[1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

Moderatoren: Toma Ianos Navodeanu, Acacia

Benutzeravatar
Alain le Beau
Tzimisce
Beiträge: 123
Registriert: Mi 28. Feb 2018, 00:39

[1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Beitrag von Alain le Beau » Sa 7. Apr 2018, 22:13

Es klopft. Dreimal. An die Tür des wunderschäbigen Etablissements, in dem sich Sousanna ihren kleinen byzantinischen Schrein der Lust errichtet hat. Dann tritt Alain ist das Gasthaus ein, wie immer in edle Gewänder gekleidet, wie meist mit einem gewinnenden Lächeln auf dem Gesicht. Sein Blick fährt über all den wunderbaren Abschaum, der sich im Inneren breitgemacht hat. Die schäbigste Seite der Menschheit ist stets ein Quell der Freude für den Tzimisce. So viel Potential zur Sünde, so viele niedere Instinkte. Ganz exzellent.

Alain schreitet zum Tresen und schlägt mit der Hand darauf, ganz so, als sei die feine Kleidung nur Fassade, unter der sich ein dreckiger Halunke erster Güte verbirgt. "Wirt", ruft er. "Ein Glas von eurem..." Sein Blick fährt über die schlecht geflickten Wände, den Unrat auf dem Boden und das hässliche Gesicht des Mannes "...Besten?" Es klingt zweifelnd. Und dennoch hoffnungsfroh, denn Alain ist ein Optimist. Zumindest, was Spirituosen angeht. Er reibt sich die Hände in freudiger Erwartung, während er sich erneut dem Raum zuwendet und strahlend weiße Zähne zeigt.

"Oh," sagt er dann, in keine besondere Richtung sprechend. "Meldet Sousanna, dass Alain hier ist." Strahlend weiße Zähne. "Bitte."
Love the Sinner. Love the Sin.

Benutzeravatar
Sousanna
Ravnos
Beiträge: 1990
Registriert: Mo 14. Nov 2016, 21:12

Re: [1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » So 8. Apr 2018, 13:47

Es war wohl zu erwarten gewesen, dass niemand herein rief. Derartige Manieren hatte man im Alla Murra schon lange hinter sich gelassen. Solange man nicht wieder mit brennenden Pfeilen hier hineinmarschierte, war jeder gleich willkommen oder nicht willkommen. Pack unterschied nicht zwischen Pack, das zu klopfen wusste und solchem, das es nicht wusste.

Wieder blieben die Blicke, die den Fremden trafen gierig, ja beinahe schon übergriffig. Sogar der Wirt schien einige Augenblicke darüber nachzudenken, ob man den Rotschopf nicht vielleicht nach dem Suff ausrauben könnte. Dann zeigte er ein zahnlückiges Lächeln und nickte. "Alles, was der Herr wünscht.", blieb seine Antwort, ehe er irgendwo nach hinten verschwand. Ob er nun die zweite Bitte zu erfüllen gedachte, blieb allerdings fürs erste offen.
Zunächst einmal bekam er von einer Schankmaid, einem überraschend hübsch aussehenden, jungen Ding noch einen Kelch Wein gebracht, der - noch überraschender, sogar von durchaus annehmbarer Qualität war.

Erst als eine zierliche Gestalt mit breitem Lächeln die Treppe herabgeschwebt kam, konnte Alain vielleicht erahnen, dass der Wirt doch mehr mit der Herrin des Hauses zu tun hatte, als man bei dessen Aussehen erahnen mochte.
Ihr Duft nach den Wundern des Orients drang schon zu ihm hinüber, ehe sie an seinen Tisch getreten war. Dieses Mal schien die Ravnos seiner Kleidung beinahe ebenbürtig. Ihr schwarzes Kleid aus fließenden Stoffen musste mehr gekostet haben, als all der Wein, der hier in einem Jahr ausgeschenkt wurde. Das Haar war kunstvoll geflochten und ihr Lächeln, war das einer Prinzessin auf einem Ball.
Elegant lehnte sie sich zu ihm hin, blickte anmutig zu dem Tzimisce empor. Waren ihre Lider in der Art der byzantinischen Frauen geschwärzt? Oder waren die Augen wirklich so groß, so dunkel? "Wie schön, hier ein freundliches Gesicht zu sehen, mein Lieber", flüsterte sie ihm zu und neigte neckisch das Haupt. "Ist dir so schnell langweilig geworden, hier in Genua?"
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

Benutzeravatar
Alain le Beau
Tzimisce
Beiträge: 123
Registriert: Mi 28. Feb 2018, 00:39

Re: [1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Beitrag von Alain le Beau » So 8. Apr 2018, 17:23

Alain ergreift sanft Sousannas Hand und führt sie zu seinem Mund, wobei er sich leicht verneigt - eine romantische Geste und zugleich eine Respektsbekundung, welche den tumben Trinkern verborgen bleibt. Seine Lippen schweben für einen Moment über der zarten Haut. Dann lässt er die Ravnos mit einem bedauernden Blick los. "Keine Nacht könnte so schön sein, werte Sousanna, dass deine Anwesenheit sie nicht noch schöner machen würde." Alain hebt seinen Weinbecher. "Auf die Schönheit der Frauen und die Mysterien des fernen Byzanz." Er nimmt einen tiefen Schluck und stellt das Gefäß wieder auf den Tresen.

