[1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

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Federico Augusto
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[1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

Beitrag von Federico Augusto » Do 11. Jan 2018, 19:49

Vor den Toren der großen Stadt lauerte das Gesindel, so sagte man. Räuber, Wegelagerer und Anwälte fanden sich dort in großer Zahl zusammen, um sich am Leben und der Arbeit der ehrlichen Leute fett zu fressen.
Am besten ginge man daher gar nicht aus dem Haus, erst recht nicht nach dem Untergang der Sonne. Wenn es dunkel wurde und alle anständigen Menschen ohnehin hinter den Toren der Stadt verschwunden waren.

Manchmal aber fand sich auch des Nachts noch eine einsame Seele vor den Toren der Stadt. Zumeist einer der besagten Taugenichtse.

Wie es sich mit der Kreatur verhielt, die an der Kreuzung direkt in Sichtweite des nordöstlichsten Stadttors verharrte, ließ sich auf die Entfernung schlecht sagen.
Sie war durchaus misstrauisch und schien viel Wert darauf zu legen, so wenig wie möglich sichtbar zu sein. In ihrem pechschwarzen Umhang kauerte sie in Gräben und neben Büschen, um nur rasch und leise durch das Mondlicht auf die andere Straßenseite zu huschen oder einen Hügel zu erklimmen, ehe sie dort wieder zu einem Häufchen zusammen sank und einen Felsbrocken oder einen Strauch imitierte.
Auch trug sie keine Fackel bei sich, die sie als einen anständigen Menschen ausgewiesen hätte.
Allerdings schien sie nicht viel mehr zu tun, als das Umland zu beobachten und sich eine Meinung darüber zu bilden.
Bislang zumindest.
Es besteht kein Grund, dass Ihr eure Hände beschmutzt, mein Herr. An meinen klebt genug Dreck für uns beide.

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: [1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 11. Jan 2018, 20:40

In der finsteren Nacht, von der Stadt her, näherte sich ein Licht.
Eine Fackel, getragen von einer dunklen Gestalt kam den Weg um das Dörfchen entlang und sie war nicht allein. Zwei weitere Personen begleiteten sie. Wohl keine Räuber, die sich so bemerkbar machten, doch wie gewöhnliche Bürger wirkten sie auch nicht.

Alle waren in dunkle weite Stoffe gehüllt, was sie kaum voneinander unterscheiden ließ, bis auf dass einer von ihnen etwas kleiner, doch dafür breiter war, als die anderen zwei. Kapuzen verdeckten ihre Köpfe und dunkle Masken ihre Gesichter.

Der Mann neben dem Fackelträger trug einen Speer, sonst waren sie nicht offensichtlich bewaffnet, aber vielleicht waren sie auch nur gut verborgen.
An der zweiten Kreuzung außerhalb des Dorfes blieben sie kurz stehen und der dritte im Bunde verließ die Gruppe, um zwischen den Häusern zu verschwinden, während die anderen aber nicht zurück blieben, sondern sodann nach und nach folgten. Die offensichtliche Gruppe zwar auflösten, aber doch nicht gänzlich allein unterwegs waren.
Der Fackelträger löschte die Fackel bevor er als letzter folgte.
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Re: [1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

Beitrag von Federico Augusto » Do 11. Jan 2018, 20:56

Die Gestalt musste zumindest das Licht der Fackel bemerkt haben, wie es von Richtung der Stadt her gekommen und sich den Weg entlang geschoben hatte. Sie hatte unterbrochen, was auch immer sie dort vor der Stadt getan hatte, und einen Augenblick dicht am Boden auf einer kleinen Anhöhe verharrt.

Sie musste das Licht wohl bemerkt haben, denn sie folgte als stiller, vielleicht unbemerkter, Vierter in der Gruppe. Sie war durchaus leise dabei, trat vorsichtig auf und hielt sich zumindest geduckt. Dann wieder aber war sie nicht so leise, dass niemand sie hätte hören können, wie sie über das vom Tau feuchte Gras schritt. Und nicht so unsichtbar, dass man ihre Silhouette vor dem Mond nicht hätte bemerken können.
In jedem Falle aber war sie wohl unsagbar neugierig.
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Re: [1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 11. Jan 2018, 21:59

Aufmerksam huschten die geschlitzten Augen hinter dem hölzernen Gesicht durch die Dunkelheit, besser als jeder Mensch es könnte, durchstriffen sie die Nacht und das feine Gehör des Geschöpfes der Nacht lauschte auf die Geräusche udn doch entging ihm die Verfolgung zu erst.
Zu erst war da nicht mehr als der Wind im Gras und zwischen den Gebäuden, das Knarren von Holz...doch kaum dass er das Dörfchen betreten hatte, waren da plötzlich mehr Schritte, die folgten. Mehr Paar Füße.
Augenblicklich drehte sich die verhüllte Gestalt um und blieb etwas gebeugt stehen, wie bereit zum Sprung, Kampf oder Flucht bereit. Vielleicht gab es doch auch unerwartete Beute.

