[1007] Gedenke [offen]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Seresa
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[1007] Gedenke [offen]

Beitrag von Seresa » Di 3. Apr 2018, 11:33

Platea Longa. Nirgends änderte sich das Spiel zwischen Ebbe und Flut - zwischen Licht und Schatten - so schnell wie in diesem Sechstel der Stadt. Das Jahr hatte kaum gewechselt und die gierigen Ratten krochen aus ihren Löchern. Es war einer der dunkleren Tage in der Siesteri. Der Himmel war wolkenverhangen und das ungute Gefühl, welches man als Mensch oftmals vor einem drohenden Gewitter hatte, lag drückend und schwer in der Luft. Ein stummes und unheiliges Versprechen in Nächten wie diesen besser nicht auf den Straßen zu verweilen und so man gezwungen war raus zu müssen, sich besser zu beeilen und den Kopf tief gesenkt zu halten.

Seresas Schritte trugen sie zur Wasserkante. Gekleidet in ihrer schlichten Kleidung eines Botenjungens ging sie aufrecht und ruhigen Schrittes auf dem kürzesten Weg durch das Gewirr der kleinen Gassen in Richtung des Hafenbecken. Der Rempler kam überraschend, doch die Jahre hatten die Gelehrte geschult. Mit einer geschmeidigen Bewegung fuhr sie herum.

Der Junge quiekte überrascht auf, als er von Seresa am Kragen gepackt und mit Gewalt gegen die steinernen Wände des Hauses gedrückt wurde. Die Brujah hatte die rechte Hand zum Schlag erhoben. Ihre Finger waren zur Faust geschlossen, während sie den windenden Kerl, der kaum älter als sie selbst sein mochte, mit ihren braunen Augen fixierte. Überraschung und Angst lag in seinen Augen, die Hilfesuchend nach links und rechts in die Dunkelheit blickten.

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Livia
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Re: [1007] Gedenke [offen]

Beitrag von Livia » Di 3. Apr 2018, 15:53

Aufgefangen wurde sein Blick von einer Person am Rande, einer jungen Frau, die gerade in die Straßen des Hafenviertels untertauchen wollte und nun dieser seltsamen Szene gewahr wurde...

Serenias Augen weiteten sich, die Bardin hatte ein wenig gespielt wie üblich in den ersten Nächten des Frühlings... aber was war das? War das... Seresa?

Zuerst einmal wartete sie ab... wenn sie vorhatte hier etwas zu erledigen, wollte sie nicht stören und der Kerl hatte es sicherlich verdient. Ein schön ängstlicher Blick, der Blick einer hilflosen Frau, zierte ihr Gesicht, während sie die Szenerie beobachtete.

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Re: [1007] Gedenke [offen]

Beitrag von Seresa » Mi 4. Apr 2018, 10:03

„Hey! Hey, ihr da!“

Die Stimme des Mannes klang laut durch die Gassen und so voller Hoffnung, dass da jemand war, der stehen geblieben war.

„Zeigt erbarmen! Bitte! Helft mir in Gottes Namen!“

Offenkundige Verzweiflung lag in seinen Worten und Angst. Genügend, um eine scheinbar hilflose, aber sicherlich gottesfürchtige Frau um Hilfe anzuflehen. Schließlich war diese ganz sicher nicht alleine um eine solche Uhrzeit am Hafen unterwegs. Seresa wandte ihren Blick jedoch nicht von dem Mann ab. Entweder glaubte sie ihm nicht, dass dort tatsächlich jemand stand oder es war ihr schlicht egal. Womöglich rechnete sie auch damit, dass selbst wenn dort jemand stehen würde, derjenige nicht selbstlos genug oder so dumm wäre, ihm zur Hilfe zu kommen. Der junge Kerl, schien dies jedoch anders zu sehen. Er wand sich unter Seresas Griff und erneut erklang seine beschwörende Stimme, während er flehend auf Livia sah.

„Bitte! Bitte, so helft mir doch!“

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Re: [1007] Gedenke [offen]

Beitrag von Angelique » Mi 4. Apr 2018, 20:47

Genuas brave Bewohner lagen friedlich schlummernd in ihren verrammelten Behausungen. Nur das lichtscheue Gesindel trieb sich im Dunkel umher und die Stadt gehörte den Verbrechern.

