Eine lange Nacht [Caterina]

[April '17]

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Luca
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Re: Eine lange Nacht [Caterina]

Beitrag von Luca » Mi 3. Mai 2017, 17:47

Missgelaunt nahm Luca das Verhalten Caterinas zur Kenntnis. Erst formulierte sie es missverständlich, und lachte ihn dann aus? Woher sollte er schon die Hintergründe ihres Ghuls kennen? Der Ravnos knirschte mit den Zähnen, riss sich aber zusammen. Die Umstände dieser unrühmlichen Begegnung interessierten ihn.

"Einen anderen Kainiten? Was habt ihr angestellt? Wenn es ohnehin bald im Elysium hängt, könnt ihr es mir auch gleich verraten." Die Stimme des Ravnos verriet eine Mischung aus noch verbliebener Verärgerung und Amüsement. "Natürlich werden wir die Männer nicht bis aufs letzte Hemd ausziehen. Obwohl es einen gewissen Charme hätte." Nun überwog eindeutig die Belustigung in den Zügen des Ravnos; allerdings verschwand sie schnell wieder. Die Vorstellung der Toreador registrierte er mit neutralem Ausdruck und ging nicht weiter darauf ein.

Als Caterina jedoch seine Herkunft erwähnte, bemühte sich Luca nicht, seine Neugier zu verbergen. "Tatsächlich? Eine Mailänderin hat Informationen über ... nennen wir es mal: Meine Heimat? Worum geht es dabei?" Die Worte des Ravnos waren eindringlicher geworden, und er war so auf die Rose fokussiert gewesen, dass er die beiden Männer gar nicht bemerkt hatte, die nun direkt vor dem Tisch der Beiden standen. Sie machten Anstalten, sich niederzulassen, während einer der Beiden mehr feststellte als fragte, dass hier doch sicherlich noch Platz sei.

"Nein", war das einzige Wort, das Luca sagte, als er sich ihnen zuwandte. Er sah mit starrem Blick zu beiden hin, und die Temperatur im Raum schien um mehrere Grad zu fallen. Obwohl der Ravnos nicht sehr kräftig aussah, sprach er mit fester Stimme und ohne jede Verunsicherung. Der Händler wandte sich schon mit einer wegwerfenden Handbewegung ab, doch sein alkoholisierte Gehilfe ging den nur noch kurzen Weg zu Caterina, beugte sich zu ihr herunter und versuchte ihr mit Worten "... denn noch viel Spaß mit deim' klein' Püppchen!" einen kratzigen, nach Bier riechenden Kuss auf die Wange zu drücken, bevor er seinem Arbeitgeber folgte.

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Re: Eine lange Nacht [Caterina]

Beitrag von Caterina » Fr 5. Mai 2017, 21:00

Mit erhobenem Zeigefinger schnalzte Caterina mit der Zunge: „Die Ergebnisse werden im Elysium zu lesen sein.“
Ob der Ravnos mit Absicht nicht genau hinhörte? Die Nacht war noch lange genug, das heraus zu finden.
So war auch auf dem rosigen Gesicht Amüsement abzulesen, als die Frau noch einmal zu der Würfelpartie guckte und kurz kicherte.
„Auch wenn ich den Reiz verstehe, der Spielspaß wäre doch verloren.“, bekam Luca schließlich zugezwinkert.

Seltsamer Typ, aber seine Reaktionen wurden innerlich gespeichert. Ein König war er schonmal nicht, doch der dunkle Mann auch alles andere als heilig.
Viele Fragen, wenige Antworten… das ging doch besser… Mal sehen, was sich rausholen ließ.
Wenn auch die fremden Männer störten, die ihre künstlerische Pause unterbrachen.
Ojemine, die Dramatik war verschwunden!

So seufzte die Frau erneut, bevor sich ein biestiges Lächeln auf die vollen Lippen stahl, als sie die Antwort des Ravnos hörte. Da war wohl jemand ein Grummelbart und das nicht nur vorm Aussehen her.
Würde der Fremde Händler Caterina ansehen, bekäme er ein entschuldigendes Lächeln. Der Schmatzversuch des Gehilfen blieb auch dabei. Denn überraschend flink, legte die Mailänderin der Schnapsnase die Hand ans Kinn. Die Finger krallten sich ein wenig in die Lippen und die Hand hielt den verdutzten Mann auf Abstand.

„Komm in drei Nächten ganz spät wieder und vielleicht hat das Püppchen dann Zeit für dich.“, schnurrte die Toreador dem Sterblichen in vielversprechender Tonlage zu.
Schließlich bekam der Fremde einen sanften Ruck und ein letztes, verführerisches Augenzwinkern.
Dann drehte sich die Mailänderin wieder zu Luca und wartete bis die Männer außer Hörreichweite waren.
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Re: Eine lange Nacht [Caterina]

Beitrag von Luca » Mo 8. Mai 2017, 22:58

Enttäuscht bekam der Ravnos die Antwort auf seine Frage zu Gehör. Abermals ließ sie ihn auflaufen, und das gefiel ihm nicht. Schien der Konfrontation nicht gerade aus dem Weg zu gehen. Dann würde er sich in dieser Hinsicht wohl gedulden müssen, wobei ihm ihre Absichten unverständlich blieben. Hätte man ihm die Gelegenheit gegeben, eine für ihn ungünstige Geschichte aus seiner Sicht zu rechtfertigen ... nun gut, das war ohnehin Nebensache. Diplomatische Antworten konnte er anscheinend nicht von ihr erwarten. Das konnte sich als gut oder schlecht erweisen.

Schweigend beobachtete Luca, wie die Rose mit vollem Charme den beneidenswerten Sterblichen um den Finger wickelte. Vermutlich war ihre Methode die geeignetere, wenn man sich keine Feinde unter den Menschen machen wollte, andererseits ... wenn es sich vermeiden ließ ... der Ravnos schüttelte leicht seinen Kopf. Unvorsichtig.

Sobald der Kerl verschwunden war, räusperte sich der Ravnos. "Venedig?" Seine Stimme klang drängend. "Seid ihr auch einst dort gewesen? Wenn ihr schon Genua als raues Pflaster bezeichnet, wie mag euch dann erst La Serenissima vorgekommen sein?" Der Ravnos kratzte sich nachdenklich am Kinn und sprach nun mehr zu sich selbst. "Als Mailänderin hättet ihr in Venedig allerdings wohl nicht den einfachsten Stand."

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Re: Eine lange Nacht [Caterina]

Beitrag von Caterina » Di 9. Mai 2017, 19:52

Ein amüsiertes Schnauben, während die Toreador Luca offenkundig studierte.
Titus hätte seine Freude mit dem mürrischen Ravnos. Die beiden hätten sich viel nicht zu sagen.
Bei dem Gedanken musste die Toreador dann noch schmunzeln, bevor sie sich dem Fremden widmete.

"Ich war nie in Venedig. Aber in Genua gibt es meines Wissens zwei Venezianer und einen Parma Geborenen unserer Art. Außerdem treibt sich eine Clansschwester von euch hier herum.", gab Caterina freizügig heraus.
Die Maus musste doch irgendwie gelockt werden können.
"Und was treibt euch nun nach Genua?"
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Re: Eine lange Nacht [Caterina]

Beitrag von Luca » Do 11. Mai 2017, 20:16

"Ja, tatsächlich hat mir die verehrte Hüterin das auch schon gesagt. Werde meine Blutsschwester bald einmal aufsuchen." Der Ravnos schwieg eine kurze Zeit und betrachtete ruhig das Treiben um die beiden herum, bevor auf Caterinas Frage einging. "Neu geboren wurde ich übrigens ebenfalls in Parma. Wer kommt noch von dort? Bisher habe ich niemanden kennen gelernt, der auch vom höhst verehrten Muzio Gritti freigesprochen wurde." Der Ravnos verbarg seine Neugier nicht, die sich in Stimme und Gesicht wiederfand.

