[1004] Rausch der Freiheit[offen]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Marco
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Re: [1004] Rausch der Freiheit[offen]

Beitrag von Marco » Fr 9. Mär 2018, 16:45

Als sich Sousanna an Marco schmiegte rann ihm ein leichter Schauer den Rücken hinab. Wann war er das letzte mal dem weiblichen Geschlecht so nahe gekommen? Es kam ihm wie eine halbe Ewigkeit vor... und doch, da schien keine Gefahr zu sein. Ihr Kontakt zueinander war vollkommen keusch und unschuldig. Tatsächlich schien es so als könnte Sousanna seinen Schmerz lindern, wie eine Art große Schwester. "Ich habe gerne Leute bestohlen. Ich hatte großes Talent als Taschendieb müsst ihr wissen. Doch ist Stehlen eine Sünde. Nun da ich mich komplett Gott verschrieben habe gilt meine einzige Leidenschaft ihm.", erklärte Marco. Er wusste ehrlich gesagt nicht womit Sousanna ihn erfreuen könnte. Es sei denn sie wüsste irgendeinen mysteriösen Weg Gott näher zu kommen und die Alpträume zu verscheuchen die ihn quälten.
Lorenzos Neugier bemerkte er währendessen nicht, denn er konzentrierte sich ganz auf die schöne Ravnos.

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Sousanna
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Re: [1004] Rausch der Freiheit[offen]

Beitrag von Sousanna » Sa 10. Mär 2018, 20:23

Das Lächeln der Schönheit wurde noch etwas vertraulicher. Sacht, beinahe wie zufällig strich sie ihm über die Hand des Armes, bei dem sie sich eingehakt hatte. Dieses Mal, musste sie ihre Begeisterung noch nicht einmal spielen. Das klang doch bedeutend spannender als Gebet und die Weisheit des Mentors.
So flackerte dezenter Schalk über ihr Gesicht. Die Freude über ein Spiel, das sich hier vielleicht anbahnen mochte. Der Gangrel bekam einen sachten Blick zugeworfen, der von einem seltsamen Verständnis sprach.

Statt allerdings großartig auf dieses "Geständnis" einzugehen, wandte sie ihren Blick wieder in die Nacht und stellte eine etwas seltsam anmutende Frage: "Sagt, Marco, wenn ihr jemanden bestehlen würde, der das aber weiß und dem ihr das Gestohlene danach zurückgeben würdet, würde Gott es immer noch verachten?"
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
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Lorenzo
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Re: [1004] Rausch der Freiheit[offen]

Beitrag von Lorenzo » Mo 12. Mär 2018, 17:49

Als Lorenzo dann das Gefühl hatte, dass es besser wäre die beiden alleine zu lassen, machte er einen kurzen Knicks vor Sousanna „Es war mir eine Freude euch wieder gesehen zu haben, ich werde noch dafür sorgen, dass Elena sofern sie nicht bei mir Nächtigen will sicher zuhause ankommt.“

Marko reichte er zum Abschied die Hand. Dann machte er sich mit seiner Bekanntschaft davon.
Er weinte Tränen, Tränen aus Blut
Die Wangen entlang bahnten sie sich Ihren Weg
Liefen das Kinn entlang um dann das Oberhemd mit Blut zu benetzen
Und ein Lachen so kalt wie Eis umrandete sein Gesicht
Es füllte den Raum wie ein Chor schaurigster Stimmen

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Marco
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Re: [1004] Rausch der Freiheit[offen]

Beitrag von Marco » Mi 21. Mär 2018, 15:47

"Nein, ich glaube nicht. Dann wäre es ja kein Verbrechen sondern schlichtweg ein Spiel.", meinte Marco und hatte so eine Ahnung was Sousanna vor hatte. In seiner Kindheit hatte er oft so etwas mit seiner Familie gemacht, zur Vorbereitung auf den Ernst des Lebens. Lorenzo schien sie dann alleine lassen zu wollen, was ihm nichts ausmachte.
Freundlich erwiederte er den Händedruck und sah dem Toreador dann noch kurz nach.

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Sousanna
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Re: [1004] Rausch der Freiheit[offen]

Beitrag von Sousanna » Fr 23. Mär 2018, 21:53

Sousanna hatte Lorenzo ein breites Lächeln zugeworfen und sie hatte anmutig vor ihm geknickst. "Dann treffen wir uns bald wieder.", hauchte sie und würde ihm noch in einer dezent aufreizenden Geste hinterherwinken.

Marco unterdessen bekam einen zuckersüßen Blick zugeworfen. Dass diese Frau offensichtlich überhaupt etwas mit Diebstahl zu tun hätte, schien wie ein winziges Weltwunder.
Leicht legte sich ihr Kopf schief und das Grinsen, das auf ihr Gesicht drang wie etwas, das durch eine Wasseroberfläche nach oben drang, war so schelmisch wie nie. "Und hin und wieder sind es die Spiele, die wie uns Lichter die Nacht erhellen?", fragte sie vergnügt.
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Re: [1004] Rausch der Freiheit[offen]

Beitrag von Lorenzo » Sa 24. Mär 2018, 00:22

Mit den Worten, "Es wäre mir eine Freude euch bald wieder zu sehen", machte sich Lorenzo mit seiner bezaubernden Begleitung davon. Das dezent aufreizende Winken erwiederte er mit einem Augenzwinkern, als ersich nochmals kurz umdrehte. Dann waren die beiden Turteltauben um eine der Häuserecken verschwunden.
Er weinte Tränen, Tränen aus Blut
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Liefen das Kinn entlang um dann das Oberhemd mit Blut zu benetzen
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Re: [1004] Rausch der Freiheit[offen]

Beitrag von Marco » Sa 24. Mär 2018, 14:57

Marco fragte sich wie viel Erfahrung Sousanna mit Diebstahl hatte. War sie auch in dieser Kunst ausgebildet worden? Es ließ sich nicht ausschließen und würde gut in das klischeehafte Bild der Ravnos passen. Ganz trauen tat er jedenfalls der unschuldigen Fassade nicht. Aber sie gefiel ihm so gut, dass er nicht weiter nachbohrte um mehr Geheimnisse ans sprichwörtliche Tageslicht zu bringen.

"Ich spiele nicht oft, aber für euch mache ich eine Ausnahme. Überhaupt habe ich nicht erwartet jemanden so Charmantes wie euch in dieser Stadt anzutreffen. Ihr weckt in mir eine Seite die ich dachte verloren, beziehungsweise aufgegeben zu haben", gestand Marco lächelnd.

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Re: [1004] Rausch der Freiheit[offen]

Beitrag von Sousanna » So 25. Mär 2018, 12:27

Es war, als ginge die Sonne auf. Nicht auf jene brennende Weise, die für alle Blutdiebe die endgültige Ruhe bedeutete, sondern ebenso strahlend, sanft und voller Wärme, wie sich wohl die Sonnenstrahlen über die Dächer ihrer Heimat stahlen, einer Stadt Leben einzuhauchen. Ebenso lebensgeistererweckend schien ihr Lächeln. Man mochte die Ravnos Diebe und Lügner nennen - doch vor allem schien wohl zu stimmen, was sie selbst über sich sagten - so sie einmal die Wahrheit sagten. Sie waren Spieler und Geschichtenerzähler. Und man schien dieser speziellen Tochter vom Blute der Wanderer keine größere Freude machen zu können, als sich auf ihre Spiele einzulassen.

"Oh, dann ist es mir eine noch größere Freude mit euch zu spielen.", strahlte sie und hatte sich wieder bei ihm untergehakt. Ganz zufällig schienen ihre duftenden Haare ihn zu streifen. "Es ist doch schade, solche Seiten abzulegen."
Schließlich wurde sie sogar etwas rot. Es war doch ein kleines Wunder, wie gut Sousanna die Menschen zu immitieren vermochte. Bescheiden schlug sie die Augen nieder und blickte unter langbewimperten Augen zu ihm empor. "Ihr schmeichelt mir.", hauchte sie. "Aber ich tue mein Bestes, jedem Neuankömmling das Gefühl des Willkommenseins zu geben. Es fehlt hier doch an Wärme."
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Re: [1004] Rausch der Freiheit[offen]

Beitrag von Marco » Fr 13. Apr 2018, 23:58

Marco schien es so als kitzelten Sousannas Haare ganz leicht seine Nase nachdem sie sich bei ihm untergehakt hatte. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte gelacht. "Ja... vielleicht schon. Ich habe mich zwar ganz einem höheren Ziel verschrieben, doch wäre es traurig mich dabei komplett zu verlieren. Und wollen wir nicht alle unsere Menschlichkeit erhalten? Womöglich laufe ich Gefahr von meinem eigentlichen Weg abzukommen, wenn ich mir nicht hin und wieder eine Auszeit gönne.", mutmaßte der junge Gangrel. Menschlichkeit schien Sousanna im Übermaß zu besitzen und Marco fand dies bewundernswert, besaßen doch nur wenige Kainskinder so einen Schatz, sofern dies nicht doch auch nur ein Spiel war. "Ja...Wärme spendet eigentlich nur noch Gott.", gestand er ihr.

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Re: [1004] Rausch der Freiheit[offen]

Beitrag von Sousanna » So 15. Apr 2018, 19:46

"Na seht ihr?", grinste ihn die Ravnos an und erneut lag solch überbordende Fröhlichkeit in ihrem Gesicht, dass man mit ihr lachen und über Wiesen tanzen wollte. Es lag das Strahlen der schönen Dinge, die niemand für Sünden halten konnte, darin. "Man muss sich erinnern, wie die Menschen leben, sonst wird man zu einer Bestie." Ein Augenaufschlag. Sie konnte gewiss keine Bestie sein. Vielleicht war das sogar ihr Geheimnis.

Schließlich aber gewann ihr Lächeln den Schmutz der Straßen. Langsam näherten sich Sousannas Lippen seinem Ohr und als verriete sie ihm gerade das Geheimnis ihrer Schönheit hauchte sie ihm beinahe kaum hörbar zu: "Ich hab etwas Schmuck an mir, versuch ihn mir zu stehlen, während wir uns unterhalten." Und mit einem Mal war sie wieder so weit von ihm weg gehuscht, als wäre ihr wieder eingefallen, dass es sich für Mann und Frau nicht ziemte, so nah beieinander zu stehen. "Also, werter Marco, wie gefällt euch diese Stadt bisher?"
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