Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

[September '16]

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Angelique
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Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

Beitrag von Angelique » Mi 14. Sep 2016, 21:25

Roger stolperte durch die Straßen Genuas, nachdem er fluchtartig die Nonnen verlassen hatte. Trotz seines Zustands warnten ihn die Kriegerinstinkte sehr langer Jahrzehnte harten Trainings und brutaler Anwendung desselben vor den Gefahren der Stadt. So als hätte Genua mit dem Tod seiner Herrin den letzten Funken christlicher Ordnung verloren, lag Gewalt in der Luft. Roger wußte, ohne ihren Schutzengel würde dieses Sodom endgültig an das Böse fallen.

Sie hatten sie umgebracht, diese Narren, so wie Jesus Christus vor ihr!
Aber er war nicht der ungläubige Thomas oder der wankelmütige Feigling Petrus. Roger hatte Vertrauen. Sie würde wieder auferstehen, so wie der Heiland, denn sie war wie er von GOtt gesandt. Und sie hatte es gesagt. Ihr Wort war so gut wie das der Schrift.

Aber er, er war schwach. Er war nur ein Mensch, gesegnet zwar, aber schwach im Geiste. Fast hätten die Nonnen ihn in Versuchung geführt und er hätte vom Kelch der Hure Banylons gekostet!
Das er fehlte und sich verdammte, war ihm gleich. Aber wenn sie zurückkehrte aus den Hallen des Todes, dann würde er die Enttäuschung und die folgende gütige Vergebung niemals ertragen können.

Und so strauchelte Roger wie ein Trunkener in die übelsten Gegenden der Stadt, jede Ratte hungrig anschauend, nach dem Fleisch jedes Bettlers, der vor dem Gepanzerten mit dem irren Blick floh, gierend.
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Gaius Marcellus
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Re: Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 14. Sep 2016, 21:47

Die Nacht war heute besonders dunkel, der Mond verhangen aber doch stark, so dass immer wieder für ein, zwei, drei Liedschläge nur gespenstisch silberne Streifen über den Boden glitten.

Angst erfüllte die Augen Pedros, der die Gasse entlang lief, 'einen Teufel habe er gesehen, einen Dämon mit hungrigem Blicke' brabbelte der Trunkene panisch. Die kleine Menschenmenge, in die er stob, horchte auf. Ein Licht fiel auf den Panischen, erleuchtete seine Augen und Wangen rot, wie den Wein oder das Blut im Mondenschein...
Aus der Mitte der kleinen Versammlung erhob sich ein Mann, er hatte bis eben noch gekniet, ein paar Worte wechselten zwischen Pedro und der Gruppe, ehe dieser Mann aus ihrer Mitte die Versammlung sanft beruhigte und fort sandte - 'Il Paladino' würde sich dem riesenhaften Daimon entgegenstellen...

Der Mond war längere Zeit verschwunden als sich so nun in Rogers Gasse ein dunkler Schemen vor ihm auftat, auf einige Schritt Distanz sich blockierend in den Weg stellte. Die Hand offensichtlich am Schwertgriff, das Tränenschild bereits auf den Arm gespannt. Kurz gefror die Szene, die Anspannung lag in der Luft und das leise Wimmern einiger verborgener Menschen war zu erahnen...

Da brach der silberne Strahl aus dem Himmel, erhellte glänzend ein dutzend heimlicher Augen am Ende der Gasse und doch zugleich auch die beiden Miles die sich gegenüber standen wie zum Zweikampf.
Als sich das Licht auf den Krieger warf umspielte es diesen förmlich, sein leicht verschrammter Kopfschutz glänzte auf, einen Augenblick leuchtete das allsehende dritte Auge des Brillenhelmes... ehe es als Ornamentik erkennbar wurde.
Dann erblickte man das zerfurchte Gesicht...
und in diesem kurzen lichten Augenblick kam man nicht umhin den Mann, der zwischen Roger und den köstlichen Bettlern stand, als den Miles Gaius zu erkennen, diesen Engel, oder Dämon, oder was auch immer... dessen Vater der Freund des Vaters des Todesengels war?
Fast himmlisch leuchtete der mann für diesen unendlichen Liedschlag, ehe der Mond vorbei zog und die Szene wieder in Schwärze hüllte...
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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Re: Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