Auch Cerb Doua, der als zweiter gefolgt war, hatte es bemerkt und blieb auf der Straße stehen, während er den Speer fester packte und in eine verteidigende Position ging, während er sich nach dem Urpsrung umschaute, aber sehr viel mehr Mühe hatte als sein Herr in der Dunkelheit zu sehen.

Der letzte Ghul hingegen, hatte gerade die Fackel gelöscht und muss von der plötzlichen stärkeren Finsternis um sich herum wohl irritert worden sein, so schaute er in die völlig entgegengesetzte Richtung und zog eine Axt unter seinem Umhang hervor.

Toma zischte die Ghule an um sie darauf aufmerksam zu machen und rollte mit den Augen, als er Urs sah.


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Auspex 1
Aufmerksamkeit+Wahrnehmung
Toma @Toma (Sam) rolled 23. (7 + 1 + 2 + 8 + 3 + 2 = 23) = 1 Erfolg
Cerb 2 @Toma (Sam) rolled 19. (5 + 2 + 7 + 5 = 19) = 1 Erfolg
Urs 1 @Toma (Sam) rolled 10. (1 + 3 + 2 + 4 = 10) = Patzer
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Re: [1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

Beitrag von Federico Augusto » Fr 12. Jan 2018, 10:14

Die Kreatur bemerkte im gleichen Augenblick die Nervosität der Verfolgten, wie die Verfolgten ihren Verfolger bemerkten.
In einer einzigen, nahtlosen Bewegung, glitt sie auf den Boden, wo sie weniger sichtbar wäre. Dicht an den feuchten Boden gedrückt, die Kapuze kaum mehr als eine Grasnarbe, der Buckel wenig mehr als ein Erdwurf, kroch sie umher.

Sie war schnell und geübt in solchen Übungen, wie es schien, denn sie wechselte rasch und lautlos ihre Stellung. Um das Feld herum, auf die andere Seite der Gruppe, wo sie sie von einer anderen Position aus beobachten konnte. Belauschen und begaffen konnte, wer sich dort befand.
Und was sie wollten.

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@Augusto (Paul) rolled 37. (10 + 7 + 5 + 6 + 4 + 5 = 37) (3 Erfolge)
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Re: [1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 12. Jan 2018, 20:41

Keiner rührte sich, alle sahen sich um, starrten in die Dunkelheit, suchend, nach einer Gestalt, einer Bewegung, doch sie sahen nichts.
Hatte er es sich nur eingebildet? Aber sie alle? War es vielleicht nur ein Tier gewesen so ungewöhnlich es auch war?
Nein, das würde er nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Der Tzimisce zischte seinen Ghulen noch einmal zu und winkte sie zu sich. Als der zweite bei ihm ankam, schlug er diesem gegen den Kopf, worauf der Ghul ein dumpfes Grunzen von sich gab und leise etwas sagte.
Dann hielten sie sich an eine Hauswand gedrückt und warteten dort angespannt, während sie die Umgebung beobachteten.


---------------------------------
@Toma (Sam) rolled 34. (9 + 2 + 4 + 4 + 5 + 10 = 34) = 3 Erfolge gegen 5 für Auspex 1
@Toma (Sam) rolled 27. (7 + 5 + 8 + 7 = 27) = 3 Erfolge gg. 6
@Toma (Sam) rolled 25. (8 + 5 + 4 + 8 = 25) = 2 Erfolge gg.6
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Re: [1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

Beitrag von Federico Augusto » So 14. Jan 2018, 09:56

Der Verfolger verharrte auf der Stelle, auf die er sich zur Sicherheit zurück gezogen hatte. Reglos harrte er auf der Erde, den Kopf flach auf die Seite gelegt, und starrte aus milchigen Augen in die Nacht.
Er war, wortwörtlich, tot umgefallen.

