[1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

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Gaius Marcellus
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Re: [1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

Beitrag von Gaius Marcellus » Fr 8. Sep 2017, 17:33

Gaius nickte breit lächelnd und griff ebenso zu, nicht ganz so hart, aber schmerzvoll... nein... irgendwie seltsam. Es dauerte einen Augenblick bis Amalia sich bewusst war, welch für sie womöglich süßes Gefühl von der Hand ausging. Eisige, tödliche Kälte. Wie Eis lag Gaius Hand in ihrer, wie Eis schmerzte sie, nicht wirklich, nicht bedrohlich, aber doch... ungewöhnlich.

"Ich akzeptiere deine Einschränkungen und nehme euren Dienst an. Genau so stelle ich ihn mir vor. Behalte nur was du an Geheimnissven von mir erfährst noch diskret für dich, denn der Clan und die Clansbruderschaft ist ewig, aber alles Andere soll so geschehen, wie du es sagst. Und dann erwartet uns sicherlich eine glanzvolle Zukunft." Oder ein baldiger Tod.. .vor allem ihn, das wäre womöglich schwer zu verhindern... aber so war das Unleben.

"Was deine Vorstellung angeht, ich werde dich einer Verbündeten vorstellen, die sich damit befasst... die Prinzessin ist derzeit nicht da." Kurz pausierte Gaius wieder, dann bewies er seiner neuen Verbündeten eine erste Ehrerweisung. "Sie ist.. abwesend, womöglich... verschleppt vom Feind.
Und der, der sie vertreten soll, der Seneschall Maximinianus, hat unsere, ihre, Domäne in ihrer Abwesenheit an seine Erzeuger vom Etruskischen Bunde verkauft... er ist zwar noch im Amt, aber schon fast ein Feind der Domäne. Noch sind unsere Animositäten geheim... aber bald nicht mehr.
Deine Vorstellung müssen wir also anders vornehmen.

Du wirst auch zwei Fürsprecher brauchen, dies wird dich wohl einige Gefälligkeiten kosten, aber womöglich ist unser Clansbruder ebenso bereit für dich zu sprechen... denn." Gaius pausierte wieder.
"Wenn du mich, den Politiker, den Senator, den Amtsträger als den ersten Salubri dieser Domäne anerkennst, dann werde ich auch mit Freude dein Fürsprecher unter den Vasallen sein."
Kurz pausierte er.
"Und wenn FurFur sich nicht derart in die Politik einmischen möchte, dass er Verantwortung für dein Handeln mitträgt, dann werde ich dir aus dem Kreis meiner Verbündeten einen zweiten Fürsprecher stellen. So wirst du womöglich genau so rasch akzeptiert werden, in dieser Stadt, wie sonst nur die Lasombra..." Die Vorstellung sagte Gaius offensichtlich. Wie die ganze Sache mit Amalia ihm zunehmend zusagte. Trotz ihrer Warnungen, sie sei eine Foltermeisterin. Nun, Folter gehörte zum Kriegshandwerk...
was dachten immer alle er vertrage keine Schmerzen und Leid, nur weil er Heiler war?

"Und ja, du darfst mich gerne duzen, wir Teilen uns Blut, Schlafstätte und nun auch ein Bündnis.
Und wenn du mich auch öffentlich als den ersten der Salubri bennenst, duze mich auch gerne dort und verzichte im Privaten auf die zusätzliche Höflichkeitsfloskel, Geschwister brauchen dies nicht."
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Re: [1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

Beitrag von Amalia » Mi 13. Sep 2017, 16:49

Amalias Mundwinkel zuckten kurz als sie die Hand berührte. - Faszinierend - dachte sie sich und als sie den Handschlag beendeten neigte sie ihr Haupt. "Vielen Dank für deine Freundlichkeit Bruder. Auch das ich aus dem Bund austreten darf, wenn es mir viel zu brenzlig werden sollte. So muss ich nicht ihn einem Krieg fallen, der mich im Grunde nicht sonderlich betrifft. Gerne sehe ich dich als ersten unseres Blutes in Genua an. Ich freue mich sehr darauf euren Verbündeten zu treffen, jedoch sollte ich mir vorher noch angemessene Kleidung besorgen. Deine Geheimnisse sind bei mir sicher Gaius. Doch verratet mir, warum ist eure Hand so kalt? Also kälter als gewöhnlich?"