Beitrag von Angelique » Mi 14. Sep 2016, 22:03

Roger war erleichtert. Der Engel der Himmlischen Heerscharen war gekommen, um ihn in seinem Leid zu erlösen, zu stoppen, bevor er abfiel. Er kannte das Gesicht, das der Himmlische sich gegeben hatte.
Miles Marcellus!
Erschöpft sank Roger nieder und umfasste sein Schwert. Flüsternd sprach er sein Bekenntnis in der Sprache der Väter:
"Fater unser, thu thar bist in himile,
si giheilagot thin namo,
queme thin rihhi,
si thin uuillo,
so her in himile ist, so si her in erdu,
unsar brot tagalihhaz gib uns hiutu,
inti furlaz uns unsara sculdi,
so uuir furlazemes unsaren sculdigon;
inti ni gileitest unsih in costunga,
uzouh arlosi unsih fon ubile."
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Re: Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 14. Sep 2016, 22:23

Der Krieger erhob leicht die Hand als sich der Nordmann näherte, doch hielt er ein als dieser sich vor ihm zu Boden warf. Gaius war einen kurzen Augenblick wie gelähmt... den Wahn auf den Augen des stolzen Kriegers ließ ihn schaudern, was war ihm angetan worden.
Auch er begann ein Vaterunser zu beten, Lateinisch und laut genug. Er bat für die arme Seele vor sich, warf einen kurzen Blick zu den Gaffern hinter sich, die sich nun wirklich davon machten und ging dann zu dem erschöpften Krieger auf dem Boden selbst auf ein Knie herab.
"Miles Roger, was wurde euch angetan? Sprecht! Ist euer Engel wohlauf?" die Spuren im Gesicht des Ghuls wirkten besorgniserregend... die letzten Tage hatte der Salubri bereits auf das Erscheinen des kleinen Malkavianerin gehofft... doch sie war ausgeblieben.
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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Re: Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

Beitrag von Angelique » Mi 14. Sep 2016, 22:35

Roger hob sein ausgezehrtes Gesicht. "Sie ist tot", sagte er heiser. "Aber sie wird auferstehen wie der HErr. Nur ich weiß nicht wann. Die falschen Nonnen,... sie sagen es nicht mit Gewißheit."

Roger griff den kalten Arm des Untoten. Beschwörend sagte er: "Ich kann nicht mehr zu ihnen. Jedesmal führen sie mich mit neuen Teufeleien in Versuchung. Jedesmal wird es schlimmer. Erst sollte ich ohne meiner HErrin Kommunion von ihrem Blute kosten, jetzt wollten mir fremdes Blut von wer weiß, was für einen Dämon geben. Ein weiteres Mal halte ich das nicht durch! Bitte, ich flehe Euch an, Herr, seht Ihr nach Angelique. Ich...ich kann es nicht länger."

Der Miles schämte sich seiner Tränen nicht, die er heftig vergoß.
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Re: Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 14. Sep 2016, 22:42

Der Heiler blickte auf diese große und doch so jämmerliche Bestie von einem Mann, dann legte er ihm fast Zart die Hand auf sein Haupt
"Sorge dich nicht, Roger, ich werde mich deiner Herrin annehmen.
Sie liegt geschlagen darnieder, Roger?
Was wurde ihr angetan, etwa von den Nonnen der Jagd?"

langsam erhob sich der Krieger wieder, halb zog und halb stütze er den Nordmann auch auf die Beine
"Führe mich zu ihr, vorsichtig.
Und erzähle mir dabei, was geschah und in welchem Zustand deine Herrin ist..."

Mitleid überkam den Ritter, wie tief die von ihnen Abhängigen doch fallen konnten ohne den Beistand und die Sorge um sie... wie unverantwortlich es doch war, ihnen diesen Zustand leichtfertig anzutun...
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Re: Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

Beitrag von Angelique » Do 15. Sep 2016, 09:50

Roger erhob sich mühsam, als zogen Zentnerlasten ihn herab. Aber schon begann er in Richtung der Nonnen Sündenpfuhl sich zu schlepppen. Er war keine Hilfe, hatte keine Macht, aber wenn der Engel der Himmlischen Heerscharen sich der Sache annahm, dann schöpfte er Hoffnung.

"Ich weiß nicht genau, was geschehen ist, Herr. Meine geliebte Angelique ging zu einem Treffen mit den Nonnen. Sie hatte sich darauf gefreut. Wisst Ihr, sie liebt altes und neues Wissen. Kann sie welches erlangen, ist sie blind und naiv in ihrer Begeisterung wie das unschuldige Kind, das sie auf ewig ist.

Die Nonnen sprachen von einer Jagd, von Beute, die stärker war, von Verwundung, wo ein jeder doch sehen kann, dass sie tot ist! Sie halten mich für genau so dumm wie die Kampfsklaven dieser anderen Teufel hier." Er zögerte. "Ich weiß nicht warum, aber ddie Nonnen geben Angelique Trunk, um ihr bei der Auferstehung zu helfen. Sagt, verhexen sie sie damit? Ziehen sie sie in ihren Bann aus uns Adligen vorbehaltener Jagd? Machen sie sie auch wieder zu einer Rebellin wider den Willen Gottes, so wie alle es geblieben sind, die nicht wie Ihr und Angelique den Weg zurück zum Platz unter den Engeln beschreiten?" Seine Erschöpfung und alles verschlingendes Verlangen wurde ersetzt durch die brennende Neugier, mit der Angelique ihn schon vor so langer Zeit angesteckt hatte.

Er stockte im Gehen. "Ich vergesse alles, was ich über die Sitten der Teufel gelernt habe. Das muß Eure himmlische Aura sein. Ich werde gehen und sie fragen, ob sie eine Audienz für Euch gewähren."
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Re: Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

Beitrag von Gaius Marcellus » Do 15. Sep 2016, 10:13

Der Salubri schritt bemessen neben Roger her, achtete stets auf dessen Schritt und ein wenig auf die Umgebund, wo dieser dazu nicht in der Lage schien
"Der Kult der Jagd.... wir werden sehen, ob sie nur Helfen oder nutzen wollten... den Willen eurer Herrin werden sie kaum angerührt haben." dabei lächelte er kurz überzeugt, den Geiste Malkavs zu brechen... auf einen zerbrochenen Spiegel einzutreten...

"Ich kenne diese Nonnen, ja, du solltest mich ankündigen, doch zuerst brauche ich den Weg.
Aber du, Miles Roger, wie ist es um dich bestellt? Du erhieltes lange Zeit kein.... keine Aufwartung deiner Herrin mehr?"
selbst um den alten Krieger schien er sich zu sorgen...
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Re: Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

Beitrag von Angelique » Do 15. Sep 2016, 10:42

Roger schüttelte den Kopf. "Die Nonnen haben es angeboten, von Angeliques Leib abzuzapfen wie... wie Milch von einer Kuh! Ohne die Heilige Kommunion, ohne das Mysterium des Erkennens", er errötete bei diesen Worten, die so persönlich waren, wie ein Page, den man bei Medicusspielen erwischt hatte. Wie ein junger Page, der vor sehr langer Zeit bei Medicusspielen mit einem leicht verrückten Müllermädchen ertappt worden war... vor Krieg und entsetzlichen Vistae. Er lächelte bei dieser bittersüßen Erinnerung.

Dann kehrte er in die düstere Gegenwart zururück. "Nein, Herr Gaius, ich werde die Jagdnonnen informieren. Sagt mir, wo ich Euch erreichen kann."
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Re: Blutvasall ohne Blut[Roger, Gaius Marcellus]

Beitrag von Gaius Marcellus » Do 15. Sep 2016, 10:48

Der Krieger blickte ihn erst einige Momente fast geschockt an, ehe er verstand was der Plan der Nonnen war, dann nickte er
"Gut. Ich werde hier am Armenhaus warten und wirken, heute die Nacht noch, wenn es geht, aber auch die nächsten Nächte werde ich hier sein und auf dich warten."

Er ließ sich symbolisch einen Schritt zurück fallen "Aber eile." Sorgen waren im Gesicht des Salubri zu sehen... doch Sorgen um Roger...
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