Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

[März '17]

Moderatoren: Acacia, Toma Ianos Navodeanu

Benutzeravatar
Fabrizio
Lasombra
Beiträge: 1053
Registriert: Sa 23. Jan 2016, 20:20

Re: Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

Beitrag von Fabrizio » Fr 24. Mär 2017, 00:09

Das Vorgeplänkel hakte der Lasombra dann kommentarlos ab, die hälfte hatte er sowieso nicht richtig verstanden vermutlich.
Aber dann kam Gaius tatsächlich zur Sache - und schaffte es Fabrizio zu überraschen und gleichzeitig neugierig zu machen.

"Da habt ihr also tatsächlich mir nichts dir nichts einen der Fälle auch schon gelöst. Ich bin... verblüfft. Vielleicht sogar beeindruckt? Das werden wir sehen. - Aber ihr habt recht, der Wald dürfte nur... Unruhe erzeugen."
Ein eher abstoßendes Lächeln.

"Was ist diese Tafelrunde? Ich kann damit nichts anfangen. Ihr macht mich neugierig. Gehen wir also? Ich kann mich ja kaum noch zügeln, wo es doch wohl endlich Fortschritte gibt."

Benutzeravatar
Gaius Marcellus
Salubri
Beiträge: 1317
Registriert: Mo 29. Aug 2016, 23:46

Re: Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

Beitrag von Gaius Marcellus » Fr 24. Mär 2017, 14:29

Gaius nickte. Dann führte er Fabrizio in die Feste, seine Männer mussten draußen warten.

Die Festung war auch im inneren Neu, aus schwerstem Holz gestaltet und vielseitig. Sie bestand aus unterschiedlichsten Gebäuden, offensichtlich gleich zwei Trainingsgebäuden und einem größeren zentralen Steinhaus. Dort führte Gaius den Piraten, in geleit von zwei Rittern, hinein. In einen Festsaal. Der eine große Ovale Tafel beherbergte, 12 Plätze darum. Und in der Tat bot Gaius seinem Gast einen davon, nahm den anderen ein.

Das Innere war schlicht gehalten, Kreuze und Ikonographie des heiligen Martin zierten den Raum, kaum Silber, kein Gold.

"Ich habe den Kult der Jagd untersucht." Eröffnete Gaius dann endlich das Gespräch. "Ich habe an seinem Ritus teilgenommen. Sein Geheimnis gelüftet. Seine Vergangenheit untersucht. Untersucht, ob ihr Recht hattet, ob er sich auf den uralten Artemis Kult, den Diokletianschen Kult, beruft..."
Dann pausierte er.

"Doch welche Anklage eurerseits behandeln wir nun, welche wird mein Lohn sein? Der verehrte Seneschall dieses Mal?" Gaius hoffte hier den am einfachsten abzuhakenden Fall zu finden... oder wirklich interessante Informationen.
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

Benutzeravatar
Fabrizio
Lasombra
Beiträge: 1053
Registriert: Sa 23. Jan 2016, 20:20

Re: Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

Beitrag von Fabrizio » Fr 24. Mär 2017, 21:50

Zuerst überlegte Fabrizio ob er darauf bestehen sollte, dass seine Leibwächter mitkämen. Aber nach dem bereits odffensichtlich gewordenen Zögern überlegte er es sich anders und kam einfach kommentarlos und unbegleitet mit hinein in die Höhle des Löwen.
In so einer Situation wären sie ihm hier drinnen auch keine große Hilfe gegen die zu erwartende Übermacht, draußen hingegen könnten sie unter Umständen entkommen und berichten.

Bisher war es das Risiko wert, neugierig konnte der Lasombra nun das innere der Festung begutachten. Solche schicken neuen Trainingsanlagen hatte er zuletzt bei Antigonos und seiner Miliz gesehen. Hatten ihm auch nicht viel genützt.

Der Festsaal war dann höchst interessant. Dies also war die ominöse Tafelrunde? Ungeweihte Kreuze und irgendeine Ikone, die er nicht zuordnen konnte. Komischer runder Tisch, hatte irgendwie etwas okkultes.
Fabrizio lächelte. Eine brauchbare Idee.

