Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

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Matteo
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Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Matteo » Fr 17. Feb 2017, 09:34

Die Wächter der Stille hatten sich versammelt, die weißen Mäntel ihres Amtes tragend schritten sie durch Domus, folgten Brimir der schon einmal hier gewesen war zu jener Scheune die sowohl zu Clavicula als auch Domus gehören könnte. Die Nacht war klar und das fahle Licht des Vollmonds schimmerte in dem Pfützen die der tagsüber gefallene Regen hinterlassen hatte.

Matteo war, wie die anderen Liktoren vermutlich auch, bewaffnet, trug sein leichtes Schwert und einen zierlichen Dolch. Unter seinem weißen Liktorenmantel blitzte schimmernd-schwarz sein übliches Gewand, jedoch keine Rüstung. Seine gemessenen, zielgerichteten, sicheren Schritte legten nahe, dass auch der Toreador inzwischen wusste wo genau das Kind Godeocs zu finden war. Er selbst war nach dem Äußeren zu urteilen sicher noch die am wenigsten grimmig-kriegerisch erscheinende Gestalt, der Gruppe der Liktoren würde sich wohl kein nächtlicher Räuber entgegenstellen und auch Bettler würden eher ausweichen als sie zu belästigen.
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Gaius Marcellus
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Gaius Marcellus » Fr 17. Feb 2017, 10:50

Auch Gaius war alleine, ausnahmsweise. Er trug seinen weißen Mantel mit Freude, der Anblick mit den drei weiteren Liktoren schien ihm zu gefallen, so ungewöhnlich und eindrucksvoll. Seine Rüstung und Bewaffnung war dennoch gut zu ersehen. Er hatte den Nosferatu noch nie gesehen, auch dessen Erzeuger nur am Hofe, war entsprechend gespannt, was für grässliche Wunder die Unterwelt dieser Stadt zu bieten hatte...
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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Titus
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Titus » Fr 17. Feb 2017, 11:22

Titus hoffte an diesem Abend darauf, dass es nicht zu körperlichen Auseinandersetzungen kommen würde, trotzdem, und weil er aus dem Vorfall mit Melissa gelernt hat, wie schnell harmlose Konversationen eskaliert sind, hatte er seine Jagd in dieser Nacht ein wenig ausgeweitet, um im Ernstfall genug Blut zur Verfügung zu haben.

Titus war vielleicht der düsterste von allen vieren. Der weiße Mantel hatte unheimlicherweise beinahe die selbe Farbe wie, die Haut seines Gesichtes. Wäre Titus Haupt nicht unter der weiten Kapuze des Mantels verborgen, wäre das auch gut zu sehen. Er trug seine Kettenrüstung über einem schwarzen Gambeson. Seine Füße steckten in stabilen ledernen Stiefel. Handschuhe und grobe dunkle Wollkleidung bedeckte den restlichen Körper. Sein großes Schwert hatte er auf den Rücken geschnallt.

Er verbrachte den Weg überwiegend schweigend, hatte die Umgebung sehr aufmerksam im Auge, je weiter sie sich Clavicula näherten.

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Brimir
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Brimir » Fr 17. Feb 2017, 23:16

Angekündigt hatte Brimir die Liktoren. Persönlich war er nicht erschienen, aber ein Rabe hatte die Botschaft überbracht, sich dabei im Gebälk der Scheune vor der Katzen versteckt. Und heute kam er mit den drei Anderen, führte die Meute an, die dort in weißen Gewändern erschien. Und vielleicht war Titus der Düsterste von ihnen, weil sich seine Gesichtfarbe fast dem Stoff des Umganges angenährt hatte. Aber vielleicht war es auch der andere Krieger, der dort mit einer tiefen Kapuze und gesenkten Blick voranschritt, um das gezeichnete Gesicht nicht offen zu zeigen. Und an Waffen trug er auch nur das Handbeil, dass dort am Rücken unter dem Umhang verborgen war. Ansonsten zierte nur eine dunkle Tunike und eine braune Hose den Gangrel.

Brimir führte die Gruppe an, wieß ihnen den Weg zu dem kleinen Fleckchen Land, dass der äußerste Nordzipfel Claviculas war...oder der Südlichste den Domus hatte. Wie eine Insel lag der Wohnblock auf der Straße die die beiden Sestieris eigentlich trennte - und die nach dem gut ein Dutzend Gebäuden wieder zusammenführte.