Einzig der wehende Pilgerumhang von "Das Käuzchen" hob sich vor dem Mondlcht ab. Dort auf dem flachen Dach eines der Geschlechtertürme, die ein dunkles Labyrinth aus Strassenschluchten bildete, wo selbst des Tages kein Licht fiel.
Unermüdlich wachte "das Käuzchen" über ihre Stadt.
Die korrupten Milizen konnten die Unschuldigen nicht schützen, sie waren selber Teil des Problems.
So blieb es an der dunklen Rächerin hängen. Eine Nachfahrin der großen Lillith mit den Eulenschwingen hieß es von ihr, sie besäße übernatürliche Kräfte. Gebissen von einer magisch verseuchten Untoten besaß sie nun deren Kräfte und setzte sie für das Gute ein.

Nachdem ihr Erzfeind, "der Schattenpirat", endlich besiegt war, konnte "das Käuzchen" sich wieder um die kleineren Untaten kümmern.

Plötzlich: Hilfeschreie hallten durch die Nacht!
Ein Fall für "das Käuzchen"!

Mit wehendem Umhang verließ sie ihre einsame Wacht und eilte dem Ort des Verbrechens entgegen.
Das Malkavsignal strahlte hell auf der Scheibe des Mondes und rief die maskierte Rächerin.
"I'm a mighty thesaurus! Rawr!"

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Re: [1007] Gedenke [offen]

Beitrag von Livia » Do 5. Apr 2018, 13:57

Indess hatte sich die verängstigte fromme Frau, nachdem der Bedrohte sie entdeckt hatte, rasch und noc hverängstigter hinter einer Ecke zurückgezogen. Dort blieb sie jedoch nicht, sondern kam selbstverständlich einen Liedschlag später wieder hervor, um die Szene weiterhin beobachten zu können... nur mittlerweile unsichtbar für alle Augen.

Nun.. womöglich könnte das machtvolle Käuzchen sie erspähen? Doch auch sie würde in dem Fall nur eine verschüchterte Frau sehen, die angstvoll die grausame Szene beobachtete.

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Re: [1007] Gedenke [offen]

Beitrag von Angelique » Do 5. Apr 2018, 15:13

Lautlos wie eine nachtjagende Eule auf eine Maus stürzte "das Käuzchen" dem Ort des Geschehens entgegen.

Ziegel brachen unter der übernatürlichen Stärke der Heroin. Für den Uneingeweihten mochte es vielleicht komisch wirken, wie sie mit wildem Armrudern ihr übermenschliches Gleichgewicht am Rande des morschen Daches zurückgewann.
Aber natürlich war es nur ein Imitieren des Flügelschlags der Eule vor der Scheibe des Mondes. So dass ihre dräuende Silhoutte wie ein Opalemblem vor dem Silber des Auge Malkavs erschien.

Kühn setzte sie ihren Weg entlang der Strassenschluchten fort und sprang schließlich auf die Straße, Purzelbaum schlagend und in ungeahnter Ritterlichkeit ihr Kommen durch das Krachen und Poltern hölzerner Kisten ankündigend, die sie in einen chaotischen Reigen versetzte.

Mit gespreizten Beinen und vornübergebeugt in perfekter Dreipunktelandung kam sie mit wehendem Umhang vor dem um Hilfe Rufenden und seiner Nemesis zur Ruhe.

Das als Eule maskierte Gesicht hebend, fragte sie, die Augen im Schatten glimmend: "Wer stört den Frieden der Nacht? Schuhu!"
"I'm a mighty thesaurus! Rawr!"

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Re: [1007] Gedenke [offen]

Beitrag von Seresa » Do 5. Apr 2018, 15:57

Mann: „Nein! Nein! Kommt zurück! Bitte! Helft mir! Bitte!“

Seine Blicke waren flehentlich auf Livia gerichtet, während er fast erbärmlich weiterwimmerte. Verzweiflung spiegelte sich in seinen Augen wieder, als die Setitin sein Blickfeld verlassen hatte. Der junge Mann schluckte schwer, als sich sein Blick wieder Seresa zuwandte. Er schien eine sehr genaue Ahnung davon zu haben, was ihm nun blühte, war schließlich ihre Hand noch immer eindeutig zur Faust geballt und erhoben, während sie ihn weiter unnachgiebig festgehalten hatte.

Dann erklang ein Poltern in der Nacht und ein Hoffnungsschimmer kehrte in sein Gesicht zurück. Als das Käuzchen gelandet war, schien er jedoch vor allem eines zu sein: Verwirrt. Nichtsdestotrotz entfuhr ihm ein erleichterter Seufzer.

Mann: „Gepriesen sei der Herr in seiner Gnade!“

Seresa hielt den Mann noch immer an die Wand gepresst, ließ jedoch ihre Faust sinken, als auch ihr unmissverständlich bewusst war, dass die seltsame Szenerie Zuschauer bekommen hatte.

