Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

[September '16]

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Gaius Marcellus
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Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mo 26. Sep 2016, 00:28

"Wohlwerte Acacia della Velanera, Neugeborene vom Clan Lasombra, Erste ihres Blutes zu Genua, Hüterin des Elysiums San Donato, Kind Alexanders, Ahn der Schatten zu Pisa,

jüngst sind wir in La Superba eingetroffen und wurden als Gäste der Domäne anerkannt, im Zuge der Begegnung mit dem Wesen dieses Ortes, den wir bald gerne unser wahres Zuhause nennen wollen, wären wir höchst erfreut Euch und euer Elysium San Donato kennen zu lernen und einen Moment wahrer kultureller Blüte in diesen finsteren Nächten genießen und mit euch teilen zu können.

Hochachtungsvoll,
Seinfreda Gunnhildsdottir Neugeborene und Tochter der Kassia von Byzanz, Ankilla aus der Linie der Heiligen Agnes von Rom, Ahnin aus dem Clan des Todes
Gaius Marcellus Palatino, Neugeborener und Kind des Matthias von Bath, Ahn des Clans der Kinder Saulots"

Ein edel gekleideter junger Ritter überbrachte eines Nachts einen schlichten aber wunderschön geschriebenen Brief an die Wächter des Elysiums von San Donato, er kündigte der Wache an er werde die folgenden Nächte erneut erscheinen. Und sollte es eine bewillingende Antwort ihrer Herrin geben, diese seiner eigenenen Herrin zurückbringen.
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

Er sprach mein Leben sei verwirkt,
ich sollt mich zu ihm legen,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut.

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Acacia
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Re: Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

Beitrag von Acacia » Di 27. Sep 2016, 23:02

Nachdenklich saß sie im silbernen Schein des Mondes am Fenster blickte blind hinaus auf den prachtvollen Garten. Vor ihr lag das teure Stück Pergament mit den anmutig, ja künstlerisch geschwungenen Buchstaben. Ganz rein und unschuldig. Ein leises Rascheln ertönte in den tiefen Schatten des Raumes und lenkte den Blick auf die schlanke Gestalt, die sich ein wenig unruhig bewegte und damit den Bann der Nacht auf die alte Lasombra brach. Als wäre jene sachte, kaum hörbare Bewegung ein Startschuss gewesen, griff die schlanke, marmorbleiche Hand nach der Feder und begann zu schreiben.

„Wohlwerte Seinfreda Gunnhildsdottir, Neugeborene und Tochter der Kassia von Byzanz,
wohlwerter Gaius Marcellus Palatino, Neugeborener und Kind des Matthias von Bath, Ahn des Clans der Kinder Saulots,

eurem Gesuch nach einem Gespräch sei hiermit Gewähr gegeben. Findet euch in drei Nächten nach der heutigen in den heiligen Hallen ein.

Ich verbleibe
Acacia della Velanera, Neugeborene des Clans der Schatten, Erste ihres Blutes zu Genua, Hüterin des Elysiums, Kind Alexanders, Ahn zu Pisa.“


An jenem Abend war die schlichte Kirche wie immer nicht sehr hell erleuchtet. Schatten krochen über die hell getünchten Wände und wurden nur von vereinzelten goldenen Lichtinseln in den hoch gelegenen, schmalen Fenstern unterbrochen. Dunkle Gestalten standen unbeweglich an den Wänden aufgereit. Schwarze Rüstungen, Schleier aus geschwärzter Kette und Helme verdeckten die Gestalten und ließen lediglich die Augen sehen. Eine jede dieser Gestalten war schwer bewaffnet. Säbel und Bogen und doch waren die drei Pflöcke wohl das Beunruhigendste Werkzeug, welches sie mit sich führten. Der Blick jedoch fiel sogleich auf eine andere Gestalt, welche halb im Schatten und halb im Licht der Kerzen des Altars stand. Hochgewachsen, vor allem für eine Frau, gertenschlank und bildschön. Trotz des goldenen Lichtes der Kerzen wirkte sie wie eine Studie in schwarz und weiß. Die Haut weiß wie Marmor, das schwarz ihres Kleides so tief und rein, dass es an Tinte erinnerte und zugleich den Wert des Stoffes in die Welt hinausschrie – selbst wenn der Schnitt eher schlicht gehalten war. Dennoch schmiegte sich der Stoff perfekt an ihre Formen und enthüllte so, dass ihr Körper ebenso exquisit geformt war wie die eleganten Knochen ihrer Züge.

