[1002] Burg-Friede (Seresa, Sousanna, Gaius)

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Sousanna
Ravnos
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Re: [1002] Burg-Friede (Seresa, Sousanna, Gaius)

Beitrag von Sousanna » Do 31. Aug 2017, 16:40

Ein kurzer wütender Funken in ihrem Blick verriet Sousannas Verärgerung, doch sie beherrschte sich sofort wieder. Sie war klüger und vor allem würde sie sich hier nicht in einen offenen Machtkampf begeben. So neigte sie lediglich demütig und fast schon entschuldigend das Haupt und nickte dann. "Natürlich.", erwiderte sie ernst und mit einem salbungsvollen Unterton in der Stimme. "Verzeiht meine Einmischung. Es ist einzig und allein eure Entscheidung und mein Einwand war zwar von Sorge geleitet, doch dennoch anmaßend."
Wieder hob und senkte ein Seufzen ihre Brust, wobei sich das Gesicht wieder etwas vor Schmerzen verzog. Vielleicht ein Kunstgriff, vielleicht auch reiner Zufall, doch es unterstrich ihr Leiden im Moment perfekt. Schließlich aber lächelte sie Gaius mit niedergeschlagenen Augen an. Offensichtlich wollte die Ravnos sich nicht mehr anmaßen etwas zu tun, dass ihr nicht zustand. - Dieser Anblick erinnerte sie sehr an ihr erstes Treffen. "Natürlich vertraue ich euch voll und ganz.", bestätigte sie und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. "Mein Verstand muss wohl durch die Geschehnisse noch etwas vernebelt sein."
Sanft falteten sich die schlanken Hände in ihrem Schoß und schweigend, mit weiterhin gesenktem Kopf würde sie den Gesprächen folgen. Ganz das wohlerzogene Mädchen aus gutem Hause, das sie einst gewesen war.

Als Gaius sie wieder ansprach hob sich ihr Kopf wieder etwas und nun wurde ihr Blick sehr nachdenklich. "Wenn ihr es wünscht, werde ich ihn natürlich bitten, Stillschweigen allerdings wird er wohl sehr erzürnt sein, wenn ich ihm berichte, was geschehen ist. Wie gut ich ihn besänftigen kann, wird auch davon abhängen, wie dieses Gespräch verläuft.", brachte sie die zuckersüße Warnung sanft und entschuldigend Lächeln hervor.

Das weitere Gespräch hatte sie dann wie zuvor verfolgt und in ihrer demütigen Haltung verharrt, bis Seresa es tatsächlich wagte, Gaius zu brüskieren. Überrascht ruhten ihre Rehaugen nun auf der Brujah und ihre Augenbrauen wanderten nach oben, je mehr Worte fielen. Leicht hob sich einer ihrer Mundwinkel. Ob ungläubig oder amüsiert war jedoch nicht zu durchschauen.

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Gaius Marcellus
Salubri
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Re: [1002] Burg-Friede (Seresa, Sousanna, Gaius)

Beitrag von Gaius Marcellus » Do 31. Aug 2017, 17:49

Sousanna hatte ein dankbares und verständnisvolles Lächeln des Salubri bekommen, auch einen kurzen besorgten Blick auf ihre Wunden, dann begann die Szene mit Seresa erneut und wie Sousanna blickte Gaius ihr erst einen Moment irritiert hinterher, dann verfinsterte sich sein Blick und wurde streng. Sein Hand verkrampfte sich wieder um den Knauf, er atmete tief durch.

"Bedauerlich.
Ihr habt es überreizt, Seresa.
Ihr seid wohl an einen der geduldigsten und gütigsten Kainiten der Domäne geraten.
Ich wollte euch wirklich helfen und euch eine Chance geben. Aber ihr habt es überreizt.
Auch in der strengen Form des Wortes kann man die Höflichkeit, mehr aber noch die Realität versagen. Ich sprach euch Vertrauen aus und ihr dankt es mit Unfreundlichkeit und unverschämter Gier."
Gaius schüttelte den Kopf.
"Ich lehne ab, ihr werdet den Clansältesten so nicht zuerst sehen."

