[1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

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Amalia
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Re: [1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Amalia » Do 28. Dez 2017, 15:05

Amalia strahlte und schon schnell waren die dunklen Flecken auf ihrem Kleid aus ihrem Geist verschwunden. Mit großen Augen betrachtete sie die Szenerie und blickte immer wieder zwischen Sousanna und dieser komisch aussehenden Apparatur hin und her. Auf ihre Aussage, dass das Feuer ihr unheimlich ist ... schmunzelte sie etwas. So dauerte es einen kleinen Moment, ehe die Zweigesichtige fragend zu ihrer schönen Freundin blickte.

"Aber wie soll man denn Wasser rauchen können? Den Dampf? An sich finde ich Feuer nicht schlimm ... ich mag es zuweilen in einem Raum zu sitzen, wo ein kleines Feuer lodert ... ich finde es faszinierend, wie etwas, was zu Lebzeiten wichtig war, nun Angst und Schrecken verbreiten kann unter jenen, die nichts mehr zu fürchten haben."

Auf die Frage, ob sie schon einmal geraucht hatte schmunzelte Amalia noch etwas breiter, ehe sie kurz kicherte

"Nun ... wir hatten mal damals einen Händler am Hafen überfallen. Er hatte eine große Kiste dabei, mit einem komisch aussehenden Kraut darin ... ich war ja noch recht jung und wusste nichts damit anzufangen ... und da wir damals nichts anderes gefunden hatten ... habe ich aus Wut jene Kiste angesteckt ... es war recht amüsant, was dann mit uns passiert ist. Seitdem hatte ich aber nicht mehr die Gelegenheit etwas vergleichbares zu tun."

Amalia lächelte wieder und guckte nun etwas aufgeregt zu der Tür, zu welcher der Wirt hereinkommen würde.
"Ich kann deine Angst fühlen Mensch. Sie ist spürbar gegenwärtig. Ich kann mit den Fingern darüberstreichen und ihr krankes Aroma schmecken. Ist dieses Entsetzen Nährboden für Hass, dann lass mich daran laben und dich dabei völlig auslöschen."

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Re: [1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Sousanna » Do 28. Dez 2017, 17:45

Während die Ravnos aufmerksam beobachtete, was der Wirt des Alla Murra mit dem Zündspan trieb, schienen ihre Blicke einen gewissen Mutterinstinkt zu enthalten. Sorge lag in den Rehaugen wie die Sorge einer Mutter um ihr Kind.
"Naja, ich mag das Feuer nicht sonderlich gut leiden.", schmunzelte sie und strich sich durchs braune, duftende Haar. "Auch wenn ich es ausnehmend hübsch finde - und man praktische Dinge damit anstellen kann."

Dann war die Wasserpfeife entzündet und Bernardo reichte seiner Herrin den Schlauch, die das Wasser zum Brodeln brachte. Schließlich stieß sie kringelförmige Rauchwölkchen aus, die durch ihr Kichern etwas missrieten. "Das glaub ich gern.", lachte sie amüsiert und reichte Amalia den Schlauch weiter, während sie sich gelassen zurücklehnte. "Ach was waren das grandiose Zeiten als Mensch, als man den Rausch noch durch anderes als Blut spüren konnte." Melancholisch seufzte sie und lächelte zu der Salubri hinüber. "Jetzt probier es du aus."

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Geschick und Vortrag zum Rauchkringelpusten: @Sousanna (Veronika): 5d10 >=6 f1 = (10 4 4 4 5, 1 success) = 1
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Re: [1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Amalia » Do 28. Dez 2017, 20:15

Aufgeregt sah Amalia ihrer Freundin dabei zu, wie sie das komische Gerät, die Pfeife bediente und als sie den Schlauch bekam wurden ihre Augen noch größer. Es dauerte noch einen Moment, ehe sie daran saugte und als Sousanna von dem vergangenem Leben schwärmte grinste Amalia sie wissend an.

"Oh ja ... auch wenn es dunkle Zeiten waren, gibt es nichts mehr im jetzigen Leben, was mit der Aufregung von damals vergleichbar wäre. Nichts war spannender und erfüllender. Die Angst erwischt zu werden ... die Erfülltheit."

Amalia seufzte und dann, als sie den Schlauch mit ihren Lippen umschloss atmete sie tief ein, ermöglichte es den Rauch sie ganz zu erfüllen. Sie grinste und lies sich neben ihre Freundin fallen, welcher sie den Schlauch freudig grinsend hinhielt.
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Re: [1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Sousanna » Mo 1. Jan 2018, 21:19

Ein tiefer Atemzug sog die warme Luft in den toten Körper, hielt den erfüllenden Rauch einige Momente in sich und stieß ihn schließlich in kleinen Kringeln wieder aus. Wie bei einer Katze, die eine Liebkosung mehr als genoss, waren ihre Augen halb geschlossen, während die Mundwinkel ein verträumtes Lächeln zeigten.
"Hmmm", machte sie und lehnte sich gelassen zurück. "Erfülltheit trift es gut."

