[1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

[August + September '17]

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Seresa
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Re: [1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

Beitrag von Seresa » Mi 18. Okt 2017, 23:26

„Ich hoffe, ich konnte Euch erklären, was und warum es mich derzeit interessiert. Womöglich ist es Euch möglich, mir eines Tages mehr darüber erzählen. Womöglich ändern sich meine Interessen mit der Zeit. Es würde mich denoch für wahr freuen, wenn wir zukünftig ein besseres Geschäft zustande bringen könnten.“

Seresa verneigte sich leicht vor Toma im Gehen.

„Sofern Ihr daran Gefallen finden würdet, werter Toma, würden mich weitere Spaziergänge mit Euch durch die Stadt erfreuen. Vielleicht jedoch bei besserem Wetter.“

Sie lächelte gegen den Nieselregen, der stärker geworden schien, je näher sie dem Hafen kamen.

„Ich gestehe, Ihr hattet sehr deutlich formuliert, was Euch interessieren würde.“

Die Brujah fuhr mit ihren Händen links und rechts an ihrem eigenen Körper herunter.

„Ich gestehe jedoch auch, dass ich mir derzeit unsicher darüber bin, was Ihr mir im Tausch nützliches bieten könntet. Bitte missversteht meine Aussage nicht, werter Toma. Mein Wissen ist schlicht begrenzt und ich verstehe nicht viel von Eurer Kunst. Weder der mit Holz und Stein noch der mit dem Körper. Ich empfinde sie als durchaus interessant und faszinierend, jedoch wüsste ich nicht, wie es mir nutzen könnte. Zumal Ihr selbst sagtet, dass ich Euch nicht so weit bekannt bin, dass Ihr mich in Eure persönlichen Angelegenheiten einweiht. Etwas was ich durchaus verstehe und zu respektieren weiß.“

Seresa nickte Toma zu.

„Sofern Ihr noch immer Euer bereits bekundetes Interesse hegt und Ihr Eure kostbare Zeit dafür opfern wollen würdet, wäre es mir eine Ehre Euch besser kennen lernen zu dürfen, werter Toma.“

Die Brujah verneigte sich erneut und blickte zu ihm auf, als versuchte sie erneut seine Reaktion auf ihre nächsten Worte besser abzuschätzen.

„Vielleicht werde ich so eines Tages genügend Vertrauen in Euch haben, dass ich Euch mein Innerstes sehen lasse. Und vielleicht habt Ihr dann zu diesem Zeitpunkt genügend Vertrauen in mich, dass Ihr für mich Führsprache leisten würdet.“

Seresa machte eine öffnende Geste mir ihren Unterarmen und Händen.

„Sofern der Samen überhaupt tatsächlich jemals Früchte tragen würde, selbstverständlich.“

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: [1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 19. Okt 2017, 00:14

Toma blieb stehen als sie sprach und vor allem sich kontinuierlich vor ihm verneigte. Schweigend und offensichtlich starr, denn die Maske versteckt jegliche Mimik, blickte er auf sie herab. Ließ nur seine Augen einen Moment über ihren Körper schweifen als sie ihn betonte.
Er ließ sie eine Weile zappeln und es mochte ihr vermutlich wohl gerade so vorkommen als hätte sie etwas furchtbar falsches gesagt. Dass er nun wütend werden würde.
Doch dann antwortete er so gelassen wie bisher:
"Ihr seid eine sehr...interessante Person. Euer Vorschlag...ist ein Guter. Nur...Spaziergänge? Sie sollten einen weiteren Nutzen haben sonst sind sie Zeitverschwendung. Nicht dass ich nicht mit euch sprechen wöllte. Doch dann nicht in....dieser stets öffentlichem Umgebung." Es war ihm ein elendes Leid immer verkleidet herumlaufne zu müssen. Das würde er nicht zum Spaß tun. Diese Nacht...War eine Ausnahme. Auch eine Abwechslung.