Während er dort lag und ihr Treiben an der Hauswand beobachtete, dachte er nach. Er wusste nicht recht, was von der Sache zu halten war. Mehr zufällig war er über sie gestolpert und mehr zufällig hatten sie ihn bemerkt. Was sie waren, ob Räuber, Bürger, Geister oder Dämonen, konnte er nicht wissen. Er konnte aber auch schlecht hinüber schlendern und sie fragen.
Sie waren jedenfalls schreckhaft - und das allein schien Grund genug für den Verfolger, sie noch eine Weile stumm zu beobachten.
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Re: [1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Fr 19. Jan 2018, 15:29

Auch die schreckhafte Gruppe verharrte still. Hielt sich in den Schatten des Hauses gedrückt, dessen Wand im Rücken und starrte in die Dunkelheit.
Die Ohren gespitzt...alle Sinne gesteigert und gespannt, lauschte der Tzimisce in die Nacht, doch kein Geräusch war mehr zu hören. Nichts außer das Rauschen des Windes im Gras.
Keine Schritte mehr. Vielleicht hatte er sie doch falsch zugeordnet...oder das was da war, blieb ebenso ruhig wie sie...

Eine ganze Zeit lang blieben sie so, beobachtend, suchend, doch es dämmerte dem Drachen schnell, dass es nichts brachte, wenn sich keiner bewegte oder es einfach dumm war, wenn dort nichts war. Er flüsterte seinen Mannen etwas zu und dann begannen sie sich auch zu bewegen. Sie teilten sich auf. Zwei lösten sich von der Hauswand und gingen Richtung Dorfmitte, während der letzte noch kurz zurückblieb und wartete.
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Re: [1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

Beitrag von Federico Augusto » Sa 20. Jan 2018, 09:29

Schweigen legte sich während dieser Minuten über das Versteck der Gestalt. Ein Schweigen, das so vollständig war, so undurchdringlich, dass selbst die Geräusche der Insekten und Vögel erstarben. Keine der Bewegungen der Kreatur löste ein Rascheln aus oder ein Knacken oder anderweitig verräterische Geräusche.

Und so löste sich die Gestalt in völliger Stille von ihrer Position. Dicht an den Boden gedrängt versuchte sie, um das kleine Dörflein herum zu kommen. Sie würde nur einer der Gruppen folgen können. Nur welcher?
Einerseits wollte sie nicht von der zweiten Gruppe überrascht werden, indem sie sich zwischen die Gruppen schob. Andererseits wollte sie nicht von jener ersten Gruppe überrascht werden, während sie ihre Aufmerksamkeit ganz auf die zweite richtete.
Sie beschloss schließlich, ihren Standort noch einmal zu wechseln und die zweite Gruppe im Auge zu behalten. Sie war eins mit der Dunkelheit - und könnte im Zweifelsfall immer noch fliehen.
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Re: [1004] Kerzenflackern [Toma] [Federico]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 25. Jan 2018, 08:37

Der einzelne Mann der da allein zurückgelassen wurde, verharrte ebenso ein paar kurze Minuten in denen er versuchte etwas in der Dunkelheit zu sehen. Seinem Herrn und dem anderen hinterher schaute und versuchte auszumachen ob ihnen jemand folgte.
Es tat sich nichts. Vielleicht weil er noch hier war…vielleicht auch nicht.
Wie angewiesen löste er sich dann auch nach einer Weile von der Wand und folgte den anderen beiden im Abstand nach, dabei darauf achtend, ob sich jemand nun an seine Fersen heften würde.
Ihm war sehr unwohl mit diesem Gefühl im Nacken, dem Gefühl beobachtet zu werden und nicht zu wissen woher oder ob es überhaupt real war.

Die andere Gruppe hatte sich derweil weiter bewegt und war bereits in der ungefähren Mitte des Dörfchens angekommen. Groß war es nicht, was es schnell durchquerbar machte. Abwartend, unsicher und bestimmt auch eine Spur zu paranoid standen die anderen beiden an einer Mauer die ein größeres steinernes Gebäude umschloss.
Bisher hatte es keinen Ruf gegeben, keinen Schrei der anzeigte, dass etwas seinen Diener attackiert hätte oder dieser etwas gesehen habe. Vielleicht war da tatsächlich nichts. Oder es war vorsichtig genug nichts Auffälliges zu tun.
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