[1004] Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

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Toma Ianos Navodeanu
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[1004] Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Di 6. Jun 2017, 14:50

Es war eine wolkenlose Nacht im Frühjahr des neuen Jahrtausends. Die Welt war nicht untergegangen oder nur noch nicht?
So oder so lief das Leben der Menschen weiter und ebenso das Unleben der Kainiten.

Eine Gestalt in langer dunkler Kleidung und dem Gesicht hinter einer ebenso dunklen Maske verborgen, fand sich in dieser Nacht in Burgus ein. Eine kleine Tasche baumelte an seiner Seite unter dem Umhang verborgen. Hände und Füße steckten in einfachen dunklen Leder und das Haar war von einer Kapuze bedeckt.

Wie vor Jahren mit dem Liktor Titus besprochen, bekam der Drache nun die Möglichkeit auf ein Treffen mit dem Ältesten der Kappadozianer in Genua.

Er wusste nicht viel über den Ancilla, doch sollte wohl ein Gelehrter sein und war sicherlich nicht umsonst der Chronist der Domäne. Toma musste etwas in Erfahrung bringen und er hoffte, dass der Kappadozianer die richtige Anlaufstelle dafür war.
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Re: Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

Beitrag von Il Canzoniere » Mo 12. Jun 2017, 22:48

Ein junger Mönch wartet am Tor von Burgus auf den Drachen. Er hatte bis eben noch mit den beiden bewaffneten Wächtern gesprochen und verstummte erst als Toma sich näherte. Als dieser näher kam nickte er den Wachen zu, welche den Tzimisce daraufhin ungefragt passieren ließen und führte ihn einige Meter vom Tor entweg wo er sich höflich verneigte, sich als "Citus" vorstellte und erklärte das er ihn zum verehrten Benedetto bringen würde. Dann würde er genau dies tun und den Gast durch Burgus zu begleiten, die Siedlung durchqueren und ein kurzes Stück über einen ausgteretenen Pfad zum Kloster San Marcellino zu führen. Er war dabei sehr schweigsam. Nur wenn der Tzimisce ihn ansprechen würde, wäre er um Worte nicht verlegen. Offenbar war ihm jedoch aufgetragen worden den Mund zu halten oder die Gestalt des Gastes seines Herren bereitete im Unbehagen.

Er führte Toma am Haupteingang des Klosters vorbei, zu einer seitlichen Nebentür und klopfte hier unvermittelt. Nach wenigen Augenblicken war ihnen geöffnet worden und sie hatten die wenigen Schritte über den Hof in eines der größeren Gebäude hinter sich gebracht. Hier hielten sie sich, nur von Citus Fackel erhellt in schmalen, unbelebten Korridoren und stiegen mehrfach kleine Wendeltreppen hinab. Toma konnte sich sicher sein das er sich mittlerweile ein gutes Stück unter der Erdoberfläche befand.

Hier, in einer dunklen Kammer, die wie ein Lesezimmer eingerichtet war in der Schreibpulte, Kerzenstummel und ein Schrank voller leerer Pergamenthüllen und Wachstafeln herumstanden ließt Citus den Gast allein. Nicht lange, denn offenbar war der Kappadozianer bereits informiert worden. In diesen kurzen Augenblicken konnte er sich in dem spärlich erleuchteten Zimmer umsehen. Das auffälligste war sicher ein dicker Foliant der auf einer halb fertig illustrierten Seite eine bekannte Szenerie auf ungewohnte Weise beschrieb: in einem größeren Saal standen einige Personen um zwei an Pfähle gebundene Gestalten herum. Ein Mann und eine Frau. Die beiden Nackten wurden offenbar gerade von einem rosigen, dicklichen Mann ausgepeitscht, der von einem bleichen Priester belauert wurde dessen Schatten beinahe so aussah als ob er Hörner auf dem Kopf trage. Toma konnte sogar sich selbst im Publikum erkennen. Nun zumindest jemanden der seinem damaligen Aussehen ähnelte. Auf der Seite fehlten noch einige Farben, allerdings konnte man so besser sehen wie das Werk entstand, war doch offenbar vorher vorgezeichnet worden und kleine Markierungen zeigten vermutlich an welche Farben zu nutzen seien.