Wieder herrschte Schweigen. Dann murmelte sie leise. "Naja, aber dieses Leben ist auch nicht schlecht.", fügte Sousanna hinzu und atmete tief ein. "Ich meine, wir würden beide nie hier stehen, wären wir nicht zu Monstern geworden. Wir wären weit weniger frei."
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Re: [1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Amalia » Mo 1. Jan 2018, 22:07

Als Amalia den Schlauch wieder bekam lächelte und als der warme Rauch sie umhüllte und ihr innerstes in dem Armen hielt, kam es ihr so vor, als wäre der Hass für einen Moment erloschen. Jener Hass welcher sie innerlich zerfraß, welcher sie stärkte, aus welchem sie ihre Macht nahm. Nie enden wollende Dunkelheit umfasste ihre Seele, doch für den jetzigen Moment, war es anders ... heller, ruhiger ... eine Entspannung, wohltuender als jedes Bad in den Thermen.

Sie seufzte zufrieden und als sie die Worte der Ravnos vernahm grinste sie "Oh ja da hast recht. Wir wären nie die Personen die wir jetzt sind. Eingepfercht in der Einstellung der Welt, dass Frauen nichts zu sagen haben" hier kicherte sie etwas und schloss ihre Augen, versank in der Welt der Träume, wobei ihr rechter Arm, nun etwas näher neben der Schönheit lag.

Dann zögerte Amalia etwas "Du ... Sousanna, sind das die Träume die du mir zeigen wolltest? Jene wundervollen Bilder die ich sehe, wenn ich meine Augen schließe?" Sie lächelte und wirkte das erste mal seit ihrer Ankunft in Genua nochmal richtig glücklich.
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Re: [1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Sousanna » Do 4. Jan 2018, 11:50

Für die Ravnos war es immer wieder ein Wunder, was gerauchtes Wasser und ein wenig Heimeligkeit bewirken konnten. Sie ließen selbst das kälteste, verbohrteste Herz aufblühen. Erwärmten auch eine Seele, die wie die Amalias wohl schon seit Ewigkeiten in einen Panzer aus Eis und Grausamkeit gehüllt war. Es war das Leid der Untoten, dass die meisten von ihnen kaum mehr irgendeine Form von Genuss zuließen. Dass sie sich lieber in ewiger Selbstkasteiung für die Sünde trotz des Todes zu leben bestraften, anstatt sich selbst zu feiern, für jenes Wunder.
Ruhig nahmen ihre warmen Finger die Hand der Dunkelhaarigen und liebkosten sie ruhig. Fanden auf magische Weise Punkte, die noch mehr zur Entspannung betrugen. Schenkten ihr ein Gefühl der Angenommenheit.

"Viele glauben, der Tod mache sie freier.", ließ auch sie sich auf diese wunderbare Philosophie ein. "Hoffen es zumindest - aber wir, wir wissen es." Leicht schlossen sich die dunklen Augen, ehe sie mit einem Lächeln zu Amalia hinüberblickte. "Weißt du, wäre ich nicht getötet worden, hätte man mich verheiratet. Ein viel schlimmerer Tod. Ich wäre lebendig begraben in einem Landgut vor Byzanz, wäre ein Vögelchen in einem bronzenen Käfig, da sich mein Herr noch nicht einmal einen aus Gold hätte leisten können."
In diesen Worten lag seltsame Wahrheit. Fast als spräche sie nur selten darüber, da es sie bitter und zugleich heiter werden ließ.

Schließlich schloss sie die Augen und nickte mit einem seligen Lächeln auf den weichen, vollen Lippen. "Ja, die schönsten Träume haben wir, wenn wir uns erlauben, sie zu haben.", war ihre Antwort.
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Re: [1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Amalia » Do 4. Jan 2018, 12:21

Als Sousanna Amalias Hand umschloss spürte sie, wie die Zweigesichtige sanft am Zittern war, das Zittern der Schüchternheit der Ungewissheit. Die Byzantinerin erwischte die Bestie Krujas in einem Moment, welcher vollkommen fremd für sie war. Sie rausgezogen aus ihrer Wohlfühlzone bestehend aus Hass, Gewalt und Grausamkeit. Auf Sousannas philosophische Gedanken nickte sie langsam. Sie wusste es, sie kannte ihn, den Preis für die Unsterblichkeit – Nie enden wollender Schmerz.

Als Amalia erfuhr, was beinahe aus ihrer Freundin wurde drehte sie sich auf die Seite und öffnete die Lider und suchte die Augen der Hübschen mit ihren eigenen. Zaghaft und zögerlich legte Amalia ihre Hand auf die Wange der Ravnos und strich sanft mit ihren Fingern über die reine und sanfte Haut, wobei sie zaghaft lächelte.