"Vielleicht..." sagt er dann mit einem Augenzwinkern "...sollten wir unsere Unterhaltung in einem privateren Rahmen fortsetzen?"
Love the Sinner. Love the Sin.

Benutzeravatar
Sousanna
Ravnos
Beiträge: 1990
Registriert: Mo 14. Nov 2016, 21:12

Re: [1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » So 8. Apr 2018, 19:09

Ein leises, ruhiges Lächeln umspielte ihre vollen Lippen, ehe auch sie sacht das Haupt neigte. "Und keine Nacht könnte so scheußlich sein, dass sie nicht von dir erhellt wird, werter Alain.", erwiderte sie mit geheimnisvoll funkelnden Augen.
Seinen Trinkspruch quittierte sie mit einem anmutigen Nicken. Sousanna selbst, trank aber nicht. Stattdessen blieb es bei einem: "Und auf die Schönheit dieser Stadt. Möge diese Nacht mindestens eben so schön und verführerisch werden."

Der Bitte dann kam die Ravnos mit einer einladenden Geste nach, ehe sie ihm voran nach oben tänzelte, ihn schließlich in dem altbekannten Raum anzugrinsen. "Also, was kann ich für dich tun?", wollte sie wissen, nachdem sie auf der schlichten Holztruhe Platz genommen hatte.
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

Benutzeravatar
Alain le Beau
Tzimisce
Beiträge: 123
Registriert: Mi 28. Feb 2018, 00:39

Re: [1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Beitrag von Alain le Beau » So 8. Apr 2018, 21:52

"So direkt", sagt Alain mit einem kecken Grinsen. "Das gefällt mir. Wie wäre es mit..." Er tritt näher an sie heran. Und beugt sich vor.

---

"Wie die Karnickel", sagt einer der Patrone kopfschüttelnd, als ein lautes Krachen und Stöhnen aus dem Obergeschoss dringt. Haben gerade etwa die Wände gewackelt? Vielleicht... ein bisschen. Der Wirt hat mit einer geschickten Bewegung eine Flasche aufgefangen, die zu nah am Rand stand. Er zuckt mit den Schultern und stellt sie zurück ins Regal. Staub rieselt von der Decke.

---

Eine ganze Weile später liegt der Tzimisce in Sousannas Schoß und blickt von unten auf ihr Gesicht. "Das war... neu", sagt er und klingt dabei nicht unzufrieden. Im Gegenteil. "Das muss ich mir merken, wenn ich demnächst einem hübschen jungen Mönch begegne." Seine Stimme klingt leise und gedankenverloren. "Natürlich muss ich vorher noch eine oder zwei Demonstrationen mehr bekommen. Oder drei." Alain schließt die Augen. "Oh - und ich brauche Fürsprecher. Beim Prinzen."
Love the Sinner. Love the Sin.

Benutzeravatar
Sousanna
Ravnos
Beiträge: 1990
Registriert: Mo 14. Nov 2016, 21:12

Re: [1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » So 8. Apr 2018, 22:29

Der Kettenhund, der sich eben noch fröhlich betrunken hatte, wirkte mit einem Augenblick sehr unzufrieden. So unzufrieden, dass seine Kumpanen es nicht mehr wagten, sich weiter über sein schlechtes Würfelergebnis lustig zu machen. Er konnte erahnen, dass es mit seinem und diesem Schnösel zu tun hatte. Nach dem letzten Treffen, war sie auch schon so unverschämt gut gelaunt gewesen...

