Drache und Basilisk [Melissa, Angelique]

[September '16]

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Angelique
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Re: Drache und Basilisk [Melissa, Angelique]

Beitrag von Angelique » Do 6. Okt 2016, 09:44

Angelique nickte. "Gut, so laß uns zum Quartier der Miliz von Ravecca gehen und deren Hauptmann Felippe durch mich adoptieren." Sie lächelte traurig. "Ob du es glaubst oder nicht: Sollten Komplikationen auftreten können Roger und ich nützlich sein. Ich kann ein Krähen-Tarrasque sein, ein Basilisk, wenn ich will."
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Melissa
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Re: Drache und Basilisk [Melissa, Angelique]

Beitrag von Melissa » Do 6. Okt 2016, 11:57

Die Tzimisce zog bei dieser Bemerkung eine Augenbraue nach oben, behielt ihren Blick der Skepsis bei.
Ihr Blick lag auf der kleinen Malkavianerin, die mit gerade zwei Ghoulen um ihre Hilfe flehte - und wenig Entgegenkommen zeigte. Er ruhte auf der kleinen Gestalt, mit der sie wenig mehr als ein gemeinsames Anliegen verband und eine Beziehung zu Alerio.
"Wir werden sie hierher und in Sicherheit bringen. Dann sehen wir weiter", sagte sie schlicht und wandte sich zu ihrer dritten Kompanie um.

"Es ist ein Mord geschehen", erklärte sie den Männern mit voller, fester Stimme. Eine geübte Stimme, die die Wortverdreherei und Manipulation gewöhnt war.
"Ein Freund von mir und Weggefährte ist aus dem Leben gerissen worden in der Blüte seiner Jugend. Ein...Mann, der Teil eines Bundes war, die Flut aus Gewalt und Korruption zu dämmen, die vom Meer her kommt. Der hinter der Miliz von Raveccha stand. Ihr wisst, was das bedeutet. Fällt Ravecca, fällt auch Broglio."
Einen Augenblick lang ließ sie die Worte in die schlaftrunkenen Schädel dringen, ließ sich Zeit dabei, die Gedanken in ihren Köpfen zu formen. Ließ sie einen Moment lang über die Folgen nachdenken, über die hunderten Verbrecher, die bereits jetzt die Straßen unsicher machten, die Mord verübten und Vergewaltigung und Raub.
Dann erhob sie erneut die Stimme.
"Heute Nacht wird der Sturm gegen uns peitschen und die Flut ihren höchsten Stand erreichen. Wir werden uns ihr entgegen werfen und jeden Freund dieses Mannes mit unserem Leben schützen. Die Flut wird an unseren Leibern zeschellen und wir werden die Mörder aus der Dunkelheit ihrer Tiefe zerren.
Verzagt nicht, sondern fasst Vertrauen. Wir sind das Volk, unser ist die Stadt. "
La famiglia é il nido dell'uomo.
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Re: Drache und Basilisk [Melissa, Angelique]

Beitrag von Angelique » Do 6. Okt 2016, 16:19

Angelique raunte Melissa zu: "Da ist auch der Leibgardist Alerios, Pietro, in dem Viertel Platea.Ihn sollten wir auch versuchen zu sichern."

Sie fügte auch hinzu: "Ich würde ungesehen deine Männer begleiten, um zu unterstützen. Roger und Etienné würden mit Armbrüsten deine Leute decken. Was hälst du davon?"
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Re: Drache und Basilisk [Melissa, Angelique]

Beitrag von Melissa » Sa 8. Okt 2016, 08:23

Melissa, die noch in ihrem praktisch orientierten Arbeitskleid steckte, stemmte die Hände in die Hüften. Sie musterte ihre Männer mit etwas zugekniffenen Augen.
"Eine gute Idee", sagte sie etwas ungenau. "Ich hoffe doch, es kommt zu keinen Kämpfen. Es sollte uns gelingen, seine Freunde von der Notwendigkeit zu überzeugen, mit uns zu kommen."

Einer der drei Ghoule, die ihre persönliche Leibwache darstellten, kam heran. Bartolo hatte auf seinem Rückweg aus dem Haus daran gedacht, ihr einen Umhang mitzubringen, um ihre Figur zumindest ein wenig zu verschleiern. Er legte ihn ihr um die Schultern, ohne dass Melissa sich in ihrer Unterhaltung stören ließ.
Zunächst gab sie dem Capo das Zeichen.
"Wir suchen das Ospizio auf und schauen nach dem Rechten. Es liegt näher an unserem Heim. Dann das Milizquartier. Wir werden sehen, wie viel wir heute Nacht schaffen."
Dann, als Bartolo die Schnalle auf ihrer Schulter befestigte und sie selbst sich die Kapuze über zog; als ihre Kompanie bereits begann, eine Reiihe zu bilden und sich in Richtung des Tores zu bewegen, drehte sie sich erneut zu Angelique.

