[1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

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Toma Ianos Navodeanu
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[1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Sa 2. Dez 2017, 20:57

Wie so oft war der Drache auch in dieser Nacht in den Straßen Genuas unterwegs, doch anders als die vielen Nächte zuvor, war er nun immer noch aufmerksamer, unruhiger, paranoider möchte man es nennen. Es behagte ihn gar nicht mehr auf die Jagd zu gehen. Die Stadt war zwar wieder befreit, doch er hatte zu gut die Gefahr geschmeckt. Wie er dieses Gefühl hasste. Wo war all seine Zuversicht und Überlegenheit hin? Ließ er sich wirklich von einem Angriff derart einschüchtern?
Er hasste sich selbst dafür und ein dumpfes Knurren erklang unter der hölzernen Maske, die seit einigen Jahren nun sein Begleiter in den Straßen Genuas war, nachdem er seine erste in seiner Wut zerstört hatte.

Auch seine Diener trugen Duplikate dieser Maske, zusammen mit dunkler einfacher grober Kleidung, waren sie in der Nacht kaum zu sehen, aber doch recht auffällig, wenn man ihnen einmal gewahr wurde. Unheimlich auffällig. Was die Jagd auch verkompliziert hatte.

Die Ghule hatten die Speere in ihren Händen fest umklammert und suchten ebenso aufmerksam wie er die Umgebung ab. Nun vermutlich nicht so aufmerksam wie er, sahen sie doch auch viel weniger als er selbst.
So viel hatte sich verändert. Auch schon vor dem Krieg. Oh er liebte den Wechsel, die Veränderung, Neues. Doch er hasste es ständig die Menschen dabei zu haben, nur um sich etwas sicherer zu fühlen.
Vielleicht sollte er weniger raus gehen.
Doch die Jagd. Das Blut, es machte es leider nötig...doch eigentlich...seine Ghule konnten genauso gut den Nachschub beschaffen, wie er es konnte.

Suchend, lauernd huschten die schwarz gelben Augen durch die Gassen, am Rande Broglios. Das Sesterie war relativ schwer getroffen worden, so viel Leid breitete sich hier nun aus, so viel Elend und Trümmer. Ein was gutes hatte der Angriff sicher gehabt, es gab nun noch mehr Obdachlose und Plünderer, die in den Überresten der Häuser nach noch verwertbarem suchten. Nach einigen Monaten war da natürlich nicht mehr viel übrig, doch Menschen hatten ja Hoffnung. Auch Toma hatte die Hoffnung, dass er heute Nacht hier sein Mahl finden würde.

Da nahm sein verstärktes Gehör Geräusche war. Jemand wühlte in Trümmern herum.
Knarren von Holz und dumpfes Gerumpel.
Toma gab seinen drei Mannen ein Zeichen und schlüpfte in die schwarze Gasse. Ein niedergebranntes Haus stand hier und außer den mickrigen Resten der Wände, war nicht viel davon übrig geblieben.
Währen die Ghule ihm im Abstand folgten und den Ausgang der Gasse im Blick behielten, setzte der Tzimisce schon auf den nichtsahnenden Menschen zu, sprang ihn an und hämmerte ihn dabei mit der ganzen Wucht seines Körpers auf den Boden. Ein kurzer Schrei entrang sich der Kehle der Frau, bevor sie von dem Aufschlag etwas benommen wurde.
Da traf sie ein gezielter Schlag unterhalb ihres Nackens und plötzlich war alles anders.
Keinen Arm konnte sie mehr heben, kein Bein mehr rühren. Der Mund öffnete sich zu einem Schrei und wurde schon von der Hand an ihrem Hals unterbrochen, die in ihre Kehle drückte und kein Laut drang mehr daraus hervor.

Zufrieden mit sich selbst, stellte sich der Tzimisce wieder auf und entrollte einen Sack, den er an seinem Gürtel dabei getragen hatte.
Das brachte so einige Erinnerungen mit sich.

Während die Ghule sich an den Enden der Gasse aufgestellt hatten und zusahen, dass niemand diese betrat, begann Toma damit, die immer noch lebende, aber bewegungslose Frau in den Sack zu stecken.
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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Livia » So 3. Dez 2017, 15:09

Doch die Jäger waren in dieser Nacht nicht allein. Wie der Mond wachte ein gieriges Paar fremde Augen über sie. Hatte die Masken, die Aufmachung und den Hunger bemerkt. Sich geschüttelt vor Irritation. In der tiefen Dunkelheit hatte sie zugesehen, hilflos, erschrocken über eine neue Ebene der Grausamkeit und Gewalt, ohne jegliche Möglichkeit irgend etwas zu unternehmen. Aber sie konnte beobachten und bewerten, sich wundern und abwarten.

Als das maskierte Monstrum der Frau den Schrei stahl, aber ihr das Leben ließ und sie in einen Sack steckte, erschrak sich die Setitin tiefgehend. Noch hatte sie wenig Grausamkeit gesehen, und nun soetwas.

Womöglich handelte es sich auch um einen besonders grausamen Menschenjäger, einen Sklavenhändler oder einen Schlitzer? Grausam in jedem Fall... interessant.
Livia blieb verborgen in der Dunkelheit und hielt die Stellung.