Benedetto, der sicherlich der Erschaffer dieses filigranen Kunstwerks war, betrat nach einigen Augenblicken den Raum. Dabei nutzte er eine Tür die zweifelsohne noch tiefer in die Erde hinab führte und genau gegenüber der lag, die der Tzimisce genommen hatte um hierher zu kommen.

Mit einem freundlichen und interessiert wirkenden Nicken grüßte er seinen Gast. Überließ ihm offenbar die ersten Worte.

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 16. Jun 2017, 12:02

Toma sprach kein Wort mit dem Mönch. Dessen Meinung und Gebrabbel war für den Drachen von keinem Interesse, stattdessen schaute er sich auf dem Weg die Umgebung an. Besah das Dörfchen durch das sie schritten und ebenso das massive Kloster zu dem sie dann kamen.
Interessiert bedachte er den Weg den sie nahmen und sah sich aufmerksam um, sog den Geruch von Erde und feuchtem Stein ein und fühlte sich ein wenig an zu Hause erinnert. Doch der Geruch war dennoch anders und wurde sogleich von Pergament, Wachs und Holz abgelöst.

Die großen Augen huschten durch die Kammer und studierten die Einrichtung und Ausstattung.
Dabei fiel sein Blick auf den Folianten. Die Zeichnungen waren sehr gut ausgeführt. Etwas womit er mehr anfangen konnte, als mit geschriebenen Wort.
Ein Lächeln zog sich über sein absurdes Gesicht, als er sich selbst darin erkannte.
Eine grobe Ähnlichkeit im Vergleich zum Original. Doch als er sich so sah, kam ihm der Gedanke, dass es wahrlich Zeit wurde, etwas zu verändern.
Auch die Zeichnung des gehörnten Priester nahm er interessiert war. Eine seltsames Detail.

Als der Kappadozianer eintrat, löste Toma den Blick von dem Buch und ging zu dem beleibten Mann, um sich vor ihm zu verneigen.
„Verehrter Benedetto, Ancilla und Ältester der Kappadozianer zu Genua und Chronist der Domäne, ich grüße euch und danke euch dass ihr euch Zeit für mich nehmt. Mein Name ist Toma Ianos Navodeanu, Neugeboren im Blute der Drachen, Kind des Ancilla Navod Sorinescu.“

Aus der Tasche, die er mit sich trug zog er ein kleines hölzernes nur einfach verziertes schächtelchen, und reichte es dem Ancilla.
Wenn er den Deckel abnehmen würde, würden darin drei verzierte Griffel für das Schreiben auf Wachstafeln liegen. Drei Griffel verschiedener Dicke, mit spitzer, runder und flacher Spitze. Der Farbe und dem Gefühl nach handelte es sich bei dem Material wohl um Knochen.

„Wenn ich gewusst hätte, dass ihr die bildhafte Kunst beherrscht, hätte ich noch einen Pinsel beigelegt.“ Merkte Toma noch an.
Sein Blick ging zu dem dicken Folianten. „Ihr habt Talent. Eine interessante Art die Szene wieder zugeben.“
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Re: Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

Beitrag von Il Canzoniere » Do 22. Jun 2017, 17:28

Der beleibte Mönch nahm das Geschenk mit einem erfreuten Ausdruck auf dem, kurzzeitig etwas skeptisch wirkenden, Gesicht entgegen. Mit einem dankenden Nicken unterstrich er die Entgegennahme, schüttelte dann allerdings sofort den Kopf "Nicht so förmlich. All diese Titel und Namen sind nichts weiter als nutzloser Schmuck. Und wir sind hier unter uns. Wir haben also den Luxus uns ohne diese künstlich geschaffenen Stolperfallen unterhalten zu können. Von Kainit zu Kainit." offenbar hatte der abtastende Blick des Älteren bereits erkannt das wenig auf eines der beiden menschlichen Geschlechter hinwies.

