[1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

Moderatoren: Toma Ianos Navodeanu, Acacia

Benutzeravatar
Sousanna
Ravnos
Beiträge: 1990
Registriert: Mo 14. Nov 2016, 21:12

Re: [1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Mo 9. Apr 2018, 20:14

Sousanna schüttelte schlicht den Kopf. "Niemand.", erwiderte sie mit einem Mal sehr leise. Nicht, dass ihr Tonfall mit einem Mal offensichtlich flüsternd wurde, doch die Stimme sank plötzlich ab. Als hätte jemand einfach die Lautstärke aus ihren Worten gesogen. Die Brujah selbst würde es kaum hören können, wenn sie nicht näher heran kam.

"Niemand außer mein geliebter Vater - und der hält diese Sache ebenso wie ich für abgeschlossen. - Also frage ich mich, wer davon etwas mitbekommen hat oder wer mir einen Gefallen tun wollte, ohne dass er oder sie mir Bescheid geben wollte." Es war das giftige Zischen einer Schlange. Eine, die nur darauf wartete, endlich zubeißen zu dürfen. Nicht zum Fressen, sondern um Schmerz zu bereiten.
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 873
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Beitrag von Seresa » Mo 9. Apr 2018, 22:26

Seresa war mit nachdenklichem Gesicht einen Schritt aufgeschlossen und damit näher zu Sousanna gekommen. Auch ihre Stimme war leise, fast tonlos, als sie zu der Ravnos sprach und ihre Lippen schienen sich dabei kaum zu bewegen.

„Ich nehme an mit Vater meinst du deinen Erzeuger den verehrten Caspar?“

Seresas Stirn legte sich nachdenklich in Falten. Dann schüttelte sie leicht den Kopf.

„Sofern nur dein verehrter Erzeuger und meine Wenigkeit um das gegebene Wort wissen, musst du dir bezüglich dessen Wert wahrlich keine Sorgen machen, Sousanna, und sofern dir jemand ungefragt einen Gefallen tun wollte, wird er sicherlich kommen, um ihn dir gegenüber einzulösen.“

Dann ließ sich Seresa wieder einen halben Schritt hinter Sousanna zurückfallen, als wäre sie zu sehr über die Antwort ´Niemand´ in Gedanken beschäftigt gewesen und hätte dabei ihren Platz leichtsinnig vergessen. Ihr Blick wanderte in die Richtung in welche sie gingen. In normaler Lautstärke sprach sie weiter.

„Schlussendlich ändert es nichts an der Situation.“

Seresa zuckte leicht mit den Schultern, als hätte sie sich damit abgefunden.

„Es ist wie es ist. Ich bin und bleibe dir schuldhaft.“
~*~ Letztendlich ist es unmöglich, nicht zu werden, was andere in einem sehen ~*~

Benutzeravatar
Sousanna
Ravnos
Beiträge: 1990
Registriert: Mo 14. Nov 2016, 21:12

Re: [1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Mo 9. Apr 2018, 23:08

Sousanna nickte und ihr verträumtes Lächeln ließ sie beinahe mädchenhaft erscheinen. Die Augen funkelten ebenso verliebt, wie sie es bei einem Backfisch getan hätten, und die Wangen röteten sich noch mehr. "Er hat mehr für mich getan, als mein Vater oder irgendjemand anderes. Darum nenne ich ihn Vater.", erklärte sie und schien noch etwas hinzufügen wollen, doch vielleicht war es der Anstand, der sie davon abhielt noch mehr Details verlauten zu lassen.

Stattdessen zuckte sie brummend die Schultern. "Na das mit Sicherheit.", stellte sie fest.

Schließlich flackerte ein sanftes Lächeln zu der Brujah hinüber. "Nicht mehr lange wirst du das sein.", versprach Sousanna. "Sieh es besser als Handel - ich spreche aus Erfahrung."
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 873
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Beitrag von Seresa » Di 10. Apr 2018, 00:39

„Dreizehn Jahre durch Handel. Ein Zusätzliches durch eigenes Verschulden.“

Seresa zuckte schließlich mit den Schultern.

„Wahrlich es gäbe weitaus schlimmere Schicksale.“

Die Brujah schwieg für einen kurzen Moment.

„Zumal ich gestehen muss, ich bin durchaus dankbar dafür, in deinen Diensten stehen zu dürfen, Sousanna.“

Sie neigte ihr Haupt respektvoll vor der Ravnos.
~*~ Letztendlich ist es unmöglich, nicht zu werden, was andere in einem sehen ~*~

Benutzeravatar
Sousanna
Ravnos
Beiträge: 1990
Registriert: Mo 14. Nov 2016, 21:12

Re: [1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Di 10. Apr 2018, 19:53

Sousanna zuckte die Schultern. "Ich denke, es gibt grausamere Dienstherren als mich - zumal ich denke, dass wir beide bisher davon profitieren können.", meinte sie schlicht, ehe sich ihr Blick erneut auf die Brujah richtete. "Willst du mir aber nicht vielleicht einen kleinen Tipp geben, was deine Idee beinhalter? Spannung macht mich so kribbelig." Die andere Frau bekam einen charmanten Blick zugeworfen. Vermutlich aber nur zum Spiel. Sie schien selbst nicht wirklich damit zu rechnen, dass Seresa ihr so einfach irgendetwas eröffnete.
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 873
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Beitrag von Seresa » Di 10. Apr 2018, 22:16

„Nein, das will ich nicht, Sousanna. Ein Tipp würde dich letzten Endes nur noch viel kribbeliger machen.“

Sie lachte und schüttelte leicht den Kopf.