Vertrauen erreicht man nur indem man sich kennen lernt, damit hat sie durchaus recht. Er hoffte nur es würde nicht ewig dauern und sie sich tatsächlich zu der Untersuchung ihres Körpers überreden lassen. Etwas mitspielen würde ihm nicht schaden. Besser als sie für immer zu vergraulen. Doch warum war es nur so umständlich?

"Eigentlich hatten wir doch bereits gesehen dass wir einander vertrauen können, oder nicht? Ihr liest mich euch berühren und ich schadete euch nicht."
Seine Hand hob sich und es schien fast als wolle er ihr Gesicht berühren,
"Traut euch und ihr werdet sehen dass ihr nichts zu befürchten habt. Mir liegt immerhin nichts an eurem Tod oder eurem Leid und auch auf mich selbst kann ich aufpassen"... doch er ließ den Arm einfach wieder sinken.
Ein leises Seufzen erklang von ihm.
Sie wäre es nicht wert es zu erzwingen. Immerhin besaß sie keine besonderen Merkmale.

Er setzte den Weg fort und erwartete einfach dass sie ihm folgte.

"Wenn ihr kein Interesse an Schaffung oder Forschung habt...wofür interessiert ihr euch denn dann? Was treibt euch durch die Nacht?" stellte er nun eine Frage um sie kennen zu lernen.
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Re: [1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

Beitrag von Seresa » Do 19. Okt 2017, 02:05

Seresa war stehen geblieben, als Toma stehen geblieben war. Gerade als sie sich entschuldigen hatte wollen, hatte er gesprochen. Als seine Hand sich ihrem Gesicht dann genähert hatte, war sie nicht weggezuckt. Hätte er sie in diesem Moment berührt, wahrscheinlich hätte sie es geschehen lassen. Als Toma sich dann jedoch weiterbewegte, folgte Seresa. Sie passte sich seinen Bewegungen und seinem Gang an. Es schien sie nicht zu stören, dem Tzimischen zu folgen. Dann antwortete sie ihm.

„Bezüglich der Spaziergänge, so bitte ich Euch mir zu verzeihen. Ich hatte nicht nachgedacht. Ihr habt natürlich recht. Ein weniger öffentlicher Raum wäre angebrachter. Jedoch besitze ich keine dauerhafte Bleibe in Genua, so dass ich Euch bedauerlicherweise keine Gastfreundschaft erweisen kann.“

Sie blickte Toma entschuldigend an.

„Ihr seid bereits länger in der Stadt, werter Toma. Ist Euch ein besserer Ort mit einem weiteren Nutzen bekannt?“

Fragend blickte sie den Tzimiscen an, bevor sie fortfuhr.

„Auf Eure Frage, wofür ich mich interessiere, lautet meine Antwort, dass ich auf eine gänzlich andere Art als Ihr, schaffe und forsche, werter Toma. Ich beschäftige mich mit verschiedenen Sprachen. Schriften. Übersetzungen dieser. Bedeutung von Worten. Aufbau von Sätzen. Mehrdeutigkeit darin. Erlangen von Eindeutigkeit daraus. Erzählungen aus dem Volke. Im einfachsten Fall, bin ich wohl nur ein schlichter Schreiberling sozusagen. Mir ist durchaus bewusst, dass dies für eine Frau kein ehrbarer Beruf ist. Und wahrlich ich gestehe, bin ich noch weit von der meisterhaften Grazilität und Perfektion der Schrift des verehrten Maximinianus entfernt.“

Ehrfurcht war in Seresas Stimme zu erkennen, als sie von der Schrift des Seneschalls sprach. Sie schien seine Schrift tatsächlich zu bewundern.

„Aber dies ist, wofür ich mich interessiere. Ich gestehe, es ist schwierig, jemanden zu finden, der genügend Vertrauen in einen und eben jene besonderen Dienste setzt. Sind es durchaus sensible Informationen, mit welchen man in Kontakt kommt.“

Seresa zuckte leicht mit den Schultern, als sei sie sich der Bürde ihrer Passion durchaus bewusst.