Als die Schritte hinter ihr erklangen, drehte sie sich um und blickte den beiden Neuankömmlingen entgegen, ohne dass ein Lächeln oder eine andere Regung abseits von mildem Interesse ihre Züge zeichnete.
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind wie Eisblumen viel zu schön für den Tag.
Wir sind wie Eisblumen, kalt und schwarz ist unsere Macht.
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Re: Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 5. Okt 2016, 23:55

Ein leichtes Licht erreichte den dunklen Bau als die Pforten sich öffneten, der Vollmond erreichte nun den spiegelnden Boden direkt und warf sich auf Wänden und Mobiliar zurück bis in die ferne der Nacht. Leichte Schritte erklangen, gefolgt von schwereren und doch gefederten, in einem rythmischen Abstand, geradezu tänzerisch.

Ein Mann und eine Frau betraten die Kirche, sie ging einen Halbschritt voran, war gehüllt in die schwarzen Gewänder einer Witwe, feinste Gewänder die jeglichen Schmuckes entbehrten und doch aus der Garderobe einer Königin stammen dürften... zumindest, einer Gräfin... wie auch der güldene Dukatenring an ihrer Hand verkündete. Sie selbst war blass, nicht nordisch blass, nicht marmorbass, nein fast weiß... unheimlich blass und somit etwas entrückt wirkend.
Den halben Schritt neben und hinter ihr folgte ein Krieger, er trug eine feine blaue Tunika, mit brauner Untertunika und Hose, hohe Wendeschuhe mit silbernen Schlüssen und einem schweren, lederenen Schwertgehänge, mit Gravuren im Blattmuster. Seine Klinge hatte er dem Wächter überlassen und eine Rüstung trug er an diesem Tage nicht, Statur und Gang verrieten jedoch dennoch sehr leicht, dass es sich bei dem Mann nicht um einen aristokratischen Höfling handelte... oder etwas anderes verriet es, der erste Blick in das zerfurchte Gesicht jedenfalls, ließ keinen zweifel daran, einen stolzen und aufrechten Ritter vor sich zu haben...

Gemeinsam erfüllten ihre Ausstrahlungen im Gleichklang ihrer Schritte die Eingangshalle des Elysiums und breitete sich aus, bis es auf die stille Eminenz der Schatten Acacias traf... wie Licht und Dunkelheit die aufeinander trafen... dann war auch die Pforte wieder geschlossen, und das Licht fahler, den Toten angemessen.

Lächelnd verneigten sich die beiden Ankömmlinge vor der Hüterin, verharrten einen kurzen Augenblick, ehe es sie wieder aufsahen, sie fixierend und ihr das erste Wort überlassend... die leichte Asymetrie der doch perfekten Choreographie der beiden hatte etwas einnehmendes, zumindest hatten sie sicherlich schon viele Vorstellungen an großen Höfen erlebt.
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

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Re: Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

Beitrag von Acacia » Fr 7. Okt 2016, 00:43

Still stand die bildschöne Lasombra da und blickte den beiden Neuankömmlingen entgegen. Musternd glitt ihr Blick erst über den einen und dann über den anderen, nahm die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten wahr, die perfekte Harmonie ihrer Bewegungen und die gelassene Ruhe, die beide ausstrahlten. Als sie vor ihr verharrten und sich leicht verneigten, bildete sich ein Lächeln auf den Zügen der Schattengeküssten. So als hätten die beiden sie mit etwas überrascht, das sie nicht erwartet hätte.