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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 3. Dez 2017, 17:46

Nachdem die Frau in dem dreckigen Leinen verstaut war, konnte die in den Schatten verborgene noch sehen, wie der grausame Schlitzer einen Handschuh wieder über seine Hand zog. Eine Hand, die selbst in dem wenigen spärlichen Licht des Mondes doch recht seltsam aussah...spitzer.

Dann hob er den Sack an und warf ihn sich über die Schulter, bis er wieder bei seinen Wachen stand, wo er diesen an einen der kräftigeren Exemplare weiterreichte. Sie blickten sich auf der angrenzenden Straße um und dann verließ die seltsame Gruppe den Tatort wieder Richtung Norden.
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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Livia » So 3. Dez 2017, 21:42

Die Fremde begleitete den Tzimiske und seine Opfer weiter. Tief in den Schatten der Nacht. Sie schauderte, als sie sich der Hand gewahr wurde. Sie musste irgend eine Art kainitisches Monstrum vor sich haben. Einen Nosferatu oder derartiges. Machtvoll und mit Ghulen auf der Suche nach Opfern, Opfern für was auch immer...

Livia nahm sich vor zumindest etwas davon herauszufinden und dann nach einer besseren Gelegenheit zu suchen, mit dem Monstrum in Kontakt zu treten. Hier bei der Jagd, würde das wohl kein Monstrum gutheißen...

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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mo 4. Dez 2017, 23:50

In der Tat hätte der Tzimisce sehr sprunghaft und instinktiv gehandelt, wenn ihn nun jemand ertappt hätte. Zudem eine schwächlich erscheinende junge Frau...doch er bemerkte sie nicht. Trotz seiner geschärften Sinne, konnten sie ihre Fähigkeit sich verborgen zu halten nicht durchdringen.
Immer noch wachsam, aber nun etwas schnelleren Schrittes bewegten sich die vier Männer nach Domus.
Kein Wort wurde gesprochen zwischen ihnen, auf dem ganzen Weg nicht. Anders als bei den Stadtwächtern die sich ihre Patrouille mit einem leichten Gespräch und Witzen angenehmer machten, schien sich bei dieser Gruppe nicht mal einer zu trauen zu husten.
Sie bewegten sich bis nahe der Stadtmauer im Norden des Sesterie zu einem kleinen Holzhäuschen in welchem sie schlussendlich verschwanden.
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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Livia » Di 5. Dez 2017, 00:52

Livia traute sich mittlerweile näher an das fremde Monstrum und seine Mannschaft. Sie folgte bis zu diesem Häuschen, auch wenn innere Warnungen in ihr riefen, schlüpfte sie sogar mühelos zwischen den Wachmännern hindurch - in der Tat ausgeblendet durch teuflische Kräfte, die auch Monstren zum Schaudern bringen konnten.
Was sie darin vorfinden würde nur, war das Risiko. Von einer Falle, zu einem ausgangslosen Labyrinth könnte es natürlich vieles sein... aber dieses Risiko war Livia gewillt einzugehen, für ein passendes Treffen mit solch einem monströsem Kainit. Er musste von diesem Kult der Jagd sein! Endlich hatte Livia sie gefunden, die Jäger Genuas!

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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Di 5. Dez 2017, 22:54

Als alle eingetreten waren (sogar jene die weder erwünscht waren noch bemerkt wurden), schloss ein Ghul die Tür und alle standen in der Dunkelheit des Raumes. Ein Raum, der sehr stark nach Holz, Harz und Leim roch. Gerüche, die im Moment andere schlechtere Gerüche übertünchten, nur eine sehr feine Nase hätte auch den schwachen Geruch nach altem Blut, menschlichen Ausscheidungen und Verwesung festgestellt.

Einer der Diener ging um und entzündete einige Kerzen und Öllampen, um den Raum zu erhellen.
Livia sah sich nun in einer Schreiner oder Tischler Werkstatt... umgeben von unheimlichen maskierten Männern.

Das Wesen das die Frau entführt hatte öffnete den Sack und hob diese auf einen Tisch in der ungefähren Mitte des Raumes. Die Frau schien Anfang 30 und der Kleidung nach sah sie sogar gut bürgerlich aus. Vielleicht war ihr Mann im Krieg gefallen und nun musste sie selbst sehen wie sie über die Runden kam und wühlte deshalb in den Trümmern nach wertvollem, oder ihr Besitz wurde Opfer der Flammen. Wer wusste es schon und nun war all das was die Frau einmal gewesen war, was sie erlebt hatte vergessen. Nun war sie nur noch ein Körper, eine scheinbar leblose Puppe.
Doch in dieser Puppe war immer noch ein Geist am Leben, ein Geist der um Hilfe schrie und Gnade, der betete und sich wünschte, dass das alles nicht passierte. Ein Geist, der durch die hellbraunen Augen ins Nichts starrte. Augen die sich mit Tränen füllten, während der Mund zu einem stummen unhörbaren Schrei aufgerissen war.