Kurz wandte sich Gaius Sousanna zu, sein Gesicht wirkte enttäuscht.
"Ich glaube manchmal sollte ich früher bestimmende Worte verwenden. Doch ich wollte mich bisher weigern anzuerkennen, dass wir manchmal Herrschaft über Gleichrangige ausüben müsssen…“

Dann fixierte er wieder Seresa, wirkte wieder ruhiger, aber latent genervt.
„Ich habe meine Idee was eure Zukunft angeht geäußert, dieser Vorschlag wird aber nichtig, wenn ihr nicht ebenso hinter ihm steht. Bisher habt ihr nur zugehört, inhaltsleer genickt und euch verhalten, als wollten wir euch ein paar Schafe verkaufen und ihr wisst noch nicht einmal ob Bedarf da ist.
Damit ist jetzt Schluss.
Ich will jetzt und hier eure Meinung wissen.“ Gaius Augen weiteten sich etwas und wirkten durchdringend. „Eure ehrliche Meinung zu den Vorschlägen. Glaubt ihr darin findet sich ein Weg für euch, euch in die Domäne einzugliedern, euch gegen Reizungen des Tieres resilienter zu machen, euch uns beiden gegenüber zu Zusammenarbeit und Loyalität zu bringen – auf dass niemand bereuen wird euch diese Chance gegeben zu haben? Keine Ausflüchte, keine Wortklaubeleien, keine Rückfragen und keine Spiele mehr.“

Kurz pausierte er „Und ansonsten eure zweite und letzte Chance eigene umfassende Vorschläge aufzubringen, aber ich bitte euch eindringlichst um euretwillen, keine Ausflüchte, keine Wortklaubeleien, keine Rückfragen, keine Spiele… ernsthafte und sinnvolle.“
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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Sousanna
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Re: [1002] Burg-Friede (Seresa, Sousanna, Gaius)

Beitrag von Sousanna » Do 31. Aug 2017, 18:35

Gaius Antwort ließ sich Sousanna deutlich befriedigt fühlen. Wenn der Liktor noch geduldiger gewesen wäre, hätte sie das Bedürfnis gehabt ihn zu schütteln. So verflucht freundlich konnte nur er zu einer Verbrecherin sein - und das dachte sie als Ravnos.
Ihr wohlgeformter Mundwinkel zuckte noch etwas weiter nach oben und nun wirkte die Schöne tatsächlich etwas zufrieden. Es tat gut, zu sehen, dass er nun endlich verstand, dass die Brujah es offensichtlich nicht verdient hatte, so sanft behandelt zu werden. Sie hatte es ja fast kommen sehen, dass er sie in Ketten legte, weil sie es gewagt hatte, ihren Namen und Stand nicht sofort herauszuplärren als sie den ersten Verdacht gehabt hatte, dass ihr Gegenüber ein Blutsauger sein könnte.

Als er sich nun an sie wandte, um seine Enttäuschung kund zu tun, schenkte ihm die Ravnos ein bedauernd tröstendes Lächeln. "Und es ehrt euch", erwiderte sie und warf Seresa einen traurig, verständnislosen Blick zu, ehe sie ratlos weitersprach: "Dass ihr es dennoch so lange versucht habt. Ebenso wie es mich beschämt, dieser unschönen Szene beizuwohnen, da man eure Freundlichkeit mit Füßen tritt."

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Seresa
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Re: [1002] Burg-Friede (Seresa, Sousanna, Gaius)

Beitrag von Seresa » Do 31. Aug 2017, 18:50

„Verzeiht, sollte ich Euch mit meinen Worten erzürnt habe, wohlwerter Gaius. Ich war bereit Euch gegenüber loyal zu sein. Mehr noch, ich habe Euch mein Wort gegeben. Etwas, was von Euch als Anhänger der Via Regalis ebenso hoch angesehen sein sollte, wie von mir selbst. Ich gebe kein Wort auf Dinge, die ich nicht willentlich zu leisten bereit bin und wissentlich leisten kann. Ich gab Euch das Meinige aus freien Stücken. Ich bitte Euch darum, Euch daran zu erinnern, dass niemand mich dazu zwang und es dennoch tat. Wohl werter Gaius, wie dem auch sei, Ihr habt Eure Wahl getroffen.“

Seresa verneigte ihren Kopf in Richtung Gaius.

„Ich bitte darum sofern ihr, wohlwerter Gaius, oder ihr werte Sousanna, Anklage gegen mich bezüglich des Vorfalls in der Via Karina erheben wollt, dies umgehend beim verehrten Maximinianus zu tut.“

Ihr Blick wanderte einen kurzen Moment zu Sousanna und dann wieder zurück zu Gaius.