Er leckte sich über die aufgequollenen, bleichen Lippen und öffnete das mitgebrachte Geschenk. "Schreibgriffel. Aus menschlichen Knochen. Sind das verbogene Rippen? Wie habt ihr sie so gerade bekommen? Schlau von euch keine Röhrenknochen zu nutzen. Der stetige Druck beim Schreiben könnte sie über Gebühr beanspruchen." einen Moment hielt er inne. Als ob er sich selbst dabei ertappt habe außerhalb der Norm geantwortet zu haben. Dann glitt sein Blick erneut an der unmenschlichen Gestalt des Tzimisce hinab. "Arbeitet ihr häufig mit diesem... Material? Konntet ihr Unterschiede feststellen? Ich bin während meiner Forschungen darüber gestolpert das sich Knochen reicherer Menschen besser für solcherlei Dinge nutzen lassen. Sie sind weniger brüchig." Als ob er einen Kommentar von Toma hierzu erwarten würde ob seine Beobachtung korrekt sei blickte er das Wesen das ihn hier besuchte unverwandt an.

Erst als dieser geantwortet hatte nickte er und sah zu dem Buch hinüber: "Nur wenn es nach etwas aussieht wird es wertgeschätzt. Schreckliche Zeiten in denen wir... Leben. Ich gebe den hohen Herren einen guten Grund Wissen mit Ehrfurcht zu betrachten. Wenn ein solches Buch nicht ein Vermögen kosten würde, würden sie unachtsam damit umgehen. Das kann nicht geduldet werden."

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Re: Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 29. Jun 2017, 12:43

Der Drache lächelte erfreut ob der lockeren Worte des Ancilla. Ein bescheidener Mann also...doch er sollte dennoch aufpassen, der Chronist war mit Sicherheit gerissener als er aussah.
Ebenso wie der Kappadozianer Toma musterte, besah dieser auch den dicken Vampir. Manche Erzeuger wählten schon seltsame Kinder. Benedetto sah zudem noch viel kränklicher aus als ihre restliche Art.

"Die Knochen ärmlicherer Menschen sind in der Tat brüchiger, ich schätz ob ihrer härteren Arbeit und mangelnder Ernährung." gab der Tzimisce sein Wissen und Gedanken dazu Preis. Es freute ihn zusehends, dass er mit seinem Geschenk anscheinend bereits das Interesse des Forschers geweckt hatte.
"Ich habe da so meine Möglichkeiten." sagte er vage.
Er war nicht bereti direkt alles über sich offen zu legen.
Erst einmal musste er sehen ob der Kappadozianer ihm nützlich sein konnte.

"Da habt ihr vermutlich recht." antwortete er auf Benedettos Meinung, dass die meisten unachtsam mit dem gesammelten Wissen umgehen würden. Er konnte nicht bestreiten, dass er ebenso wenig Interesse an einem solchen Folianten hätte, doch das Wissen darin konnte manchmal schon nützlich sein.

"Schreibt ihr nur die Geschichte Genuas auf oder besitzt ihr auch Wissen anderer Domänen und...Länder?"
Der Drache neigte leicht den Kopf und musterte weiterhin den anderen Vampir.

"Ich frage mich...überrascht euch mein Aussehen, so wie die anderen? oder habt ihr schon einmal einen meines Blutes gesehen? Nun...abgesehen von Melissa."
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Re: Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