"Nach Genua treibt mich keine besonders spannender Umstand, da muss ich euch enttäuschen. Es war einfach so, dass das ländliche Leben so viel weniger bietet als die Stadt, einerseits, was Nahrung angeht, andererseits ... nunja ... gibt es hier auch in anderer Beziehung deutlich mehr Möglichkeiten. Was den Handel angeht. Den, der nicht von den offiziellen Instanzen kontrolliert wird." Die Augen des Ravnos leuchteten. "Waren aus aller Herren Länder passieren täglich diesen Hafen und die Tore dieser Stadt. Ihr könnt euch sicher denken, welch Optionen daraus erwachsen können! Wenn ich die richtigen Kontakte knüpfen kann, die lohnensten Transaktionen ausgemacht habe ..."

Luca dämpfte seine Stimme, die während seines Vortrags stetig lauter geworden war, wieder. Zum Glück ging es in diesem Gasthaus recht laut zu, und niemand hatte Notiz genommen. "Doch genug von mir. Von euch kenne ich bisher lediglich nur Namen, Clan und Herkunft - bevor wir über weiteres reden, über Genua und seine Nacht und Geschäftliches, erzählt mir doch ein wenig mehr von euch. Euren Status. Eurer ... Aktivität in dieser Domäne." Fast wirkte es, als bereue es der Ravnos, so viel zu seinen geplanten Geschäften verraten zu haben.

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Re: Eine lange Nacht [Caterina]

Beitrag von Caterina » Fr 12. Mai 2017, 12:24

Die Maus konnte also doch piesen.
Mit Interesse und einem verschmitzten Lächeln hörte Caterina dem Fremden zu. Die Biestigkeit funkelte immer mehr aus den dunklen Augen, als Luca von seinen Plänen erzählte.
Schließlich nahm er sich selbst zurück, was ihm ein Schmunzeln eintrug.

Zwar geschäftzsmäßig, doch nicht annähernd steif oder kühl antwortete die Toreador:
„Sousanna und ihr werdet euren Spaß miteinander haben.“
Dieser Bestätigung folgte eine kurze Beschreibung, wie man die kleine Elster finden konnte.
„Bitte lasst aber bei euren ‚Geschäften‘ Ravecca heil… es soll euer Schaden nicht sein… so wie es eurer Clansschwester Vorteile brachte.“, schloss die Rose zwinkernd ab.
Es gab wahrlich genug Optionen der Zusammenarbeit für die Beiden, doch Caterina würde sich nicht in die Angelegenheiten Sousannas mischen. Wenn der Stern etwas konnte, dann verhandeln und andere um den Finger wickeln…
Schließlich begann Caterina zu überlegen. Mit der Etikette hatte es Luca nicht unbedingt und doch war er ein angenehmer Gesell. Das würde interessant, vielleicht lukrativ für beide Seiten.
Beizeiten musste die Mailänderin fragen, wass diese von ihrem Bruder im Blute hielt.
Nun würde sie erst einmal erzählen und dabei schmunzeln.

„Wie euch vielleicht aufgefallen ist, bemühe ich mich um Ravecca. Einerseits, weil es das umtriebige und lustige Sestieri ist, andererseits weil hier die Gassen dunkel und geschwängert von Belustigungen jeglicher Art sind.
Sousanna und ich haben aber auch noch eine Art Auftrag meines Vormunds, was ich euch aber nicht bei unserem ersten Treffen und ohne, dass ihr eure Clansschwester kennt, offenbaren werde.“

„Somit wäre aber auch mein Status geklärt.“, grinste die Toreador selbstironisch, bevor sie erklärte: „Ich arbeite daran, mich Neugeborene zu nennen und vorher den Kopf nicht zu verlieren… Was in Genua schwieriger als erwartet ist, da ich wie Ravecca etwas… umtriebig bin… war.“
Schließlich wurde der Blick wieder ernster: „Acacia arbeitet mit mir an solchen Schwächen, weshalb ich meinen Kopf des öfteren in die dunklen Gemäuer stecke.“