Nachdem sie sich gesetzt hatten hörte Fabrizio schließlich recht interessiert zu.

"Aber das hört sich doch hervorragend an. Wenn ihr wirklich das Geheimnis lüften konntet um den Kainiten hinter dem Kult der Jagd, dann können wir uns gerne im Anschluß an den Fall des Seneschalls machen. - Also, ich höre gespannt auf euren Bericht."

Benutzeravatar
Gaius Marcellus
Salubri
Beiträge: 1317
Registriert: Mo 29. Aug 2016, 23:46

Re: Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

Beitrag von Gaius Marcellus » Fr 24. Mär 2017, 22:07

Gaius nickte "Ich werde euch nicht das Geheimnis der Jagd offenbaren. Aber ich würde euch gerne auf eine Jagd begleiten... dann könnt ihr es selbst tun." Lächelte er vielsagend.

"Ich habe mich den Mysterien der Jagd gestellt und sie ergründet. Es gibt einen Kainiten hinter den Mariae, er ist ein furchtbarer Krieger." Dabei lächelte Gaius irgendwie... hämisch, oder stolz? Wie es um die Kampffähigkeiten des Salubri bestellt war, war bisher nie öffentlich geworden.
"Er folgt dem Weg der Jagd, diesen Preist der Kult und auf diesen führen sie jene, die offen dafür sind.
Eure Vermutung, dass es sich beim christlichen Ornat nicht um einen klassischen Orden handelt ist also ganz richtig... ihre Lehren sind nicht sehr christlich. Sie sind aber auch nicht heidnisch. Sie vertreten nicht den jungfräulichen Aspekt der Diana, sie ähneln nicht den Furien oder Erynnen der Skyten und Makedonen.
Auch mein guter Freund Brimir wandelt auf jenem Weg."
Da pausierte Gaius.

"In eurer Vermutung sie täuschten ihre christliche Abkunft vor, liegt ihr also richtig. In eurem Gedanken sie seien eine Fortführung eines Kultes aus dem späten 3. Jahrhundert jedoch irrt ihr euch. Die historie dieses Kainiten liegt im Norden. Ich vermute er ist aus dem Frankenreich..." deutete Gaius vielsagend an. "In jedem Fall habe ich... ausgiebig... mit ihm gesprochen, er jagd alles gleichermaßen, Christen, Fremdgläubige, Starke, Schwache. Aber er ist zugleich sehr... gehorsam... beschränkt sich in seiner unfreiwilligen Beute komplett auf das Wort der höchst verehrten Prinzessin, gerade was Kainskinder angeht. Desweiteren ist er erst vor wenigen Jahrzehnten dem Ruf unserer schönen Lande gefolgt." Gaius pausierte erneut.

"Zusammengefasst also ist es ein hoch gefährliches Wesen, aber sehr loyal und... wie man sich eine Geißel vorstellt... aus einer anderen Region hierher gezogen und ohne historische und kulturelle Verbindung. Weder hat es höheres interesse am Christenmord, noch an der Vernichtung von Kainskindern - was wir gut an Melissas Existenz ersehen können. Die Anschuldigungen, unser Kult der Jagd sei eine Fortsetzung uralter italienischer Verschwörer und hochgradig illegal Tätig, sind also nicht zu halten."
Gaius lächelte gefällig. Er hatte sich selbst gefallen, wie er diese Jagd überstanden hatte, welch schrecklichen Kräfte sein Feind hatte und dennoch... wie auch bei Brimir... der Ritter und die weit überlegenen Drachen.
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

Benutzeravatar
Fabrizio
Lasombra
Beiträge: 1053
Registriert: Sa 23. Jan 2016, 20:20

Re: Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

Beitrag von Fabrizio » Sa 25. Mär 2017, 18:22

Der Botschafter hörte angestrengt zu und schien dabei jedes Wort im Geiste zweimal umzudrehen, bevor er dann endlich etwas dazu sagte vergingen noch einige nachdenkliche in die Länge verzerrte Momente.

