[1007] Lieferung frei Haus [Toma]

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Sousanna
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Re: [1007] Lieferung frei Haus [Toma]

Beitrag von Sousanna » Fr 6. Apr 2018, 20:43

Wie durch Zufall kreuzten in dieser Nacht keine Wachen den Weg des Karren auf dem Weg zu Tomas Werkstatt. Mühsam hoppelte der knarzige Wagen mit den alten Fässern über die Straßen. Ein paar fluchende Männer zogen ihn, während eine schmale Gestalt so gelassen voran schritt, als schlenderten sie gerade durch einen sonnigen Park an einem warmen Sommermorgen.
Doch so entspannt die schmale Frau auch wirken mochte, in ihrem Inneren brodelte es. Sie würde drei Kreuze schlagen, wenn sie diese Sache hinter sich gebracht hatte.

So bebte ihre Hand ein wenig, da sie endlich an der Tür klopfen konnte und Tiziano die Männer wegschickte. Die sechs Fässer würde der Kunde schon allein verladen können. Nur er und Sanna würden die letzten Gespräche führen. Nachdem er genug Münzen für ein ordentliches Besäufnis hatte springen lassen, verschwanden sie rasch, so dass wer auch immer die Tür öffnen würde, lediglich ein paar schmierige Banditen sehen, die sich von dannen trollten. Sie hätten es lieber gehabt, den Wein zu trinken, den seine schöne Griechin sonst auszuschenken, doch die war gerade damit beschäftigt, mit leicht gesenktem Kopf und tief konzentriert auf irgendetwas zu warten.
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Toma Ianos Navodeanu
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Re: [1007] Lieferung frei Haus [Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 6. Apr 2018, 21:37

Den Karren hörte Toma schon heranrollen und so stand er auf und machte sich bereit für die Lieferung. Für einen Moment betrachtete er die Maske in seiner Hand...nachdenklich, bevor er sie aufsetzte und sogar eine Kapuze überzog. Als es an der Tür klopfte schreckte Urs aus seinem kurzen Nickerchen und Toma fauchte ihn erbost an. Was schlief der Tölpel hier?!
Eingeschüchtert haspelte er etwas herum, bevor er die Hand an die Tür legte und sie dann öffnete für seinen Herrn der der Ravnos gegenüber trat.

Tomas Blick fiel auf Sousanna und seine Laune wurde noch schlechter als sie bereits war. Sie erinnerte ihn zu sehr...doch so war es besser.
Ein dumpfes Schnauben erklang, bevor er den Blick über den Wagen schweifen ließ. Fässer...Er hatte sich bei Weinlieferung schon gewundert und er war nicht sicher wie er das finden sollte. Keine gängige Lieferung für seine Werkstatt, aber sicher eine gute Transportmöglichkeit.

„Sousanna. Ich sehe ihr habt euer Wort gehalten. Erfreulich.“ Seine Stimme klang seltsam...anders...aber doch immer noch vertraut...eine weitere Veränderung? Erfreut klang er jedoch nicht. Eher so als wollte auch er es schnell hinter sich bringen.

Er trat hinaus und an den Wagen heran. Dann stand er da und starrte Tiziano an, wohl erwartend dass dieser die Fässer tragen würde.
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Re: [1007] Lieferung frei Haus [Toma]