Stille kehrte ein, bevor sich die Augen der Mailänderin weiteten und sie die Hand an die Stirn klatschte.
„Bitte verzeiht, ich habe Parma vergessen!“, kam mit einem entschuldigenden Lächeln.
„Kennt ihr den Baumeister Vergonzo Faro? In dieser Gegend ist er kundigen ein Begriff.“
Kurz wartete die Frau auf eine Reaktion Lucas, dann erklärte sie: „Der geschickte Baumeister, gebürtig aus Parma, gehört dem Clan der Verborgenen an und ärgert sich seit einigen Jahren mit genuesischen Mauern rum.“
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Re: Eine lange Nacht [Caterina]

Beitrag von Luca » Sa 13. Mai 2017, 23:00

"Ach, wo denkt ihr hin ... ich werde bei meinen Geschäften doch niemandem auf die Füße treten. Naja, einige Sterbliche werden vielleicht ein bisschen was spüren ... aber so ist das halt ... Kollateralschaden." Der Ravnos grinste dreckig. "Lässt sich manchmal einfach nicht vermeiden. Aber mein Hauptinteresse gilt ohnehin nicht Ravecca, von daher werde ich euch wohl bei eurem Auftrag, in was auch immer dieser nun bestehen mag, vermutlich nicht in die Quere kommen." Die Rose machte ganz offenbar ein sehr großes Geheimnis um ihre Aktivitäten in Genau. Hatte sie etwas zu verbergen? Oder war es lediglich Vorsicht? "Gehe ich recht in der Annahme, dass ihr selbst einen Nutzen aus den 'dunklen Gassen mit ihren Belustigungen jeglicher Art' zieht? Oder bereitet euch lediglich die Schönheit des menschlichen Treibens in besagten Gassen einen Genuss?" Wenn man genau hinhörte, könnte man in den Worten des Ravnos die leichte Spur eines ironischen Untertons heraushören. Lange genug war er selbst Teil von dem gewesen, was man wohl den Belustigungen zuschreiben würde, und seiner Erfahrung nach waren sie eher gezeichnet von Armut, Elend und Überlebenskampf, Verrat und Lüge.

"So richtig weiß ich nun immer noch nicht, was ihr hier so treibt, abgesehen von euren Treffen mit Acacia. Habt ihr im Übrigen ein gutes Verhältnis zu ihr?" Die Frage wurde beiläufig ausgesprochen, doch die Augen Lucas registrierten aufmerksam jede Regung in Caterinas Gesicht, die ihre nun folgenden Worte womöglich Lügen strafen könnte. "Mir kam sie recht umgänglich vor, wenn man ... gewisse Umgangsformen beachtet. Zumindest ist auch euer Kopf noch dran."

Der Ravnos strich sich übers Kinn."Vergonzo Faro? Mir ist, als hätte ich diesen Namen schon einmal gehört, hat wohl einige Bauprojekte in Parma vollendet. Ich kenne ihn aber nicht persönlich. Sehr interessant. Auch ihn muss ich bei Gelegenheit einmal treffen."

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Re: Eine lange Nacht [Caterina]

Beitrag von Caterina » Mo 15. Mai 2017, 15:40

Die Rose musste schmunzeln. Das Gespräch mit dem Ravnos war äußerst interessant obwohl nicht viel an Information floss.
Die Mischung aus Andeutungen, Mimiken und 'unschuldigen' Fragen machte Spaß.

"Sagt Vergonzo einen schönen Gruß von mir... Ich sehe ihn viel zu selten, den kleinen Gnom.", kam schließlich eine Bitte mit verschmitztem Lächeln und einem warmen, abwesenden Blick.
Ein Gespräch mit dem knuffigen Nosferatu wäre auch langsam wieder fällig. Kichern und herumblödeln waren in den letzten Jahren viel zu kurz gekommen.

Schließlich klärten sich die Augen und der Ravnos bekam einen verschmitzten Blick: "Die verehrte Hüterin kann gleich einer Furie aus den bösesten Legenden werden."
Dann musterte die Toreador Luca demonstrativ: "Doch ihr könnt noch lächeln, daher scheint ihr Respekt, gewisse Umgangsformen und einen wachen Geist bewiesen zu haben."
Nach einem Moment der Stille zuckte die Mailänderin mit den Schultern: "Sie gehört den Königen in Genua an." Damit schien vieles klar zu sein, kannte man denn diese Gruppierung.