Dann setzte sie sich wieder und blickte ihrem Bruder lange in die Augen. "Noch was, bitte haltet mich erst einmal "Geheim" wenn Not am Mann ist werde ich handeln aber sonst werde ich mich mehr als zurückhalten." Dann lächelte sie freundlich.
"Cahf ah nafl mglw'nafh hh' ahor syha'h ah'legeth, ng llll or'azath syha'hnahh n'ghftephai n'gha ahornah ah'mglw'nafh"
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Re: [1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 13. Sep 2017, 21:09

Gaius lächelte. "Aber kündige es vorher an, nicht nur ein Zwischenruf, nicht, dass du plötzlich fort bist." Das Lächeln wurde zum Schmunzeln, langsam zog Gaius die Hand zurück und blickte leicht zu boden.

"Frag mich etwas leichteres..." Er hob etwas peinlich berührt die Schultern. "Ich weiß es nicht... unsere Seelen sind dunkle grausame Orte, ich suche dies in meinem Verhalten zu ändern, womöglich wehrt sich mein inneres Tier dagegen und begehrt auf diese Art auf... straft meinen Körper mit weiteren Flüchen der Nacht."

"Und was dich angeht..." Gaius lächelte verschminzt. "Nur während der Schlachten? Oder auch zuvor? Während der Schlachten will ich dich kleiden, in die Robe einer Nonne sollst du schlüpfen, eine die die Krieger geleitet, um ihren Seelen labsal und ihren Leibern die letzte Ruhe und Waschung zu schenken... was sagst du? Keiner wird dich darin erkennen, wenn du sie zuvor nicht trägst...
Oder willst du zuvor vor den anderen Kainiten verborgen sein?"
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Re: [1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

Beitrag von Amalia » Do 14. Sep 2017, 23:49

Amalia lächelte als sie die Worte ihres Bruders vernahm doch als sie seinen Vorschlag hörte, versteinerte sich ihr Gesicht. Sie blickte ihren Bruder an als könne sie nicht glauben was er sieben gesagt hatte. "Ich soll WAS tragen Bruder? Eher würde ich verrecken, als die Kleider dieses erbärmlichen Glaubens zu tragen." Dann stand sie auf und näherte sich mit ihrem verbrannten, entstellten Gesicht dem ihres Bruders. Er konnte ihre Fänge sehen. "Wo war Gott als sein Diener mich schändete?" -näher- "Wo war sein Sohn als er mich verstümmelte und mein Leben zerstörte?" Sie stand auf und ehe Gaius handeln konnte packte Amalia den Priester am Genick und hob ihn hoch. Amalia war äußerst muskulös doch die Leichtigkeit mit der sie diesen kleinen doch relativ dicken Mann hochhob, hätte man nicht erahnen können. Er blickte mit voller Entsetzen in Gaius Antlitz während Amalia seine Unterkleider entfernte. Da wo eigentlich die Männlichkeit des Mannes hätte sein sollen waren nur noch hässliche, entstellte und eher schlecht verheilte Narben. "Wo war der heilige Geist als ich diesem Bastard seine Eier nahm und sie ihn hab fressen lassen?" Amalia ließ Dario fallen und er kam unsanft doch unverletzt auf den Boden. Während sie redete blieb sie ganz ruhig. Nichts außer ihren Handlungen verriet ihren Unmut. Ihre Stimme war sanft, doch es war gewiss, dass man diese Frau nicht wütend erleben wollte.

Amalia atmete nicht es war still und ruhig. Sie setzte sich wieder half dem leicht schluchzenden Dario hoch und beruhigte ihn auf albanisch. Sie biss sich in ihr Handgelenk und hielt es ihrem Ghul hin, welcher dankbar trank. Er wurde sichtlich ruhiger und entspannter und legte seine Unterkleider an den Beckenrand. Amalia blickte wieder zu Gaius. Ihre Fänge waren wieder zurückgebildet und sie redete sanft und ruhig weiter. Fast so als wäre nichts passiert. "Glaubt mir Bruder ehe ich mich kleide wie eine von Gottes Huren, gehe ich nackt zum Schlachtfeld und bringe den Tod. Ihr braucht meine Abneigung und mein Verhalten nicht zu verstehen. Ihr könnt mich auch strafen, doch seid gewiss, ich habe Strafen und Dinge erlebt die die meisten Männer brechen würden. Nicht wenige von ihnen wurden "im Namen Gottes" verübt."
Stille herrschte und Amalia wartete, was Gaius tun würde. Sie war auf alles vorbereitet und würde zur Not jede Strafe hinnehmen die sie für ihr Verhalten bekommen würde.
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Re: [1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

Beitrag von Gaius Marcellus » Do 21. Sep 2017, 18:21

Gaius blieb kühl stehen, kühl wie das Wasser zwischen ihnen, kühl wie der Schattenherzogin Herz, kühl wie sein eigenes eisernes Blut. Als Amalia ihm wahrlich nah war, schnaubte er nur kurz - wie um sie mit seinem Atem auf Distanz zu halten. Der Blick hatte sich verhärtet, die Augen etwas zusammengekniffen, der Mund jedoch blieb unberührt und unbewegt.