Beitrag von Sousanna » Fr 6. Apr 2018, 22:08

Sousannas Haupt neigte sich zur Seite. Sie schien etwas zu bedenken, etwas zu ergründen versuchen. Doch offensichtlich schien ihr der Gedanke, den sie bei seinem Anblick hatte, nicht wichtig genug zu sein, um ihm lange anzuhängen. Sie musterte ihn kühl, ehe sich ein leicht abschätziges Lächeln auf ihre Lippen stahl.
"Ich pflege meine Worte zu halten, Toma.", blieb ihre unterkühlte Erwiderung, ehe sie Tiziano noch einmal zunickte und die Augen schloss. Für Toma würde nichts offensichtliches geschehen, doch wer nun auf den Wagen und die Tür blickte, würde durch einen zufälligen Schatten kaum etwas erkennen können, das dort geschah.*
Unterdessen begann der Ghul in aller Seelenruhe die Fässer zu öffnen und einem nach dem anderen straff gefesselte und erbarmungslos geknebelte Jugendliche ohne viel Federlesen in die Werkstatt zu zerren. Den grobschlächtigen Knecht der Schönen schien es nicht im Geringsten zu stören, dass er hier gerade sechs Menschen gnadenlos einem widerwärtigen Schicksal auslieferte.

Die Ravnos würde abwarten, ehe bis der letzte der dreckigen Unglücksraben hineingebracht wurden, ehe sie tänzelnden Schrittes selbst die Werkstatt betrat. Zwar wirkte sie angespannt, doch nicht im geringsten missgelaunt.
Innen würde sie sich zu Toma umwenden und ihn offensichtlich zufrieden angrinsen. "Sechs Menschen - in der Blüte ihres Lebens. Vier davon sind ab heute die euren. Wählt, wen ihr wollt. Wenn ihr alle wollt, können wir auch darüber sprechen."

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Re: [1007] Lieferung frei Haus [Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 6. Apr 2018, 23:19

„Für euch heißt das 'werter'.“ bemerkte er erbost, als sie ihn ohne Ansprache ansprach. Oh...wie er sie hasste...wie sie fast alles verkörperte was er hasste!
..noch schlimmer... Ein Zittern ging durch seinen Körper, bevor er den Gedanken abschüttelte und sich auf das konzentrierte was Tiziano da tat. Da war er schon fast zur Hälfte durch.

Da Toma nichts von dem Zauberwerk, dass die Ravnos wirkte, mitbekam, sah er sich erschrocken um, als ihr Kettenhund begann die Menschen draußen vor der Tür aus den Fässern zu ziehen.
„Seid ihr wahnsinnig?!“ zischte er. Jedoch hielt er Tiziano auch nicht auf. Es war dunkel. Es gab kein Licht, bis auf das wenige das aus der Werkstatt fiel und sie waren hier am hintersten Rand von Domus. Als Sousanna dann jedoch noch wie selbstverständlich in seine Werkstatt ging und er lediglich folgte erklang ein wütendes Knurren aus seiner Kehle, das von seiner Maske gedämpft wurde. Seine Hände, die in ledernen Handschuhen steckten ballten sich zu Fäusten.
Das Püppchen gab sich also noch härter?

Doch als die Menschen da so aufgereiht warteten war seine Aufmerksamkeit erst einmal abgelenkt und und er richtete sein Augenmerk ganz auf die armen Unglückseeligen, die der Ravnos da ins Netz gegangen waren. Neugierig ging er sie ab. Musterte sie. Zog sie zu sich heran. Packte sie grob an verschiedenen Stellen an, so gut es ging, ohne sie sogleich auszupacken.

Sie waren sich recht ähnlich. Einer schien so gut wie der andere.
Zumindest gab es keine offensichtlichen Mängel. Wie fehlende Gliedmaßen, stark vernarbte Haut, Krankheiten oder Wucherungen.
Nach einer ganzen Weile, pickte er sich vier raus.

„Was würdet ihr für die zusätzlichen zwei denn wollen?“ fragte er dann jedoch Sousanna, als er spontan überlegt hatte, dass mehr Ware nicht zu verachten war. Auch wenn er ungern weitere Handel mit der Ravnos wollte.