Beitrag von Il Canzoniere » Sa 1. Jul 2017, 12:43

Er nickte auf die letzten Worte Tomas hin. "Ja... Melissa ist sicherlich eine bedauernswerte Ausnahme eures Blutes." ließ er einen Moment zu lang im Raum hängen ehe er anfügte: "...ihr Anlitz ist doch sehr gewöhnlich. Nach alldem was man über euer Blut erzählt. Ich bin daher froh einmal einem echten Tzimisce zu begegnen.... nun... optisch. Ihr wisst sicher wie das gemeint war." er seufzte und schüttelte den Kopf "Verzeiht. Ich wollte euch nicht zu nahe treten. Aber euer Aussehen....fasziniert mich. Mir drängen sich natürlich sofort eintausend Fragen auf. Unterliegt ihr stetiger Veränderung? Ist das ein Fluch? Wie äußert sich ein solcher Fluch? Wäre er von etwas abhängig, folgt er Regeln oder passiert alles willkürlich? Oder ist es ein Geschenk das euch erlaubt euch nach eigenem Willen in jeder Nacht neu zu formen? Git es eine ...Urgestalt? Auf die ihr stets zurückfallt und euch dann jedesmal von dort weg verändern müsst? Könnt ihr nur euch selbst verändern? Oder auch andere? Menschen? Tiere?....Kainiten? Aber ich wollte nich unhöflich sein und mit der Tür ins Haus platzen. Immerhin kennen wir uns nicht. Ich hatte daher gedacht es wäre höflich mir erst einmal anzuhören was euch zu mir treibt. Ehe ich versuche euch ein paar Antworten zu entlocken." er freundlich gemeintes, aber irgendwie gierig wirkendes Lächeln huschte über sein Gesicht. In der Tat sah man in seinen kleinen Äuglein deutlich wie interessant Benedetto den Tzimisce fand. Einen ähnlichen Blick hatte Toma bereits einmal gesehen... in einem Spiegel.

Beinahe wäre Tomas eigene Frage in der Begeisterung des Kappadozianers erstickt worden. Jedoch schien er sie keinesfalls vergessen zu haben.. "Um euch eure Frage zu beantworten: ich sammele jegliches Wissen. Ganz gleich ob es von hier stammt oder aus weit entfernten Ländern und Domänen. Ich habe mit Hilfe Angeliques bereits ein Werk über die Katharer verfasst und Legenden aus Brimirs Heimat in einem ganzen Band niedergeschrieben. In solchen Dingen kooperiere ich mit vielen Kainiten und Sterblichen. Ich würde mir natürlich auch gerne eure Geschichte anhören, aber natürlich nur wenn ihr selbst daran Interesse habt. Ich zwinge niemanden zur Preisgabe seiner Geheimnisse. Ich tausche lediglich Erkenntnisse aus."

Der leicht schiefgelegte Kopf mit dem breiten, doppelten Kinn von ungesunder Farbe hatte noch immer nicht damit aufgehört die Gestalt vor ihm zu mustern. Im Gegenteil, immer wieder entdeckte der suchende Blick Details die er sich zu merken schien. Wie ein Kritiker ein Kunstwerk beäugte, flog der Blick hierhin und dorthin...

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Re: Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mo 3. Jul 2017, 11:52

Als der Schwall von Fragen auf den Former einprasselte und er den Eifer und Wissensdurst des Kappadozianers sah, spiegelte sich auch eine ebensolche Freude in dem Gesicht des Drachen, wenn auch deutlich verzerrt. Besonders als er ihn als echten Tzimisce bezeichnete, trug er den Stolz den er dabei empfand, sichtbar nah außen.
Ein ähnlicher Geist!
Er war ja bereits von Seinfreda entzückt gewesen, doch der beleibte Ancilla, war ihm noch mal näher.
„Ihr müsst euch nicht entschuldigen. Es scheint wir teilen …einen ähnlichen Eifer.“ Toma grinste breit und mit zahlreichen Zähnen.
„Gern beantworte ich eure Fragen, wenn ihr mich denn dafür an eurem Wissen teilhaben lasst. Das, was ihr wissen wollt, sind bedeutsame Fragen, Geheimnisse, die nicht jeder einfach so erfahren sollte.“ Fügte er an. Dann wurde seine Miene jedoch etwas weniger euphorisch.
„Ihr klingt nicht so, als hättet ihr bereits Wissen über mein Blut?“ Fragend legte er den Kopf leicht schief. „Ich komme aus einem Gebiet nördlich der Karparten, habt ihr davon schon einmal gehört?“

