[1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Ajax
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[1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Beitrag von Ajax » Mi 7. Feb 2018, 14:05

Auf der alten Römerstraße Richtung Süden schälte sich eine Gestalt aus den Schatten heraus, sie war groß gewachsen und in einen Umhang gehüllt. Die Frühlingsnächte waren immer noch rau. Doch mittlerweile hatten schon einige robuste Sträucher wieder Einzug in die hiesigen Gefilde gehalten. Unter dem Mantel konnte man eine Rüstung und ein Schwert vermuten, doch viel mehr gab das Licht nicht her. Was jedoch auffiel war die Ledermappe unter ihrem Arm.

So trugen sie ihre Füße schnellen Schrittes gen Genua, wobei sie es trotzdem nicht zu eilig zu haben schien.

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Federico Augusto
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Re: [1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Beitrag von Federico Augusto » Mi 7. Feb 2018, 18:06

Es war ein angenehmer, ein ruhiger Spaziergang durch die Nacht. Kaum ein Gedanke störte den Weg, kaum ein Bandit versperrte den Weg und verlangte Zoll und nicht einmal andere Reisende belästigten den Ziehenden.
Nur eine Kleinigkeit ereignete sich, ein gutes Stück noch vor den Toren der Stadt.

Ein Hase sprang aus der Büschung. Er war älter, ein stattliches Tier für seine feige Rasse, sicherlich sechs oder sieben Pfund schwer. Noch trug er sein Winterfell - grau und dick, nur hier und dort ein wenig von Weiß durchsetzt.

Eine beruhigende Szene in ihrer Stille. Das Tier setzte sich auf, mitten auf dem Weg. Es wirbelte den Kopf umher, schüttelte wieder und wieder die langen Öhrchen, als hörte er etwas oder fühlte etwas, tief in seinem kleinen Schädel. So ein Gefühl, ein ungutes Gefühl, das ihn verfolgte. Er erstarrte, als er des Vampirs gewahr wurde, der dort des Weges kam.

Dann, plötzlich, brach eine weitere Kreatur aus dem Gebüsch. Unförmig, unerkennbar, aber deutlich größer. Sie setzte dem Tier offenbar nach. Hase und Kreatur verschwanden in den Sträuchern auf der anderen Seite der Straße.

All das war nicht weiter ungewöhnlich. Hasen gab es zu hunderttausenden in der Gegend und sie wurden gejagt von allerlei anderen Tieren, von Wölfen, Hunden, selbst großen Eulen und Greifvögeln oder besonders verzweifelten Wildschweinen. Auch nachts kam das durchaus vor.

Nur eine einzige Sache stimmte da nicht, war irgendwie komisch.

Die ganze Szene war vollkommen lautlos geblieben.
Es besteht kein Grund, dass Ihr eure Hände beschmutzt, mein Herr. An meinen klebt genug Dreck für uns beide.

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Re: [1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Beitrag von Ajax » Fr 9. Feb 2018, 16:35

Einen kurzen Moment war die hochgewachsene Gestalt stehen geblieben und hatte versucht auszumachen was dort vorne auf dem Weg passiert war. Sie versuchte in die Dunkelheit hineinzuspähen, hatte sich dann aber wohl dazu entschieden, dass dies sowieso sinnlos wäre. Es war dunkel und man konnte nur Schemen ausmachen. Doch irgendetwas an dem Geschehen hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. So wechselte sie die Ledermappe die sie getragen hatte in die linke Hand und führte die freigewordene Rechte an das Schwert an ihrer Seite. Es war wohl ein Mann der sich dort unter der Lapuze verbarg, denn eine der Kreatur bekannte Stimme erhob sich in die Nacht.

"Kommt heraus wer oder was auch immer ihr seid." mehr schien er erstmal nicht zu offenbaren, doch es war klar, dass die Gestalt nicht davon ausging, dass es sich hier um eine Raubtier hielt was dem Hasen nachgesetzt hatte.

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Re: [1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Beitrag von Federico Augusto » Sa 10. Feb 2018, 14:48

Die Stimme, die Ajax aus der Kehle fiel, war dumpf und lahm. Sie fühlte sich fremd an in seinem Mund, als käme sie aus weiter Ferne oder durch einen dicken Nebel hindurch. Als würden seine Worte beim Verlassen seines Mundes nicht auf kühle Nachtluft treffen, sondern eine Wand.

Alle Geräusche aus der Umgebung, das Rascheln des Windes dort hinten bei den Bäumen, der Schrei der Eule über ihm, das Summen der Nacht, rückten in weitere Ferne. Auch sie schienen gegen eine unsichtbare Wand anzulaufen, die ihn umgab und alle Töne verschluckte.
Ihn und die Kreatur, die sich im Gebüsch verbarg.

"Vorsicht, mein Herr", sagte eine Stimme, ebenso dumpf und rau wie seine. "Vorsicht, was ihr von der Dunkelheit verlangt - sie könnte euren Wunsch erfüllen."
Ajax sah, wie das Blattwerk vor ihm sich bewegte, wie sich etwas größeres, schwereres durchs Unterholz schleppte. Doch hörte er nichts von den üblichen Geräuschen, die so einen Anblick für gewöhnlich begleiteten.
"Ich bin im Begriff zu fressen, edler Herr, was ich glücklich erlegt. Ihr würdet es sicherlich vorziehen, mich dabei nicht zu beobachten und eure Träume mit derlei Anblicken zu besudeln..."

Es lag keine Drohung in der beschwerlichen Stimme, die durch den geräuschlosen Nebel zu Ajax kroch. Kaum eine Bösartigkeit - jedenfalls nicht mehr, als von einem schwarzen Schemen nachts vor den Mauern einer Stadt zu erwarten war - war darin zu vernehmen. Bloß eine bedächtige Warnung vor den eigenen Wünschen.

Dumpf drang das hohe Quieken des Hasen an Ajax' Ohren. Die Kreatur musste ihn erwischt haben in ihrem Satz über die Straße hinweg.
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Re: [1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Beitrag von Ajax » Di 13. Feb 2018, 12:32

Der Mann schüttelte unwirsch den Kopf, die Antwort schien ihm nicht zu genügen oder mehr noch- ihn zu verärgern. Seine Rechte lag nun sichtbar auf dem Schwert und der Mantel war leicht zurückgelegt. Die Stille irritierte ihn, doch er hatte ähnliches schon von den Blutgsaben der Lasombra gesehen und die Aussage der Gestalt war in seinem Sinn eine Provokation in sich selbst.

"Ich träume nicht." formte er die leisen Worte die aus seinem Mund fielen- wie ein Stock gegen einen hohlen Baum geschlagen.
"Ich habe dir eine Anweisung gegeben, ich erwarte das jene erfüllt wird. Friss, trink oder was auch immer du tust und dann sprich!"

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Re: [1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Beitrag von Federico Augusto » Di 13. Feb 2018, 13:36

Das Quieken des Hasen erfüllte das eisige Schweigen zwischen den Vampiren vor den Toren der Stadt. Gedanken hingen in der kühlen Luft, wie Nebel, der deutlich vor einem lag doch schwer zu fassen war. Gedanken, die sich zu fragen schienen, welche der vielen Anweisungen nun zu befolgen wäre. Ob er hervor kommen oder sprechen sollte, fressen oder nicht.

Das Geräusch der Stille endete mit einem hässlichen Knirschen. Das Geräusch mahlender Kiefer folgte, Knochen, die zerrieben wurden. Knäuel aus Knochensplittern und Fell, die auf die Erde gespuckt wurden. Blut, das einen Rachen hinunter ran.

"Und du bist mein Herr?, fragte die Kreatur zwischen seinen Bissen. Eine stille, unheilige Stimme, feucht vom Blut und den Eingeweiden des Hasen.
"Du bist der Prinz der bitteren Nacht, dem ich die Treue geschworen, oder die Scoriado, der mein Leben gehört? Bist du die Herrin der Kloake, die mich in diese Welt gezerrt?"*

Einschüchtern, 1 Erfolg.
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Re: [1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Beitrag von Ajax » Di 13. Feb 2018, 14:03

Ein schneller Blick des Kriegers huschte umher, die Stille nahm viele Geräusche in sich auf, doch wollte er nicht unnötigerweise die Stille gefährden. Er erkannte nun endlich wen er vor sich hatte. Angst konnte man in seiner Haltung kaum erkennen.* Er war es gewohnt zu befehlen und würde sich kaum von einem kriechenden Nosferatur davon abhalten lassen. Sie waren dort wo sie hingehörten.

"Nein, wohl eher nicht Federico Augusto. Doch als Teil eines hohen Klans hast du mir Respekt zu erweisen und nicht meine Wünsche in Frage zu stellen Nosferatu. Ich bin Ajax von Mailand, Neugeborener im Blute Troiles. Wir hatten am Hoftag bereits das Vergnügen." er schien auf den nächsten Schritt des Nosferatu gespannt zu sein und würde es wohl von diesem abhängig machen wie er ihn einschätzen würde.




@Ajax (Adrian): 6d10 >=6 f1 = (6 5 6 10 8 1, 3 successes) = 3*WK-Wurf zum abwehren des Einschüchterns

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Re: [1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Beitrag von Federico Augusto » Mo 16. Apr 2018, 15:16