"Und was ich so treibe...", begann Caterina schließlich zu schnurren, während sie eine Locke zwischen zwei Fingern fing und diese zwirbelte.
Die Augen waren auf das Spiel gerichtet und Luca schien fast vergessen, dennoch sprach die Toreador nach einigen Momenten weiter, ohne von der Locke abzulassen: "Bisher bereiten mir die dunklen Gassen nur Freude und Spaß. Ich würde euch oder eurer Clansschwester da nie hineinfunken... egal in welchem Teil der Stadt."
Dann zwinkerte die Frau dem Ravnos zu: "Ich finde es viel interessanter Kontakte herzustellen und euch womöglich Käufer zu verschaffen."

Das war nun äußerst weit vorgewagt. Aber eine gleichwertige Information zu denen Lucas.
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Re: Eine lange Nacht [Caterina]

Beitrag von Luca » Mi 17. Mai 2017, 22:15

"Natürlich. Wenn ich ihn sehe, werde ich an euch denken. Ob Vergonzo wohl weiß, dass ihr gemeint seid, wenn ich ihm sage, dass ihn seine hübsche, heißblütige Freundin grüßen lässt?" Der Ravnos machte einen schelmischen Gesichtsausdruck.

Aufmerksam hatte der Ravnos zugehört, während die Rose ihre kryptische Antwort mit den Königen gab. Sollte er darauf eingehen und damit sein Unwissen preisgeben? "Wenn ihr das sagt, dann scheint ihr die wohlwerte Hüterin schon so tobend erlebt zu haben. Was sie mir wohl von euch erzählen würde, wenn ich sie frage?" Der verschmitzte Ausdruck wollte nicht aus seinem Gesicht verschwinden. "Es freut mich, dass euch bereits einige meiner Vorzüge aufgefallen sind. Ich weiß meist, wie ich mit Leuten umzugehen habe, die in einer überlegenen Position sind. Doch ... " Luca wurde ernster "... von Königen in Genua habe ich nichts gehört bisher. Was hat es damit auf sich?"

Während die Toreador kokettierend mit ihrem Haar spielte, sah ihr der Ravnos zu und zog dabei scheinbar geistesabwesend eine Münze hervor, mit der er geschickt zwischen den Fingern zu spielen begann. "Ich ahne, was ihr für Freude oder Spaß haltet; meine Definiton davon unterscheidet sich womöglich ein wenig von der euren - aber es ist in jedem Falle wichtig, sich in der Ewigkeit nicht zu langweilen. In der Hinsicht bin ich bei euch." Luca steckte die Münze wieder ein. "Kontakte kann man immer brauchen. Da ihr es so konkret ansprecht, wirkt es für mich so, als hättet ihr bereits eine konkrete Idee?" Abermals sprach der Ravnos, als wäre diese Frage lediglich eine Nebensache und sah Caterina beim Aussprechen derselben nicht einmal an, sondern betrachtete seine Fingernägel, ganz so, als wäre die Antwort ihm im Grunde egal.

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Re: Eine lange Nacht [Caterina]

Beitrag von Caterina » Di 23. Mai 2017, 17:01

Mit einem Mal wurde das Grinsen der Frau zu einem Lächeln, dass nichts Gutes hatte... zumindest nicht für Fremde.
"Dürfte ich vorschlagen, dass ihr mich nicht für so dumm haltet, auf eure Lenkungsversuche wie ein dummes Huhn zu plappern?", kam schließlich höflich, aber mit einem biestigen Unterton hervor.

Dann wurde die Miene wieder freundlicher, als wäre nichts gewesen und in der Stimme war keine Nuance Bösartigkeit mehr zu hören. Vielmehr erklärte die Mailänderin: "Eure... Geschäftspartner scheinen das anders zu handhaben. Aber ich kann es nicht leiden etwas von mir preis zu geben ohne dafür etwas zu erfahren."

Schließlich winkte die Frau jedoch ab.
"Aber um euch entgegen zu kommen... Ich wäre närrisch, würde ich einige Wesenszüge der verehrte Hüterin nicht besser kennen. Immerhin lehrt sie mich ja einiges."
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