Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

[September '16]

Moderatoren: Toma Ianos Navodeanu, Acacia

Benutzeravatar
La Vedova
Kappadozianer
Beiträge: 706
Registriert: Do 1. Sep 2016, 09:39

Re: Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

Beitrag von La Vedova » Mi 7. Sep 2016, 20:08

Den Tanz der Worte und Gesten mit dem granithaften Vertreter der Marmorprinzessin weiterführend, erhob die Kappadozianerin ihre eher leise Stimme zu einer ausführlichen, ruhigen Erklärung.

„Die Anreise war sicher, der Empfang in eurer Domäne höchst respektvoll, habt Dank.", sagte sie mit einem respektvollen Blick und verschränkte die Hände locker vor ihrem Körper.
"Die Chance, ihre höchstverehrte Majestät persönlich zu sehen, erfreut uns tiefgehend. Der Aufgabe werden wir selbstverständlich mit besten Kräften nachgehen.
Was eure Fragen angeht, so will ich wahrheitsgemäß und offen sprechen, wie es die zweite Tradition des Vaters von uns verlangt:
Wir kamen nach Genua, da unsere Chroniken von den wiederholten Leiden der Stadt durch Siechen berichteten, einer Bedrohung der menschlichen Bevölkerung, die auch Kainskindern unerwartet zuzusetzen vermag und derer sich zu erwehren schwer fällt. Mehr als nur einen Verlust an Subjekten schadet dies einer Domäne, das Sethskind verliert in körperlichen Leiden ebenso rasch das geistige Heil und die Moral.
Nach meinem Wirken in der Abtei Sainte-Croix suche ich nun nach einem neuen Ort in der Fremde, an dem ein Nonnenkloster im Geiste der Heiligen Agnes willkommen und von Nutzen ist, von dem aus Genesung und Hoffnung und damit Zufriedenheit und Erlösung ihren Weg zu den Sethskindern finden kann.
Gemeinsam mit meinem Begleiter aus dem Clan der Heiler sind wir so Kenner von Tod und Leben, in der Hoffnung im rechten Moment das rechte Leben zu bewahren und unserem Herren damit gefällig zu sein.
Diese Hoffnung führte ihn an meiner Seite und mich voran in die prinzliche Domäne der blühenden Stadt unter der Herrschaft der höchstverehrten Prinzessin Aurore. Der feste Glaube, eines Tages könnte dieser Stadt durch einen Ort der wahren Heilung und Genesung für Körper und Geist beigestanden werden.“
Hier beendete sie ihren Satz, löste sich sichtbar und der Salubri schloss einen weiteren an, der wie zum selben Gebilde zu gehören schien.

„Meine Gefährtin studiert den Tod in Gedanken und Erleben, mit Intensivität und einer neuen, lebensnahen Note, der Austausch mit den Clansbrüdern in eurer Domäne wird aller Ergebnisse sicherlich Früchte tragen lassen. In jenem Sinne von Leben und Sterben können wir auch zuvor der Stadt beistehen, weswegen wir auf Gastrecht hoffen.
Der Weg zu einem großen Ort führt über einen Kleineren, schon heute könnte ein Hospital dem Volke der Stadt Sicherheit und Leidensminderung verschaffen und somit auch vielfacherweise der kainitischen Gesellschaft dienen.“

Auch er beendete seinen Satz und hielt den Blick weiter aufrecht, beide warteten auf die Reaktion des Ancilla auf ihre Pläne, und ob ihr Auftreten und Abstammung ihn von ihrer Tugendhaftigkeit und guten Absichten überzeugt hätte.

Benutzeravatar
Il Canzoniere
Erzähler
Beiträge: 4282
Registriert: Fr 22. Jan 2016, 20:22

Re: Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

Beitrag von Il Canzoniere » Sa 10. Sep 2016, 09:28

Der Ventrue überlegte einen Moment, offenbar ging er in seinem Kopf gerade allerlei Optionen durch, legte sich Wörter zurecht und überflog die eben gehörten Sätze nach versteckten Unterstreichungen. Dann breiteten sich seine Hände einladend aus.