„Jedoch führte mich meine Suche nach Genua, so dass Schaffung und Forschung bedauerlicherweise warten müssen. Doch so Ihr die Frage gestattet, werter Toma, Ihr fragtet mich, ob ich für Euch Modell stehen würde. Für eine Statue sagtet ihr. Ich hatte Euch nie gefragt, welches Interesse Ihr daran habt. Es gäbe schließlich genügend andere Modelle, die eine durchaus lohnenswertere Vorlage bieten würden. Warum also ich?“

Sie blickte interessiert zu dem Tzimiscen hoch, bevor sich ihr Gesicht dann für einen kurzen Moment verfinsterte. Seresa seufzte leise, schüttelte leichen den Kopf, als sie auf die Straße vor sich blickte. Sie hatte sich selbst an den unglücklichen Verlauf des Abends zurückerinnert.

„Was das Vertrauen angeht, so hattet Ihr mir damals etwas verschwiegen, werter Toma. Etwas Wichtiges. Ich verstehe durchaus, dass es für Euch nebensächlich - gar schlicht selbsterklärend - war. Für mich war es das jedoch nicht.“

Seresa seufzte erneut leise, bevor sie wieder zu Toma aufblickte.

„Bitte versteht, werter Toma, ich fürchte mich nicht vor Euren Berührungen auf meiner Haut. Keinesfalls sind sie mir unangenehm. Und wie Ihr selbst sagtet, liegt Euch nichts an meinem Tod oder meinem Leid und ich bin geneigt Euch in diesem Punkt zu glauben. Auch bezweifele ich nicht, dass Ihr auf Euch selbst aufpassen könnt. Ich bezweifle nicht, dass Ihr ein Wort der Bitte um Unterbrechung respektieren würdet. Jedoch vertraue ich meinem Tier nicht…“

Seresa packte die Seiten des Umhangs und wickelte ihn wieder enger um den schmalen Körper, während sie den Kopf senkte.

„Was wenn es gereizt wird, weil wir etwas scheinbar nebensächliches übersehen?! Weil wir etwas nicht angesprochen hatten?! Was wenn es mich übermannt?! Was wenn es schneller ist?! Schneller als wir Beide… Ich will niemanden verletzen, werter Toma.“

Sie blickte aus ihren braunen Augen und mit ihrer jugendlichen Erscheinung auf zu Toma. Ihr Blick spiegelte Sorge, Angst und tiefes Verständnis ob ihres eigenen Fluches wieder.

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Re: [1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 19. Okt 2017, 11:19

Er seufzte etwas als sie von ihrer Furcht sprach.
„Das ist es was ich meine. Ihr habt Angst vor euch selbst. Ihr nehmt diese Seite in euch nicht als ein Teil von euch wahr. Ihr fürchtet euch davor und unterdrückt es. Dabei müsstet ihr euch nur trauen es zuzulassen, es kennenzulernen. Es weiss was ihr wollt und es wird nie etwas tun, was euch oder es schadet. Es versucht euch zu beschützen.“
erklärte Toma und sah etwas abschätzig auf die junge Brujah hinab, für ihn wurde hier wieder einmal bewusst, wie jung sie noch war. Zu viel Menschlichkeit, die noch an ihr hing.
Dabei wusste Toma auch einfach nur nicht wie launisch das Tier eines Brujah war.
„Und alle anderen sollten euch nicht kümmern.“

„Das ist jedoch ein anderes Problem, als das Vertrauen zwischen uns. Ihr sagt wenn wir uns näher kennelernen und vertrauen, würdet ihr mir euer Innerstes zeigen, doch das was euch abhällt ist doch nun viel mehr die Furcht vor euch selbst.“
Er fragte sich ob er hier wirklich weiter kam mit ihr, oder ob es nicht unnötigen Aufwand für ihn bedeuten würde.