Sousanna unterdessen lehnte sich entspannt zurück und spielte etwas mit dem roten Haar des Tzimiscen. Ihr Lächeln erinnerte an das einer satten und glücklichen Katze, während ein lautloses Lachen ihren Leib sacht vibrieren ließ. "Die sollst du kriegen, wann immer du willst.", schmunzelte sie, ehe sich ihr Gesicht zu einer Schnute verzog.
"Das lässt einen ja beinahe vermuten, du wärst nur darum gekommen.", zeigte sie ihr eindrucksvollstes Schmollen, das aber gewiss nur gespielt war. "Aber ich könnte dir bei dem Problem weiterhelfen, denke ich. Gibt es etwas, das ich noch wissen sollte?" Spielerisch stupste sie an seine Nase.
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

Benutzeravatar
Alain le Beau
Tzimisce
Beiträge: 123
Registriert: Mi 28. Feb 2018, 00:39

Re: [1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Beitrag von Alain le Beau » Mo 9. Apr 2018, 12:30

"Keineswegs, keineswegs", sagt Alain und hebt abwehrend die Hände. "Gekommen bin ich wegen deiner Kunstfertigkeit, wegen deiner Handarbeit, wegen der akrobatischen Verdrehungen. Sogar ziemlich heftig." Er grinst. Dann verschwindet das Grinsen. "Der Gedanke daran, dass ich in nächster Zeit die Kneipen der Stadt nicht besuchen darf, kühlt mich dagegen ziemlich ab. Was für eine unfreundliche Behandlung von Gästen..." er hebt die Hand "...nicht, dass ich den Prinzen kritisieren möchte, ich bin sicher, es ist nötig, aber dennoch..."

Ein Seufzen entringt sich der Brust des Bretonen, als er an all die Vergnügungen denkt, die ihm in der nächsten Zeit verwehrt bleiben.

"Aber", fügt er dann schließlich hinzu "immerhin kann ich mich uneingeschränkt den ländlichen Freuden widmen, hier im Umkreis. Oder muss ich auch dort auf die Befindlichkeiten anderer unserer Art achten?" Der Gedanke scheint ihm gerade erst gekommen zu sein und seine Mundwinkel biegen sich sichtbar nach unten.
Love the Sinner. Love the Sin.

Benutzeravatar
Sousanna
Ravnos
Beiträge: 1990
Registriert: Mo 14. Nov 2016, 21:12

Re: [1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » Mo 9. Apr 2018, 13:23

Sousannas Lippen umspielte ihr altbekanntes Grinsen. Sie mochte eine untote Bestie sein, doch schien es selbst nach mehreren Jahrzehnten immer noch zu genießen, Komplimente zu bekommen.
Dann aber gewann sie wieder ihren Ernst zurück und mit schiefgelegtem Kopf blickte die Ravnos in die Ferne. Auch ihrer Brust entrang sich ein Seufzen. Beinahe als bedauere auch sie die Einschnitte in den Alltag ihres Spielgefährten. "Sieh dich doch um hier in Genua. Es ist eine Stadt voller Barbaren. Gastfreundschaft kannst du hier kaum erwarten.", brummte sie überraschend missmutig und fügte etwas hinzu, das etwas nach "Elendes Pack" klang, aber genau so gut, irgendein griechisches Sprichwort sein mochte.
Ihre Miene wurde sogar noch bitterer, als er von den ländlichen Gegenden sprach. "Da würde ich sogar noch besser aufpassen.", raunte sie. War da sogar Abscheu in ihren funkelnden Augen zu lesen? "Der eine Teil gehört einem grobschlächtigen Gangrel, der andere zwei dieser wandelnden Leichen, die sich dem heiligen Leben verschrieben haben. Die eine ist nur eine Spinnerin, der andere ein Fanatiker mit Schwert."
Sie ließ diese Worte im Raum hängen, ehe sie den Kopf schüttelte. "Ich helfe dir lieber, dass du hier schnell unterkommst.", bestimmte sie schließlich. "Und zumindest hier wirst du immer willkommen sein."
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

Benutzeravatar
Alain le Beau
Tzimisce
Beiträge: 123
Registriert: Mi 28. Feb 2018, 00:39

Re: [1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Beitrag von Alain le Beau » Mo 9. Apr 2018, 15:47

Alain schüttelt traurig den Kopf. "Es ist eine Schande, dass so wenige unserer Art die schönen Dinge des Lebens zu schätzen wissen. Man gibt ihnen Unsterblichkeit - und was machen sie damit? Sie verschwenden sie im Dauergebet, rangeln sich um Ruhm und Ehre, oder rennen in die Wälder, wo sie wie Tiere leben. Ich hörte gar, dass einige von uns versuchen, wieder wie Menschen zu sein. Nun, jedem das seine, aber den Rest nehme ich sehr gerne." Er lacht leise. "Das heißt, ich kann nirgendwo jagen? Ist das eine Prüfung?" Offenbar findet er die Gesamtsituation äußerst absurd.

Dann nickt er ihr zu. "Ich weiß die Hilfe durchaus zu schätzen und mein Dank ist dir gewiss. So wie meine Hilfe in der Zukunft, solltest du sie benötigen." Katzengleich setzt er sich auf und schaut Sousanna an. "Wir Connoisseure müssen zusammenhalten, denke ich." Sein Mund nähert sich ihrem Ohr. "Und wenn du mir gelegentlich etwas zu trinken kredenzt, werde ich noch dankbarer sein. Warte, ich zeige es dir..."