"Ich nehme euch beim Wort. Wenn ihr schwört alles gegen jedewede Krankheit oder ihrer Quelle zu tun was überhaupt möglich ist, dann seid ihr willkommen in Genua, la superba. Ihr erhaltet Jagd- wie Gastrecht und werdet zum kommenden Hof eingeladen. Euer Vorschlag ein Hospiz zu errichten wird ihrer Majestät sicher gut gefallen, sie liebt ihr Volk und ist für jeden Vorschlag und jede Maßnahme die es zufriedener oder gesünder werden lässt offen." er schien noch mehr zu sagen zu haben, entschied sich jedoch erst den erwähnten Schwur abzuwarten, ehe er sie nicht doch abweisen müsste und Details über die Domänenstruktur verraten hätte.

Sein Blick wanderte zu Gaius hinüber und er runzelte einen Moment die Stirn "Ich nehme an ihr seid derjenige den das Volk Il Palladino nennt? Stammt ihr aus Lucca?" offenbar hatte er schon etwas über Gaius gehört. Der unscheinbare, vom Feuer reflektierte, Glanz seiner dunklen Augen schimmerte ein wenig neben dem stechenden Blick der diesbezüglich nichts gutes zu verheißen mochte.

Benutzeravatar
Gaius Marcellus
Salubri
Beiträge: 1579
Registriert: Mo 29. Aug 2016, 23:46

Re: Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 10. Sep 2016, 10:41

Der Salubri reckte den Kopf, die Worte des Königlichen schienen auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Die beiden Initianten blickten sich kurz an, die Zusage zum Wohlwollen ihrer Majestät wog schwer

"Ich schwöre, im Namen Gottes, solange wir in Genua willkommen sind alles, dass in meinen Mitteln, Rechten und Mächten und im Einklang der Sitten und Traditionen unseres Vaters überhaupt möglich ist, gegen hiesige Krankheiten, Siechen und ihre Quellen zu unternehmen." formulierte die Kappadozianerin langsam. Als sie geschlossen hatte, tat ihr Nebenmann den Eid gleich, fester Stimme schwur dieser auf seine Ehre statt Gott. Die Worte waren tief berührt und würden fast jedes andere Herze ebenso erreichen... zumindest fast. Seine Aura war mittlerweile so pulsierend, dass sie zu spüren war.

Auf die Frage des Seneschalls antwortete er dieses mal recht bald, intuitiver als sonst, noch im Fluss.
Mit einem kurzen Nicken und ohne Unsicherheit erläuterte der wortwörtliche Paladin
"Ja sehr wohl, verehrter Seneschall, so werde ich oft noch immer benannt. Dieser Name stammt noch aus meinen Lebzeiten, als der Popolo Luccas vom Hause Faggiola ausgehungert und gepeinigt wurde und ich suchte ihm beizustehen... bis zu meinem letzten Atemzug." eine unbekannte Regung lag in dem Bericht wie von Heldentaten, weit überdeckt durch Il Paladino...
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

Er sprach mein Leben sei verwirkt,
ich sollt mich zu ihm legen,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut.

Benutzeravatar
Il Canzoniere
Erzähler
Beiträge: 4282
Registriert: Fr 22. Jan 2016, 20:22

Re: Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

Beitrag von Il Canzoniere » Di 13. Sep 2016, 10:57

Mit einem konzentrierten Blick, gefolgt von einem knappen Nicken zu jedem der beiden, bestätigte er den Schwur. Nach einer kleinen Kunstpause begann er mit den bereits angedrohten Erläuterungen, das geschliffene Latein das er hierfür benutzte schien ihm deutlich mehr eine Heimat zu sein als der profane Dialekt der Genovesi:

"Dann heiße ich euch, Seinfreda Gunnhildsdottir, Neugeborene des Clans des Todes, Tochter der Kassia von Byzanz, Ancilla des Clans des Todes, Tochter der Rotrud, Ancilla des Clans des Todes, Tochter der Irene von Athen, Ancilla des Clans des Todes, Tochter der Odilia, Ahnin des Clans des Todes und Prinzessin von St. Odilienberg, Tochter der Radegundis von Thüringen, Ahnin des Clans des Todes und Seneschall von Sainte-Croix de Poitiers, Tochter der Agnes von Rom, Ahnin vom Clan des Todes und Prinzessin von Sainte-Croix de Poitiers, Tochter des Lazarus, Ahn vom Clan des Todes, Kind des Kappadozius, Herr des Todes, Kind Irad des Starken, Kind des Kain, des Vaters und euch Gaius Marcellus Palatino, Neugeborener des Clans der Salubri, Kind des Matthias von Bath, Ahn des Clans der Salubri in der Domäne der Aurore von Genuas willkommen und erteile euch Gast- wie auch Jagdrechte. Ihr könnt euch innerhalb der Mauern in Domus, Broglio oder Ravecca niederlassen oder außerhalb der Mauern in einem der umliegenden Dörfer, die ebenfalls zur Domäne Genua gehören. Solltet ihr eine Zuflucht nach eurem Gutdünken gefunden haben bitte ich um kurze Information meiner Person.

In meiner Funktion als Ädil informiere ich euch weiterhin über Besonderheiten der Domäne die es zu beachten gilt:

Clavicula, Burgus und das Bischofskastel sind prinzlich vergebene Domänen. Wenn ihr sie betreten wollt benötigt ihr die Erlaubnis ihres Herren. Im Falle Claviculas ist dies Godeoc, Ancilla des Clan Nosferatu. Burgus gehört den Kappadozianern. Insbesondere ihrem Ältesten, Benedetto, Ancilla des Clan des Todes....
" sein Blick legte sich dabei wie selbstverständlich auf Seinfreda, wohl auch um zu sehen ob der Name ihr bereits bekannt war.

"Für das Kastell wendet ihr euch an mich.
Weiterhin ist Platealonga ist de facto Domäne derer, die dem via regalis folgen. Solltet ihr euch diesem Weg zugehörig fühlen wendet ihr euch ebenfalls an mich. Ob und wann diese Rechte dann auch für euch gelten muss noch abschließend geklärt werden.

Das Elysium in der Kirche San Donato in Ravecca steht euch hingegen jederzeit offen. Die Hüterin dieses, ist Acacia della Velanera, Neugeborene des Clans der Schatten, Ädil ihrer Majestät Aurore von Genua und Kind des sehr verehrten Alexander, Ahn des Clans der Schatten.

Zuletzt eine Warnung: aktuell befinden sich mehrere illegale Mitglieder des Clans der Jagd in der Stadt. Sie haben bereits mehrere Mitglieder der Domäne verschleppt und vernichtet, ihr solltet euch daher vor ihnen in acht nehmen. Falls ihr Hinweise, Beobachtungen oder gar konkrete Dinge loswerden wollt wendet euch diesbezüglich an Brimir, Geissel der Feinde Genuas und Liktor ihrer Majestät, sowie Neugeborener des Clan des Tiers oder, falls dieser nicht erreichbar sein sollte, an meine Person. Den Gangrel könnt ihr über den Kontor des Nordmannes Grimmstein am Hafen kontaktieren."


Der Tonfall in dem er all dies vortrug wirkte routiniert, als hätte er diese Worte schon sehr häufig sprechen müssen.
Nachdem er die Informationen für Gäste geteilt hatte wurde sein Blick ein wenig nachdenklicher.

"Die Aufgabe, die ich euch hoheitlich im Namen ihrer Majestät übertrage, lautet wie folgt: In den vergangenen Jahren gab es in der Tat immer wieder Ausbrüche von Krankheiten und Seuchen - genau das was euch hierher getrieben hat. Meist hat sich Benedetto, Ancilla des Clan des Todes um die Bekämpfung dieser gekümmert, doch er hat sich in den vergangenen Jahren enorm zurückgezogen. Sein Kloster verlässt er beinahe überhaupt nicht mehr. Unglücklicherweise hat er dabei auch die Aufgabe der er sich angedient hat vernachlässigt oder schlicht das Interesse daran verloren sich nützlich zu machen. Daher fällt nun euch, Signora Gunnhildsdottir und euch Signore Gaius nun diese Aufgabe zu. Einen Überblick über den aktuellen Stand kann ich euch ebenfalls kurz geben." an dieser Stelle schien das Protokoll - das einzige was den Ventrue offenbar stoppen konnte - zu verlangen eine Pause zu machen.

Der leicht schräg liegende Kopf schien außerdem die Frage zu stellen ob sie diesbezüglich alles verstanden und akzeptiert hätten. Und ob es abseits von dem besprochenen noch weitere Fragen gab.

Benutzeravatar
La Vedova
Kappadozianer
Beiträge: 706
Registriert: Do 1. Sep 2016, 09:39

Re: Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

Beitrag von La Vedova » Di 13. Sep 2016, 17:51

Die Ausführungen des Seneschalls wurden aufmerksam verfolgt, die synchronisierte Höflichkeit sprach entweder von allerbester Zucht oder, in den Augen eines der die Etikette selbst nicht schätzte und ihren Nutzen nicht kannte, beinahe Spott…
„Ihrer höchst verehrten Majestät und Euch sei für die Gewährung dieser Rechte im Sinne der zweiten Tradition unseres Vaters gedankt. Seid euch versichert, dass wir unserem Schwur aufs Beste nachgehen werden.“ Sprach Seinfreda mit der Andeutung eines Lächelns diesmal deutlich für beide Neuankömmlinge.

„Was unsere neue Aufgabe im Sinne der Domäne und eure Frage nach einer Zuflucht angeht, so stelle ich höflichst die Frage, ob das zerfallen wirkende Kloster St. Agnese und das Dorf Luccoli bereits Zuflucht oder beanspruchter aber nicht prinzlich bestätigter Besitz eines anderen Kainiten der Domäne sind? Desweiteren ob eine Restaurierung des Frauenstiftes in der Tradition der Heiligen Agnes, meiner Ahnin, im Sinne ihrer Majestät wäre, damit fromme Nonnen und ich von dort aus heilsames Werk für die Domäne entfalten können?“
Die Kappadozianerin erwähnte das Kloster wohl direkt im Kontrast zur zuvor erwähnten nachgelassenen Krankenfürsorge des Ancillas ihres Clans. Die Nennung dessen hatte kaum besondere Regungen in ihr hervorgerufen, ein Menschenkenner konnte wenig über eine Bekanntschaft der beiden lesen, ein großer Kenner der Etikette würde diese direkte Kontraststellung hingegen wohl als Andeutung fehlender Nähe verstehen.

Wie als Entschärfung und Klarstellung fügte die Nordfrau jedoch noch einen Satz hinzu: „Dem verehrten Benedetto, Ancilla meines Clanes, würde ich gerne meine Aufwartungen machen, ich wäre euch verbunden, wenn ihr mir nennen würdet wie er in Burgus traditionsgemäß zu erreichen ist.“


Nach einer kurzen Sprechpause setzte dann Gaius mit fester Stimme an „Ich selbst folge als treuer Miles der Via Regalis, weitere Anhänger dieses Pfades in Platealonga kennen zu lernen wäre mir eine Freude, verehrter Seneschall. Gemeinsam lässt sich der Domäne am besten dienen.“
Diese Aussage, so kurz wie sie schien, war von einem wahren Aufflackern der dienstbaren Aura des Salubri begleitet. Darauf setzte er kurz ab und fuhr dann doch recht direkt fort
„Eure Aufgabe werden wir mit voller Kraft aufnehmen, seid euch versichert. Es ist bedauerlich, dass der bisherige Hüter seine Pflicht den Sethskindern und somit ihrer Majestät gegenüber nicht mehr wahrnimmt. Über einen Überblick zu den Problemen der Gegenwart und Vergangenheit, sowie den zentralen Möglichkeiten dagegen im Namen der Stadt vorzugehen wären wir sehr erfreut.
Zentral erscheint für jedes Vorgehen das Errichten von Siechenhäusern in denen Erkrankte und Hilfsbedürftige getrennt von Einander behandelt und an der Ansteckung weiterer gehindert werden können.“ Er zögerte kurz, orientierte sich dann an Seifreda „Kurze Worte des Popolo brachten die Kunde, dass die Siesteri Broglio und Calvicula“ er sprach langsam, als sei er sich nicht ganz sicher sie richtig zu benennen „derzeit von vielen Armen und Hilflosen, gar Heimatlosen, bewohnt werden? Dies klingt nach einem wahrlich gefährlichen Ort für die Ausbreitung neuer Siechen.“

Erneut stockte er kurz nach diesem Allgemeinplatz „Die anderen Siesteri scheint dieses Problem derzeit weniger zu quälen? Womöglich wäre dies allerdings auch eine Chance… im Siesteri Domus, womöglich auch in den anderen nicht als prinzliche Domänen vergebenen Stadtteilen, gibt es Armenhäuser… zumindest jenes in Domus scheint nicht nur weniger genutzt, sondern auch in ausbaubarem Zustand, wenn es im Sinne ihrer Majestät steht und Ihr, verehrter Seneschall, diese Idee als für das Wohl der Stadt vernünftig betrachtet und noch kein anderes Kainskind in diesem oder den anderen Häusern seine Domäne sieht… wären sie eine sehr gute Möglichkeit zumindest in den nicht mehr von der Wohnungsnot bedrohten Siesteri jeweils eine zentrale Instanz zu errichten und somit die Gesundheit der Sethskinder in den wirtschaftlich starken Teilen Genuas zu schützen.“ Dabei zögerte der Salubri das erste Mal wirklich, als sei er mit seiner kommenden Aussage unzufrieden, müsse sie aber aus realpolitischer Erwägung treffen „Auf dass dieser Schutz bald darauf auch die peripheren und prekären Regionen erreicht.“

Dass gut geschützte Bürger weniger dazu bereit wären alle Armen mit irgendeiner Krankheit sofort zu steinigen war wohl der echte Grund für diese dem Paladin widersprechende Priorisierung… aber zum Guten führte wohl beides. „Wenn ihr erlaubt, könnte Derartiges der erste Schritt zur dauerhaften Erfüllung eurer Aufgabe werden.“

Benutzeravatar
Il Canzoniere
Erzähler
Beiträge: 4282
Registriert: Fr 22. Jan 2016, 20:22

Re: Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

Beitrag von Il Canzoniere » Do 15. Sep 2016, 12:38

Wie er da saß, ohne zu blinzeln ohne eine Bewegung des Brustkorbes und ohne Regung wirkte er gleichzeitig nicht ganz hier war und wie eine wirklich gute Steinmetzarbeit, die ein Scherzbold in das Gewand eines Priesters gehüllt hatte. Zumindest ersteres strafte der durchdringenden Blick jedoch Lügen. Als ob er jedes der gehörten Worte unmittelbar bewertete, auf Artikulation und Betonung abwog und im Geiste hier oder dorthin schon verharrte er erstarrt und ließ erst auf das Ende ihrer Worte wieder ein knappes Nicken erkennen.

"Ihrer Majestät gefällt alles was ihrer Herde dient. Ich wüsste also nicht was dagegen spräche. Jedoch sollte ich euch hier erneut warnen: die bereits erwähnten Kainiten des Clans der Jagd waren es die das Kloster in seinen bedauernswerten Zustand versetzt haben. Vor einigen Jahren drangen sie dort ein und entführten eine dort ansässige Kainitin des Clans der Rose. Von dieser fehlt bis heute jede Spur. Diese dreiste Entführung eines Gastes ihrer Majestät war jedoch der Auslöser des mehrjährigen Fraxinetum-Feldzuges. Es darf also bezweifelt werden das sie noch einmal so dreist vorgehen werden. Damals haben sie viel mehr verloren als gewonnen. Das Kloster wird aktuell von niemandem beansprucht. Luccoli hingegen von Brimir, Kind des Böggvisson, Neugeborenem des Clan des Tiers, Liktor ihrer Majestät und Geissel der Feinde Genuas. Einzelheiten bezüglich der Ortschaft solltet ihr idealerweise mit ihm selbst abklären."

"Was Benedetto angeht: Seine Zuflucht liegt in San Marcellino. Nachrichten dorthin erreichen ihn für gewöhnlich."

Dann wandte sich sein Blick zu Gaius hinüber. Ein gewisses Interesse flammte auf als der Miles erwähnte das er dem via regalis folgte. Offenbar schien er sich jedoch nicht sonderlich darüber auslassen zu wollen, solange noch jemand anderes im Raum war. "Ihr werdet die Chance erhalten euch im Kreise der Könige vorzustellen." beendete er daher das Thema ehe es wirklich aufkam.

Als er jedoch das mangelnde Pflichtgefühl des kappadozianischen Ancillas ansprach huschte ein Lächeln durch seinen sonst so ernsten Blick. Seine folgenden Worte ließen es jedoch ebenso schnell verkümmern wie es gewachsen war.

"Es ist nicht nur bedauerlich sondern darüber hinaus besorgniserregend. Der Kappadozianer ist ein Forscher. Er experimentiert mit dem Leben und dem Tod. Es gibt eine ganze Reihe von....Vermisstenfällen unter den Sterblichen der Stadt und ich würde mich wundern wenn nicht er hinter einigen stecken würde. Meine Sorge geht jedoch darüber hinaus: ich befürchte der Kappadozianer hat die Krankheiten die er im Laufe der Jahre bekämpft hat nicht geheilt...sondern gesammelt. Und setzt nun Seuchen als Waffe ein. Nicht nur hat er ein Dutzend Mönche des Klosters San Sisto et Vittorio, das sich in meiner Einflusssphäre befindet, absichtlich und wider besseren Wissens infiziert und sie damit dem Tod überantwortet, nein es stellte sich heraus das dies nur ein makaberer Test gewesen war. Denn kurz darauf erkrankte Bischof Teodolfo selbst an dieser mysteriösen Krankheit, nachdem er von einem Alliierten Benedettos zu Gesprächen geladen worden war. Wie ihr sicher wisst ist er daraufhin verschieden." er breitete die Hände unterstreichend aus und warf den beiden einen besorgten Blick zu.

"Ihr merkt: die Lage ist komplizierter als sie aussieht." als ob ihn einen Moment ein ironischer Gedanke erfasste pausierte er. Dann sah er die beiden Neuankömmlinge an. "Und ein Bischofsmord ist etwas das wir unter keinen Umständen tolerieren sollten. Er muss von seinem Handeln abgebracht werden oder wenn er dazu nicht bereit ist....aufgehalten." abschätzend blickte er die beiden Neugeborenen an.

"Das wird sicher nicht ganz einfach sein. Ich schlage vor ihr macht euch erst einmal selbst ein Bild darüber. Und danach besprechen wir wie das Problem gelöst werden kann." bevor er sich, als ob er nach und nach eine Liste abhake, der nächsten Frage zuwandte.

"Ihr habt Recht: Clavicula, Broglio und Ravecca haben alle ein Problem mit Bettlern. Das liegt jedoch meiner Ansicht nach an mangelnder Durchsetzung der geltenden Gesetze. Wie ihr feststellen werdet, gibt es auch in den anderen Sestieri Bettler. Ordentliche Bettler, denen ein schlimmes Leid, wie ein Hausbrand passiert ist und die dafür von der Verwaltung einen Bettelbrief ausgestellt bekommen. Die illegalen Bettler, die derzeit in den östlichen Sestieris Ärger machen, stehlen den anständigen unter ihnen die milden Gaben die gute Christenmenschen für sie spenden und überstrapazieren die Geduld der Genuesen. Viele der dort versammelten wollen nämlich überhaupt nicht arbeiten. Spenden zu versaufen erscheint ihnen leichter. Das Problem ist also eher das sie nicht die richtige Motivation haben, als das es ihnen wirklich schlecht ginge.

In Bezug auf Clavicula können wir da leider nichts machen. Das ist eine Angelegenheit Godeocs. Wir arbeiten jedoch bereits an einer Lösung für Broglio und Ravecca, ihr braucht euch darum also erst einmal keine Gedanken machen.

Die Nutzung der Armenhäuser als Siechenhäuser halte ich jedoch für keine sehr gute Idee. Falls wir eurer Meinung nach solche Siechenhäuser errichten sollten, würde ich vorschlagen das wir das außerhalb der Mauern tun. Beispielsweise in Borgio Incrociati oder im Norden Maddalenas, am Zentralfriedhof. Innerhalb der Stadt fürchte ich die Ausbreitung einer Seuche... zumal Wohnraum überall ein sehr rares Gut ist. Die Stadt befindet sich im Aufschwung."
er sah die beiden abwechselnd an, ob er diesen Punkt ausreichend gut formuliert hatte. Offenbar war Medizin nicht unbedingt eine seiner Kernkompetenzen.

Benutzeravatar
Gaius Marcellus
Salubri
Beiträge: 1579
Registriert: Mo 29. Aug 2016, 23:46

Re: Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

Beitrag von Gaius Marcellus » Do 15. Sep 2016, 18:07

"Ich danke euch für euren Rückhalt in jener Frage, verehrter Seneschall. Wir wollen versuchen das Kloster erneut zum Wohle der Stadt beitragen zu lassen..." bestätigte die Kappadozianerin des Seneschalls Antwort, sollte die Stadt sie wirklich annehmen, könnten sie von dort aus wohl Vieles für Genua tun... womöglich gar als Ersatz für die Mönche auf dem Pfad des Todes...

"Den Ältesten meines Clanes werden wir aufsuchen, womöglich lässt er sich auf den ehrwürdigen Pfad der Kappadozianer, die in Ruhe ohne Anderen zu schaden Erkenntnis gewinnen und sich nicht in der Politik zerreiben wollen, zurück führen..." auch sie wirkte dabei recht Ausdruckslos und Marmornern, fast etwas sorgenvoll oder gar verächtlich... die beinahe offene Feindschaft des Ventrue mit ihrem Clansbruder, der dazu eine Domäne verwaltete, schien sie nicht weiter zu ängstigen, oder zumindest kaum merklich... so war Maximinianus schlussendlich doch ein echtes Kainskind, nicht nur selbst eine geistlose Hülle, in der eine kontrollsüchtige Prinzessin nichts anderes als Etikette und Abläufe bestehen ließ...

Anders der Salubri, ihn schienen die Worte des Seneschalls zu bedrücken, wenig schien ihm widerwärtiger, als das gezielte Verbreitung der Siechen... womöglich könnten sie hier also eine größere Rolle spielen... Der Aussage seiner Begleiterin schien er in vollem Umfang zuzustimmen.

Auf all die abgeschlossenen Punkte des Seneschalls ging er nicht weiter ein. Die Berichte zu den Armen hingegen verfolgte er detailliert, auch wenn es nicht gelang, die Sorge Maximinianus zu dekonstruieren... sie schien zumindest da zu sein, wenn auch wohl unpersönlich im Sinne der Stadt...

Den forschenden Blick des Seneschalls nahm der Mediziner auf, er nickte bestätigend

"Ihr habt natürlich recht, verehrter Seneschall, ein Siechenhaus außerhalb der Stadt, nahe aber nicht direkt beim Friedhof, ist ein gutes Ziel, ehe es wieder zu richtigen Seuchen kommen kann.

Im Inneren der Stadt wären Hospitäler das Mittel der Wahl, dort können Verwundungen wie auch Krankheiten isoliert und behandelt werden, ehe sie als Seuche die Massen des Popolo erreichen. Die Lage in der Stadt, gar in den einzelnen Siesteri, wäre jedoch sehr zuträglich... die Sethskinder sind deutlich williger einen Heiler in ihrem Quartier aufzusuchen, als es dafür zu verlassen... dadurch werden Krankheiten häufig deutlich schneller erkannt und können eingedämmt werden."
Diese fachmännisch wirkende Ergänzung brachte der Salubri in allem ihm zur Verfügung stehenden Respekt vor, seine Wortwahl könnte die Entscheidung des Kainiten vor ihm und somit das Wohl vieler Sethskinder beeinflussen... fast musste er sich gezielt zurück halten, nicht seine innere Präsenz überhand nehmen zu lassen..

"Eine zentrale Stele für die Heiler sozusagen... an welcher Menschen rasch fähige Hilfe in ihrem Siesteri finden."
fasste er kurz zusammen.

"Wenn die Armenhäuser in den prinzlichen Siesteri weiterhin benötigt werden, sollten sie nicht weichen, Armut führt zu Krankheit... Gebäude in ihrem Stile als Heilungszentren könnten die Stadt bereits sehr bereichern und den Aufschwung mit kräftigender Konstitution verlängern.
Wenn es also Geignete gäbe, die dazu umfunktioniert werden könnten, würde ich derartiges gerne im Sinne der Stadt Genua durchführen..."
damit könnte er der Aufgabe des Ancillas vor ihm schon viele Schritte näher sein, nachgehen würde er ihr in jedem Fall, doch der Wille der Stadt dazu... lies sich in einer solchen Idee womöglich abschätzen
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

Er sprach mein Leben sei verwirkt,
ich sollt mich zu ihm legen,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut.

Benutzeravatar
Il Canzoniere
Erzähler
Beiträge: 4282
Registriert: Fr 22. Jan 2016, 20:22

Re: Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

Beitrag von Il Canzoniere » Mo 19. Sep 2016, 15:12

Den Blick einen Moment noch auf der Kappadozianerin liegend, während ihr Begleiter bereits sprach, runzelte er einen Moment die Stirn und blickte den Salubri dann unvermittelt an. Als ob er die Worte der beiden innerlich neu bewerten würde.

"Kloster, Siechenhaus, mehrere Hospitäler... ich schlage vor das ihr der Reihe nach vorgeht. Am Ende kommt es nur auf die Ergebnisse, niemals auf die Vision an. Wie ihr die euch gestellte Aufgabe und euren Schwur erfüllt ist mir gleich, Hauptsache die Stadt und ihre Einwohner profitieren davon.

Die Implikation, dass es nicht-prinzliche Sestieri gäbe, muss ich außerdem entschieden von mir weisen. Die von ihrer Majestät vergebenen Domänen entsprechen dem etruskischen Lehensbegriff der meines Wissens heute auch in den Frankenlanden und in Burgund genutzt wird. Nur eine Vokabularsfrage."


Wie genau die beiden die ihnen gestellte Aufgabe anzugehen gedachten schien ihn offenbar deutlich weniger zu interessieren als das Ergebnis selbst.

Benutzeravatar
Gaius Marcellus
Salubri
Beiträge: 1579
Registriert: Mo 29. Aug 2016, 23:46

Re: Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mo 19. Sep 2016, 16:18

Der Salubri erstarrte einen Moment, alle drei Augen blinzelnten zeitgleich. Der Seneschall war nicht bereit selbst an der Heilung der Stadt zu wirken... sie war ihm nicht mehr als eine Zahl.
Dennoch deutete er in vollendeter dienstbarer Loyalität eine zustimmende Verneigung an und verharrte. Die Korrektur seines neuen Oberen nahm er stillschweigend zur Kenntnis.

Die Kappadozianerin nahm diese Geste auf "Ganz wie es im Wunsche Ihrer höchst verehrten Majestät steht, werden wir sogleich beginnen diese Visionen zu Ergebnissen zum Wohle La Superbas umzuwandeln. Sollte es noch nötige Hinweise geben, diese Fürsorge effizienter zu gestalten, sind wir stets für diese dankbar. Ansonsten werden wir besten Wissens, Rechtes und Möglichkeiten beginnen..." ein sanftes aber wenig eindrucksvolles Lächeln zog sich über ihre kalten Lippen.
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

Er sprach mein Leben sei verwirkt,
ich sollt mich zu ihm legen,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut.

Benutzeravatar
Il Canzoniere
Erzähler
Beiträge: 4282
Registriert: Fr 22. Jan 2016, 20:22

Re: Einzug: La Vedova e il suo Paladino [SL / Vorstellung]

Beitrag von Il Canzoniere » Mo 19. Sep 2016, 16:58

Erneut an die Kappadozianerin gewandt nickte er knapp ob ihrer Worte.

"Vielen Dank. Man wird euch daran messen." ein kurzer Seitenblick zu Gaius offenbarte das dies auch für ihn gelte.

"Ihr seid entlassen." fügte er, einen Moment später in der Ihnen noch ein letztes mal die Gelegenheit gegeben wurde sich zu Äußern, hinzu. Die gleichzeitig angebrachte, entlassende Geste gab sie in die Nacht frei.

Gesperrt