Fabrizio zählte dann einfach, direkt heraus und überraschend selbstbewusst seine offenbaren Kritikpunkte auf:

"Kein Name, kein Clan, keine Abstammung, nichtmal ein Erzeuger... wenn der Kainit selbst kein jahrhunderte alter Ahn sein sollte, geht wohl keiner davon aus, dass er selbst im dritten Jahrhundert dabei war. Wird sich also in den Jahrhunderten auch ein bischen an den Riten und Auslegungen des Kultes getan haben. Was völlig egal ist, so lange sie den Kern beibehalten haben, und genau danach hört sich eure Erzählung an."
Er legte eine enttäuscht schmollende Pause ein. Hatte er etwa tatsächlich eine beeindruckende Geschichte erwartet?

"Was wir also wirklich neues erfahren haben, ist nur: Es scheint sich um einen männlichen Kainiten zu handeln, der einer nach norden versprengten Splittergruppe des Kultes entstammt. Vielleicht mit konkreten Wurzeln im Frankenland."
Knapp und konzentriert leckte er sich trocken über die Lippen.

"Gut zu wissen, dass er über die letzten Jahrzehnte loyal war und hier vor Ort in keine illegalen Tätigkeiten verstrickt war, wie ihr sagt. Das Wesen des Kultes der Jagd habt ihr längst nicht widerlegt damit, sondern eher bestätigt indem ihr den Zusammenhang mit Brimirs Weg der Jagd ein weiteres mal beschreibt. - Ich fasse also nochmal zusammen, worum es hier geht: Wir nehmen an, dass dieser Kainit in seiner Heimat schwere Traditionsbrüche begangen hat, weswegen er sich hier vor der vermutlich tödlichen Blutjagd im Exil versteckt. Seine Loyalität ist entsprechend billig gekauft."
Diese abwertenden Worte wurden untermalt von einer ebenso abwertenden Mimik. Inzwischen schien ihn dieser Kult der Jagd persönlich anzuekeln.

Benutzeravatar
Gaius Marcellus
Salubri
Beiträge: 1317
Registriert: Mo 29. Aug 2016, 23:46

Re: Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 25. Mär 2017, 18:47

Gaius schüttelte den Kopf. "Ihr kennt die Herkunft unserer Prinzessin doch ebenso gut wie ich... Blutjagden aus dem Reich ihrer höchst verehrten Ahnenlinie werden hier verfolgt." Dabei lächelte Gaius verschwörerisch, als habe er eine Ahnung, dürfe oder könne sie nicht teilen, wäre aber dennoch erfreut darüber. Von der Unschuld des Jägers schien er dennoch ehrlich überzeugt.

"Desweiteren wäre eine Ermittlung von Traditionsbrüchen in anderen Domänen weder Aufgabe, noch Recht der Liktoren von Genua." Betonte der Liktor mit einer langsamen wegwischenden Geste.

"Für diese Domäne hier jedoch ist klar, dass außer den gejagten Assamiten bisher keine Kainskinder in Genua durch die Geißel vernichtet wurden.
Ob ihr Kult dies in der Vergangenheit und anderen Orten getan hat, ist irrelevant für unsere Gegenwart, meine Recherchen haben aber - anders als ihr eben geschlussfolgert habt - eine historische Verwandtschaft zum Diokletianschen Kult für unwahrscheinlich ergeben... eine Verwandtschaft zur religiösen Richtung des Nordens ist wahrscheinlicher. In früheren Zeiten betete dieser Kult statt Hubertus womöglich Wotan oder Ullr an... Germanische Götter. Anders als im Kult den ihr beschriebt war der Aspekt des Kriegers im hiesigen Kult der Jagd ebenso relevant... und dieser Aspekt ist keiner der hellenistischen Jagdgötzen, sondern der Germanischen... wo Jägertum und Jarltum oft Hand in Hand wandert."

