[1004] Ein Zeichen der guten alten Zeit [Aelisea, Vergonzo]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Vergonzo Faro
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[1004] Ein Zeichen der guten alten Zeit [Aelisea, Vergonzo]

Beitrag von Vergonzo Faro » Mo 22. Jan 2018, 13:14

Mit Überraschung und dann folgender Freude juckste Vergonzo als er von der Nachricht erfuhr, das ein auswärtiger Nosferatu Genua besuchen kommen würde und er derjenige war, welcher ihn in Empfang nehmen konnte.
Seine hellblauen Augen glänzten wie damals als er ein Kind war und einen Apfel geschenkt bekam.
Waren das die ersten Anzeichen das die gute alte Zeit zurück kommen würde,...war es wahr?

Das Treffen war einige Tage vor dem Hofe geplant. Genau konnte man es nie sagen, und so verbrachte er zwar die Nacht zuvor alleine am Stadttor aber diese Nacht würde er eintreffen. Der Gast.
Und so war es auch. Die knapp 1,50m kleine bucklige Gestalt stand im Schatten der Nacht in der Nähe das Stadttores. Der Buckel bebte vorAufregung und seine wasserleichen blasse Haut war zum reißen gespannt.
Die Hände hinter seinem Rücken verschränkt wippte er langsam vor und zurück.
Er würde sie erkennen hieß, und natürlich war dem auch so.

Eine für Fremde Gestalt war zu sehen, andächtig ruhigen Schrittes, schritt sie näher, nah genug das er kurz ihr Antlitz erblicken konnte. Es war mehr ein Gefühl sicher zu sein, als das es sichtbare Fakten gab, dies war der neue Gast.
Also verließ er seinen sicheren Platz im Schatten und hinkte langsam freudestrahlend auf sie zu. Die Nachwehen des Krieges waren deutlich zu sehen und zu spüren, denn kaum einer der nicht musste, war dieser Nächte auf den Straßen unterwegs. So zeigte er sich in seiner ganzen abgöttisch schrecklichen Pracht. Das deformierte und gänzlich falsch proportionierte Gesicht, die aschfahlen, ehemals grünen Fransen alias Haare klebten auf der blassgrünen gespannten Kopfhaut, der Buckel, das Hinken, ein kleinwüchsiges Monster trat dem Gast entgegen und die hellblauen klaren Augen schauten freundlich als es kehlig sprach:
"Seid willkommen Verehrte," er verneigte sich respektvoll.
"Ihr müsst der angekündigte Gast sein, richtig?"
Voller Freude holte der die großen wulstigen Hände nach vorne und hielt diese vor seiner Brust.
Man soll bauen, als wollt man ewig leben, und leben, als sollt man morgen sterben.

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Re: [1004] Ein Zeichen der guten alten Zeit [Aelisea, Vergonzo]

Beitrag von Aelisea » Mo 22. Jan 2018, 14:20

Weit mehr als 30 Stunden Fußmarsch waren vergangen, seid Aelisea ihre sichere Zuflucht in Mailand verlassen hatte, um nach einem kurzen Gespräch mit Frederico in Richtung Genua zu wandern. Und da waren sie endlich, die Tore der Stadt, dort, wo sie erwartet werden sollte. Ihre Schritte waren langsam und bedächtig. Ihre Brandwunden auf der Haut schmerzten und rieben gegen den Stoff, so dass sie den Geruch ihres Blutes und verbrannter Haut wahrnehmen konnte. Aber nun hatte der Weg ein Ende und gerade als sie ihren Blick über die Stadtmauern gleiten ließ um zu sehen, was sie erwarten würde, löste sich eine Gestalt aus dem Schatten und kam auf sie zu.

Freundlich und zuvorkommend stellte der Baumeister der Stadt sich vor und Aelisea lächelte ihn an. Leicht zieht sie die Kapuze ihres Reisemantels zurück, damit er ihrer ansichtig werden konnte und ohne Scheu blicken ihre dunklen brauen Augen, die das Feuer verschont hatte, in das entstellte Gesicht ihres Gegenübers.
"Guten Abend der Herr. Mein Name ist Aelisea Visconti und so ihr Vergonzo Faro seid, bin ich wohl der Gast der euch angekündigt wurde."