Für einen Moment noch schwieg sie, ehe ihre Stimme sich wie das Flüstern dunkler Schwingen erhob. Dunkel war die Stimme der Lasombra, ein wenig streng und dabei doch in perfekter Harmonie mit ihrer Gestalt. „Ich grüße Euch in den heiligen Hallen Genuas. Ich bin Acacia della Velanera, Neugeborene das Clans der Lasombra und erste dieses Blutes zu Genua, Hüterin der Elysien, Kind Alexanders, Ahn vom Blute Lasombras, Kind der Marcellina, Ahnin vom Blute Lasombras, Kind des Eli, Ahn vom Blute Lasombras, Kind des Saadi, Methusalem der Schatten, Kind des Tubalcain, Methusalem der Schatten, Kind Lasombras, der erste seines Blutes.“ Wie liebkosend glitt ihre Stimme über jeden Namen in der Liste, so als hätte sie jeden von ihnen gekannt oder zumindest viele Geschichten über ihn gehört. Es war mehr als eine Liste, mehr als bloß eine Blutlinie. Leise raschelte der Stoff des schweren Kleides, als sie die flache Stufe, die den Altarbereich vom Rest der Kirche abgrenzte, hinabstieg. Eine perfekte Inszenierung, die so nicht zum ersten Mal geschah und die wohl durchdacht war. Aufmerksam lag nun der Blick aus den beinah schwarzen Augen auf dem Paar, abwartend und vielleicht ein Hauch lauernd.
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Re: Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

Beitrag von La Vedova » Mo 10. Okt 2016, 19:18

Seinfreda verfolgte die fließenden Bewegungen mit glänzenden Augen, genoss den Anblick der eleganten Schönheit und ließ ihren Blick vielleicht einige Momente zu lange über diesen anbetungswürdigen Körper wandern, bevor sie die Augen senkte, um der Dame beim Sprechen zuhören zu können, ohne von ihrem dunklen Glanz abgelenkt zu sein. Ein wohliger Schauer durchdrang ihren Körper, den sie mit einem erneuten galanten Knicks zu verbergen suchte.
„Wir danken Euch für Eure Einladung und Begrüßung, Hüterin, ehrenwertes Kind der Schatten.“, ihre Stimme war leise und, wie Gaius bemerkte, nicht ganz so ruhig wie sonst meistens. Sie zwang sich dazu, sich nicht zu räuspern, sondern hielt bloß kurz inne um zu schlucken.
„Es ist uns eine Ehre, Euch kennenzulernen. Mein Name ist Seinfreda Gunnhildsdottir Neugeborene und Tochter der Kassia von Byzanz, Ankilla aus der Linie der Heiligen Agnes von Rom, Ahnin aus dem Clan des Todes. Und dies“, sie deutete elegant auf Gaius „Ist mein geehrter Gefährte und Paladin Gaius Marcellus, Neugeborener und Kind des Matthias von Bath, Ahn des Clans der Kinder Saulots.“
Seinfreda hielt noch einen Augenblick inne, dann schritt sie langsam die restlichen Bankreihen entlang auf Acacia zu, ließ dabei ihre Hand über das Holz der Bänke streifen, den Blick auf die Hüterin gerichtet und verließ damit die Symmetrie der Choreografie, die sie stumm mit Gaius geteilt hatte.
„Eure Hallen sind beeindruckend…“, noch immer war ihr Blick deutlich auf die Kainitin gerichtet. Unter halb der Stufe blieb die Rothaarige stehen, sah zu Acacia auf.
Gaius hielt sich vornehm zurück, wollte den Damen den Vortritt lassen und ließ so den Blick über die restlichen Hallen schweifen, herauszufinden, auf welche Art sich dieses Elysium als Ort der Unterhaltung und Zusammenkunft auszeichnete…

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Re: Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

Beitrag von Acacia » Mo 10. Okt 2016, 22:28

Still lag der Blick aus den dunkelbraunen Augen auf den beiden Kainskindern und fixierte sich doch auf der rothaarigen Dame, als diese zu sprechen begann. Es war schwer zu sagen ob es sie beeindruckte was sie hörte … oder ihr auch nur gefiel. Für einen Moment senkte sie den Blick auf die über die Bänke tanzende Hand der Kappadozianerin, schwieg aber und wartete ab. Die Vorstellung der beiden beendete sie mit einem kleinen Nicken.
Dann jedoch hoben sich die perfekten schwarzen Brauen zu ebenmäßigen Bögen. „Es ist eine schlichte Kirche. Eine kleine noch dazu. Wohl kaum etwas, das den Beinamen ‚beeindruckend‘ verdient.“ Amüsiert und ein wenig spöttisch bogen sich ihre Lippen nach oben. Auch Gaius würde keinerlei Quelle der Unterhaltung finden, wenn man einmal von der Hüterin selbst und der Altarbibel absah. Wohl war es mehr ein Ort der Zuflucht und der Zusammenkunft. Dafür sprachen auch die düsteren Wachen, die in den Schatten lauerten und so unbewegt wie Statuen wirkten. Nur wenn man dicht genug bei ihnen stand, konnte man sehen wie ihre Augen aufmerksam jeder Bewegung folgten, jeden Laut vernahmen und jedes Benehmen registrierten.