Mann: „Bitte helft mir! Ich habe nichts getan! Sie hat mich einfach aus dem Nichts heraus gepackt! So bitte helft mir doch! Der Herr möge…“

Die Brujah hatte genug gehört und ihre Faust krachte nur wenige Haarbreit neben seinem Kopf auf die steinerne Wand. Panisch riss er den Kopf zurück und seine angstgeweiteten Augen starrten wieder Seresa an, welche die Hand zurückzog und sie für ihn sichtbar offen nach oben drehte, als forderte sie etwas von ihm ein. Ihr Blick war kalt und durchdringend auf ihn gerichtet, bevor ihre braunen Augen langsam zu dem seltsamen Kauz wanderten.

Seresa: „Flattert weiter.“

Ihr Blick war ernst auf die Person im Schatten gerichtet und ihre Stimmlage ließ keinen Zweifel daran, dass sie gerade nicht zu Späßen aufgelegt war.

Seresa: „Das ist eine Sache zwischen ihm und mir.“

Dann wanderte ihr Blick zurück auf den Mann vor ihr, der noch immer ängstlich und voller stiller Hoffnung in Richtung des Schattens blickte.

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Re: [1007] Gedenke [offen]

Beitrag von Angelique » Do 5. Apr 2018, 16:16

"Das Käuzchen" erhob sich zu seiner vollen Größe. Das war zwar nicht viel, aber der Schatten, den die Heldin warf, kroch wie der eines Riesen über das Pflaster und fiel auf die Übeltäterin und ihr Opfer.

Oh, "das Käuzchen" kannte diese Schurkin. Es war die seidenzüngige, mildmanieriete Seresa, wie die Maske unter den Sterblichen hieß, die das Kind der tollwütigen Troy trug. Hier zeigte sie ihr wahres Gesicht: die balsaltene Faust im seidenen Handschuh.

Theatralisch hob die Heroin den Umhang vor das schöne Gesichtchen, das weiß unter der Eulenlarve hervorlugte.
Ein sarkastisches Halblächeln umspielte die Lippen "des Käuzchens".

"Hah, Ramonzenweib! Der HErr wurde angerufen. Und so ist es auch eine Sache für mich, seine treue und unermüdliche Dienerin. Lasset ab von diesem Armen, so er denn nichts getan hat, oder bringt vor, was er verbrochen haben soll! Ich werde dann entscheiden!"
"I'm a mighty thesaurus! Rawr!"

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Re: [1007] Gedenke [offen]

Beitrag von Seresa » Do 5. Apr 2018, 16:54

Mann: „Sie… sie wollte mich berauben!“

Statt Seresa antwortete der Mann hektisch, fast panisch auf die gestellte Frage des kleinen, fremden Wesens.

Mann: „Hier. Hier nehmt es! Nehmt alles! Ich will es nicht! Lasst mich nur gehen!“

Hastig fanden einige Münzen ihren Weg in die geöffnete und hingehaltene Hand Seresas, die ihn derweil weiter stumm anblickte. Dann fanden panisch weitere Münzen den Weg in ihre Hand. Dann noch eine weitere Einzelne, bevor er verzweifelt in Seresas braune Augen blickte. Seine Stimme war leise und gedämpft, doch echote sie in der Gasse nach. Flehentlich bittend sah er Seresa an.

Mann: „Bitte! Bitte, ich habe nicht mehr!“

Seresas Blick wanderte von ihm ab und zum Käuzchen zurück.

Seresa: „Verzieh dich! Es wird hier weder Schlichter noch Richter benötigt. Einerlei in wessen Namen er angerufen wurde.“

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Re: [1007] Gedenke [offen]

Beitrag von Angelique » Do 5. Apr 2018, 17:08

"Eine Kriegerpoetin als Strassenräuberin?", wunderte sich die Heldin. "Erkläre dich, Ramonzenweib."
DIe weißblonden Haare wehten wie das Gefieder einer Schneeeule unter der Kapuze hevor. Mit anklagendem Finger deutete "das Käuzchen" auf die Frau.

Zu dem scheinbar unschuldigen Opfer aber sagte sie: "Du, sage mir, hat das Ramonzenweib Grund, dir übel zu wollen?"

Die großen, eulenhaften Augen der Gerechtigkeit schienen bei diesen Worten in seine Seele zu schauen.

Auspex 4 Olol (8 + 3 + 3 + 6 + 9 + 2 + 5 = 36) mindestens zwei Erfolge, um die hoffentlich an die Oberflächengedanken zu lesen. Vermutlich 3 oder gar 4 Erfolge, reicht auch für verborgene Geheimnisse
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