"Aber in der Tat ist euch Status und Clan gezielt nicht mitgeteilt worden, Botschafter. Diese Details sind für die Anschuldigungen nicht von Belang, wären es höchstens wenn es um die Berechnung von Kriegsfähigkeit geht..." Dabei funkelte er den Piraten scharf an, als frage er, ob er als Botschafter auch noch Spion sei... wobei er sich dies wohl kaum fragte, es eher zeigen wollte?
"Vor allem aber bleiben sie geschützt, da der betreffende Kainit wünscht, dass dieses Geheimnis gewahrt bleibt. Wissen, dass man sich verdienen muss. Und da er sich nichts hat zu Schulden kommen lassen hat... gibt es keinen Grund gegen diesen Wunsch Einspruch zu erheben."
Wenn der Pirat gedacht hatte, Gaius würde rasch und einfach zum Doppelagenten für den verhassten Lasombraahnen werden, hatte er sich geschnitten... bitterlich dachte Gaius an das letzte Mal, als der Ahn ihn indirekt ausgenutzt hatte. Weiter würde dies nicht stattfinden.
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

Benutzeravatar
Fabrizio
Lasombra
Beiträge: 1053
Registriert: Sa 23. Jan 2016, 20:20

Re: Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

Beitrag von Fabrizio » Sa 25. Mär 2017, 19:57

Der Pirat hörte sich den Vortrag mit steigender langeweile an, schien zwischendurch sogar deutlich genervt.

"Schon wieder redet ihr viel und sagt wenig. - Und das was ihr sagt ist infam."
Der Lasombra verzog das Gesicht.

"Euch ist also egal, ob der Kainit vor seiner Ankunft hier schwere Traditionsbrüche begangen hat. Um nichts anderes aber geht es hier in diesen Ermittlungen, werter Liktor. Es geht für euch darum handfest zu widerlegen, dass auch nur einer der sechs Beschuldigten ein Traditionsbrecher ist. Dies ist der Auftrag, wie ich euch in aller Deutlichkeit erinnern muss. Nur darum geht es bei jener Wette, die wir zu prüfen haben."
Fabrizio trommelte langsam mit den Fingern auf dem Holz der schweren Tischplatte.

"Ohne Namen und Clan, keine Überprüfung eures Ergebnisses, ergo kein Beweis der Unschuld. - Wir drehen uns im Kreis."
Und den Kreis zog der Lasombra mit kratzendem Fingernagel auf die Tischplatte.

Benutzeravatar
Gaius Marcellus
Salubri
Beiträge: 1317
Registriert: Mo 29. Aug 2016, 23:46

Re: Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

Beitrag von Gaius Marcellus » So 26. Mär 2017, 16:06

Gaius schüttelte den Kopf. Blickte ernst.

"Ich werde nicht das ganze Unleben eines verehrten alten Kainskindes über die halbe Welt verfolgen und jeden Moment seiner Existenz auf Gesetzestreue überprüfen und jenes dann auch noch belegen. Und das wisst ihr auch." Kurz zögerte er, schüttelte den Kopf noch einmal schneller... aber anders diesmal.

"Ich habe eure Anschuldigung - er sei Nachfolger eines alten römischen Kultes - widerlegt. Ich habe seine Tätigkeit seit er in der Domäne, also meiner Jurisdiktion, ist, erforscht.
Es ist in der Logik der dinge, dass das nicht-Begehen einer nicht konkretisierten Tat nicht belegt werden kann... Es gibt keinerlei Hinweise. Das ist was ich als Gesetzeshüter wissen muss.

Wenn ihr mehr wollt, müsst ihr konkrete Anschuldigungen nennen... ein Kainskind, dass er angeblich vernichtet hat, beispielsweise.

Aber in die andere Richtung ist dies alles, was für eine Ermittlung getan werden kann. Und das ist euch so klar wie mir. Um eure juristischen Streitereien, wann die Wette erfüllt ist und wann nicht, schere ich mich nicht... dies ist Sache unserer höchst verehrten Ahnen. Ich gewähre euch lediglich Einsicht in unsere Fortschritte und beziehe weitere Anschuldigungen zur Untersuchung." Auch hier winkte Gaius ab. Der Spaß schien auch ihm gerade vergangen.