"Hmmmmmm", machte die Stimme aus dem Schatten und schien eine Weile zu überlegen.
Flüsternd schien sie sich die Umstände in Erinnerung zu rufen und lange, lange danach zu suchen.
"Mein Herr, verzeiht, mein Gedächtnis ist alt und mürbe. Ich entsinne mich nicht, euch auf dem Hoftag meines Herrn von Mailand gesehen...Welcher war das noch? War es der 973, bei dem die Ventrue aus Bergamo sich so dreist benommen haben? Erinnert ihr euch an diesen Adalbertus? Hah, was für ein Narr, nicht? Oder war es der Hoftag im Jahre 999, bei dem mich Laszlo Vojislav als seinen Schützling anerkannt hat?"
Ein trockenes Fingerschnippen schallte durch's gebüsch.
"Ich weiß! Verzeiht, mein Herr, wie unsäglich dumm von mir. Es muss der Hoftage Mailands im Jahre des Herrn 983 gewesen sein. Sicherlich seid ihr dort zugegen gewesen und seid im Angesichts aller anderen Vasallen freigesprochen und anerkannt worden, so wie ich es bin. Seht es mir nach mein Herr, ich war grässlich nervös damals, als ich vor der Domäne der bitteren Nacht stand und vor allen ehrwürdigen Vasallen mein Gelübde ablegte...Ihr müsst mir entfallen sein. Untröstlich, mein Herr, ich bin untröstlich.

Ich bitte euch, lastet es nicht meinen Ahnen an. Die Linie des Trajan, des Großerzeugers meiner Erzeugerin, ist stolz auf ein unerschütterliches Gedächtnis. Wahrlich, ich bin die Schande meiner ganzen Sippe! Selbst die Großerzeugerin meines Großerzeugers, die schlangenschöne Medusa, würde vor Scham zu Stein und Staub, müsste sie mich so sehen...
Ajax von Mailand also, Kind des Theophilus, nicht? Sagt, ich bitte euch, des selben Theophilus aus der griechischen Linie von Agamemnon oder der römischen Linie des Markus oder der der sagenhaften Dido von Phoenizien?"
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Re: [1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Beitrag von Ajax » Di 17. Apr 2018, 13:55

Ajax schnalzte mit der Zunge und schüttelte in einer unangenehmen Art und Weise seinen Kopf als der Nosferatu anfing über seine Freisprechung und seine Ahnenlinie zu sprechen. Für einen kurzen Moment kam seine Hand verdächtig nahe an den Schwertknauf der unter seinem Mantel zu erkenen war, besann sich jedoch eines besseren und nahm das Gespräch wieder auf.

"Alles was ihr zu sagen habt Nosferatu sind leere Drohungen an einen Liktor ihrer Majestät, der wie ihr Verbindungen nach Mailand hat und eine für euch noch unbeschriebene Vorgeschichte in Konstantinopel. Normalerweise hätte ich eine solche Dreistigkeit mit Gewalt beantwortet. Das ihr der Speichellecker einer Bestie der alten Zeit seid schützt euch heute vor diesem Schicksal. Doch seid versichert, dass Ich sobald ich aus Mailand zurückkomme und eure und meine Zuständigkeiten geklärt habe nicht mehr so nachsichtig sein werde. Für Heute habt ihr euch genug lächerlich gemacht. Ich empfehle mich." er verstaute den Brief den er trug und würde, wenn die Kreatur nicht noch einmal das Wort an ihn richten würde oder ihn am Vorbeigehen hinderte seinen Weg fortsetzen. Sein Mantel war zurückgeschlagen und seine Hand ruhte gut sichtbar auf dem Schwert.

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Re: [1005] Und der Tod folgte ihm nach..[Augusto/Ajax]

Beitrag von Federico Augusto » Mi 18. Apr 2018, 11:55

Der Schatten schwieg auf die Worte des Brujah hin und ihm die ganze Umgebung. Weiterhin drang nicht ein Geräusch von außen zu den beiden Fremden. Stille, nichts als ohrenbetäubende Stille.
Nicht einmal Blut wäre zu hören, das in den Adern Ajax' pumpte. Kein Geräusch drang von Außen an sie heran, nicht einmal seine Sohlen verursachten ein Knirschen auf dem Feldweg, nicht einmal sein Leder knarrte, als er den Griff an das Schwert legte.

"Ich wünsche zu erwähnen", sagte die Stimme in dem selben Tonfall wie alle Zeit davor, "dass ich mit keinem Worte etwas anderes angedroht habe, als mich um meine eigenen Angelegenheiten zu scheren. Ihr tätet gut daran, euch daran zu erinnern.
Gehabt euch wohl, Fremder aus fremden Landen."


Wieder nichts als Stille.

Sie folgte dem Brujah bis zum Tor der Stadt. Kriechend, immer in der Nähe. Ein Schweigen, dass vollständig war und allumfassend. Das die ganze Welt erfasste.
Erst als er an die Mauern der Stadt kam, brach er durch die unsichtbare Grenze, die die beiden Vampire von den Geräuschen der Außenwelt getrennt hatte.
Die Töne der Nacht stürzten wieder auf ihn ein. Die Geräusche entfernter Vögel, das Summen des Windes und der Sterne, das Getuschel und Geknister aus den Gassen der Stadt - Klänge, die sich erst in ihrer Abwesenheit bemerkbar gemacht hatten, prasselten auf den Liktor in Genua ein.

Die Stille ging eines anderen Weges.
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