„Wie dem auch sei Sprachen und Schriften…Mehrdeutigkeit…das macht euch Freude?“ fragte er etwas ungläubig, aber wohl auch neugierig auf dieses seltsame Interesse.
„Ein Schreiberling.“ Wiederholte er und klang so als würde er das gut heißen oder zumindest nicht schlecht. Nur leider hieß das, dass ihre Interessen doch weit auseinander lagen.
„Mich haben Schriften nie interessiert. Mich reizt mehr das Schaffen von Dingen die man wirklich anfassen und fühlen kann. Selbst alltägliche Dinge haben etwas besonderes an sich. Ein eigenes Leben, selbst wenn es starre Objekte sind. Etwas geschaffen aus vielen Teilen…, um ihm einen neuen Nutzen und Wert zu geben. Etwas Neues, das vorher nicht existierte.“ Toma klang immer begeisterter während er zu ihr sprach.

„Die Statue…ist ein Auftrag. Eine Statue eines jeden Kainiten.
Würdet ihr Modell stehen? Auch wenn es sich womöglich erst lohnt, wenn ihr länger hier weilt.
Dies wäre doch eine gute Möglichkeit sich kennenzulernen? Und es hätte einen Nutzen.“
Kam ihm plötzlich die Idee, dass es ihnen ja tatsächlich nutzen könnte.

„Ihr fragtet von welchem Nutzen ich euch sein könnte. Ich gebe zu nachdem ich von euren Interessen hörte, wird es nicht viel geben….doch wenn ihr an Sprachen interessiert seid…Ich könnte euch deutsch beibringen lassen oder meine Heimatsprache, doch ich glaube nicht, dass diese euch viel nützt.“ Mehr gab es nicht. Eine große Zusammenarbeit zwischen ihnen, wie zwischen ihm und Gaius würde es wohl nie geben. Doch war das auch nicht sonderlich bedauerlich für ihn.
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Re: [1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

Beitrag von Seresa » Do 19. Okt 2017, 15:31

„Werter Toma.“

Seresas Stimme wurde ernst. Sie schien nicht wirklich verärgert zu sein, doch teilte sie seine Meinung ganz offensichtlich nicht.

„Ich sah, wie einer der Unsrigen unter einem der Meinen binnen eines Wimpernschlages förmlich zu Staub zerfiel, nur weil ihn dieser zuvor im Vorbeigehen angerempelt hatte.“

Sie blickte betrübt in die Ferne. In Richtung Westen.

„Am Morgen war Keiner von Beiden mehr.“

Missmutig schüttelte sie dann den Kopf.

„Es ist meine Pflicht und meine Verantwortung mich um mich und um die anderen zu kümmern. Denn ihre Fehler und ihr Leichtsinn könnten ebenso meine Vernichtung bedeuten. Oder glaubt Ihr der Richtspruch wäre nicht rechtens gewesen?! Weil das Tier nur versuchte ihn zu beschützen?!“

Seresa schwieg für einen Moment, bevor sie erneut zu Toma blickte. Ihre Stimme wurde wieder etwas sanfter.

„Bitte versteht mich nicht falsch, werter Toma. Ich bezweifle schlicht, dass es mich tatsächlich beschützen will, denn es beschützt mich mit Methoden die gesellschaftlich nicht akzeptiert sind. Es versucht zu überleben mit aller Macht und aller Gewalt. Die Folgen seines Handelns für mich und für alle vollkommen ignorierend.“

Sie seufzte leise.

„Dies ist der Grund, weshalb ich um Vertrauen ersuche. Wenn ich lerne Euch zu vertrauen, so wird das Tier auch lernen Euch zu vertrauen. Ihr würdet keinen der wilden Hunde streicheln können, werter Toma. So redlich und wahr Eure Absichten auch sein mögen. Er würde nach Euch schnappen oder gar weglaufen. Eben weil es seine Natur ist. Sicherlich Ihr könntet ihn fangen und mit Zwang tun, was Ihr vorhabt. Dies ist keine Frage, doch seine Haltung Euch gegenüber wäre dadurch bestimmt. Schenkt Ihr ihm jedoch Zeit und erweist Euch als keine Gefahr, so wird er vieles zulassen, loyal sein und viel für Euch tun.“

Seresa zuckte leicht mit den Schultern.

„Ich möchte Euch höflich daran erinnern, werter Toma, dass es Eure Forderung war. Ich sagte Euch redlich, was von Nöten sein wird, damit ich sie überhaupt in Betracht ziehen kann. Denn wie ich Euch bereits einmal sagte, ich werde Euch nichts zusichern, was ich nicht leisten kann. Es ist Eure Entscheidung, werter Toma, ob es Euch den Aufwand wert ist.“

Sie verneigte sich leicht in Richtung Toma.

„Was meine Interessen angeht, so ja, ich interessiere mich dafür. Dafür, wie sich alles fügt zu einem Bild und doch wieder trennt. Wie eine neue Weise der Betrachtung entsteht, wechselt man die Position aus der man es betrachtet. Die Überlegung, was das Gegenüber tatsächlich sagen will oder was es versucht zu verschweigen. Würden wir schlicht Eure Worte mir gegenüber betrachten. Ihr sagtet, ich sei eine sehr… interessante Person. Ihr habt eine Pause gemacht, als würdet Ihr nach einem Wort suchen und ihr habt das Wort interessant gewählt. Ein Wort das viele Dinge bedeuten kann. Zudem habt Ihr das Wort sehr verwendet, als ob Ihr vorhabt etwas zu betonen. Dennoch musstet ihr überlegen, was ihr eigentlich betonen wolltet. Ich mag es mich damit zu beschäftigen, welche Botschaft zwischen den Wörtern entsteht. Bewusst geschaffen oder auch unbewusst erzeugt durch unsere eigenen Gedanken. Die schlichte Spielerei der Sprache zwischen wohlwerter und wohl werter. Es ist fasz…“

Seresa stockte, lächelte entschuldigend und schüttelte dann den Kopf.

„Bitte verzeiht, werter Toma, ich schweife ab. Es war nicht meine Absicht, Euch mit meinen Ausführungen zu langweilen. Es wäre mir wahrlich eine überaus große Freude und Ehre die Sprache eurer Heimat zu lernen oder gar deutsch.“

Sie deutete eine Verneigung in Richtung Toma an.

„Was meinen Nutzen angeht, werter Toma, so bezweifle ich, dass Ihr Euch fragen müsstet, welchen Nutzen Ihr davon hättet, würde ich Euch einen Euch unbekannten Stein oder ein unbekanntes Holz reichen.“

Seresa lächelte den Tzimiscen an und nickte ihm zu. Sie vermutete, er würde ebenso fasziniert darüber herfallen.

„Was Eure Frage bezüglich des Modells angeht, so habt Ihr wohl recht. Es wäre eine gute Möglichkeit sich kennenzulernen. Doch ich gestehe, ich empfinde die Vorstellung das jemand eine Sammlung an Statuen der Unsrigen irgendwo herumstehen hat etwas ungewöhnlich. Bitte missversteht mich nicht, es ist keinesfalls als Beleidigung Eurer Kunst zu verstehen. Es freut mich zu sehen, dass Ihr einen Gönner oder eine Gönnerin habt, die Euch fordert und fördert. Allerdings frage ich mich - und bitte gestattet mir in diesem Punkt Eure eigenen Worte zu verwenden - welchen neuen Nutzen und Wert die Statuen hätten. Welches eigene Leben.“

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Re: [1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 19. Okt 2017, 23:05

Toma schüttelte leicht den Kopf.
„Wer fährt denn aus der Haut, weil er angerempelt wird?“ Das schien er wirklich nicht nachvollziehen zu können. Wer so ungebändigt war und es nicht kontrollieren konnte, hatte es vielleicht verdient vernichtet zu werden.

„Das Leben ist ein stetiger Kampf ums überleben. Ein jeder von uns kann jederzeit vernichtet werden.“ Was er über den Richterspruch dachte, behielt er für sich. In seinen Augen hatten andere nicht über ihn zu urteilen.
„Natürlich nutzt es jede Methode die ihm zur Verfügung steht. Nichts ist wichtiger als das eigene Überleben. Doch deshalb muss man es kontrollieren, muss ihm zeigen was es wann darf und was nicht.“
„Doch wenn man es einsperrt, kann es nichts lernen...kann es nicht vertrauen.“
Toma vertraute seinem Tier und sein Tier vertraute ihm. Es verstand wann Schmerz nötig war und wann es ein Angriff war und oft genug vertraute es darauf, dass Toma wusste was für sie beide das beste war.

Als Seresa sich in den Feinheiten der Sprachkunst erging, neigte Toma interessiert den Kopf.
Nun, da schien doch eine gewisse Begeisterung für Schönheit und Forschung in ihr zu stecken.
Ein neuer Blickwinkel tat sich ihm auf.

„Kein Grund euch zu entschuldigen. Das war eine interessante Sicht auf eure Leidenschaft.“


Als sie nach den Statuen fragte. Überlegte er einen Moment.
„Nun sie sind das Abbild des Modells. Es ist...als würde man einen Teil dieser Person einfangen oder sie gar kopieren. Nur das sie leider nicht wirklich leben.“ Er schien das wirklich zu bedauern.
„Zudem...ihr könnt euch sicher vorstellen, dass die Herstellung mir einfach Freude bereitet.“
Sonst würde er kaum tun, was er tat, wenn es ihm keine Freude machen würde.
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Re: [1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

Beitrag von Seresa » Do 19. Okt 2017, 23:57

„Ich mag mir sehr wohl vorstellen, dass Euch die Herstellung Freude bereitet.“

Die Brujah nickte dem Tzimiscen zu.

„Gestattet Ihr mir die Frage, wer Euer Gönner oder Eure Gönnerin ist? Vielleicht würde er oder sie mir gestatten Eure bereits vollendeten Werke zu erblicken. Es wäre mir eine Ehre, die Ergebnisse Eurer Leidenschaft zu betrachten.“

Seresas verneigte sich leicht vor Toma, bevor sie fortfuhr.

„Was die Last meines Blutes jedoch angeht, werter Toma, so muss ich leider gestehen, dass ich bisher Keinen der Meinigen getroffen habe, der eine tatsächliche Lösung gefunden hätte. So suchen wir und ich nach Wegen damit umzugehen. Welcher der Bessere oder der Erfolgversprechendere ist? Ich gestehe, ich kenne die Antwort nicht. Bis vor wenigen Monaten erachtete ich die Etikette, die uns allen gelehrt wird und die uns verbindet, als den Schlüssel.“

Sie wandte kurz den Blick ab und zuckte mit den Schultern.

„Seit ich in Genua bin, weiß ich, dass sie es zwar sein könnte, es jedoch nicht ist, sofern sie nicht von allen gelebt wird.“

Seresa schüttelte leicht den Kopf, bevor sie wieder zu Toma blickte.

„Genua allerdings hat mir jedoch womöglich einen neuen Ansatz gezeigt. Ich bin mir nicht sicher, ob er erfolgsversprechend ist, jedoch würde ich ihn gerne verfolgen, sofern es die Zeit und meine Suche es mir gestatten.“

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Re: [1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Sa 21. Okt 2017, 14:55

„Die verehrte Acacia...“ erwiderte Toma auf Seresas Frage zu seiner Gönnerin. Auh wenn ihm das Wort nicht sonderlich gefiel.
„Ihr habt sie bereits kennengelernt. In wie weit sie euch jedoch die Skulpturen sehen lassen würde, kann ich euch nicht sagen.“

„Die Etikette...ja. Sie hat Nachteile. Natürlich funktioniert sie nur wenn sich jeder daran hällt, doch darauf könnt ihr nicht vertrauen. Manche Dinge reizen erzürnen den einen mehr als den anderen. Ihr müsst euch selbst gegen mögliche harte Worte wappnen, wenn ihr euer Tier fürchtet.“

gab er seine Meinung zu diesem Thema kund und sah dann neugierig auf Seresa herab.
„Ein neuer Ansatz? “
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Re: [1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

Beitrag von Seresa » Sa 21. Okt 2017, 15:50

Als Toma den Namen Acacia ausgesprochen hatte, hatte Seresa sich aus alter Gewohnheit über die Unterarme gestrichen. Nicht dass sie tatsächlich eine Gänsehaut bekam, jedoch war die Erfahrung mit der Ältesten der Schatten zu Genua für sie noch immer eine Erinnerung, die sie nicht vollkommen überwunden hatte. Statt auf Acacia und die Skulpturen einzugehen, griff sie zuerst das andere Thema auf.

„Ja, womöglich ein neuer Ansatz. Ich gestehe, ich bin mir nicht bewusst wie es funktioniert, noch weiß ich was tatsächlich geschehen ist, aber...“

Seresas blickte zu Toma auf und zog den Umhang noch einmal fester um ihre Schultern.

„…es war als hätte es geschlafen. Wisst Ihr was ich meine, werter Toma?! Für einen Moment war da einfach nichts. Nur Ruhe und Frieden. Kein dumpfes Grollen. Kein ständiges Zerren. Keine andauernde Angst. Kein immerwährender Hunger...“

Ihr Blick wandte sich gegen Hafen. Wanderte in die Ferne.

„Einfach nur Frieden.“

Auf ihrem Gesicht spiegelte sich deutlich ihr Bedauern wieder und für einen Moment schwieg sie, bevor sie die Erinnerung abschüttelte. Sie blickte wieder zu Toma.

„Wie dem auch sei. Dies war nicht mein Ziel, welches mich nach Genua geführt hatte. Es wird warten müssen. Was die Etikette betrifft, so sollte Einemjedem daran gelegen sein sie zu beachten, werter Toma. Eben weil manche Dinge den Einen mehr als den Anderen reizen oder erzürnen.“

Ihre Stimme war wieder etwas härter geworden und ein leicht fauchender Unterton hatte sich hineingemischt.

„Wir sind nicht mehr, was wir einst waren. Dies leichtsinnig zu vergessen - und etwas zu provozieren - wäre ein großer Fehler. Wie die Traditionen so gibt es auch die Etikette schließlich aus einem guten Grund.“

Seresa sog die Luft scharf ein, während sie scheinbar genervt vom stärker werdenden Nieselregen über ihr Gesicht strich. Vielleicht war es auch einfach nur eine Handlung, um ihr genügend Zeit zu verschaffen, so dass ihre Fangzähne nicht zum Vorschein kamen.

„Aber Ihr habt recht, werter Toma. Genua schert sich wahrlich wenig um Etikette und es ist ein guter Ratschlag von Euch, dass ich mich gegen mögliche harte Worte wappnen muss. Ich danke Euch für den Ratschlag und werde versuchen ihn umzusetzen.“

Sie nickte Toma langsam zu. Ihr Gesicht war noch immer angespannt, aber Fangzähne waren nicht zu sehen.

„Was Eure verehrte Gönnerin und Eure Kunstwerke angeht, so vermute ich, wird es wohl darauf ankommen. Ich danke Euch jedoch für Eure Offenheit in diesem Punkt.“

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Re: [1002] (K)ein Spaziergang [Seresa, Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 22. Okt 2017, 03:46

Toma nickte ihr zu als sie sich bedankte und blickte, nachdem er für einen Moment den Blick nach vorn gerichtet und ihre Worte bedacht hatte, auf sie herab.
"Es war weg? Wie meint ihr das? Es hat geschlafen? Während ihr wach wart?"
Das war ja sehr absondelich, was es für ihn nur noch interessanter machte.
"wie kann das sein? wie sollten wir ohne es existieren? Es macht uns doch.. Es ist doch wichtig."
Diese Vorstellung ohne es zu sein war für ihn wirklich beängstigend oder war es das eher für das Tier? Vermutlich einfach beide, sie waren eh eins.
Er runzelte die Stirn.
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