Indes hatte Urs die Tür hinter allen wieder geschlossen und Martha stand unschlüssig auf der anderen Seite des Raumes und hatte sich lediglich vor Sousanna verneigt, als sie eingetreten war. Mit Bedauern und Mitleid sah sie die Menschen an, die auf dem Boden wie gefangenes Vieh hockten oder lagen.
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Re: [1007] Lieferung frei Haus [Toma]

Beitrag von Sousanna » Fr 6. Apr 2018, 23:44

"Und für euch werte Sousanna oder aber, wenn ihr wirklich korrekt sein wollt, wohlwerte", erwiderte sie gelassen und zeigte ein überraschend gut gelauntes Lächeln. "Aber es nützt ja nichts, oder? Mir bricht über das fehlende wohlwerte kein Zacken aus der Krone. Ich bestehe nicht auf dieses Herumreiten auf Titel. Mich könnt ihr nennen, wie ihr wollt."

Da er so widersprach, grinste sie nun offen amüsiert. "Erinnert ihr euch an das Licht und die Stimme bei unserem ersten Treffen?", fragte sie mit hinter dem Rücken verschränkten Armen. "Hier sieht jeder nur einen Schatten. Ein einfacher Zauber. Ich will euch ja keine Scherereien einbrocken."
Nur seine Ghule würden ihr breites Grinsen sehen, als er hinter ihrem Rücken knurrte. Auf eine seltsame Weise befriedigte es sie, den Drachen zu triezen.

Seine Begutachtung hatte sie dann schließlich ruhig verfolgt, dabei immer wieder amüsierte Blicke mit ihrem Ghul getauscht. Ihr schien das grobe Verhalten ihrer Ware gegenüber recht gleichgültig zu sein. Entspannt wippte sie auf den Fußballen auf und ab, bis er sich vier Menschen ausgesucht hatte.
Dann neigte sie leicht den Kopf. "Ich möchte Messer aus meinen Rippen gefertigt bekommen. Winzige, spitze Messer. Ich dachte, ihr seid bedeutend begabter als jeder Mensch, den ich darum bitten könnte. Also zahle ich lieber euch."
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Re: [1007] Lieferung frei Haus [Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Sa 7. Apr 2018, 15:36

„Messer?“ fragte er überrascht über die Anfrage, mit der er nun nicht gerechnet hätte. „Knochen eigenen sich nicht gut zum schneiden. Zumindest nicht wenn ihr sie lange nutzen wollt. Zum Zustechen womöglich...wenn das Objekt weich ist...Es würden wirklich winzige Messer werden....“
Mit verschrenkten Armen stand er da und musterte sie. Sein Kopf neigte sich zur Seite.
„Ist es das was ihr damit wollt? Eure fehlenden Zähne zu umgehen, Gossenkind?“

Sie hatte gesagt er konnte sie nennen wie er wollte und eher würde er in die Sonne gehen als sie wohlwert zu nennen. Woher sie auch immer glauben mochte, dass das korrekt für sie wäre.
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Re: [1007] Lieferung frei Haus [Toma]

Beitrag von Sousanna » Sa 7. Apr 2018, 15:53

Auf diese Ansprache wollte ihr treuer Begleiter gerade schon nach vorne schnellen, ehe sie ihn mit einer sachten Handbewegung aufhielt und das zuckersüßeste Lächeln aufsetzte, dass wohl je einer der Anwesenden jemals gesehen hatte. "Es ist alles gut", raunte sie ihm sacht zu und streichelte sanft den muskulösen Arm ihres Ghuls, der immer noch recht angriffslustig vor sich hin starrte. "Er versucht mir nur zu schmeicheln und ich sehe das Kompliment hinter den Worten."