---

"Schon wieder?" Der Trinker am Tresen schüttelt den Kopf und reibt sich über die Stirn. "Das nenne ich Ausdauer. Wenn das der Bischof wüsste..." Ein anderer lacht. Es klingt wie ein ekelhaftes Husten. "Du bist doch nur neidisch, weil du keinen mehr hochkriegst." "WAS hast du gesagt?" Kurz darauf werden die rhythmischen Laute aus dem Obergeschoss von der chaotischen Kakophonie einer wüsten Schlägerei begleitet, als Stühle auf Rücken landen und Krüge zu Bruch gehen. Der süße Klang der Sünde.

---

Der Tzimisce lächelt selig, während er auf der Bettkante sitzt. "Vielleicht sollten wir uns etwas von den berauschenden Kräutern der Sarazenen kommen lassen, gemeinsam mit einem schönen Jüngling. Oder einer jungen Dame. Oder beiden?" Er streckt sich, der nackte Körper feindefiniert. Einer der vielen Vorteile, die sein Stammbaum mit sich bringt.

"Wer weiß?", sagt er leise. "Vielleicht sehen wir ja einige wundersame Dinge, wenn wir auf den Wolken der Verzückung gleiten. Gemeinsam."
Love the Sinner. Love the Sin.

Benutzeravatar
Sousanna
Ravnos
Beiträge: 1990
Registriert: Mo 14. Nov 2016, 21:12

Re: [1007] Küsst du mich, küss ich dich (Sousanna)

Beitrag von Sousanna » Mo 9. Apr 2018, 16:56

Sousanna schnaubte abfällig. "Noch nicht einmal, wenn man mich zwingen würde, könnte ich mich entscheiden, was ich ekelerregender finde.", stieß sie beinahe schon empört hervor. Ein sehr hässlicher Ausdruck verzog kurz ihr Gesicht und die vollen Lippen kräuselten sich angeekelt. "Gerade diese Menschenfreunde sind hartnäckig. Einen hatte ich mal, dem wollte ich die Schönheit unserer Nächte zeigen... Und was hat dieser Tölpel gemacht? Bei meinem Vater im Blut um meine Hand angehalten und sich an mich geklammert, als wären wir Menschen und als könnte ich seine Kinder austragen."
Scheinbar tiefst beleidigt sah die Schönheit an sich herab, als prüfe sie, ob so ein Leben ihr wohl stünde, ehe sie mit der eingeschnapptesten Miene zwischen hier und Genua Alains Blick suchte. "Als ob ich eine gute Mutter wäre."

Katzengleich schmiegte sie sich dann an den Tzimisce. Faszinierend wie sehr er sich von diesem Scheusal, das sie letztens beinahe getötet hätte, unterschied. Und noch viel faszinierender, wie sie von Schmollen zu einem Ausdruck übergehen konnte. "Dann werden wir uns sicher einig.", raunte sie. Mit einem Lächeln würden auch ihre Lippen sich seinem Körper nähern, ihn aufs Neue zu erkunden und weiter Freuden zu bringen.

--------------------------------------------------

Noch nie hatte es im Alla Murra einen Abend ohne eine anständige Prügelei gegeben und man wartete auch an diesem Abend darauf, so war es kein Wunder, dass sich aus diesem einfachen Satz beinahe alle der Anwesenden in eine beispielslose Kneipenschlägerei stürzten. Irgendwann war sogar der Grund der Keilerei vergessen und dennoch schlug man sich weiter die Köpfe ein.

Schließlich aber sanken alle doch noch wieder zurück auf ihre Plätze. Man lachte und trank wieder gemeinsame. Ein paar der absoluten Verlierer zogen von dannen, um ihre Wunden zu lecken und die anderen begannen mit ihreren "Großtaten" zu prahlen. Die Huren waren zurück gekehrt und der Wein floss in Stufen. So gingen die Sünden ineinander über.

--------------------------------------------------

Die Ravnos räkelte sich auf dem Bett. Noch immer liebkosten ihre Augen seinen Körper. Mit einem verträumten Seufzen fuhr sie sich durch die nun gelösten Haare. Wieder stieg ihr Duft auf.
"Ah, Sarazenenkräuter", wiederholte sie und setzte sich anmutig auf, dem Rotschopf wieder etwas näher zu kommen. Nun waren ihre Lippen dicht an seinem Nacken. "Diese Kräuter hab ich da. Nur unsere schöne Gesellschaft müssten wir zu uns locken. Dann kann ich dir sogar noch ein Geheimnis dieses Hauses zeigen. Mein privates Geheimnis dieses Ortes."
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

Antworten