"Deine Krise mit dem Glauben scheint tief zu gehen... und deine Liebe zur Dramaturgie." Er schüttelte leicht den Kopf, schmunzelte dann aber bitter und doch ehrlich.
"Dein Schmerz ist echt und ich werde ihn nicht in Frage stellen. Ganz und gar nicht... er mag sogar gerecht sein." Gaius hob die Schultern nur leicht. "Auch wenn ich deine Argumentation wenig überzeugend finde, in einer Welt untoter Monstren... Hätte Gott verhindert, dass jener Mann sich an dir versündigt, hätte ihm wohl kaum den freien Willen - letztendlich die Verantwortung für das eigene Handeln - gewährt, hätte er ihm wohl kaum eine Chance auf Vergebung eingeräumt... dass Gottes ordnende Hand in unserer Welt nicht viel zu sehen ist, ist mehr als sinnvoll... ein Gott der alles steuern und lenken würde, wäre doch wenig anderes als ein übermächtiger Ventrue..." Er schmunzelte, als würde er lieber vom inaktiven Weltgeist als einem Ventrue beherrscht.

"Ich will dir etwas von Gott und seiner Macht erzählen, Schwester. Und zwar keine Predigt und keine Bekehrung... Dein Glaube mag dein Glaube sein, das ist mir gleich, unsere Seelen sind jenseits aller Erlösung.
Aber Gott ist real in dieser Welt... er zeigt es nur eben selten, da er nicht in ihren Fluss eingreifen will.
Vor einigen Jahren stürmten wir ein Dorf in der Region, ein Prediger des Weltunterganges hatte es geführt, aufgebaut, jahrzehnte lang den Menschen seinen Fanatismus in den Kopf gepflanzt... und als wir es hochnamen, diesen Prediger - einen unseres gleichen - stellten... wandte er sich gegen uns. Gott. Ein wenig zumindest." Gaius schmunzelte, er wirkte ungleich älter und erfahrener, hatte seine Geschichten aber doch nur gut ausgewählt... aber die Rolle schmeckte ihm zuckersüß.

"Ein dutzend dieser Menschen dort, sie waren von Gott erfüllt... sie beteten, und es schlug uns in die Flucht.. ein Wort reichte und der Ankilla den du gestern gesehen hattest floh ein dutzend Meilen. Ein Wort reichte und unser Amtskollege - ein wahrer Kreuzeskrieger - floh einhundert Meilen. Ein Wort reichte und selbst ich floh einige hundert Schritte... Keiner von uns, Christ oder Heide, Alt oder Jung, hoher oder niederer Clan, keiner hatte ihnen etwas entgegen zu setzen..." Gaius hob die Schulter. "Es gibt diesen Gott, ob wir es wollen oder nicht, wir müssen damit leben und hoffen, dass er seinen zornigen Blick nicht auf uns richtet... er nicht und seine verderbte aber machtvolle Inquisition nicht." Gaius Blick verfinsterte sich. "Ja seine Macht ist gar so stark... zwei Männer die nur mein Blut in sich trugen, nicht einmal Kainskinder, sie begaben sich in die Stadt Gottes... Roma. Und die Präsenz des Glaubens war so kraftvoll, sie zerfetzte ihre Köpfe geradezu... sie verloren den Verstand." Gaius blickte ehrlich trauernd.

"Und deswegen, werte Schwester, nutzt es uns nichts, diesen Gott zu leugnen, lächerlich zu machen oder anzugreifen... erst recht nicht aus Prinzip und seine menschlichen Diener. Denn das bringt uns nur Feindschaft, Bruch der Stille und unglaubliche Feinde ins Haus.
Du magst glauben was du glaubst, sogar leute überzeugen, aber hier in der Stadt darf und wird es keinen Ärger geben... es gibt genug idiotische Fanatiker und Hexenjäger, egal welchem Gott sie huldigen." Eine kurze Pause rahmte dieses Negative ab, dann begann er wieder positiver.

