[1006] Schönste Nacht in Zweisamkeit [Alain]

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Sousanna
Ravnos
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Re: [1006] Schönste Nacht in Zweisamkeit [Alain]

Beitrag von Sousanna » So 18. Mär 2018, 13:49

Nur träge erhob sich auch die Ravnos. Schien nicht zu bemerken, dass sie noch immer völlig entblößt war. Ihr Blick lag noch immer auf Alain - wie der einer Künstlerin, die ein anderes Kunstwerk anerkennend betrachtet. Noch immer waren die Wangen stark gerötet und sie schien trotz ihrer beider Offenbarung noch immer daran festzuhalten, zu atmen.
Nachdenklich strich sie eine unsichtbare Linie an ihrem Knie nach und lächelte ein hintergründiges Lächeln.
"Dann auf bald, schöner Drache.", lächelte zum Abschied und legte ihr Haupt auf seltsame Weise zur Seite. Gelocktes Haar floss wie ein Meer aus duftendem Ebenholz über ihre Haut und die unschuldige Bestie, die unwiderstehliche Spinne, schien in ihrem Lächeln durchzudringen. "Komm wieder wenn du etwas in dieser Domäne brauchst. Sei es ein gutes oder schlechtes Wort oder Wissen. Die Weberin Genuas hilft ihren Geschwistern im Geiste immer gern." Kurz huschte ein verschwörerisches Lächeln über die vollen Lippen, das erahnen ließ, dass ihre Worte ein wohl verpacktes Geschenk enthielten.

Sie würde ihn ziehen lassen, so er es wollte, doch da er die Tür erreicht hatte, würde ihre honigsüße Stimme ihn noch einmal rufen. "Ach, und Alain, Livia wäre nie meine Freundin, wäre sie nicht ebenfalls eine der unseren. So du sie triffst, hüte dich vor Schlangen und bestell liebe Grüße von mir. Sie wird dir sicher gefallen.", erklärte sie noch beiläufig und sich gerade etwas genüsslich räkelnd.
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

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Alain le Beau
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Re: [1006] Schönste Nacht in Zweisamkeit [Alain]

Beitrag von Alain le Beau » So 18. Mär 2018, 21:44

Alain nickt ihr ein letztes Mal zu. Er hat verstanden. Und das Lächeln, das er ihr schenkt, ist den Preis dieser Information mehr als wert. Es ist ein Lächeln, das den Raum zu erhellen scheint, ein Lächeln, das in ihr das Bewusstsein weckt, wie schön sie selber ist. In diesem Lächeln liegt die Hoffnung auf ein weiteres Treffen, auf weitere wunderbare Stunden zu zweit, in freudiger Umarmung vereint. Es liegt Melancholie darin, die Sehnsucht nach fernen Stränden, nach dem Rauschen der Wellen an den Stränden von Aremorica. Vor allem aber weiß Sousanna, dass Alain ihr mit diesem Lächeln eine weitere Vorführung seiner Kunst als Liebhaber schenkt - denn dieses Lächeln ist lange einstudiert und geübt worden. Da ist sie sich ganz sicher.

Schließlich, mit einem letzten wehmütigen Blick, verschwindet Alain, mit sicherem Schritt durch den Schankraum und in die dunkle Nacht hinaus. Er ist zufrieden. Dies war in der Tat schönste aller Nächte.

Denn für Alain ist jede einzelne Nacht die schönste aller Nächte.
Love the Sinner. Love the Sin.

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Sousanna
Ravnos
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Re: [1006] Schönste Nacht in Zweisamkeit [Alain]

Beitrag von Sousanna » Fr 23. Mär 2018, 22:25

Ein letzter Blick. Ein anmutiges, letztes Winken, dann wäre der Spuk vorbei.
Wer sich aus der Traumwelt der Byzantinerin heraus begab, wurde von der harten Realität eingeholt. Doch die Realität war, dass jeder, der Sousannas Gast war, von den Räubern, Mördern und Hurensöhnen verschont blieb. Und dass die Ravnos sich an jenem Tag einer zufriedenen Katze gleich zusammenrollte und von einem nächsten Treffen voller Lüste zur jener Leiche wurde, die sie nun einmal war, mochte nichts an dem Umstand zu ändern, dass sie die liebreizende Herzogin von Byzanz blieb.
Finitus
Nach der schönsten aller Nächte mit Amalia und Livia ziehen sich Sousanna und Alain gemeinsam zurück. Während er noch auf dem Weg zum Alla Murra erkennt, dass sie eine Tochter des Kain ist, bleibt Sousanna bis zu seiner Offenbarung nach ihrem gemeinsamen Vergnügen unwissend. Die Erinnerung daran, dass sie beide einem Ziel, der Sünde, dienen, hilft ihr wieder etwas Zutrauen zu ihm zu finden. Bevor der Drache sich zurückzieht, gibt sie ihm das Versprechen sich als "Weberin von Genau" auch um seine Belange zu kümmern, so er dies wünscht, und offenbart einen Teil von Livias Identität.
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

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