Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

[Februar '17]

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Il Canzoniere
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Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

Beitrag von Il Canzoniere » Mi 4. Jan 2017, 01:57

Waren wirklich schon zehn Jahre ins Land gezogen seit die Könige das letzte mal ihre Kronen zusammengesteckt hatten? Zehn ereignisreiche Jahre voller Intrigen, Mehrheitsbeschaffungen, Mord und Festlichkeiten? Man mochte es kaum glauben. War ihre letzte Zusammenkunft doch noch gut im Gedächnis als es an verschiedenen Türen und Toren in der Stadt klopfte. Ein schmieriger Kerl wartete dort draußen. Mal im Regen, mal im Trockenen. Kurz bevor das Personal dazu kam ihm etwas Essen zuzustecken oder ihn gar zu verjagen, sprach er einen Zauberspruch. Einen Zaubernamen. Und wie als ob er ein angesehener Rittersmann sei und kein zerlumpter Straßenschläger, erhielt er Zutritt zu den herrschaftlichen Häusern, den stolzen Schiffen, den kirchlichen Festungen.

"Ne Nachricht." habe er. "Für diejenigen auf dem via regalis."
Godeoc lud zum Gespräch. Und auch wenn es aus dem Mund dieses rotzfrechen Kerls eher nach einer Vorladung, als einer Einladung klang, floß - gegen die Erwartung aller - kein Blut.

Das Treffen sollte in Clavicula stattfinden. Im August, dem Monat in dem die Trockenheit den Boden sprengte und der faulige Geruch nach Exkrementen über der Stadt lag wie ein Leichentuch - und wie ein Kettenhemd über Clavicula. Treffpunkt sei das Hauptquartier der Stadtwache Claviculas.

Neben den fest gesetzen Königen - Maximinianus, Acacia und Matteo wurden auch Nachrichten an Fabrizio, Gaius und Francesca verschickt. Jedoch unterschieden sich hier die Zeiten, als ob man sich - ganz wie beim letzten Mal - einen nach dem anderen vorknöpfen wollte.

An diesem Tag im August lag Clavicula in einer Wolke aus Staub, schillernden Fliegen und Abfallgeruch begraben, wie bereits seit mehreren Wochen. Als ob es den Gästen die es von den anderen Sestieri, die alle in den letzten Jahrzehnten Fortschritte in allen Belangen gemacht hatten, sein hässlichstes Gesicht zeigen wollte. Hier in Clavicula sah man noch Brandflecken von den Überfällen der Sarazenen vor beinahe 50 Jahren, Verfall und Armut wo man nur hinblickte. Und Menschen. So viele Menschen. Sie drängten sich auf dem Boden, in den Gassen, den Häuser. Schmutzige Kinder starrten die Herrschaften aus ausgemergelten Augenhöhlen aus dunklen Fensteröffnungen der römischen Mietskasernen Claviculas heraus an. Verzweifelte Bettler warfen sich seitlings auf die Straße um ein paar Münzen zu ergattern. Krüppel, Geschundene und Geschändete folgten jeder einzelnen Prozedur die in dieser Nacht ihren Weg durch die stinkenden Gassen des schwarzen Herzens der Stadt fanden. Folgten ihr bis auf den kleinen Vorplatz vor dem auffällig gut in Schuß befindlichen Quartier der claviculanischen Stadtwache. Näher als bis zum Rand des Platzes wagte sich jedoch keiner. Als ob die schwarzen Katzen, die Uniformierten und die Sauberkeit des Platzes sie abschrecken würde.

Die hohen Herrschaften wurden bedenkenlos eingelassen, Begleiteskorten bekamen Essen und Trinken vorgesetzt, so sie denn mit der Stadtwache Claviculas Speisen wollten. In den Raum den sonst der Kommandant der Wache als Besprechungsraum nutzte, wurde jedoch niemand eingelassen. Niemand der nicht hierher geladen war.

An den Tisch Godeocs.


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OT: Ich gebe euch dann Bescheid wenn ihr dazustossen könnt @ Fabrizio, Gaius, Francesca ;-)

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Matteo
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Re: Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

Beitrag von Matteo » Mi 4. Jan 2017, 10:55

Durch den Dreck, den Staub und das menschliche Elend Claviculas schritt Matteo umgeben von vier kräftigen Bewaffneten, deren Rüstung bei jedem Schritt leise klirrte. Sie umgaben ihren Herrn in rautenförmiger Formation und hielten mit bedrohlichem Blick die Bettler und Dieb des Elendsviertels auf Abstand.

Obwohl er nicht gezwungen war zu atmen, blieben Mund und Nase des Toreador unter einem dunklen Tuch verborgen, genauso wie seine restliche Gestalt vor neugierigen Blicken geschützt war durch einen schwarzen Mantel samt Kapuze. Gelegentlich blitzte der Griff seiner eigenen Klinge darunter hervor. In diesen Zeiten konnt man nicht vorsichtig genug sein. Clavicula war nicht das Bischofskastell und Matteo war nicht mehr derselbe wie noch vor zehn Jahren.

Auch noch als sie den Platz erreichten kreisten Matteos Gedanken um die bevorstehenden Gespräche. Es würde unangenehm werden, aber gänzlich zurückstecken würde er auch nicht. Selbst wenn er Fehler gemacht hatte und einge der Könige die Form über die persönliche Ehre stellten, gänzlich verleugnen konnten sie sie nicht. Nicht wenn man der Via Regalis folgte. Nun, es galt das Richtige Maß zu finden zwischen Einsicht und Demut zeigen angesichts seiner Verfehlungen und dem Festhalten an den eigenen Ehrbegriffen. Nicht uneinsichtig erscheinen, aber auch nicht schwach.

Seine Eskorte würde zusammen mit den Männern der Stadtwache speisen, dabie jedoch nicht ausgelassen sein sondern wachsam bleiben.
Matteo selbst enthüllte beim Betreten des Wachquartiers sein Antlitz und streifte die Kapuze zurück, richtete seinen Mantel und trat dann ein in die Räume des Kommandanten. Bereits Anwesende würden formvollendet und der kainitischen Etikette entsprechend begrüßt.

An den Tisch Geodocs, mit dem festen Vorsatz nicht als Speise zu enden...
"Die Sonne lehrt alle Lebewesen die Sehnsucht nach dem Licht. Doch es ist die Nacht, die uns alle zu den Sternen erhebt." - Khalil Gibran

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Re: Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

Beitrag von Acacia » Mi 4. Jan 2017, 16:30

Weitere zehn Jahre waren vergangen, in denen sie an dem Wohl und Wehe ihrer geliebten Stadt gearbeitet hatten und nun lud ihr aller Tyrann zu einem Treffen. Auch die nachtschöne Lasombra wurde von Wachen begleitet. Sechs an der Zahl mit Alberico zusätzlich an ihrer Seite. Wie ein schützender Wall hatten sich die schwarze gekleideten um ihre Herrin postiert und die Blicke aus den dunklen Augen sprachen von Tod und Verderben für jeden, der es wagen sollte ihren Weg zu kreuzen. Ein jeder hatte die Hand auf dem Schwertheft liegen und zwei der Wachen trugen sogar gespannte, mit Pfeilen belegte Bögen in den Händen. Man traute dem Schmutz und dem Dreck Claviculas nicht – und auch nicht Godeocs Willen für ihre Sicherheit zu sorgen.

Angekommen in dem erstaunlich gut erhaltenen Gebäude der Miliz Claviculas, nahm Alberico Acacia den weiten, schwarzen Umhang ab, der ihre Gestalt vollkommen verdeckt hatte. Mit einem Nicken verabschiedete sie sich von dem Mann und betrat den eigentlichen Besprechungsraum. Für ihre Verhältnisse war sie schlicht gekleidet. Das königsblaue Kleid war weder aus Samt noch auch Seide gefertigt, sondern aus feinster Wolle und besaß feine Stickereien an den Aufschlägen. Sie hatte sich gegen einen Schleier entschieden, stattdessen bedeckte ein feines Netz aus dunklen Fäden ihr Haar. Höflich begrüßte sie wie immer die Anwesenden und ließ sich direkt auf der linken Seite des Nosferatus nieder.

Alberico indes gesellte sich zu den anderen Männern und verfiel in entspannte Plauderei, während die Verschleierten sich strategisch im Raum verteilten und schwiegen.
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind wie Eisblumen viel zu schön für den Tag.
Wir sind wie Eisblumen, kalt und schwarz ist unsere Macht.
Eisblumen blühen in der Nacht.

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Re: Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

Beitrag von Francesca » Mi 4. Jan 2017, 21:46

Auch Francesca erhielt eine Einladung. So kam sie in dieser Nacht am Wachhaus der Stadtwache von Clavicula nach allen anderen zum Schluss an. Sie trug ein schwarzes Kleid und dazu einen dunkelfarbigen Umhang. Wie immer trug sie den standardisierten Schmuck wie Siegelring, Brosche und Collier. Ihr Diener Pietro nahm ihr beim Eingang den Mantel ab und würde wohl draußen warten. Francesca schien sich eben umzusehen und die Gerüchte die über die Clavicula im Umlauf waren schienen sich nur zu bestätigen. Es war das Ende der zivilisierten Welt. Und es stank... Die Kloake Genuas eben. Noch dazu kam der Abschaum und das Gesindel das sich an jeder Ecke und Hauswand umher trieb. Kein Ort für eine Dame und schon gar keiner für eine wie Francesca, dennoch folgte sie der Einladung.

So betrat sie das erstaunlich gut erhaltende Gebäude der Milizen und sah Pietro nur noch einmal kurz an bevor sie mit bemessenen Schritten das Gebäude bis hin zum Raum des Kommandanten der Milz beschritt. Den Raum betreten strich sie das schwarze Kleid glatt und sah sich einen Moment um. Höflich würde sie gen jedem der Anwesenden Etikette gemäß das Haupt neigen und dann vor den Anwesenden stehen bleiben, bis sie dazu aufgefordert wurde sich zu setzen und ihr ein Platz zugewiesen wurde...
Mein ist beides, Rat und Tat; ich habe Verstand und Macht.
Durch mich regieren die Könige und setzen die Ratsherren das Recht.
Durch mich herrschen die Fürsten und alle Regenten auf Erden.

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Il Canzoniere
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Re: Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

Beitrag von Il Canzoniere » So 15. Jan 2017, 13:38

Auch der Seneschall erschien pünktlich und nur knapp nach den beiden anderen Königen. Später würden ihre Diener berichten das sein Gefolge aus apathischen Männern bestand die nur dastanden und gerade aus starrten. Alberico schwört das einem der Sabber aus dem Mund herauslief und auf seine dunkle Uniform tropfte. Keiner von ihnen aß oder trank etwas.

An Godeocs Tafel hingegen setzte sich der dunkle Priester heute genau gegenüber von Godeoc, wie ein Spiegelbild des letzten Treffens. Grüßend nickte er Godeoc zu. Ein kurzer Blick striff die anderen beiden. Ehe sich seine Aufmerksamkeit auf den Gastgeber legte.

Dieser blickte kurz umher und begann direkt - ohne ein langes einleitendes zeremoniell - zu sprechen. Seine Art war schon immer die direkte gewesen: "Haben ja alle hergefundn. Schön. Sitzn alle bequem? Ja? Macht es euch verdammt nochmal nicht zu bequem hier. Ich werfe euch nachher wieder raus. Wie immer." sein Blick glitt giftig über den Tisch, wo sich der Seneschall nichts anmerken ließ das diese Spitze offenbar für ihn gedacht war.

Auch der Nosferatu fuhr, Maximinianus streng anstarrend, einfach weiter fort: "Josef hängt noch auffer Insel fest. Kommt nicht. Nächstesmal." informierte er dann alle das der fünfte König heute nicht anwesend sein würde. Wenig verwunderlich. Es war Jahre her das der Brujah die Domäne betreten hatte. Ein glucksen entstieg der Kehle des Nosferatus als er die nächsten Worte ausspie: "Läuft ja ganz gut. 'longa ham wa inner Tasche. Da hat der Pirat ja schön abgeräumt mit dem Griechen und dem Zwerg oder? Hehe, das hätt ich zu gern gesehn. Und dann isser abgehaun. Hat alles wien Geschenk dagelassn. Hab ihn daher heute eingeladn. Is zwar n bisschen alternativ mit seinen Methoden. Aber gerissen hat er in einer Nacht mehr als andere in zehn Jahren." spöttisch wanderte sein Blick zu dem leeren Sitz Josefs, jedem deutlich machen wen er damit meinte.
Als er Maximinianus ansetzen zu einem Einwurf sah, schob er blitzschnell hinteher: "Außerdem sind wir ne Gemeinschaft. Und kein Klüngl...hm?" und zitierte damit die Aussage mit der der Ventrue ihn vor zehn Jahren zum Schweigen gebracht hatte.

Dann wandte er sich an Matteo, dem er bisher die wenigste Aufmerksamkeit hatte zukommen lassen "Wie läuft der Plan? Ravecca? Jetz wo ihr Wachhund..." er nickte in Richtung von Acacia "...un der Pirat alles kalt gemacht ham was uns dort im Wege stand, bin ich mir sicher du hast das Sestieri inner Tasche...oder?" Irgendwie lauernd blickte er den dunklen Grafen mit leicht schräg gelegtem Kopf an. Als ob er ihm sagen wollen würde das es besser wäre was vorzuweisen zu haben....

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Re: Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

Beitrag von Matteo » Mo 16. Jan 2017, 08:28

Dass der ranghöhere Nosferatu ihn derart informell ansprach überging Matteo lieber, immerhin war das Godeocs gewohnter Umgangston und nach allem was er wusste noch recht freundlich. Das Recht des Älteren achtend verneigte Matteo sich kurz ehe er antwortete.

"Ja verehrter Godeoc, ich habe in Ravecca Einfluss gewinnen, nehmen und ausbauen können. Die Mehrheit im Senat ist unser, die Miliz ebenso und auch sonst bin ich mittlerweile gut vernetzt im Siestri.
Ich bin noch dabei herauszufinden inwieweit Angelique und die Drachin aus Broglio sich irgendwo festgesetzt haben, kurz nach Alerios Vernichtung marschierten sie mit bewaffneten Haufen nach Ravecca und mir waren die Hände gebunden. Heute würde Blut fließen.
Was mich zur Vernichtung des kleinen Schattens bringt. Auch wenn man meinen könnte, dass mir sein endgültiger Tod zupass kam, war dem nicht so. Sicher, die sich bietenden Gelegenheiten habe ich genutzt, aber mit Alerio wäre es zwar anders, subtiler, gelaufen... langsamer, aber nicht schlechter. Sicherer vor allem."


Ein bedauerndes Lächeln und Schulterzucken folgte, als würde Matteo wirklich Bedauern empfinden über den Verlust Alerios oder seiner Pläne mit diesem in Ravecca.

"Die Untat des Fabrizio Begado beschleunigte meine Vorhaben, aber glücklicherweise war Erfolg dennoch gegeben. Der Einfluss unserer Gemeinschaft in Ravecca ist in jedem Fall enorm gewachsen."

Still wartet Matteo ob und wer noch ergänzende Fragen hätte oder Anmerkungen.
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Re: Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

Beitrag von Il Canzoniere » Fr 20. Jan 2017, 12:34

Der Hüne mit den zahlreichen Narben nickte Matteo zufrieden zu. Offenbar hielt er von diesem jetzt schon mehr als von den meisten anderen die es früher einmal an den Tisch der Könige geschafft hatten.

"Hehe, kanns was vorweisen, was? Nich übel. Ich glaub wir müssn n paar Details besprechn wenn wir mehr Zeit ham als wie heute." offenbar schien die Erwähnung der Stadtwache ihm sogar ein grinsen entlockt zu haben.

"Hab auch den Kerl eingeladn der aufm Hof so rumgebrüllt hat, als die Zicke das kleine Mädchen platt gemacht hat. Kommt nachher rum." informierte er alle, als ob es ihm gerade wieder eingefallen war, dann wandte er sich wieder an Matteo, schien die anderen aber nicht auszuschließen:

"Ham viel Andrang. Maximinianus Cousine. Die Zicke die er zu uns holen will. Und dein Blag." den Nebensatz mit der "Zicke" kommentierte der Ventrue ihm gegenüber mit einem unwirschen Runzeln der Stirn. Offenbar würde er aber abwarten bis der Nosferatu mit Matteo fertig sei. Godeoc hingegen sprach ohne das er Notiz vom Seneschall nehmen würde, einfach weiter "...was is das mit der? Isse eine von uns? Taugt se was? Wann wirste se los?" offenbar hatte der Nosferatu zum ersten Mal Gedanken an Caterina verschwendet.

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Re: Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

Beitrag von Matteo » Fr 20. Jan 2017, 19:55

Er hatte schon so eine Ahnung um was sich ein diskreteres Gespräch mit Godeoc drehen könnte. Strebsame Freude über die Anerkennung des Älteren blieb ebenso aus wie irgendeine gezeigte Emotion in Erwartung eben jenes Gesprächs. Matteo nickte schlicht sachlich und sprach ebenso.

"Habt Dank verehrter Godeoc, gern stehe ich euch für ein solches Gespräch zur Verfügung. Gemeinsame Interessen finden und fördern, Konflikte vermeiden und lieber zu unseren Feinden tragen."

Als die Sprache auf die potentiellen neuen Anwärter auf einen Platz in ihrem ehrwürdigen Zirkel kam horchte er auf, Francesca ließ er völlig unkommentiert, bei Gaius hingegen kommentierte er leise und sachlich dessen Bekanntschaften.

"Mein werter Kollege bei den Liktoren ist ein ehrbarer Krieger und ein gefährlicher Demagoge, pflegt aber zweifelhafte Loyalitäten. Zumindest in Betracht zu unserer Gemeinschaft."

In Fall seines Mündels lagen die Dinge wesentlich komplizierter. Sein Blick wanderte von Godeoc weiter zu Maximinianus und kam schließlich bei Acacia zur Ruhe, verharrte einige Augenblicke dort ehe Matteo erneut das Wort ergriff. Dunkle Freude in den grünen Augen funkelnd.


"Caterina, ja sie macht sich ganz gut. Erfüllt und übertrifft meine Erwartungen. Im Positiven wie im Negativen. Innerhalb der nächsten Dekade, eher gegen Ende wird sie soweit sein. Sowohl ihre Freisprechung betreffend... als auch ihren Weg betreffend. Ein Versagen werde ich nicht tolerieren."

Was naheliegend wohl bedeutete, dass er ihr Blut, ihr Unleben fordern würde
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Re: Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

Beitrag von Il Canzoniere » Fr 27. Jan 2017, 13:14

Der Nosferatu ließ seine harten Augen eine Weile auf dem Toreador ruhen, dann nickte er. Als ob er mit der Aussage zufrieden sei. Auch wenn Matteo sogar drei Aussagen getroffen hatte.

Dann wandte er sich wieder allen zu, änderte abrupt das Thema:

"Ham alle mitbekommn. Dasses gut läuft. Die eine Hälfte will unbedingt mitmachn. Und die andere, wie dieser uralte Hurensohn aufm Hof..." er nickte in Richtung Acacia, wohl um anzuzeigen das er zu ihrer Verwandtschaft gehöre "...die will uns kalt machn. Alle vier von uns. Traditionsbrüche und Beihilfe dazu."
Sein Blick wanderte zu Matteo hinüber "Un du Schwachkopf hast alln gezeigt das da irgendwas dran is." So wie er das fragte man sich ob er Matteo nur kritisierte um sein Lob von vorher auszugleichen.

Er winkte auch schon ab "Weiß ja wieso. Hätte dem Kerl auch gern mit nem Löffel den Schädel von innen ausgeschabt. Aber dämlich wars trotzdem." gehässig grinste er, als ob er sich selbst den Tag damit versüßen würde ein paar hochwohlgeborene Neugeborene zu beleidigen.

"Jetz sind die Verteidiger der Domäne... " sein Ton traf dermaßen von Spott das im Casteletto ein Wappenschild von der Wand fallen musste "...damit beschäftigt uns hinterherzuspionieren, statt sich auf Krieg vorzubereiten. Und wir können uns kaum auf Krieg vorbereiten weil die Liktorn rumschnüffeln. Und Sizilien hat mit zwei Halbsätzn den Krieg gewonn."

Godeoc überlegte einen Moment, schüttelte dann den Kopf "Wir machn jetz n Plan wie wir vorgehn, hm? 'cacia hat ja schon angefangen." er verschluckte den halben Namen der Hüterin als er ihr einen kurzen Blick zuwarf "Ihr Welpn isn Schiffbauer. Wird das eigentlich auch einer von uns?" Oder glaubst du an so einen Scheiß wie freie Meinung? schien die frage zu implizieren?

"Wir brauchn aber auch Geld, für Söldner. Männer die keine Söldner sind. Trau dem lumpigen Pack nicht. Alliierte die uns ihre Männer und ihre Schiffe schickn. Und wir brauchn Informationen." er sah kurz jeden der vier an. Das Lächeln auf seinem Gesicht das eben noch zu sehen war, war wie weggeblasen.

"Ich schlag vor wir teilen uns das. Maximinianus übernimmt die Alliierten. Ich die Informationen. Matteo die Männer - kannst ja die Liktorn einspann. Damit die wenigstens was sinnvolles machn. Acacia die Söldner. Geld werfen wir zusammen. Un zwar jeder soviel, bis jeder von unseren Buchhaltern sich erhängt hat." bei den letzten Worten heftete sich sein Blick auf Acacia. Auch Maximinianus Blick, der nur kurz bei seiner Erwähnung genickt hatte, schien wissen zu wollen was die Hüterin dazu dachte.

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Acacia
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Re: Der Purpurzirkel [Könige + Fabrizio + Gaius + Francesca]

Beitrag von Acacia » Sa 28. Jan 2017, 00:02

Schweigend hatte Acacia am Tisch gesessen und den groben Worten des Nosferatus gelauscht. Er schien es zu genießen der Gastgeber zu sein und vor allem Maximinianus über den Mund zu fahren. Langsam wanderte ihr Blick zwischen dem Gastgeber und Matteo hin und her, als diese sich unterhielte und ein sachtes, anerkennendes Nicken unterstrich die Erfolge Matteos, während Godeocs folgende Gehässigkeit für eine sacht gehobene Braue sorgte. Winziges Zeichen, die doch eine deutlich andere Sprache sprachen, als noch vor zehn Jahren.

Godeocs Frage nach ihrem Kind würdigte sie nicht einmal einer Antwort. Glaubte er wirklich sie würde ihrem Fleisch und Blut nicht ihren Stempel aufdrücken? Ihn nicht zu einem der ihren machen und ihm damit alles geben, was ihm Vorteile in dieser Welt verschaffen würde?

Seine nächsten Worte jedoch wurden zuerst mit kühlem Interesse gewürdigt, ehe ihr Blick eiskalt wurde.
„Nein.“, erwiderte sie leise und erhob zum ersten Mal ihre Stimme in diesem Raum und sie klang nicht weniger kalt als ihr Blick es war. Deutlich war sie sich der Aufmerksamkeit des anderen Ancilla bewusst, dennoch ließ sie ihre Aufmerksamkeit aber auf Godeoc gerichtet. „Wir werden alle denselben Anteil zahlen und ich werde mich daran beteiligen Männer und Alliierte zu finden. Das hier ist ein Konflikt zwischen Lasombra und ich bezweifle, dass Maximinianus in der Lage ist Verbündete in Pisa oder Mailand zu gewinnen. Mein Blut schätzt Einmischungen der Ventrue gar nicht.“ Ihre Mimik blieb kalt und berechnend, doch innerlich spannte sie sich an und nahm ihr Tier an die Kette. Sie rechnete nicht damit, dass Godeoc den Widerspruch einfach so hinnehmen würde und dass er körperlich reagieren würde. Das wäre zumindest nicht das erste Mal und wenn ihr Plan funktionieren sollte, dann durfte sie nicht rasen, also sammelte sie sich und ließ ihren Willen ihr Tier zu Boden knechten.
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind wie Eisblumen viel zu schön für den Tag.
Wir sind wie Eisblumen, kalt und schwarz ist unsere Macht.
Eisblumen blühen in der Nacht.

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