Der enge Baustil Claviculas spiegelte sich noch in den Häusern wieder, die enorm dicht standen, mit Eingängen und Ausgängen in alle Richtungen. Nur in die Mitte der kleinen Gruppe Häuser schien man nur zu gelangen wenn man es wirklich drauf anlegte. Nicht das dort etwas von Wert warten würde. Nur ein einzelner, hässlicher, hölzerner Schuppen der schon lange nicht mehr für die Schweine genutzt wurde für die er gebaut worden war. Vielleicht nutzte man ihn heute als Abstellkammer. Vielleicht aber auch gar nicht mehr.

Jener Rabe war es auch, der auf Brimirs Schulter saß und kurz bevor sie den Schuppen erreichten auch schon wieder in die Luft stieg, um von ihrer Ankunft zu berichten
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Il Canzoniere
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Il Canzoniere » So 19. Feb 2017, 23:08

Der schmale Zugang, der völlig im Widerspruch zu dem Bewohner des Ortes stand, war nur von einer Person nach der anderen zu benutzen. Das Holz war von beiden Seiten tief im Boden vergraben, als ob ein kompletter Meter des Gebäudes im Laufe der Jahre in zu Erde gewordenen Unrat vergraben war. Das sie das letzte Mal komplett geöffnet worden war musste Jahrzehnte her sein.

Die völlige Abwesenheit von Licht die drinnen auf sie lauerte, mochte eine Gnade sein, sollte sich die Optik des Inneren der Scheune an dessen Geruch orientieren: es stank nicht einfach nur, nein das Miasma aus Tod, verrottenden Materialien, Blut, Vitae, Eiter und nässenden Wunden, Krankheit und Exkrementen die sich seit Jahren in der unbelüfteten Scheune staute, mochte sogar die Untoten würgen lassen. Wie mochte es nur all den Katzen, mit ihrem feinen Näschen, ergehen und welche dunkle Kraft zog sie immer wieder zurück an diesen Ort? Es mussten Dutzendende, Hunderte von ihnen sein, die Kleintiere hineintrugen um das Etwas, welches hier im Dunkeln lauerte, damit zu füttern. Eine eigenartige Rastlosigkeit, die sich auch nicht von gleich vier eintreffenden Liktoren beeindrucken ließ, herrschte vor. Unentwegt strömten Tiere hinein und hinaus. Miauten ärgerlich als der Ameisenpfad, den sie hinein und hinaus bildeten, von vier weiteren Kreaturen der Nacht die es in die Finsternis zog, durchbrochen wurde.

Neben dem fauchen und schnurren, miauen und jammern, gurgeln und kreischen gab es aber noch ein weiteres Geräusch. Ein schlurfen, als ob jemand eine wirklich riesiges Stück Fleisch über den Erdboden schleifen würde.
Es gluggerte. Als ob jemand einen Schlauch in ein Fass gießen würde. "Brimir. Schön dich zu sehen. Hast sogar Besucher mitgebracht.... willkommen. Liktoren. Mein Name ist Il Ghiotto. Neugeborener des Clans der Verborgenen. Ich freue mich über euren Besuch. Was führt euch denn alle auf einmal hierher?"
Zwischen den freundlichen Worten wucherte eine Komposition aus faulen Eiern, Unrat, Mundgeruch, Katzenräude und Abfall hinüber und deckte sie ein wie eine Wolke aus Sporen. Ganz sicher mussten sie diese Kleidung verbrennen, sollten sie nicht ewig nach diesem Ort hier riechen wollen.

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Brimir
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Brimir » Mo 20. Feb 2017, 11:09

Er hasste diesen Geruch, der in seine feine Nase kroch und konnte diesbezüglich mit den Katzen mithalten. Und was Brimir noch mehr hasste war in der absoluten Dunkelheit verborgen. Es war nicht Il Ghiotto als solches, viel mehr sein Anblick. Doch für ein vollständiges Bild der Befragung war es sicher absolut umunstößlich, dass jemand seine Regungen wahr nahm. Und so erschienen zwei rot glühende Augen in der Schwärze, dort wo der Gangrel stehen musste.

"Il Ghiotto... es ist mir eine Freude. Ich weiß nicht, ob ihr miteinander bereits das Vergnügen hattet... deshalb darf ich vorstellen:

Matteo Floravante di Ventura, Neugeborener des Clans Toreador, Ältester seines Blutes zu Genua, Senator unter dem Monde zu Ravecca, Liktor der Domäne, Kind von Lukrezia Neroni

Titus, Neugeborener vom Clan des Kappadozius, Liktor der Domäne, Kind von Gaius, Ahnherr vom Clan des Kappadozius

und nicht zuletzt Gaius Marcellus von Genua, Neugeborener des Clans Saulubri, Liktor der Domäne, Kind des Matthias von Bath, Ahn"

Es folgte eine kurze Pause, in der Brimir zu den Drei Liktoren schaute, ehe er den Blick wieder nach vorne richtete.