Acacia indes hatte den Blick nicht von der nordischen Dame gewandt. „Aber sagt, werte Seinfreda, könnt nur Ihr sprechen und Euer … Paladin nur schreiben?“ Ein sanftes Lächeln blühte auf ihren Lippen auf, welches so falsch war wie die Herzen in ihrer Brust. Dennoch ließ es ihre gestrengen Züge weicher wirken ohne ihr die erhabene Aura der Unberührbarkeit zu nehmen. Ihre Schönheit hatte nichts Einladendes, sondern lud höchstens zu ehrfürchtigen Bewunderung ein.
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Re: Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mo 10. Okt 2016, 23:22

"Wir sahen die höchsten Hallen Gottes im neuen Rom, die größten Klöster seiner Diener im Imperium.
Werte Hüterin, nicht der Marmor ist es... nicht die Goldbeschläge... nicht die Wandbehänge...
Es sind die Ikonen, Reliquien und... die Verbundenheiten, das Gefühl von Zuflucht, die ein Haus Gottes, wie... im Übertragenen, ein Haus der Kinders Kains, ausmachen..." setzte die Königstochter fließend ein, bestärkte fast den Schalk gegen ihren Begleiter.

"Und diese Hallen bieten jenes, in schlichter Form... wie in meiner werten Dame zaubermächtig Heimat" fügte dieser daraufhin fast okkult bei, übernahm das Wort seiner Begleiterin beinah. "Leere sagt manches Mal mehr aus, als tausend wortreiche Bilder." vollendete er lächelnd, noch auf seinem Posten harrend und den Blick zwischen den Damen wandelnd... die für und gegen ihn in erlesener Schönheit glänzten.

"Ihr seht, er vermag zu sprechen..." spöttelte Seinfreda liebevoll über ihren Paladin.
"Doch jedem steht seine Aufgabe und seine Rolle anhand seiner Gaben und Geburt zu, in unserem allnächtlichen Fest, nicht wahr? Diese gilt es erst zu beobachten... und welcher Mann sollte daher mit seiner rauhen Befehlsstimme den balsamnen Worte erhabener Frauen zuvorkommen?" fügte er fast unheimlich zeitnah an ihren Ausspruch. Seine Demut klang weder kirchlich unterwürfig, noch triefend falsch, schon gar nicht menschlich liebestoll... nein wenige Worte waren es, doch mit einem silbernen Nachgeschmack... der Mann in der Mitte der Kirche war sicherlich einer der unansehnlichsten Neugeborenen die sich in Genua tummelten, doch ebenso gewiss auch einer der Fesselnsten. Etwas vertrautes ging von ihm aus, etwas eindeutiges, etwas in sich geschlossenes... Es war nicht einfach möglich zu bestimmen was... zumindest noch.

Jene Wirkung hatte Acacia auf ihre beiden Gäste jedoch scheinbar ebenso, Gaius schloss zwei gemütliche Schritte auf, kam den Damen näher "Ihr seid also die Herrin der Schatten in der nächtlichen Perle..." setzte der Miles an, verblieb dann aber öffnend dabei... er wollte den Ton nicht erobern, nur den silbernen Schild heben, das schwarze Gold von den toten Lippen lockte ihn zu sehr...
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

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Re: Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

Beitrag von Acacia » Fr 14. Okt 2016, 17:06

Aufmerksam lauschte Acacia der Kappadozianerin und lächelte sacht. Doch bevor sie etwas darauf erwidern konnte, bewies ihr Recke, dass er sehr wohl in der Lage war zu sprechen. Sogar ausgesprochen charmant, ganz im Gegensatz zu seinem versehrten Antlitz. Doch schien dies die Hüterin, so schön sie selbst war, nicht zu stören. Der Blick aus den dunklen, beinah schwarzen und doch braunen Augen lag interessiert auf Gaius und das feines Lächeln wich nicht von den marmornen Zügen. Er strahlte etwas Faszinierendes aus, etwas Bezwingendes, was sie und vermutlich jeden anderen dazu brachte ihm zuhören und glauben zu wollen.

