachen.
Nachdem sie ihn halb umkreist hatte, wurde Mercurio der erwarteten Bewegung hinter ihm gewahr, trat einen Schritt beiseite und stieß den Jungen der es zuerst versucht hatte in die Bahn der Angreiferin. Beide stürzten zu Boden, glücklicherweise ohne schwerere Verletzungen. Ihr Lehrmeister hob tadelnd die Stimme:
"Eine offensichtliche Überraschung ist schlechter als keine, sie wird gegen euch verwendet werden." Er lächelte grimmig-kalt, das Messer war verschwunden...

Mercurios strenger Blick glitt über das dreckige Dutzend. Entweder keiner hatte etwas bemerkt oder sie hielten zusammen. Unwahrscheinlich
. "Wo ist das Messer?" Niemand trat vor oder sagte etwas. Ratlose Blicke huschten hin und her, suchten einen Hinweis auf die Klinge. "Muss ich euch etwa alle Filzen ihr dreckigen Bälger?" Ein drohender Unterton.
Ein schmächtiger Junge, oder war es ein Mädchen, von etwa zehn Jahren trat mit trotzig-verängstiget Miene vor, gab das Messer heraus... und fing sich umgehend eine Maulschelle Mercurios ein. Blut tropfte von aufgeplatzten Lippen zu Boden und tödliche Stille breitete sich aus
.

"Halt!" Eine leise, doch befehlsgewohnte Stimme drang aus der Dunkelheit der tiefsten Schatten. Wie Öl glitt die Finsternis von der hageren Gestalt des Lasombra. Seine meergrauen Augen fixierten einen Blutstropfen ehe sie zu jenen des Waisenkindes fanden. "Du hast eine sich bietende Gelegenheit ergriffen. Niemand hat es bemerkt, weder Lehrmeister noch Mitschüler. Das richtige Gespür, Wille und Fähigkeit... Gut gemacht Kind. Du sollst eine Belohnung erhalten, wie ihr alle wenn ihr euch bewiesen habt... und darüber hinaus einen Namen." Ilarios bleiche Hand bot dem ehemaligen Waisenkind einen silbernen Pokal dar, gefüllt mit bitterer und zugleich köstlicher Vitae.

"Trink, Alerio."
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Re: [Fluff] Die Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Ilario » Fr 3. Nov 2017, 18:47

Genua, Anno Domini 1003

Was wenn...?

Ilario eilte schnellen Schrittes durch die stillen Straßen Mascharanas gen Platealonga. Keine Menschenseele weit und breit, was allerdings nicht hieß, dass SIE nicht da waren...

So sehr er dieses große Spiel der Spiegelschatten auch liebte und selbst eine Kreatur des trügerischen Zwielichts war, die Zeiten waren gefährlicher noch geworden als in der heißen Phase des Krieges. Bedrohungen von außen und von innen, Feinde und potentielle Verräter überall. Oh wie sehr er es hasste - und liebte gleichermaßen.
Moment, waren da leise hallende Schritte gewesen? Ilario verbarg sich so gut er konnte, hüllte sich in Schatten und schlich nun mehr als dass er ging. Wer mochte der Verfolger sein? Die Verborgenen? Acacias Handlanger? Assassinen fremder Mächte?

Er hatte sich nach besten Kräften bemüht im Schatten zu bleiben, verborgen, doch um etwas zu bewirken musste man sich manchmal ins Zwielicht begeben. Sollte ihm das jetzt zum VERHÄNGNIS werden? Sollte er sich in diesem feinen Spinnennetz aus Loyalität, Schatten und Blut verfangen haben? VORSICHT... warnte Ilario sich selbst. Das mochte genau das sein was SIE wollte, diese Gedanken...

Dort! Hatte sich jener Schatten BEWEGT? Nein, wohl nicht. Was aber nichts hieß. Sie könnten ÜBERALL sein. Könnten... Doch da war nichts. Dennoch verbarg er sich weiterhin in der wohligen Dunkelheit die er nicht fürchtete. Es sei denn...
Ilario sah sich argwöhnisch, fast schon am Rande der Panik um. Nein, nichts. Diese Stille, trügerische Stille, so war es auch beim Überfall der Nosferatu GEWESEN. Doch nein, diese Stille hier war nicht vollkommen. Die leisen Geräusche der Nacht waren da. Was nicht heißen musste dass die Verborgenen sich nicht auf anderem Wege verborgen hielten... oder andere, Acacias Krieger waren auch eher von der Stillen Sorte und wieder andere...

Seine kreisenden Gedanken wurden abrupt unterbrochen, als er tatsächlich wieder jene Schritte hinter sich hörte. Ein Mann, in dem Gewand eines Tagelöhners und nach frisch Erbrochenem stinkenden, torkelte auf ihn zu. Erleichterung machte sich in Ilario breit, nur ein Zeche der es übertrieben hatte auf dem Weg zu seiner Schlafstelle. Keine Gefahr.

Oder doch? Womöglich eine meisterhafte Tarnung? Er sah sich kurz um, niemand war sonst in der dunklen Gasse und Einsicht war auch nicht gegeben von Außen. Und so rief Ilario in kalter Wut nach den Schatten. Finsterste Dunkelheit umhüllte, erstickte den Mann, während Ilario wartet. Die Dunkelheit verging als es sein Wille war und er blickte hinunter auf den Toten. Ein Fehler? Nur ein Mensch.
Ilario nahm nicht einmal sein Blut, zu gefährlich, stieg über den Leichnam hinweg und nahm einen anderen Weg gen Platealonga.

Vorsicht war besser denn Nachsicht.
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