Aeliseas Stimme ist klar und deutlich vernehmenbar, jedoch gleichzeitig ruhig und leie, so das nicht gleich jeder an dem Gespräch würde teilhaben können.
"Ich freue mich hier zu sein und eure Bekanntschaft machen zu dürfen."
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich (Psalm 23,4)

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Re: [1004] Ein Zeichen der guten alten Zeit [Aelisea, Vergonzo]

Beitrag von Vergonzo Faro » Mo 22. Jan 2018, 15:43

Als die Gestalt ihre wunderbare Scheußlichkeit präsentierte und somit noch vor ihren Worten, seine Hoffnung bejahte und erfüllte, gluckste er freudig auf wie ein Ledersack voller Wasser, den man unachtsam fallen ließ.
Er sah sich ihre Gestalt genau und neugierig an und hatte er grade versucht zu riechen?
Tatsächlich, eine Clansschwester im doppelten Sinne, mit geistlichen kannte er sich aus, man erkannte sie an ihrem stets demütigen und gepeinigten Gang. Über seine Gedanken musste er kichern und klang dabei trocken wie Holz das im Wind knarzte.

Er neigte den Kopf zum Gruße:" Famos! Seid willkommen in Genua verehrte Schwester im Blute, es ist mir ein Vergnügen und eine Augenweide euch begrüßen zu drüfen. Ich bin in der Tat, DER Vergonzo Faro, Erster Baumeister Genuas, Neugeborener der Nosferatu..." scheinbar um später keine falschen Schlüße zu zulassen ergänzte er," Kind des Pietro Bello da Sotto aus Parma."
Er ließ eine kurze Pause zum abspeichern des gehörten.
"Nun kommt, lasst uns noch ein Stück gehen, Genua ist zu dieser Zeit am schönsten, ...immernoch. Ich führe euch derweil ein wenig in die Gepflogenheiten der hier ansässigen von vielen gepriesenen Etikette ein und verschaffe euch einen kleinen Überblick über die eventuell wichtigsten Dinge."
Man hörte klar heraus das ihm die Etikette scheißegal war, aber dennoch war ihm klar das viele hier darauf großen Wert legten und er sah keinen Grund seine Clansschwester in ähnliche Fettnäpfchen laufen zu lassen, auch wenn sie nicht den Eindruck machte diese nicht umgehen zu können.

Er trat an ihre Seite um mit ihr weiter zu spazieren. Wieder laufen, Stoff der an offenem Fleisch scheuerte, davon wusste der Bucklige nichts, aber es schien als wolle er mehr von dem daraus resultierenden Geruch erhaschen.
Man soll bauen, als wollt man ewig leben, und leben, als sollt man morgen sterben.

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Re: [1004] Ein Zeichen der guten alten Zeit [Aelisea, Vergonzo]

Beitrag von Aelisea » Mi 24. Jan 2018, 09:49

Aelisea lauschten den Worten des kleinen, buckligen Mannes und ließ dabei die Kapuze ihres Mantels wieder über ihr Anlitz gleiten. Nicht dass sie in Sorge war, dass dies den Baumeister irgendwie anschrecken ode stören könnte, sondern ausschließlich um dem Wind weniger Angriffsfläche in ihrem Gesicht zu bieten. Mit einem angedeuteten Lächeln nickt sie, als Vergonzo vorschlägt einen kleinen Spaziegang durch die Stadt zu machen und es erfreut sie augenscheinlich, das er selbst so umsichtig den Vorschlag anbringt, ihr die Gepflogenheiten, wohl aber auch die Eigenheiten der Stadt näher zu bringen.

"Gerne werde ich mit euch durch die Stadt gehen, freue ich mich doch darauf, diese nun endlich kennen lernen zu können. Sie ist kleiner und sicherlich beschaulicher als Mailand und wird doch so viele Schönheiten zu bieten habe. Ihr als Baumeister habt da sicherlich eure Vorlieben." Für einen kurzen Moment schweigt sie, als sie ihren Weg beginnen, dann nimmt sie das Gespräch wieder auf.
"Vielleicht könnt ihr mir gleichzeitg auch die Gesellschaft der Stadt ein wenig näher bringen, so wir wichtige Häuser auf unserem Weg sehen. Soweit ich gehört habe, ist es allerlei junges Volk, dass sich in dieser Domäne niedergelassen hat."
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich (Psalm 23,4)

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Re: [1004] Ein Zeichen der guten alten Zeit [Aelisea, Vergonzo]