„Nun, warum ich hier bin. Zwei Sachen…oder drei nun…Hauptsächlich bin ich auf der Suche nach Wissen aus meiner Heimat. Auch Erzählungen, Märchen, Legenden…“ Eigentlich hätte er so etwas besser wissen müssen als der Italiener, aber leider fehlte ihm dieses eine besondere Wissen.
„Sicher werdet ihr denken, dass ich selbst das wohl am besten herausfinden kann, doch der Weg nach Hause ist weit und ich hatte gehofft, hier vielleicht bereits einen Anhaltspunkt zu finden.“
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Re: Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

Beitrag von Il Canzoniere » So 16. Jul 2017, 21:02

Auf die beschwichtigende Antwort Tomas hin nickte der dicke Kappadozianer hocherfreut wie es schien. Offenbar war ihm das Versteckspiel hinter höflichen Floskeln zuwider. Lieber schien er sich direkt und unumwunden um die Fakten kümmern zu wollen.

"Ich tausche und sammle das Wissen seit mehr als einem halben Jahrhundert allein hier auf San Marcellino. Aber ich hüte es auch. Es gibt dort draußen Kainiten die nur zu gern dieses Wissen erlangen und missbrauchen würden. Ich bin daher sehr vorsichtig wem ich was zugänglich mache, ich kann euch jedoch versichern das diejenigen die mir Wissen gebracht haben noch nie mit leeren Händen nach Hause gegangen sind. Ich schlage daher vor das wir erst einmal eine Weile zusammenarbeiten. Wissen austauschen das wir beide guten Gewissens in die Hände des anderen legen können. Sollte es hier keine unerfreulichen Überraschungen geben können wir im Laufe der Zeit auch diskretere Dinge tauschen." er nickte dabei bestätigend, als ob er es zwar nicht überstürzen wolle, aber eigentlich auch jetzt schon an den "diskreteren" Dingen interessiert wäre die der Tzimisce vielleicht wissen würde.

"Bezüglich eurer Rückfrage über euer Blut: ich weiß....wenig über den stolzen Clan des Drachen. Viel zu wenig, wenn ihr mich fragt. Gerne würde ich mich hier von euch erhellen lassen. Über das Gebiet nördlich der Karpaten habe ich jedoch bereits gelesen und auch über die Karpaten selbst. Wir haben bereits einen Kainiten der dort durchgekommen ist in der Domäne. Von ihm... oder besser seinem Ghul, habe ich einige Reiseberichte erhalten. Auch wenn sie mittlerweile ziemlich veraltet sind, da bin ich mir sicher. Ich habe daher.... eine grobe Ahnung, schätzte ich." als ob das ein Witz gewesen wäre bleckte er die Zähne. Es war in der Tat ein ziemlich missglücktes, beinahe beängstigendes Grinsen, aber das mochte dem Tzimisce nicht einmal auffallen. Diesem ging es in diesem Punkt ja selten anders.

Als Toma nach den Erzählungen aus seiner Heimat fragte grübelte der beleibte Benediktiner einen Moment, als ob er im Geiste seine Privatbibliothek durchgehen würde. Schließlich schüttelte er den Kopf "Nein ich fürchte nicht. Aber ich bin mir sicher das ich so etwas beschaffen kann. Ich würde einen der Mönche San Marcellinos dort hinschicken. Mit der Aufgabe solche Dinge in Erfahrung zu bringen. Es wäre nicht das erste mal das ich so etwas täte. Allerdings müsstest ihr eure Angaben eventuell etwas weiter eingrenzen. Geht es euch um etwas bestimmtes? Was ist das Ziel dieser Recherche? Dann könnten wir gezielt an diesem Punkte forschen. Ihr ahnt nicht welche Türen euch eine Mönchskutte und eine Tonsur alles öffnen können..." er schien bereits eine Vorgehensweise im Kopf zu haben. Wen er schicken könne. Wo zu fragen sei. Soetwas. Allerdings lag der wissbegierige Blick dabei weiter auf Toma. Als ober er an beidem interessiert sei. Dem was und dem warum.