Mein Weib im Blute baut Klöster der heiligen Jungfrau und Mutter, mein Schwertbruder führt Glaubenskrieger, meine Tochter im Geiste sucht die Mysterien Gottes,
meine Ghule tragen das Taukreuz und sprechen heilende Segen... dass ich ihnen die medizinischen Künste lehre, diese Segen zu etwas wirksamen zu bringen ist das Zentrale...
Wir alle leben in dieser Zeit und dieser Welt. Und nun ist es das Christentum das herrscht. Und dagegen gilt es nicht zu kämpfen, nicht gegen die Nonne von nebenan, nicht gegen andere...
Willst du die korrupten Priester abschlachten? Gerne - ich gebe dir Namen, du verbirgst deine Identität - lass dir freie Hand... Aber kontrolliere deinen Hass und deinen Zorn. Lagere ihn in dir und lass ihn nur dann nach außen, wenn er dich vorantreibt...
Hass kann uns stark machen - aber auch vernichten - es geht darum wie man ihn hegt und pflegt... wer genau sind deine Feinde? Doch nicht alle jene, die das Kreuz tragen... das sind alle. Nein, suche dir einen konkreten Feind... dann kannst du deinen Hass pflegen und deine Rache planen. Und wenn am Schluss eine ganze Familie oder Stadt brennt... dann ist dem eben so." Verachtung war in seinen Blick gezogen, seiner Clansschwester gegenüber war der Salubri offener und zeigte stärkere Emotionen... überraschenderweise düstere. Und nicht gegen sie gerichtet.
Weise Schwärze und leidensschwangeres Verständnis - eine bittersüß brennende Mischung.
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Re: [1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

Beitrag von Amalia » Mo 2. Okt 2017, 12:59

Amalia blickte ihren Bruder an und lächelte lauernd kurz hatte man den Eindruck, als würde der Wahn ihn ihrem Auge funkeln, nicht länger, als ein Blinzeln eine, weniger als eine Sekunde ehe sie wieder anfing zu reden. "Bruder, du irrst dich ein wenig. Hass bestimmte meinen Weg und leitete mich. Gewalt hielt mich über die Zeit, in der ich nichts hatten und überleben musste. Zorn stärkte mich und brachte mich dahin, wo ich jetzt stehe. Verstehst du nicht? Ohne diese drei Faktoren, wäre ich innerlich und geistig zerbrochen. Ich wäre verhungert und würde wahrscheinlich tot in der Ecke liegen oder hätte meinen Körper verkaufen müssen. Hätte mich erniedrigen müssen. Doch nun seht mich an. Ich bin erstarkt und habe mehr Herausforderungen gemeistert, als die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben. Bruder lass mich dir zu deinem Gott eine Geschichte, aus meiner Vergangenheit erzählen. Sofia und ich waren gerade erst aufgebrochen um zu wandern, unseren Glauben zu starken. Nun wir kamen zu einem Dorf welches von einem Kloster beeinflusst wurde, doch die Mönche richteten hart und herzlos und als wir ankamen sahen wir wie ein paar Frauen verbrannt wurden so zogen wir uns zurück. Wir beteten und fragten die Mutter um Rat und nachdem wir das Blut einer unserer Seherinnen tranken bekam Sofia ein Vision. Wir sollten das Dorf befreien, im Namen der großen Mutter. Wir versammelten die Leute und Sofia schaffte es die Dörfler zu überzeugen. Es dauerte ein paar Monate doch eines Nachts war es soweit. Die Meute stürmte das Kloster. Ihr Hass war stark wurden sie doch ausgebeutet und mundtot gemacht. Noch bevor die Mönche reagiern konnten hingen die meisten von ihnen am höchsten Balken der Kirche. Der höchste des Ordens betete zu Gott doch nichts geschah. Ich nahm ihm die Zunge und ersäufte ihn im Täuferbecken. Danach sind wir weiter gezogen. Ein paar folgten uns, aber viele blieben zurück. Was wir am Horizont sahen, waren Rauchschwaden und Feuerschein." sie schwieg einen Moment und blickte Gaius an. Ehe sie wieder das Wort erhob. "Verstehst du Bruder? Der Hass und der Zorn sprangen die Ketten und stäärkte sie. Sie wehrten sich und wurden frei. Ist Freiheit nicht eines der größten Güter?" Dann setzte sie sich zurück und schloss einen Moment die Augen, fasst so als würde sie in alten Erinnerungen schwelken.
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Re: [1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 7. Okt 2017, 18:35

Gaius nickte... Zorn und Hass trieb sie also an... bedenklich.
"Wer bedeutet dir etwas, Amalia? Nur deine Schwestern? Deine Jünger? Andere Frauen? Fremde?"