Dann würde sie den Kopf zur Seite legen und Toma einen herausfordernden Blick zuzuwerfen. "Selbst wenn das der Sinn des Ganzen wäre, würde es euch doch ohnehin nicht kümmern, was das Gossenkind danach damit anstellt, oder?", gab die Ravnos zurück und zeigte ein gelangweiltes Schulterzucken. "Aber wenn euch das zu viel Kleinstarbeit ist, gebe ich es eben an einen Menschen und nehme meine beiden wieder mit. Dann habt ihr fortan Ruhe von mir. Ich brauche nur noch meine Rippe."
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Re: [1007] Lieferung frei Haus [Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Sa 7. Apr 2018, 16:29

Amüsiert grinste der Tzimisce hinter der Maske, als der Ghul reagierte. Wie es abzusehen war.
Dass sie dagegen in keinsterweise negativ reagierte hatte er auch vermutet, sie wollte nicht zeigen, dass er sie getroffen hatte. Wie sie sich unbeeindruckt gab und seinen Versuch einer Beleidigung unbedeutend machte. „Ihr könnt ruhig so tun als würde es euch nicht kümmern, wenn ihr euch etwas vormachen wollt.“ Vielleicht war es ihr auch wirklich egal. Doch das würde ihn nicht davon abhalten dies nun immer weiter auszunutzen.

„Ich schaffe euch eure Messer.“ Willigte er dann doch en. Als würde irgendein Mensch gut genug dafür sein...So was konnte er ja nun nicht abgeben, auch wenn es für diesen Abschau von Kainit war.
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Re: [1007] Lieferung frei Haus [Toma]

Beitrag von Sousanna » Sa 7. Apr 2018, 16:44

"Ach", machte sie und zuckte die Schultern, wie es nur ein Gossenkind konnte. Nichts an ihrer Körperhaltung sprach von Anspannung oder tatsächlichem Ärger. Viel eher schien sie das Gespräch darüber latent zu langweilen. "Was kümmert mich, wie ihr mich nennt? Es gibt kaum ein Schimpfwort, das ich noch nicht gehört habe - und eure Meinung über mich ist mir ähnlich wichtig wie euch die meine ist. Ich würde euch aber außerdem Wörter wie Hure, Miststück, griechische Bergziege, Apfelbäckchen, Diebin, Lügnerin, Ghoul und dergleichen empfehlen. Die Kombination mit zahnlos fanden auch schon einige Blutsauger interessant - nur falls ihr hin und wieder abwechseln wollt." Mit sacht gehobener Augenbraue blickte sie die Maske des Drachen an, als befänden sie sich gerade in einem Gespräch zwischen Händlerin und Kunde. Tiziano unterdessen blickte verwirrt von ihr zu dem Scheusal und zurück.

Dann aber strahlte sie und würde eine Tasche an ihrem Gürtel greifen und die winzige Rippe hervorziehen, die in grünen Samt geschlagen war. Trug sie sie immer mit sich herum oder hatte sie sie nur heute mitgenommen? Ruhig streckte sie sie dem Tzimisce entgegen. "Dann gehören alle euch - und wir haben einen Handel. Wann kann ich die Messer holen kommen?"
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Re: [1007] Lieferung frei Haus [Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Sa 7. Apr 2018, 17:11

Toma schnaubte abschätzig und durchaus erbost, dass sie ihn so vorführte, als würde er nicht selbst auf Wörter kommen.
„Schön zu sehen, wie wenig ihr selbst von euch haltet, Etwas stolz ist nicht verkehrt, wisst ihr? Aber davon habt ihr ja noch nie etwas gehabt. Dabei dachte ich mal dass ihr durchaus dabei wart euch zu ändern. Aber am Ende seid ihr nur ein jammerndes kleines Mädchen. Blutverschwendung.“
Hat 'meine' Forderung euch wirklich so viel Leid bereitet?“ fragte er höhnisch und bezog sich damit auf das was Angelique am Hofe zu ihm gesagt hatte.

Die Hände des Tzimisce hatten sich immer noch in Verschränkung in den Stoff seiner Kleidung gekrallt und zu Fäusten geballt. Mit jedem Wort war seine Stimme bitterer geworden. Warum ereiferte er sich so sehr über die Ravnos? Sie hatte recht, sie sollte ihm einfach egal sein.
Mit einem leisen seufzen nahm er die Rippe entgegen und betrachtete den kleinen Knochen in seiner Hand. So lange war es her und sieh was alles passiert war...
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