"Ich will, dass ihr seht, dass ergründet ist, was ergründet werden kann. Dass ihr die Informationen die relevant sind erhalten habt. Dass ihr keine Kriegsrelevanten Informationen von mir erfahren werdet und dass es nun an der Zeit ist, die Untersuchungen auf andere Kainskinder auszudehnen..."
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

Benutzeravatar
Fabrizio
Lasombra
Beiträge: 1053
Registriert: Sa 23. Jan 2016, 20:20

Re: Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

Beitrag von Fabrizio » So 26. Mär 2017, 18:36

Fabrizio rief sich nun wohl selbst zur Ruhe und überlegte eine Weile. Denn so käme er hier nicht weiter.
Nach langen schweigenden Momenten setzte er neu an. Diesmal wieder deutlich nüchterner.

"Ihr habt recht, das kann niemand von euch erwarten. Es geht auch nur um Blutjagdten von aktuellem Interesse. Blutjagdten von amtierenden Prinzen die gerade jetzt nach gerade diesem Kainiten und im Sinne unser aller Traditionen fahnden lassen. Wir benötigen nur seinen Namen und seinen Clan, eben das mindeste was ein ehrenwerter traditonsfürchtiger Kainit einem anderen mitteilt so er diesen das erste mal trifft, wie wir alle wissen."
Kurz seufzte er.

"Die See der Schatten hat dann genug Einfluss, um selbst zu überprüfen ob nun eine Blutjagd vorliegt oder eben nicht."
Dann schließlich zögerte er erneut kurz.

"Eure Anspielungen über die Kriegswichtigkeit von Informationen... erschreckt mich. Sollte ich das wirklich so weiterleiten, könnte man auf Sizilien leicht zu der Annahme gelangen, Genua bereite einen Präventivschlag gegen die See der Schatten vor. Wasser auf die Mühlen jener, die einen Krieg möchten, den wir eigentlich zu vermeiden suchen. Sonst hätten wir uns kaum mit dieser Wette zufrieden gegeben, sondern direkt einen Überraschungsschlag geführt."
Der blick war dezent fragend, das weitere lag wohl in Gaius Verantwortung.

Benutzeravatar
Gaius Marcellus
Salubri
Beiträge: 1317
Registriert: Mo 29. Aug 2016, 23:46

Re: Anserinae Sancti Martini [Gaius, Fabrizio]

Beitrag von Gaius Marcellus » So 26. Mär 2017, 19:20

Gaius hatte tief durchgeatmet. Sich dann gefangen und sogar genickt.

"Ihr seht euch also wirklich als Teil Siziliens, als "wir"... Bedauerlich. Ich hatte gehofft, ihr habt euren Dienst nur aus Not angetreten, um einer misslichen Lage zu entrinnen..." Das Provozierende war aus seinem Blick und seinem Ton verschwunden, er wirkte enttäuscht. Enttäuscht, aber auch friedlicher.

"Wie ihr bereits wisst weilt der Kult auch länger bereits in der Domäne, als diese Spannungen so greifbar sind... er ist erst durch größere Erfolge jüngst so sichtbar geworden, mit einem Präventiv-Schlag hat dies also wenig zu tun...
Aber politische Gespräche, wer einen Schlag wo vorbereitet, übersteigen meine Kompetenz, werter Botschafter. Ich weiß nur, dass ich es vermeiden werde, Krieg auszulösen." Fügte er diesmal sogar mit Höflichkeitsform an. Dann nickt er und lächelte zum Schluss, als sei es nicht selbstverständlich, dass er dies nicht vorhatte... nunja, vielleicht war es auch wirklich nicht selbstverständlich.

"Aber gut, ich werde erfragen, ob die weitergabe von Name und Clan akzeptabel ist, selbst die Information einholen ob in weiteren relevanten Domänen eine Blutjagd ausgestellt ist und dann habt ihr was ihr braucht um letztere Information selbst zu bestätigen? Und wenn ihr keine Blutjagd... aus der Zeit vor Genua... findet. Dann seht auch ihr, dass nichts weiteres den Verdacht erhärtet und er gilt als gelöst?" Gaius stellte die Frage offen in den Raum.
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

Gesperrt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste