[1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Amalia
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Re: [1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Amalia » Mo 16. Apr 2018, 15:10

Dario strahlte, er hatte seinen Auftrag gut ausgeführt, hatte der Ravnos nicht nur die Botschaft überbracht, sondern sie sogar gleich noch mitgebracht. Er hatte gute Arbeit geleistet und würde bestimmt belohnt werden. Seine Freude war ihm deutlich anzusehen.

“Das sind wundervolle Neuigkeiten Herrin … wollen wir dann aufbrechen? Ihr wisst ja der Weg ist etwas länger“

Den Krug, hatte der trinkfeste Priester mit einem letzten Zug gelehrt und nach einem erneuten Hicksen wurde er doch etwas rötlicher, mehr würde er nicht trinken … zumindest nicht hier.
"Ich kann deine Angst fühlen Mensch. Sie ist spürbar gegenwärtig. Ich kann mit den Fingern darüberstreichen und ihr krankes Aroma schmecken. Ist dieses Entsetzen Nährboden für Hass, dann lass mich daran laben und dich dabei völlig auslöschen."

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Re: [1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Sousanna » Mo 16. Apr 2018, 15:19

Reh und Hund tauschten einen amüsierten Blick.
Dann aber neigte sie leicht den Kopf und eine Falte bildete sich zwischen ihren Brauen. "Ihr habt Recht, der Weg ist weit - ich würde nicht mehr nach Hause kommen, wenn ich jetzt erst losgehe... Wir müssen uns etwas anderes überlegen."
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Re: [1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Amalia » Mo 16. Apr 2018, 16:32

Die Augen des Dieners wurden größer, würde er doch nicht siegreich zurückkommen, würde er doch versagen? Man sah ihm an, dass er nach den passenden Worten suchte jedoch entfielen sie ihm immer und immer wieder.

“Herrin … wie ihr wisst steht euch unser Heim immer frei, wir finden auch zur Not ein Haus für euch, wenn ihr so wünscht …“

Die Worte waren abgehackt, Verwirrung strafte den alten Geist des Pfaffen
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Re: [1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Sousanna » Mo 16. Apr 2018, 16:53

Sousanna lächelte den Ghul versöhnlich an. Spielte sie nur ihr kleines Spiel mit ihm? Es konnte nicht sein. Der Priester hatte noch nie eine sadistische Regung an der Ravnos beobachten können. Ihr Schläger natürlich hätte dazu einige Geschichten zum Besten geben können, aber er schien bedeutend lieber noch etwas Wein zu trinken.

"Ach, Dario, Amalia ist zu gut für die Welt. Dann komm ich aber natürlich gern mit.", versprach sie und erhob sich, ehe sie Tiziano noch einmal anstrahlte, um ihn mit einem zauberhaften Lächeln zu bitten: "Begleitest du mich auf diesen Spaziergang, mein Schatz?" Er hätte gar nicht erklären müssen, dass er ihr überallhin folgen würden, allein sein Strahlen und das Aufspringen waren Zeichen genug.
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Re: [1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Amalia » Mo 16. Apr 2018, 17:16

Erleichtert atmete der Priester auf, ob mit ihm gespielt wurde? War er nicht eines jeden Spielball? War er nicht der Prügelknabe, der Diener, der Sklave? Eine erneute Verneigung wurde getätigt, ehe er sich erhob und der Dame des Hauses die Tür aufhielt.

Es dauerte eine Weile, und während das Trio schlenderte blickte der Priester immer wieder zu der Ravnos ehe er sich traute das Wort an sie zu richten.

“Seid ihr denn froh, dass langsam alles wieder beim Alten ist Herrin?“

Der Priester fragte zögerlich, als würde er es nicht wagen wollen die mächtige Frau zu erzürnen
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Re: [1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Sousanna » Mo 16. Apr 2018, 17:36

Wie eine Dame am Hofe knickste die Schöne vor dem Diener ihrer Freundin. Selbst wenn sie wohl hin und wieder zu ihren eigenwilligen Späßen neigte, schien es ihr eben so viel Freude zu bereiten, selbst Ghulen Freundlichkeit entgegenzubringen, so sie ihr halbwegs sympathisch schienen.

Auch die Frage wurde mit einem freundlichen Lächeln beantwortet, doch dann zeigte sich ein sehr trauriger Ausdruck in ihren anmutigen Zügen. Für einen Moment wirkte sie verloren in der großen, weiten Welt und erst da ihr ewiger Begleiter beschützend den Arm um ihre Schultern legte, gab die Byzantinerin: "In meiner Welt, ist wenig beim Alten. Ich habe meinen Verlobten verloren, ein Schwert hängt an einem Pferdehaar über meinem Haupt und gleichzeitig lässt man mir Macht und Ehre ohnegleichen zuteil werden..." Ein schweres Seufzen hob und senkte ihre Brust, ehe sie sich zu einem Lächeln zwang. "Aber ich kann nicht klagen, denke ich."
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Re: [1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Amalia » Mo 16. Apr 2018, 17:47

Dario nickte, er hatte erstanden und guckte etwas missmutig drein. Er hatte keine weiteren Fragen Priester doch wieder seine Stimme.

“Amalia wird sich freuen euch zu sehen … sie müsste in dem Zuber zu finden sein, ihr könnt bestimmt schon zu ihr gehen, ich werde etwas zu trinken besorgen … Tiziano mein Bester, möchtest du nicht zur Taverne gehen? Ich komme sofort nach“

Der Priester lachte freundlich, warum sollten nur die hohen Herren ihre Freude haben? Warum sollten nicht auch die Diener sich vergnügen?
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Re: [1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Sousanna » Mo 16. Apr 2018, 21:23

Die Hehlerin nickte leicht und würde sich mit einem zufriedenen Lächeln dorthin begeben, nachdem sie Tiziano erlaubt hatte, sich mit dem Priester zu amüsieren.
Vor besagter Tür würde sie sacht klopfen.
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Re: [1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Amalia » Mo 16. Apr 2018, 21:35

Als die Ravnos sich der Tür näherte war das Schluchzen bereits zu hören, es klang schauderhaft, fast so, als hätte man alles Leid, jede Verzweiflung und jede Agonie eingesperrt in einen kleinen Raum. Lange Zeit war nichts zu hören außer die Klagelaute einer jungen Frau, welche plötzlich innehielten um zaghaft der Person zu antworten, welche da vor der Tür stand.

“Komm herein Dario, konntest du sie erreichen?“

Da war es wieder, das Schluchzen, das Weinen, die Pein.
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Re: [1007] Zweigesicht und Krallenvogel [Sousanna/Amalia]

Beitrag von Sousanna » Mo 16. Apr 2018, 21:45

Sousanna stockte. Sie hätte von jedem anderen einen solchen Zusammenbruch erwartet, doch gewiss nicht von dieser Rächerin der Frauen und Weisen. Einen Augenblick lang zögerte sie, ehe sie doch vorsichtig eintrat.
"Amalia ... ist alles in Ordnung?", fragte sie sacht und würde vorsichtig an der Tür abwarten, für den Fall, dass die Albanerin sie doch nicht in ihrer Nähe haben wollte.
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