„Solltet ihr, wohlwerter Gaius, und ihr werte Sousanna, keine Anklage gegen mich erheben wollen, bitte ich darum, umgehend freigelassen zu werden, so dass ich selbst Anklage gegen mich bezüglich des Vorfalls in der Via Karina beim verehrten Maximinianus stellen kann.“

Seresa schwieg einen Augenblick, dann fuhr sie fort.

„Ich beiden Fällen bitte ich Euch, wohlwerten Gaius, mich umgehend über die getroffene Entscheidung in Kenntnis zu setzen.“
Sie deutete eine Verneigung an.

„Mit aller gebotenen Höflichkeit, bitte ich darum, mich entfernen zu dürfen.“

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Gaius Marcellus
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Re: [1002] Burg-Friede (Seresa, Sousanna, Gaius)

Beitrag von Gaius Marcellus » Do 31. Aug 2017, 19:06

Gaius wirkte enttäuscht, ihre Sturheit war sehr zu bedauern, ob sie ihn nicht verstehen konnte oder wollte, er wusste es nicht. Doch auch ihre Entscheidungen in diesem Kontext waren klar. Und Gaius Geduld am Ende. So hätte sie aber doch nur Ärger erbracht.

"Bedauerlich." Auf ihre Wortklauberein wollte der Liktor nicht weiter eingehen.
"Da ihr mir schon zuvor euer Wort gegeben habt und dies weiterhin gilt, werde ich euch nicht in Starre zurückbringen lassen, aber ich bitte euch, euch auf eure Tagkammer zu begrenzen." Dann nickte er und die Wächter machten sich bereit mit Seresa gemeinsam zu gehen.

Auch Gaius zog sich mit Sousanna zurück, blieb in ihrer Nähe, führte das Gespräch fort.
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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Seresa
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Re: [1002] Burg-Friede (Seresa, Sousanna, Gaius)

Beitrag von Seresa » Do 31. Aug 2017, 20:21

„Wie Ihr wünscht.“

Seresa blickte entschuldigend zu Sousanna und nickte ihr zu.

„Werte Sousanna.“

Ihr Blick wanderte zurück zu Gaius und sie verneigte sich.

„Wohlwerter Gaius.“

Nach ihren letzten Worten hatte sie sich umgedreht. Ihre Hände fanden ihren gewohnten Platz auf ihrem Rücken und von den Wächtern begleiteten ging die Brujah ohne Umwege in ihre Tagkammer. Als sie dort angekommen war, wartete sie darauf, dass sich die Tür hinter ihr schloss. Ihr Blick wanderte durch die Kammer. Viel war hier außer ihrer Schlafstätte nicht. Sie ließ sich neben der Tür auf dem Boden nieder. Es waren noch ein paar Stunden bis Sonnenaufgang und so widmete sie sich eben jenem, was ihr Freude bereitete. Ihre Worte waren deutlich, aber sehr leise, fast flüsternd gesprochen. Ganz offensichtlich wollte sie die Wächter damit nicht belästigen.

„Dominus pascit me nihil mihi deerit. In pascuis herbarum adclinavit me super aquas refectionis enutrivit me. Animam meam refecit duxit me per semitas iustitiae propter nomen suum. Sed et si ambulavero in valle mortis non timebo malum quoniam tu mecum es virga tua et baculus tuus ipsa consolabuntur me. Pones coram me mensam ex adverso hostium meorum inpinguasti oleo caput meum calix meus inebrians. Sed et benignitas et misericordia subsequetur me omnibus diebus vitae meae et habitabo in domo Domini in longitudine dierum.“ *

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* lateinisch:
Psalm 23 Vers 1-6 (Der Herr ist mein Hirte…)
Finitus
Zusammenfassung
Nach dem Angriff von Seresa auf Sousanna trafen die beiden Vampire erstmals unter der Aufsicht von Gaius zusammen. Seresa hatte sich selbst wieder in Ketten gelegt, um das Treffen angenehmer zu gestalten. Die beiden Vampirinnen stellten sich einander vor und Seresa leistete im Anschluss förmlich Abbitte vor Sousanna. Sousanna bat Seresa von den Ketten zu lösen und das Gespräch an einen angenehmeren Ort fortzusetzen. Sowohl Gaius wie auch Sousanna erläuterten ihre Forderungen, um den Angriff nicht vor Gericht zu stellen. Seresa bat darum, sich mit ihrem Clansältesten Mattia beraten zu dürfen, bevor sie den Forderungen zustimmte. Dies wurde abgelehnt. Seresa bat daraufhin darum, die Anklage offiziell zu stellen oder sie gehen zu lassen, sofern keine Anklage gegen sie erhoben wird.

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