Ihre Stimme senkte sich, während die Männer ihnen den Rücken kehrten. Die Hände ließ sie auf ihre schmalen Hüften gestemmt.
"Wir mögen Differenzen haben, Angelique, und nicht immer einer Meinung sein. Ich bin bereit, sie zu vergessen und dir die Hand erneut zum Bruderkuss zu reichen.
Unter zwei Bedingungen.
Ich weiß, dass Alerio keine Geschäfte in Broglio führt, das hat er mir einst geschworen. Also werde ich dich nicht darum bitten, mir diese zu überlassen. Aber du musst schwören, dieses Versprechen eben so zu halten. Dass du weder Land noch Leute in Broglio besitzen, noch gegen die meinigen handeln. Du wirst Broglio als meine Domäne akzeptieren.
Zweitens:
Du wirst schwören, dass Ravecca sich niemals gegen mich erheben wird. Du versprichst, meinen Rat in allen Dingen der Politik einzuholen. Du wirst nicht ohne mich gegen die Könige, gegen die Ancillae oder andere Machthaber handeln.
Du wirst schwören, dass wir ab der heutigen Nacht ein Bündnis haben gegen die, die unsere Sache zerstören wollen."

Sie ließ eine Pause, eine etwas unnötige, dramatische Pause, die sie dann wieder füllte:
"Auf unser Blut."
La famiglia é il nido dell'uomo.
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Re: Drache und Basilisk [Melissa, Angelique]

Beitrag von Angelique » Sa 8. Okt 2016, 10:09

Angelique brauchte die dramatische Pause, um die schwerwiegenden Forderungen zu überdenken. Ihr schwirrte nach Augenblicken bereits der Kopf. Soviele Unbekannte in dieser Rechnung! Was, wenn Alerios Mörder ein König oder Ancilla war? Sie verstand doch nichts von Politik! Und das Leisten von Eiden war ihr auch fremd.

Hilfesuchend schaute sie Roger an. Er war Miles. Er würde erkennen, ob es falsch oder richtig war.
Unmerklich nickte dieser und lächelte leicht.

Also ging Angelique auf die Knie, wie sie es staunend als Lebende gesehen hatte, als gestandene Gepanzerte selbes taten vor einem adligen Knaben, kaum älter als sie.

Roger half ihr und brachte sanft ihren rechten Arm in die Schwurposition und spreizte die Schwurfinger ab, achtete sorgsam darauf, daß ihre linke Hand keine Ableitungsgeste zum Erdboden hin machte und überzeugte durch Vorzeigen, daß kein Brot unter Angeliques Arme geklemmt war, das zur Unwirksammachung des Eides einem Hunde vorgeworfen werden konnte.

Sie schaute dann mit diesen durchdringenden Augen Melissa an und sagte: "Ich, Angelique, Kind von Veronique la Madonna Nigra de Arelete, Kind vom Kind der Sibylle der Lombardei, gelobe vor GOtt, dem zweiten Kain und dem Heiligen Geist Malkavs, dessen Blut mein Blut ist, weder Geschäfte in Broglio zu führen, noch Besitz dort zu haben und es mit Bausch und Bogen als Domäne der Herrin Melissa von den Drachen zu ehren.

Ich, Angelique, Kind von Veronique la Madonna Nigra de Arelete, Kind vom Kind der Sibylle der Lombardei, gelobe ferner vor GOtt, dem zweiten Kain und dem Heiligen Geist Malkavs, dessen Blut mein Blut ist, daß Ravecca sich niemals gegen Melissa erheben wird und ich jederzeit den Rat der Melissa in politischen Fragen einholen werde und nicht ohne sie gegen andere Machthaber handeln werde.

Ab der heutigen Nacht soll das Bündnis gegen alle Feinde sein, die unsere Sache zu zerstören suchen.

Amen."
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Re: Drache und Basilisk [Melissa, Angelique]

Beitrag von Melissa » Sa 8. Okt 2016, 11:29

Melissa die Tzimisce atmete tief ein. Ihre dunklen Augen wanderten über die Leere. Sie sah die Pforte sich hinter der Kompanie schließen, hörte sie draußen warten, bis sie und ihre Gäste bereit waren. Sie blickte die versammelten Ghoule an, einen ihrer Herzschläge lang, und dann Angelique, die vor ihr kniete.
Einen Moment lang war nichts zu hören außer dem Atmen der sterblichen Kreaturen und das Prasseln des Regens. Nasser Geruch füllte sie aus und ein Gefühl von Furcht, von Ungewissheit.

Stumm nahm sie den Schwur entgegen.
Dann...hob sie ihren Arm aus dem Umhang. Ihr Fleisch war bleich im Schein der wenigen Fackeln im Hof.
Wohliger Schmerz durchzuckte sie, als ihre Fänge sich in ihren weichen Unterarm gruben. Ein Duft umströmte Melissa, der betörend war. Ihre Ghoule lechzten danach, wurden sichtbar erregt. Ihre Blicke galten nur der blassen Haut ihrer Herrin und dem dunklen Rinnsal darauf. Antonio wankte, seine Kameraden hielten ihn zurück. Sie hielten sich alle gegenseitig zurück. Keiner gönnte den anderen mehr, als ihm selber zustand.
Ein Duft wie Honig, süß und schwer, stieg Angelique in die Nase.
Wenn dies Sünde war, so war sie wolllüstiger als jede, die sie bisher begangen hatte.

Blut begann ihren Arm entlang zu laufen, sich an den feinen, ebenmäßigen Adern zu sammeln.
Der Drache lächelte. Milde. Sie zeigte ihre Zähne dabei, hatte zum ersten Mal seit Jahren die Lippen weit genug, offen genug, zurück gezogen, ob ihre Fangzähne zu offenbaren, an denen noch ihr Blut glänzte.
"Ich akzeptiere deinen Schwur, mein Kind. Von heute Nacht an sei dein Zwist der meine, dein Feind der meine", sagte sie feierlich und streckte ihren linken Arm vor sich aus.

Blut tröpfelte vor Angelique auf den Boden der Villa. Nein, nicht Blut. Vitae. Das gestohlene Leben hunderter, tausender Setskinder. Es war da. So nah, so greifbar nah und verlockend, so süß und schwer und zäh wie Honig und reizte sie, so viel zu trinken, wie sie nur konnte. Es schrie danach, sein Ambrosia nicht an den Staub zu verschwenden.
Aber die Malkavianerin würde sich bewegen müssen. Sie selbst würde den Pakt besiegeln müssen, indem sie den Kopf in den Nacken legte und den Oberkörper nach vorne beugte.
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Re: Drache und Basilisk [Melissa, Angelique]

Beitrag von Angelique » Sa 8. Okt 2016, 14:35

Und genau dies tat sie auch. Die unheilige Parodie einer Kommunion ließ sowohl Etienné als auch Roger aufkeuchen, mit klirrenden Kettenhemden sanken sie auf das Knie und küßten ihre kreuzförmigen Schwerthefte.

In Angelique explodierten die Empfindungen, als das starke, verseuchte Blut des unheiligsten der Klane ihre Lippen netzte. Kaum vermochtete der erdgebundene Kupala seine gefallene Macht und den Pakt verbergen vor Malkavs Gabe, so mächtig wirkte der Fluch des Fleischformers auch nach Jahrtausenden.

Visionen gleich eines Antoniusfeuers drohten die arme geschundene Seele zu übermannen. Ein Hauch von Ahnung, was da kommen würde, ließ sie schaudern.

Aber längst war sie nicht geschult genug in ihrer Gabe, das Karusell des Dschihad zu durchschauen.

Außerdem frohlockte gerade ihr für sie Stimme und Gestalt habendes dämonisches Ich. Unterwerfung und die Ekstase des Blutes!
Kaum konnte Angelique ein wolllüstiges "Mehr!" unterdrücken.

Stattdessen neigte sie irgendwann demütig das Haupt, damit niemand die Sünde in ihren Augen sah.
Ich tue das alles nur für dich, Alerio, sagte sie innerlich zu seinem Blute, das durch sie kursierte und ihn dadurch immer bei ihr sein ließ. Aber schamvoll fühlte sie auch, wie die hohle Leere seit seinem Tod nun mit schwerem, gluckerndem Blut aufgefüllt wurde. Und glückselig lächelte sie.
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Re: Drache und Basilisk [Melissa, Angelique]

Beitrag von Melissa » Sa 8. Okt 2016, 15:05

Melissa nickte feierlich. Und während sie sich mit blutiger Zunge über die Wunden leckte, damit diese sich schlossen, und ihre kostbare Vitae aufsammelte von ihrem Fleisch, bot sie Angelique die rechte Hand an. Mit der Handfläche nach oben, damit das Kind sie ergreife und sich daran aufrichte aus der knieenden Haltung, aus der Demütigung der Blutgier.

"Lass uns keine Zeit verlieren", sagte sie, noch immer ernst. "Die Nächte sind kurz in den letzten Wochen und wir haben viel zu tun."
Die Tzimisce wandte sich um und führte die kleine Gruppe aus ihrer Zuflucht hinaus in den Regen. Tief zog sie die Kapuze über ihr Gesicht, um sich vor dem Regen zu schützen. Ihre Gefolgschaft tat es ihr nach und stieß draußen zu den Soldaten der dritten Kompanie.
Lamberto "Capobanda" fehlte noch. Melissa hinterließ bei den Wachen am Tor den Befehl, dass er und seine Kompanie in Ravecca zu ihnen stoßen sollten. Dass die Villa versperrt und niemand außer ihr persönlich eingelassen werden solle.

Sie ließ Aufstellung annehmen. Vorneweg der Kopf des Drachen, mit der blutroten Speerspitze und dem Fähnchen des Georgskreuzes darunter. Ihm folgte die erste Gruppe der Kompanie nach, drei Mann in der Form eines Dreiecks. Darauf die Herrin des Viertels selbst, flankiert von Antonio und Bartolo, im Rücken geschützt durch Cesare. Dahinter die zweite Gruppe der Kompanie, die Speere hoch gereckt und im geübten Gleichschritt. Darauf die Recken Etienne und Roger mit ihren schweren Rüstungen, dicht gefolgt von der dritten Gruppe der Kompanie.
Dann setzte sich die Prozession in Bewegung, Richtung Ravecca.
Finitus
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