Beitrag von Vergonzo Faro » Fr 26. Jan 2018, 17:48

"Nun ihr habt recht, kleiner ist sie, dennoch wirkt sie von innen größer als es von außen den Anschein hat. Gerne zeige ich euch die ein oder andere Sehenswürdigkeit, doch der Krieg hat natürlich auch hier sein Gesicht der Zerstörung gezeigt."
Und so führte er sie an der Therme vorbei, das ehemalige Haus der Lüste war nachdem Gaius es übernommen hatte ein Haus der Entspannung geworden und nun,...naja vergangene Zeiten.
Domus Medicorum, das Haus der Heiler indem der nun verschwundene Gaius versuchte seiner Bestimmung nach zu kommen, wo es nun nur noch Seinfreda gab,...ein wichtiges Haus dessen Aufbau bereits unter Vergonzos Feder bald kommen würde.
Der Platz mit dem Janusstein, von dem aus man einen guten Blick auf das Bischofskastell hatte, dort wo vor einiger Zeit ein Kainit von Angelique und ihm gefunden wurde, Sirius.
Bei den notwendigen Gassen die sie kreuzten erklärte er zu welchem Stadtteil man dort kam, was es dort gab und wo es weiter hinführte.
Sie bekam Aelisea zumindest einen groben Überblick über die Aufteilung der Stadt und ein paar Einblicke in die Vergangenheit.
Ebenfalls schwärmte er ausschweifend über die Pläne der großen Kathedrale für die Prinzess die er bauen würde.

"Nun des weiteren kann ich euch sagen, das die meisten hier einen großen Wert auf die hiesige Etikette legen. Auch Personen von denen man nicht meinen würde sie würden sich darum scheren, sie sind meist die schlimmsten." er kicherte glucksend wie eine halb voller Wasserschlauch.
"Habt ihr bereits eine Unterkunft, Kontakte oder einen Plan um hier Fuß fassen zu können?" wollte er dann neugierig wissen, während er sie anlächelte und sein Gesicht in ihr Blickfeld schob.
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Re: [1004] Ein Zeichen der guten alten Zeit [Aelisea, Vergonzo]

Beitrag von Aelisea » Mo 29. Jan 2018, 13:18

Aelisea muss immer wieder lächeln während sie den Worten des buckligen Baumeisters lauscht. Er war augenscheinlich fasziniert von dem was er tat und er schien diese Stadt zu lieben. Besonders der Zeitpunkt als es darum ging über die Kathedrale zu reden, strahlte er quasi und so unterbrach Aelisea ihn kaum. Ab und zu nickte sie um Verständnis zu signalisieren oder auch tatsächeliches Interesse, aber ihr Steckenpferd war nicht zu verhehlen. Als sie das Domus Medicorum passieren ist Aelisea mehr als nur interessiert, auch in der Kainitin die die Leitung der Einrichtung übernommen hatte und sie scheute sich nicht Vergonzo nach dieser zu befragen.

Als ihr Rundgang sich fast dem Ende neigte, begann Vergonzo fragen zu stellen und für einen Moment schien es, als wäre Aelisea nicht sicher, was sie ihm berichten sollte. Schlußendlich entschied sie sich für die Wahrheit:
"Ich habe neben euch noch einen weiteren Kontakt in der Stadt und ich habe eine Aufgabe, die mir helfen wird Fuß zu fassen. Jedoch habe ich noch keine sichere Unterkunft, geschweige denn überhaupt einen Unterschlupf und ich hatte ein wenig darauf gehofft das ihr mir in dieser Hinsicht helfen könnt.
Selbstverständlich will ich niemandem zu nahe treten oder mich in dessen Domäne verirren und dadurch böses Blut heraufbeschwören. Gibt es einen Ort den ihr mir nennen könnt?"
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Re: [1004] Ein Zeichen der guten alten Zeit [Aelisea, Vergonzo]

Beitrag von Vergonzo Faro » Mo 5. Feb 2018, 22:58

"Nun jeder hier hat einen Auftrag wie es scheint. Und wenn er nur von sich selbst als Aufgabe oder Ziel ausgesucht wurde. Es freut mich das ihr bereits eine Grundlage habt auf der ihr aufbauen könnt. Das macht einen Anfang hier sicher leichter. Was die Unterkunft angeht, am besten führe ich euch nach Clavicula. Das ist die Domäne unseres Clanältesten Godeoc. Dort gibt es sichere Unterkünfte für uns. Zwar sind Dauergäste sicher nicht ganz so gerne gesehen, aber eine gute Basis erst mal zu tagen. Wäre das eine Option?"

Er schlug nun den Weg Richtung Genuas Jauchegrube ein, sicher würde sie sich dort sofort zu Hause fühlen.
Er lächelte freundlich und deutete ebenfalls in diese Richtung um zu signalisieren das Clavicula in diese Richtung liegt.
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