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Re: Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 30. Jul 2017, 15:58

Der Drache schaute enttäuscht, aber seine Hoffnung war auch nicht sehr groß gewesen. Was sollte ein Italiener hier schon groß von seiner Heimat wissen.
Doch ganz umsonst war der Besuch ja nicht.

"Dieser Kainit und sein Ghul...wer ist es? Was für Berichte, hat er euch gegeben?" Vielleicht ließe sich dort ein Anhaltspunkt finden. „Könnte ich mir diese ansehen?“

Der Tzimisce schien ein wenig mit sich zu hadern. Es vergingen ein paar Sekunden, bevor er auf Benedettos ersten Vorschlag zurück kam.

"Ich kann euch Erkenntnisse und Erfahrungen bezüglich Körper und Medizin anbieten, wenn euch das interessiert und auch ich habe einige Jahrzehnte auf Reise verbracht. Wenn ihr Geschichten hören wollt, kann ich diese euch ebenso geben." Ein Anfang, vielleicht würde es etwas bringen.

"Das was ich versuche in Erfahrung zu bringen....nun...mein Blut ist ein sehr wandelbares...ich suche nach neuen Wegen, neuen Formen mich selbst zu gestalten und hatte gehofft Geschichten oder Berichte von anderen meines Blutes zu hören, um die Möglichkeiten zu sehen.“

Das war nicht die ganze Wahrheit, doch er wollte dem fremden Ancilla nicht direkt etwas verraten, was womöglich ein Geheimnis seines Blutes war.
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Re: Wo Wissen und Geschichten lagern [SL - Benedetto]

Beitrag von Il Canzoniere » So 20. Aug 2017, 01:39

Der beleibte Mönch wirkte einen Moment in Gedanken, während er auf die unmenschlichen Knochensporne blickte die hier und dort aus dem Körper des Tzimisce herausragten. Sah dann unvermittelt auf und ließ ein hintergründiges Lächeln erkennen. Schließlich nickte er unvermittelt. Das füllige Kinn schwang noch einen winzigen Moment nach.

"Josef Szőkyel, Neugeborener des Clan Brujah. Der Ghul..." er überlegte einen Moment, wobei er den Tzimisce dabei unvermittelt anblickte, als ob er ihm damit zeigen wolle das er hiermit den ersten Schritt auf diesen zugehe "...hieß Petry, wenn ich mich nicht irre. Einen Einblick in dessen Berichte kann ich euch sicher ermöglichen, auch wenn sie schon einige Dekaden alt sind. Ich fürchte ich werde sie in den nächsten Jahren ohnehin neu schreiben müssen. Das Pergament könnte mittlerweile bereit etwas brüchig geworden sein."

Über das Angebot des Tzimisce bezüglich Körper und Medizin schien er einen Moment zu grübeln, dann nickte er. "Ich kenne den menschlichen Körper mittlerweile ausgesprochen gut. Jedoch führe ich Obduktionen und Untersuchungen in der Regel an Leichen durch. Euer Blickwinkel auf den Lebenden Körper hingegen kenne ich nicht. Ich bin mir sicher das ihr mir diesbezüglich..." sein Blick glitt die unmenschliche Gestalt des Drachen ab "...sicher noch das ein oder andere aufzeigen könnt das neu für mich wäre oder?"

Da schien jedoch noch etwas zu sein was Toma gesagt hatte das den Kappadozianer aufhorchen ließ. Das Toma andere seines Blutes suchen würde. Offenbar speicherte er sie in seinem Hinterkopf ab. Es schien als würde er ein wenig auch zu diesem Thema wissen, schien sich aber nicht sicher zu sein in wie weit sein Wissen hier von Nutzen sei oder ob er sich überhaupt einmischen solle. Dennoch schien er eine recht ausgeprägte Mimik zu haben. Leckte sich über die Lippen wenn es so aussah als könnte er neue Erkenntnisse gewinnen. Runzelte die Stirn wenn er über etwas nachdachte. Und kniff die Augen zusammen wenn er auf Details in der Schilderung eines anderen achtete. Alles recht menschliche Regungen in fahlen, so offensichtlich toten Gesicht.

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