Das Monstrum nahm seine Maske ab, zog die Handschuhe von den Händen und legte den Umhang ab und zum Vorschein kam ein wahrlich absonderliches Wesen grotesken Aussehens.
Seine in Krallen endenden Finger fassten in die Kleidung der Frau und zerrissen dern Stoff, zogen die Fetzen von ihrem Körper, bis sie nackt vor ihm lag.
Sie weinte und das war das einzige was sie tun konnte.

Die Hände des Monsters fuhren über ihre Haut, das weiche zarte Fleisch, spürte die Wärme darunter, fühlten, spürten, suchten, entdeckten...bis er ihr Gesicht umfasste, ihren Kopf zu sich drehte und beinahe sanft von ihrer Wange über ihren Hals strich.
Ihr Brust hob und senkte sich stark. Sie atmete gehetzt, panisch, die Augen waren weit aufgerissen und Tränen über Tränen rannen über ihre gerötete Haut.

Da öffnete der Vampir sein Maul und versenkte seine Zähne in ihren Hals. Doch nicht nur zwei schmale Fänge bohrten sich durch ihre Haut. Ein Gebiss wie ein Raubtier umschloss einen Großteil ihres Hals und drückte beinahe alle Zähne hinein, die es hatte. Riss unzählige kleine Wunden in ihr Fleisch, während das heiße Blut aus den zwei größten spritzte und den Mund des Ungeheuers füllte.
Ein paar Schlucke und die Zähen lösten sich wieder. Doch immer noch lief Blut aus den Wunden. Anstatt dass es nun darüber leckte um die geschlagenen Wunden zu schließen, fuhr er nur mit der Hand darüber. Verschmierte das Blut über ihren Hals. Erst dann leckte seine Zunge das restliche Blut von ihr.
Doch sein Biss war immer noch sichtbar. Kleine Markierungen auf ihrer Haut.
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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Livia » Di 5. Dez 2017, 23:00

Livia hatte sich eine möglichst wenig zu begehende Ecke gesucht. Verdammt ihr Mut war zu groß gewesen - beinahe wäre sie aufgefallen - dann läg jetzt sie auf diesem Tisch. Was in aller Welt hatte sie sich gedacht diesen Monstren bis in ihre Falle zu folgen? Jetzt galt es zu warten und unbemerkt zu bleiben. Nicht, dass das besonders schwer war, aber eine Belastung war es alle Male.

Livia beobachtete, was der Jäger mit seiner Beute tat, sah sein entstelltes Gesicht, ein absolut tierischer Gangrel womöglich? Oder gar irgend ein Teufelsanbeter? Sie ließ sich ein Gebet durch den Kopf gehen - wagte es nicht einmal zu flüstern.

So beobachtete sie weiter die perverse Vorführung vor ihr... gebannt von der perversität dieses Schreckens. Nur noch mit Blick auf das Monstrum und seine Tat.

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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mi 6. Dez 2017, 22:54

Alles was sie danach zu sehen bekam, war noch schlimmer, als die Gewalt vorher, die unsittlichen Berührung, die Art des Trinkens.... Nichts davon war so schlimm gewesen, wie das nun erschallende Knacken von Knochen, Schmatzen und Reißen von Fleisch und Haut. Ein ekelerregendes Geräusch und alles, alles davon musste die Menschenfrau bei Bewusstsein ertragen.

Die unbemerkte Beobachterin wusste gar nicht was da vor ihren Augen stattfand. Der Vampir drückte irgendwie an der Frau herum, bewegte ihre Arme und...veränderte sie irgendwie, doch zu welchem Zweck?

Toma befasste sich nicht sehr lange mit der Vorbereitung. Die Nacht war nicht mehr jung und für die Frau war es genug für heute. Er wollte ja nicht dass sie starb.
Er begann sich wieder anzukleiden und nickte einem Ghul kurz zu, wohl ein Zeichen, denn daraufhin setzten sich alle in Bewegung.
Toma und zwei Ghule verließen die Werkstatt, während einer der kräftigeren Männer zurückblieb und in einem angrenzenden Raum etwas vorbereitete.
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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Livia » Do 7. Dez 2017, 19:24

Livia prägte sich den Ort ein, fest.

Ungesehen wie selbst ein Schatten es nur Träumen konnte glitt Livia dem Monstrum hinterher - er konnte sie wirklich nicht wahrnehmen - so wurde sie nun zu seinem Schatten, traute sich nah heran, beobachtete ihn, seine Schritte, seine Maske, seine Hast, die Blicke seiner Ghuler... und folgte noch ein Stück, bis sie ausmachen könnte, wo er wohl hinstrebte?

Wie sollte sie an ihn herantreten, ohne als Verfolgerin zu erscheinen? Sie wollte dem Jäger nicht das Gefühl geben, gejagt zu werden... oder sollte sie? Eine Machtdemonstration gegen solch ein grausames Wesen war ein gefährliches Spiel, aber wenn es gelingen würde...
Andererseits, sie war nicht für Machtdemonstrationen hier, sie musste sich zurückhalten, durfte nicht zu präsent sein.

Also folgte sie... Wie es sich für die niederen Clane gehöre.

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