Dann lauschte er ihrer Geschichte. Ging sogar in der Mimik mit, litt mit, er fiberte nicht so recht - die Spannung war eher gering, aber zeigte eine erneut überraschende Art... Verständnis? "Ich verstehe... grausame und ungerechte Herrschaft, die Herrschaft der Teufel versteckt im Gewand der Götter, ja... manchmal müssen wir Ketten sprengen. Solang wir es nicht in genau der gleichen Ungerechtigkeit machen... wir müssen lernen zu unterscheiden, dann kann der Zorn gerecht sein, und gerechter Zorn, berechtigte Empörung, befreiung von ungerechten Ketten... dies kann uns ein einendes Ziel sein." Kurz lächelte er.
"Ich kenne deinen Kampf...
Womöglich können wir wahrlich einige Schritte zusammen gehen...
Aber wir müssen unseren Zorn lenken, nur dort zornig zuschlagen, wo es weise ist und unseren Zielen näher bringt....

Ich werde dir heute nicht noch eine ganze Geschichte erzählen. Aber ja, zusammen mit Il Paladino kämpfen bedeutet Ketten sprengen. Nicht im nächsten Augenblick, nicht Blind und nicht Dumm..." Zumindest erhoffte es sich der Paladin so.
"Nonnen waren es, die mir diese Wunden zufügten..." ergänzte er im letzten Atemzug langsam und leiser, ergänzend zu der Erklärung von zuvor... die Augen seiner Schwester lange fixierend. Verheißungsvoll.
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Re: [1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

Beitrag von Amalia » Di 10. Okt 2017, 15:13

Amalia nickte. Die Unglaube hatte sich in ihrem Bruder festgesetzt und wird ihn nicht so schnell loslassen. Aber sie musste sich gut mit ihm stellen, war er doch ein wichtiger Verbündeter. Nach ein paar Minuten der Stille sagte sie "Nun gut Bruder. Ich werde meinen Zorn etwas zurückhalten. Doch seid gewarnt, sollte mich jemand unerlaubt berühren oder gar versuchen etwas anderes zu tun. Werde ich mit voller Härte zuschlagen. Nur das du bescheid weißt. Mhhh zwei Fragen habe ich noch. Wenn Nonnen euch töteten warum glaubt ihr noch an das selbe? Und was war der Grund? Aber was noch viel wichtiger ist ... wie machen wir das mit meiner Vorstellung? Schließlich ist Krieg und ich bezweifle ein Ädil wird Zeit dafür haben." Amalia setzte sich zurück und sank tief in das Wasser um zu entspannen.
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Re: [1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

Beitrag von Gaius Marcellus » Di 10. Okt 2017, 15:34

Gaius lächelte sanft. "Wer sagt das?" Antwortete er auf die Frage leise. "Aber nun gut, lass uns dieses Thema erst einmal ruhen lassen... wichtiger ist es, gut mit der Realität - die sich stets wandelt - unleben zu können."

Da ließ auch Gaius sich wieder tiefer in das Wasser gleiten. "Es gibt auch keine Ädile mehr... der Mondsenat empfängt nun die neuen, ich bin Senator. Ich werde deine Ankunft an meine Kollegen weiterleiten, dann sehen wir weiter, ob du dich noch weiter vorstellen musst... dazu suchen wir dir noch einen weiteren Fürsprecher, auch wenn du diesem dafür ebenso etwas schulden wirst." So lief das in Genua nun mal...
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Re: [1002] Sechs Augen sehen auch nicht mehr als Vier (Amalia)

Beitrag von Amalia » Mi 11. Okt 2017, 02:10

Als Amalia die Verneinung des Christentums hörte war sie merklich mehr als Überrascht. Also war ihr Bruder doch kein Anhänger des verhassten Christus - interressant - dachte sie sich. Amalia nickte und zeigte, dass sie ihren Bruder verstanden hatte. Sie musste sich die nächsten Nächte von ihrer besten Seite zeigen, vor allem wenn sie auf weitere Kinder Kains trifft. Jedes anerkannte Mitglied der Domäne war wichtig und so sagte sie nach langer Überlegung "Nun gut Bruder. Leite meine Ankunft weiter. Wir finden schon noch einen Fürsprecher." Dann schloss sie die Augen und genoss das kalte Wasser.
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