„Sei versichert, ich möchte in Genua bleiben, Sousanna. Es ist somit in meinem höchst eigenen Interesse, dass mein Vorhaben von Erfolg gekrönt ist. Nicht nur, um dich als wohlwollende Dienstherrin zu behalten.“

Seresa schenkte Sousanna ein verschmitztes Lächeln und ein Nicken, dass durchaus nahelegte, dass ihr bewusst war, was ihr blühte, würde sie dabei fehlschlagen.

„Es ist also in meinem höchst eigenen Interesse, dass ich alles tue was nötig ist, so dass mein Vorhaben von Erfolg geprägt ist.“
~*~ Letztendlich ist es unmöglich, nicht zu werden, was andere in einem sehen ~*~

Benutzeravatar
Sousanna
Ravnos
Beiträge: 1990
Registriert: Mo 14. Nov 2016, 21:12

Re: [1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Mi 11. Apr 2018, 16:12

Ein sehr grimmiger Blick traf die Brujah, der wohl allerdings hauptsächlich gespielt war, denn selbst wenn ihre Worte recht griesgrämig klangen, wäre es wohl nichts gewesen, das Sousanna mit schlechter Laune jemals gesagt hätte: "Gute Güte, ich wünschte, du wärst etwas simpler gestrickt und leichter durch den schlichten Anblick von Brüsten zu beeinflussen..."
Dann aber zuckte sie die Schultern und machte eine wegwerfende Handbewegung. "Aber gut, das ist das, was dich weit bringen wird. Ich bezweifle, dass die Unternehmung keinen guten Lauf nehmen wird."
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 873
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Beitrag von Seresa » Mi 11. Apr 2018, 16:36

„Das liegt womöglich daran, dass ich selbst welche habe, Sousanna, und dass mich andere Dinge in meinem Gegenüber reizen.“

Seresas Worte klangen ernst, doch ein gewisser Schalk lag unterschwellig darin, der nahe legte, dass die Brujah - die eher ihr burschenhaftes Aussehen pflegte - sich durchaus bewusst war, dass auch sie eine Frau war. Dass sie durchaus um ihre Vorzüge wusste, auch wenn sie diese nicht in ähnlich offensiver Weise nutzte wie die Ravnos.
~*~ Letztendlich ist es unmöglich, nicht zu werden, was andere in einem sehen ~*~

Benutzeravatar
Sousanna
Ravnos
Beiträge: 1990
Registriert: Mo 14. Nov 2016, 21:12

Re: [1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Do 12. Apr 2018, 14:41

Die Byzantinerin seufzte als wäre es das schlimmste Leid der Welt nicht das einzige Wesen mit Brüsten zu sein. Ihr Schmollen darüber war tatsächlich höchst eindrucksvoll, auch wenn in ihren dunklen Augen der Schelm tanzte.
"Es ist ein Kreuz ... außerdem gibt es viele Frauen, die mir trotzdem hinterherhecheln.", stellte sie dann schmunzelnd fest und grinste in den Nachthimmel hinein. Noch immer durchzog ihr sanfter, aber nutzloser Atem die Nacht.

Schließlich wandte sich ihr Blick wieder auf Seresa. "Es mag eine indiskrete Frage sein, aber hattest du schon einmal einen Geliebten?", fragte sie dann aus dem Nichts.
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 873
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1006] Das tägliche Gesindel [Seresa]

Beitrag von Seresa » Do 12. Apr 2018, 20:43

Seresa schmunzelte über das beeindruckende Mienenspiel der Ravnos, bevor sie Sousanna zunickte.

„Du bist eine wahrhaft bezaubernde, weise und willensstarke Frau, Sousanna. Wer sollte es ihnen verübeln, dass sie dir hinterherhecheln?“

Die Brujah schien amüsiert zu sein, hechelte sie doch selbst schließlich auf die eine oder andere Art und Weise gewissermaßen hinter der Wanderin her. Aus Sousannas indiskrete Frage schüttelte die Brujah jedoch den Kopf.

„Nein, denn ich hatte niemals den Bund der Ehe geschlossen.“

Das eine schien das andere für die Brujah zu bedingen. Dann schien sie für einen Moment nachzudenken. Über ihren Bruder im Blute Ramon und Sousanna und deren Verlobung und die Mitgift. Schließlich blickte sie die Ravnos fragend an.

„Und du, Sousanna?“
~*~ Letztendlich ist es unmöglich, nicht zu werden, was andere in einem sehen ~*~

Antworten