„Dann hast doch noch Glück im Unglück gehabt … wobei dein Vater froh sein kann, dass ich nicht dabei war, sonst Takte erzählt und dich aus seinen Klauen befreit.“ Hier lächelte sie etwas und ließ den Blick noch lange auf der Schönen ruhen. Es dauerte lange ehe sie wieder etwas kicherte, ein Kichern, welches dem eines Mädchens glich, welches gerade etwas sehr Unchristliches gesehen hat „Soll ich dir sagen was ich gerade gesehen habe?“ auch sie legte sich zurück, wobei sie selbst nun etwas näher an der Byzantinerin lag. Sie schloss die Augen und entschwand wieder in dem wundervollen Gebilden ihrer Gedanken.
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Re: [1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Sousanna » Do 4. Jan 2018, 13:04

Sie gab ihr weiter die Ruhe, die sie brauchte, streichelte die Hand der Salubri. Es war in Ordnung. Es war alles in Ordnung. Auch fremde Momente mussten in Sousannas Nähe nicht bedrohlich wirken. Sie war hier in Gesellschaft und vor allem aber in Sicherheit. Ein Gast der Ravnos musste sich nicht fürchten, solang sie da war und einen als Freundin bezeichnete.

Dann wandte sie sich mit einem sanften Lächeln zu ihr und legte eine Hand auf die Amalias. "Mein Vater ist schon lange tot", flüsterte sie leise und lächelte ruhig. "Meine Brüder haben schon Enkel. Es ist gut, dass ich nicht mehr bei ihnen bin."
Schließlich flackerte ihr Blick aufgeregt. "Was hast du gesehen?"
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Re: [1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Amalia » Do 4. Jan 2018, 13:31

Sichtlich konnte man der Salubri ansehen, wie wohl sie sich fühlte, wie sie die Ruhe und die Entspannung aufsaugte und nicht wieder hergeben will. Das Gerede über die Brüder und den Vater schwamm an ihr vorbei und entfloh in eine Welt, zu schön um sie mit Worten zu beschreiben.

Langsam öffnete sie wieder die Augen und lächelte die Ravnos verträumt an. Wieder umschlich ein sanftes Kichern die Lippen der Zweigesichtigen „Ich weiß nicht, ich fühle mich ein wenig schlecht dabei das zu sagen, aber wir sind ja unter uns.“ Verschwörerisch blickte die Zweigesichtige sich um und näherte sich dann Sousannas Ohr, nahm auf den wundervollen Duft der seidigen Haare.

„Ich lag in diesem Bett, als plötzlich Sofia zu mir kam … und …“ hier versagte ihre Stimme und man konnte sich sichtlich sehen, dass Amalia, wenn sie könnte, tomatenrot geworden wäre. Sie räusperte sich etwas „Ich habe sie vorher noch nie ohne Kleidung gesehen“ sagte sie und blickte schüchtern zu Boden „generell noch keine Frau …“ hier blickte sie nun noch mehr zu Boden und es dauerte eine Weile, bis sie wieder hoch blickte in das schöne Gesicht der Frau aus Byzanz und sich zu einem Lächeln zwang „Es sah sehr schön aus und ich bin gespannt, ob mir eines Tages solche Dinge zuteilwerden würden.“ Sie blickte wieder verträumt ehe sie wieder etwas erschrocken wirkte „Bitte verzeih mir meinen sündhaften Ausrutscher … ich hätte so etwas nicht sagen sollen … ich hoffe es stört dich nicht?“

Unsicherheit – pure Unsicherheit. Nicht zu vergleichen mit dem wundervollen Gefühl der Stärke, doch hier, in dieser Kammer, war sie es, die der anderen ausgeliefert war. Hier war Sousanna die Meisterin.
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Re: [1003] Erblühende Wüsten [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Sousanna » Do 4. Jan 2018, 14:17

Eine Weile lang blickte die Ravnos nachdenklich drein und als versuche sie sich die Träume, die Amalia ihr beschrieben hatte, vorzustellen. Dann lächelte sie ihr beruhigendes Lächeln, das alles verzeihen konnte und alles so annahm, wie es war.
"Das klingt nach einem wunderschönen Traum.", flüsterte sie schließlich und streichelte sacht die Wange der vom Liebeskummer Verzehrten. "Ich glaube, wenn du sie wieder siehst, dann werdet ihr so wie wir jetzt beieinander liegen und wenn du ihr deinen Wunsch nennst, kann sie nicht anders, als ihn dir zu erfüllen."

Schließich schüttelte sie lächelnd den Kopf. "Ach meine Liebe, da gibt es nichts zu verzeihen.", erklärte sie und ein schelmisches Funkeln war in ihren Blick getreten. "Sag, willst du einmal eine Frau sehen? Mich stört es nicht und ich würde es dir anbieten."
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