„Er vermag sogar ausgesprochen wohlfeil zu sprechen.“, erwiderte sie amüsiert auf die Bemerkung Seinfredas, wobei unerwarteter Humor auf ihren Zügen aufschimmerte. Wirkte sie doch eigentlich zu … königlich in ihrer Haltung, als dass man diese Regung bei ihr erwartet hätte. Elegant legte sie die Hände auf dem schweren Rock ihres Kleides übereinander.

„Nun, so kann man mich sicherlich bezeichnen, wenn man möchte.“, antwortete sie auf seinen offen gelassenen Satz. „Ihr wirkt sehr vertraut miteinander.“, lenkte sie dann jedoch wieder das Thema von sich selbst zu ihren beiden Gästen. „Wie lange folgen Eure Wege schon demselben Pfad durch die Nacht?“ Interesse lag auf ihren Zügen, sah man doch nicht oft zwei Monstren, die sich derartig gut ergänzten und dann auch noch aus unterschiedlichen Clans stammten.
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Re: Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

Beitrag von La Vedova » Fr 28. Okt 2016, 00:40

Seinfreda nickte langsam als Acacia nach der gemeinsamen Vergangenheit fragte. Sie legte den Kopf leicht schief, blickte auf ihren Begleiter und begann dann zu erzählen:
„Werte Acacia, es freut mich, dass Ihr die Vertrautheit zwischen uns erkennt. Gaius kam zu mir in düsteren Stunden als ich noch als Laiin im Kloster zum heiligen Kreuz in Portiers diente. Ich hatte den Kuss meiner Schwester und Meisterin noch nicht lange empfangen und war doch schon weit genug in die Künste unserer Zunft eingeweiht, dass mir klar wurde, dass Gaius besondere Fähigkeiten besaß, welche die meinigen in gewisser Weise…perfekt verkehrten, spiegelten und ergänzten. Gemeinsam bilden wir ein sich ergänzendes Ganzes, unsere Extreme verbinden sich zu einem Gleichgewicht, von dem ich hoffe, dass es zu einem ausgewogenen Gesamtkunstwerk erwachsen wird….Eine fruchtbare Verbindung…Leben und Tod in einem natürlichen Kreislauf“, sanft streichelte die die Maserung des Holzes einer der Kirchenbänke, die Augen wanderten über das Dekor der Kirche, standen nicht still, als die in Erinnerungen schwelgte.
„Gaius machte mir das größte Geschenk und ich nahm es an. Ich schulde ihm ein Leben...“, langsam ging sie zu ihm, strich ihm um die Schulter „Meine Dankbarkeit ist nicht in Worten zu messen, die …Nächstenliebe, die ich in ihm fand ließ mich wieder Hoffnung schöpfen.“
Seinfreda sah über Gaius Schulter hinweg zu Acacia „Uns verbindet so viel…versteht Ihr?“

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Re: Dämmerung- zwischen Dunkelheit, Schatten und Licht [Acacia, Seinfreda]

Beitrag von Acacia » Fr 28. Okt 2016, 12:11

Die Ansprache der Kappadozianerin sorgte für hochgezogenen Brauen bei der Schattengeborenen, doch schwieg sie vorerst und lauschte den Worten der anderen Frau. Dennoch war ihr Blick für einen Moment missbilligend und man konnte sich leicht vorstellen, dass so mancher Mensch unter den dunklen Augen schon eingebrochen war.

Still stand sie, während sie lauschte. Ein Gegensatz zu der feurig gefärbten, unruhigen Untoten, wirkte sie doch wie eine Statue, die nur mit dem Blick der Erzählenden und ihren Gesten folgte. Dennoch lag Interesse auf dem marmorbleichen Gesicht, das im Gegensatz zu Seinfreda jedoch überhaupt nicht leichenhaft wirkte. „Ich kann nicht erfassen in welchem Maße eure Verbindung zueinander besteht, doch ich ahne ihr Ausmaß. Darf ich fragen, welches Geschenk er Euch machte?“, erkundigte sie sich interessiert und ließ ihren Blick von der Kappadozianerin zu ihrem treuen Begleiter wandern, nahm ihn so in das Gespräch mit auf und lud ihn ein sich zu beteiligen. Faszination erfüllte das düstere Monster und ihre Neugier war geweckt worden. Immerhin versprach diese Geschichte die Gleichförmigkeit der langen Nächte zu durchbrechen.
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind wie Eisblumen viel zu schön für den Tag.
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