"Wir sind in offiziellen Ermittlungen hier und hätten ein paar Fragen an dich. Nicht mehr." ... aber auch nicht weniger.
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Titus
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Titus » Mi 22. Feb 2017, 10:09

Titus fühlte sich in dieser absoluten Finsternis unwohl, der Körper spannte sich an...und durch den Gestank weigerte er sich diese verpestete Luft einzuatmen. Er versuchte die Geräusche zu lokalisieren und den Nosferatu zumindest in der Richtung auszumachen, aus der er seine Stimme vermutete und drehte sich in diese Richtung. Sagen würde er zunächst nichts und wartete die Reaktion des "Gastgebers" ab.

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Matteo
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Matteo » Mi 22. Feb 2017, 12:45

Matteo bemühte seine Kräfte des Blutes und schärfte Gehöhr und Gesichtssinn über das natürliche Maß hinaus. Sollte er auch nicht viel sehen können würde sein Gehöhr ihm doch eine gewisse Orientierung ermöglichen. Ansonsten tat er es Titus gleich und wartete, in die Fisternis lauschend und spähend, auf Il Ghiotto.

Auspex 1
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Gaius Marcellus
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 22. Feb 2017, 15:20

Auch Gaius stand gespannt und wartend da, er hätte Fabrizio doch mitnehmen können, noch dunkler hätte der die Situation kaum machen können. Hach nunja, immerhin einen neuen Nachbarn kennen gelernt...
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Il Canzoniere
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Il Canzoniere » Di 28. Feb 2017, 15:05

Für den gräflichen der beiden Sehenden wurden schemenhafte Konturen sichtbar als der schmale Lichtstreifen mit schwachem Sternenlicht in seinem Rücken die Umgebung erhellte. Dennoch konnte er kaum etwas sehen. Besser half hier der Glanz der roten Augen dessen urtümliche Kraft die Dunkelheit durchschnitt. Die roten Augen des Gangrels waren so deutlich das Matteo auch den Rest seines Gesichts in rötlichem Schimmer getaucht erkennen konnte.

Katzen bewegten sich im Dunkeln. Die die man nicht sehen konnte hörte man. Knochen von Kleintieren, Vögeln und anderen Tieren lagen auf dem Boden. Jeder Schritt eines der vier knirschte. Asseln und Schaben, solche die abgebrüht genug waren der kainitischen Präsenz des Ortes nicht in Terror entfliehen, krabbelten umher um die seltenen Reste der blankpolierten Knochen zu fressen - und um ihrerseits von den zahlreichen Katzen verschlungen zu werden. Von diesen blickten welche von oben auf sie herab und von unten hinauf. Sie saßen in halb verfallenen Kisten am Rande des Stalls und in einer Mulde im hinteren Bereich - eine Mulde die der Nosferatu allein durch seine eigene Gestalt geschaffen haben könnte.

Sie fauchten und miauten als gleich vier fremde Kainskinder ihren Versammlungspunkt betraten.

Irritierender war dagegen das schaben von nacktem Fleisch über schmutzigen Boden. Jenes das hier und dort gleichzeitig war. Als ob sich etwas sehr großes, sehr schweres bewegen würde das auch rechts von Gaius und links von Titus noch weiter in die Dunkelheit ragte.

Die grollende Stimme erklang erneut, begleitet von einem üblen Aufstoßen und einem neuen, abartigen Geruch, der sich zu dem ohnehin bereits anwesenden Miasma der Szenerie hinzugesellte: "Matteo Floravante di Ventura, Titus, Gaius Marcellus... es ist mir eine Ehre euch kennen zu lernen. " ein Geräusch ertönte wie wenn Leder auf Leder schmirgelte.

"Offizielle Ermittlungen sagst du? Ich helfe euch gerne weiter. Der Kurs ist jedoch der gleiche wie immer. Clan Nosferatu nimmt von jedem den gleichen Kurs. Von Prinzen und Bettlern. Von Hunden und Zauberern. Von Monstern und Heiligen. Jede zufriedenstellende Antwort kostet eine zufriedenstellende Antwort." er sprach diese Worte wie eine heilige Botschaft. Wie etwas das das einzige sein mochte weshalb sein Clan im Schatten lebte und dennoch regelmäßig die Fürsten der Welt in seinen widerlichen Absteigen begrüßen durfte.

"Wer von euch fragt also? Und wer zahlt?" ein interessierter Unterton lag in der Dunkelheit. Und jeder von ihnen hatte einen Moment den Eindruck als ob jemand ihn anstarre würde. Jemand anderes als die unzähligen Katzen die sie so lautstark umringten.

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