Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

[Juni '16]

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Il Canzoniere
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Re: Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

Beitrag von Il Canzoniere » Mo 20. Jun 2016, 13:38

Antigonos fing Alerios Blick auf, nickte kaum merklich als ob er sich genau diese Fragen ebenfalls gestellt hatte. Schien froh zu sein das der Lasombra sie ausgesprochen hatte und wandte dann seinen Blick nachdenklich zu dem angesprochenen Salubri hinüber. Offenbar sehr gespannt was dieser hierzu zu sagen hatte.

Furfur ließ sich weder zu einem Lächeln noch zu einem kräuseln der Stirn hinreißen. Er betrachtete Alerio stattdessen mit einem längeren, abschätzenden Blick und wandte sich dann an alle die im kleinen Kreis standen:

"Ihr habt euch korrumpieren lassen. Neid, Missgunst, Argwohn, Verdächtigungen. All dies sind Krankheiten. Sünden. Ich weiß nicht ob sie dem Fluch entspringen der dem ersten Mörder von Gott selbst auferlegt wurde oder ob sie Produkt des Lebens auf dieser unperfekten Welt sind die wir niemals zu verlassen verflucht wurden.

Wie die Fürsten der Hölle sind es die Könige die diesen status quo erhalten wollen. Die nicht wollen das wir, die den Fluch tragen, diese schmutzige Welt - ihr Reich - verlassen. Sie wollen uns hier behalten. Uns für ihre Aufgaben einspannen. Sie wollen das wir das tun was sie tun: intrigieren, verraten und nach und nach das Gute, das in jedem von uns existiert, vergessen. Sie haben sich ein Gedankenkonstrukt erschaffen, mit Titeln, Abhängigkeiten, Lehnstreue, Ämtern und Befugnissen und warten wie die Spinne im Netz darauf das wir uns darin verfangen. Sie reden uns ein das wir mehr Wert sind sobal wir einen Titel tragen. Sie schlagen die Sterblichen mit ihrem Blut in ihren Bann und lasten ihnen damit einen Teil des Kainfluchs auf. Zwingen sie unter ihrer Herrschaft zu Dingen die bar jeder Menschlichkeit sind. Und zum dank ermorden sie sie, sobald den unberührten Menschen aufgeht das etwas nicht stimmen kann."
der Blick striff Alerio.

"Dinge die nicht in ihr Weltbild passen werden gnadenlos ausgelöscht. Der heilige Mann der einst als Bischof diese Stadt zum besseren führte? Ermordet. Der Dünnblütige der sich durch ein göttliches Wunder zurück in einen Sterblichen verwandelt hat? Der den Kainsfluch, unser aller Verdammnis, abgeschüttelt hat? Hingerichtet. Die Reliquie die den Keim der Sorgen bannen können soll? Verschwunden. Durch ein lausiges Ersatzrelikt, einen gefälschten Speer, ersetzt." er schüttelte den Kopf während sein Blick Ferrucio striff.

"Man versucht jeden Boten den Gott uns schickt um uns zurück auf den Pfad der Tugend zu führen auszuschalten. Und nebenbei legt man falsche Spuren. Kulte schießen wie Pilze aus dem Boden. Heiden, Dämonenbündler und Atheisten wandeln unter unseresgleichen. Dabei ist unsere bloße Existenz. Unsere Unsterblichkeit. Unsere Gier nach Blut doch schon der Beweis für Kain, den Fluch und den der ihn sprach."

Endlich wandte er sich wieder Alerio, aber auch Antigonos zu: "Ich bin hier um dies richtig zu stellen. Ich möchte jedem Kainiten die Wahl ermöglichen welchem Pfad er folgt. Ob er sich für den langen, mühsamen Aufstieg aus der Dunkelheit und das abschütteln das kainitischen Fluchs oder für ein langes Leben in dieser unperfekten Welt entscheidet. Ob er versucht seinen menschlichen Werten nachzukommen und gutes tut oder versucht das Stück Kains, welches mit dem Fluch in uns gelangte, zu ergründen und sich mit ihm zu harmonisieren ist mir gleich. Ich bekämpfe die Bevormundung. Die Tatsache das einige wenige sich anmaßen für uns alle zu entscheiden. Das sie unumkehrbare Maßnahmen ergreifen die die Welt nach ihrem Willen formt, als würde sie ihnen allein gehören. Das ist ebenso anmaßend wie abstoßend. Wir alle tragen den gleichen Fluch. Auf welchem Weg er zu uns gelangt ist ist unerheblich.

Um jedoch Gleichheit herstellen zu können benötigen wir eine ausgeklügelte Strategie. Wir müssen wissen welche Mittel wir haben um die Gleichheit herstellen zu können. Wir müssen die in uns gesähten Pflanzen des Misstrauens und des Neides bekämpfen und einander vertrauen. Denn das ist das einzige was sie erschüttern kann. Vertrauen. So tief wie sie in ihren eigenen Missgünsten und Verrätereien verstrickt sind glauben sie nicht daran das andere es anders handhaben könnten. Sie sähen jederzeit den Gedanken des Verrats....und wie ein fliegender Samen keimt der Gedanke auch in uns. Sie verraten uns, nur um uns darin zu bekräftigen das jeder so ist wie sie. Das wir niemandem trauen dürfen. Und genau darauf begründet sich ihre Macht. Sie gaukeln uns vor das wir alleine wären, vereinigen sich jedoch selbst in Geheimlogen, Päkten und Vertragsparteien um die Deutungshoheit über die Welt an sich zu reissen. Von keinem hier droht euch Gefahr. Benedetto hat uns alle lange beobachtet und nur die ausgewählt denen er vertraut. Auch wenn das einige überraschen mag."
kurz legte sich sein Blick auf Rennard bevor er seinen Weg zurück zu Alerio fand.

"Um eure Fragen zu beantworten: Mein Name ist Furfur, Neugeborener der Salubri, Kind des Ecuriel, genannt der erste Schlag, Ahn der Salubri, Kind von Neheketa, genannt die Dunkelsucherin, Kind von Uriel dem Wegbereiter, Kind von Samiel, genannt der Erste, Kind von Saulot, dem sanften Heiler, Kind von Enoch, dem ersten Herrscher, Kind von Kain, des Wanderers. Ich bin ein Jäger größeren Übels. Ich säubere die Welt von Dämonenanbetern, Korrumpierern und Monstern. Ich krieche in die dunkelsten Tiefen dieser Welt um dort Feuer zu legen. Ich stamme aus Byzanz, auch wenn das kaum noch eine Rolle spielt so lange bin ich schon auf Reisen. Und ich werde euch gegen die Könige helfen weil ich erfahren darin bin Kulte auszuheben, Netzwerke aufzudecken und Hörigkeiten zu erkennen. Dämonenbündler gehen auf die gleiche Art und Weise vor wie eure Könige: rücksichtslos und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Ich tue dies als Gefallen für den Herren Benedetto. Er lässt mich im Gegenzug einen Blick in seine Bibliothek werfen. Und ich leiste jederzeit einen heiligen Schwur darauf das ich nichts von dem was ich in dieser Runde erfahre an jemanden außerhalb der Runde weitertragen werde. Ich kenne sie nicht einmal, diejenigen Verfluchten die aktuell in Genua leben."

War sein Monolog im ersten Schritt noch mit leidenschaftlichen Betonungen und Gesten unterlegt, wurde er zum Schluß hin kühler. Als ob er den hehren Idealen mehr abgewinnen konnte als den ernüchternden Realitäten.

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Melissa
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Re: Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

Beitrag von Melissa » Mo 20. Jun 2016, 17:44

Auch die Tzimisce verschränkte die Arme, stellte sich demonstrativ neben den Lasombra. Zerriss den kleinen Kreis, bevor er sich überhaupt hatte bilden können.
"Ich stimme dem Liktor zu."

Sie lauschte den Ausführungen, schüttelte nur den Kopf.
"Nein."
Ein Wort, schlicht, einfach und klar, flog durch den Raum.
"Ihr werdet benutzt, Salubri. Oder aber ihr seid taub gegen eure eigenen Worte, die mir verdächtig nach dem Gerede klingen, das ihr selber anprangert. Ihr kommt in eine fremde Stadt, ihr sucht und sucht nach dem Bösen, bis ihr es gefunden habt. Dieses Böse das alles auslöscht, was nicht in sein Weltbild passt. Wie elegant, dass man das gleiche von euch sagen kann. In der Tat, ich kenne Gegenden, in denen man das gleiche von eurem Blut sagt.
Ich will das beste von euch denken: Ihr werdet also benutzt in eurem Eifer."


Ihre Augen legten sich schließlich auf den Ancilla. Die Miene der Tzimisce war eisig, nicht einmal die übliche Lüge von Gefühl huschte darüber. Nur die Brauen zogen sich dicht aneinander, abschätzend. Einige Worte drehte sie noch im Mund, wählte die Pfeile aus ihrem Köcher. Und die Ziele.
"Euer Name wurde nicht genannt in der Reihe der Verschwörer. Ihr werdet also eure Mittel nicht offen legen, verstehe ich das Recht?", fragte sie den Ancilla.
"Wir aber sollen. Wir sollen uns voreinander entblößen und gegen einen sogenannten Feind vorgehen, der einigen von uns noch gar kein Übel getan hat. Wir sollen alle hübsch zusammen arbeiten. Wofür? Ich habe nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren. Meine Familie kümmert mich, mein Fleisch und Blut, das ich euch hier und jetzt opfern soll. Wofür, frage ich?
Vielleicht sind diese Dinge wahr, die der Salubri sagt. Vielleicht ist der Seneschall ihrer Majestät der Teufel selbst. Ich bin sicher der Herr Jesus - geheiligt sei sein Name - wird ihn dafür richten."


Melissa schnaubte, bekreuzigte sich aber. Eine alte Gewohnheit. Kurz huschten ihre Augen zu den anderen Neugeborenen an ihrer Seite, wieder zu dem Nekromanten. Sie wagte es.
"Nein. Ich erkenne einen Plot, wenn ich ihn sehe. Ihr fangt an. Ihr reinigt euch, Ancilla, und erklärt, was ihr an dieser Sache zu gewinnen habt. Wo eure Diener in Stellung stehen, um die entstehende Leere zu füllen. Wieviel Reichtum ihr durch diesen Krieg den keiner will gewinnen könntet. Ihr legt offen, warum ihr uns alle hier benutzen wollt, den Dolch an eurer statt zu führen - dann, nur dann, werde ich das gleiche tun."
La famiglia é il nido dell'uomo.
- Giovanni Faldella

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Re: Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

Beitrag von Angelique » Mo 20. Jun 2016, 20:23

Arme Angelique! Die rhetorische Gewalt, mit der der Salubri sie alle überrollte, die Engelsnamen und die Weltsicht, die so sehr die ihre war, das alles schlug Breschen in das Bollwerk ihres zweifelnden Verstandes. Aber die Vernunft, konnte man bei einer Malkavianerin denn davon reden, meldete sich zaghaft zu Wort:
"Ist es denn klug, wenn alle alle Geheimnisse der anderen kennen? Genügt denn dann nicht die Gefangennahme und Folter oder schlimmer noch der Verrat eines Einzigen, alle anderen mit zu verderben?"

Sie wollte so gerne glauben, was der Salubri sagte, aber diesmal teilte sie Alerios Misstrauen. Flehentlich schaute sie zu dem Lasombra, fragend zum Kappadokier. Als Melissa geredet und sich bekreuzigt hatte, hatte sie es reflexhaft erwidert. Bei deren Gottvertrauen wurde ihr ganz warm ums kalte Herz.

"Was auch immer beschlossen wird, sollten wir auf jeden Fall als Freunde scheiden. Und selbst wenn wir keine Einigung erzielen, so werde ich für meinen Teil die Unschuldigen schützen und die Schuldigen strafen."
"I'm a mighty thesaurus! Rawr!"

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Re: Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

Beitrag von Alerio » Mo 20. Jun 2016, 23:29

So viele Worte.
So viele Phrasen und Erstreben von höheren Idealen. Das klang alles so übertrieben. So naiv. Träumerisch. Als könnten sie erlöst werden von ihrem Fluch, wenn sie alle gute Christen wären.

Nur eines aus diesem Monolog des Dämonenjägers sprach ihn wirklich an. Der Wunsch nach Gleichheit, das Aufbegehren gegen eine unterdrückende Macht. Doch konnten das alles auch nur leere Worte sein. Lügen. Wer wusste das schon.

Melissas Einspruch, kommentierte der kleine Lasombra mit einem heben der Augenbraue. Welch scharfer Verstand. Der Kappadozianer war tatsächlich nicht unter den aufgelisteten gewesen, jetzt wo er zurück dachte.

Auch Angeliques Argument war nicht von der Hand zu weisen.
Und unterstrich wieder, was er schon immer geglaubt hatte. Wenn du dich öffnest, machst du dich verletzlich.
Egal ob die Gefahr nun durch einen direkten oder indirekten Verrat entstand.

Er nickte zustimmend. "Die beiden haben recht."
Dann blickte er Benedetto abwartend an, was er zu Melissas Forderung sagen würde.

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Re: Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

Beitrag von Rennard » Di 21. Jun 2016, 14:54

Rennard hörte lange zu, denn es gab viele Argumente für und wider diese Allianz, insbesondere ihre Eintrittsbedingungen. Es war interessant zu sehen, wie die Kainiten hier dachten. Nicht alles war außergewöhnlich oder überraschend, einiges aber schon. Aus den alten Augen blickte Furfur eine durchdringende Schläue und Wachheit an, die ihn leidenschaftslos dekonstruieren zu wollen schien. Schließlich widmete das alte Mondkind auch Melissa, Angelique und Alerio seine Aufmerksamkeit. Die Intensität seines Blickes war dabei geringer.
Rennard räusperte sich ¨Ich danke Euch, Furfur, und dem ehrenwerten Benedetto für Euer Vertrauen in mich. Eine Ressource, die unter unseresgleichen rar gesät ist. Ich werde mit euch zusammen arbeiten und dies Vertrauen zurückgeben. Da ich noch kaum Fuß gefasst habe in Genua, habe ich allerdings auch wenig zu geben und zu verlieren.¨ er neigte den Kopf vor den Untoten, die den Salubri kritisert hatten, wohl in Anspielung darauf, dass seine Situation einfacher als ihre war. Zu Fufur gewandt ergänzte er ¨Euer Anliegen ist es zweifellos wert. Ich habe Zweifel, ob es möglich ist, den Fluch abzulegen, oder Gott zu finden. Wir können aber die Selbstachtung aufbringen, uns nicht wie selbstsüchtige Kinder zu benehmen und das Leben, welches das Blut uns gibt, zu benutzen um das Treiben solcher zu vereiteln, die es tun.¨ womit er seine beiden Hände übereinander auf dem Stock platzierte und eine abwartende Haltung einnahm.

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Re: Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

Beitrag von Il Canzoniere » Di 21. Jun 2016, 23:22

Furfurs Blick wanderte zwischen den auf ihn und Benedetto einredenden Neugeborenen hin und her. Dann, nach einem kurzen Seitenblick zu Benedetto, sprach er. Ruhig und der Reihe nach. Melissa warf er den Blick eines Erwachsenen zu der einem Kind eine Dummheit klarmachen wollte. Oder besser der Blick eines Priesters der einen Unwissenden auf den rechten Pfad zurückführen wollte. Sanft aber bestimmt. Mit leuchtenden Augen und ernstem Timbre.

"Genau darüber spreche ich. Ihr seht nichts als Lügen und Verrat. Erahnt Intrigen und Machenschaften nur auf falsche Interpretation hin. Ist es so lange her das jemand zu euch ehrlich war? Benedetto hat uns alle hierher eingeladen. Weshalb sollte er nun zurückstehen? Auch Titus habe ich nicht genannt, obwohl er ebenfalls teilhaben wird. Benedetto sprach jedoch bereits im Vorfeld mit uns. Wir machen in jedem Falle mit." ein mitleidiges Lächeln zeigte sich "....wie eine einfache Betonung solch eine Paranoia hervorrufen kann." und ein wenig den militärischen Schliff aus seiner Stimme verbannend wiederholte er seine ebigen Worte erneut: "Ich beginne mit meinen Aktivposten und Mitteln. Dann ist Ferrucio an der Reihe. Dann geht es reihum." es gab eine kurze Pause in der er den Blick von Melissa weg, über Benedetto, der ebenfalls mit in ihrer Runde stand, zum nächsten gleiten ließ "Rennard. Melissa. Angelique. Alerio. Antigonos. Wer jetzt noch einen Rückzieher machen möchte: letzte Chance. Danach hängt ihr so tief mit drin wie es nur geht."

Der Blick blieb auf Angelique liegen. Eine Weile betrachtete er sie nachdenklich, dann lächelte er. Diesmal lag kein Mitleid darin. Nur ehrliche Freude. "Ich bat um die Namen von Schachfiguren. Wenn diese Namen all eure Geheimnisse darstellen, dann seid ihr wie sie. Jagt hinter nichts her als Macht und Einfluß. Betrachtet die Sklaven eures Blutes als eure wichtigsten Geheimnisse. Denn auch ihr habt nicht richtig zugehört, Angelique. Ich frage nach solcherlei Personen die an wichtiger Stelle untergebracht sind. Nicht nach denen die euch lieb und teuer sind. Ich frage nach denen die ihr wie Puppen benutzt. Die ihr benutzt und wegwerft, weil ihr gelernt habt das man das so machen kann, mit den Menschen. Das man das so machen muß... um sich zu behaupten." Bedauern schlich sich in seine Miene.

Dann wandte er sich erneut an alle, nicht jedoch ohne Alerio und Rennard zuzunicken, dafür das ihre Worte ihm nicht entgangen seien.

"Ihr verhaltet euch wie sie. Spielt ihre Spiele. Übernehmt ihre Ansichten. Lasst euch von ihnen einwickeln. Und sogar der absolute Beweis dafür das es einen Ausweg gibt, die Rückverwandlung in einen Menschen eines dreimal Verfluchten, eines Kainiten, eines Wasails und eines Dünnblütigen, vor aller Augen lässt euch nicht an ihren Lügen zweifeln. Es gibt mehr dort draußen als Politik und Etikette. Mehr als den ewigen Krieg. Es gibt zahlreiche Wege in der Nacht. Die in den Abyss geblickt haben wissen es. Die hinter den Schleier des Todes geblickt haben wissen es. Die Gottes wahres Anlitz gesehen haben wissen es. Und sicher wissen es noch mehr von denen auch ich nichts ahne. Einige von euch wissen wovon ich rede. Nur akzeptiert haben sie es noch nicht."

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Re: Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

Beitrag von Alerio » Mi 22. Jun 2016, 10:05

Alerios Laune änderrte sich nicht sehr. Mit gefurchter Stirn musterte er den Salubri, hörte ihm zu und schüttelte dann den Kopf.

"Ihr tut Angelique unrecht, ihr selbst sagtet wir dürfen nichts zurück halten und sollen alles offen legen. Nun sagt ihr plötzlich es würde nur um Personen an wichtigen Stellen gehen. Und wenn ihr behauptet, dass diese Diener kein wichtiges Geheimnis sind, dann seid ihr ein Narr oder Lügner. Wenn sie nicht so wichtig wären, dann würdet ihr sie doch nicht verlangen. Und was wenn mir alle meine Diener lieb und teuer sind? Muss ich sie euch dann nicht nennen?"

Er schüttelte erneut den Kopf und schaute den Salubri schon fast traurig an.
"Eure Argumentation hinkt und ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass ich euch als Anführer dieser kleinen Vereinigung nicht ansehen kann und dieses ganze Unterfangen keinen Erfolg haben wird. Wenn ihr so sehr gegen Intrigen, Macht und Einfluss seid, dann frage ich mich, wie ihr in der Lage sein wollt gegen jemanden wie Maximinianus vorzugehen."

Der ältere Kainit hatte es bisher versäumt einen wirklich guten Eindruck bei Alerio zu hinterlassen. Zu viele seiner Worte waren schöne, aber leere Worte. Träume einer besseren Welt und Gesellschaft, an die er auch mal geglaubt hatte, die aber nicht real waren.

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Re: Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

Beitrag von Angelique » Mi 22. Jun 2016, 20:00

Da aber wurde Angelique etwas ungehalten und erhob erneut die Stimme, nachdem sie dankbar die Worte Alerios vernommen hatte: "Das sind meine Freunde, meine Familie, die ich beschütze, nicht meine Sklaven und Werkzeuge! Jeder von ihnen ist mir teurer als viele gefallene Engel! War der Grund des Falls nicht, dass die Dämonen ihr Knie nicht beugen wollten vor den Menschen? Vielleicht verstehe ich Euch aber falsch und Ihr meintet tatsächlich, dass Menschen keine Schachfiguren sein sollten. Dann entschuldigt bitte ein dummes Frauenzimmer und ich muss sagen, ich habe keine solchen ,Werkzeuge' und bin wohl ziemlich nutzlos! Denn, GOtt ist mein Zeuge, ich verrate meine Familie niemanden zu keinem Preis! Amen!"
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Re: Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

Beitrag von Il Canzoniere » So 26. Jun 2016, 14:31

Benedetto schüttelte den Kopf, als ob er spürte wie die Stimmung kippte. Mit einer beschwichtigenden Geste rief er den Salubri, der gerade erneut anfangen wollte zu sprechen, zur Räson. An diesen gewandt erklärte er den offenbar für Furfur unverständlichen Missfallen was die Offenlegung der Diener anging:

"Wir können keine Freundschaft erzwingen, Furfur. Die Kainiten Genuas sind gebrannte Kinder, wenn es um Vertrauen geht. Erst vor wenigen Jahren wurde zum Beispiel ein assamitischer Verräter hingerichtet, der uns alle ausgenutzt hat. Auch Maximinianus hat sein wahres Gesicht offenbart als er seinen eigenen Clansbruder Augustus von dessen Erzeuger separiert und ihn von hier vertrieben hat. Die ganze Bucht ist erfüllt von falschen Versprechen und gebrochenen Abkommen. Das es solche gibt die uneigennützig und einer der nächstenliebe folgenden Ideologie anhängen erscheint unwirklich ob all des Verrats. Wir sollten diese ganze Angelegenheit daher langsamer angehen. Immerhin sind unsere Freunde hier alle dazu bereit grundsätzlich mit uns zusammenzuarbeiten."

Mit diesen Worten wandte er sich dann auch wieder an die anderen, von denen wohl nur Ferrucio eher auf Furfurs Seite in dieser Diskussion stand.

"Ich verstehe eurer Unbillen über Furfurs Forderung. Jedoch möchte ich die Vorwürfe Melissas entschieden zurückweisen. Die meisten hier kennen mich besser als ihr, werte Dame, sie wissen das es mir nicht um Macht geht sondern um Wissen. Ich spüre keine Genugtuung darin Menschen zu versklaven und zu manipulieren, auch wenn ich es natürlich schon getan habe. Um mich selbst vor dem Ventrue zu schützen.

Wir machen es jedoch so wie ihr möchtet, auch wenn Furfurs Vorschlag sicher eine höhrer Erfolgswahrscheinlichkeit hätte. Wir lassen uns gegenseitig so weit im unklaren über die Verhältnisse der anderen wie wir für richtig halten. Furfur skizziert die groben Ziele die wir erreichen müssen und ihr entscheidet selbst bei welchen Aspekten ihr helfen wollt.

Da euch der Gedanke an Verrat jedoch offenbar sehr auf der Seele lastet..."
ein kurzer Seitenblick wanderte zu Melissa "...geben wir euch einen deutlich weniger umfassenden Überblick über die Möglichkeiten der Könige als ursprünglich geplant. Auf individueller Basis. So kann sich jeder in den Augen der anderen als des Vertrauens würdig erweisen das sich die anderen bereits jetzt zu erhoffen wagen."

Er sah noch einmal zu Alerio, weil dieser offenbar bereits etwas gesagt hatte was ihn nachdenklich stimmte: "Wir haben außerdem keinen Anführer. Wir alle verfolgen das gleiche Ziel. Jedoch würde ich mich nicht Gelehrter schimpfen dürfen wenn ich in passenden Situationen nicht den Rat von einem oder mehreren von euch einholen würde. Und Furfur kennt sich ausgesprochen gut mit dem ausheben versteckter Kulte aus. Daher bat ich ihn eine Strategie für die Könige zu entwerfen."

Fragend blickte er in die Runde. Ob solch ein Kompromiss ihnen vielleicht besser gefallen würde.

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Re: Aequat omnes cinis [Maria, Alerio, Angelique, Melissa, Rennard]

Beitrag von Melissa » So 26. Jun 2016, 15:28

Melissa hörte dem Kompromiss geduldig zu. Ihre Brauen hatten sich gesenkt, sie selbst einen etwas trotzigen Ausdruck angenommen, der ebenso gut zum gebrannten Kind wie zur hartnäckigen Mutter gepasst hätte.
Schließlich lockerte sich die Verspannung in ihrem Gesicht. Ihre Arme blieben zwar unter der Brust verschränkt, aber sie nickte - ohne zu dem Liktor oder Angelique zu blicken.
"Das ist akzeptabel."
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