[1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

[Januar '18]

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Lorenzo
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[1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

Beitrag von Lorenzo » Sa 6. Jan 2018, 12:02

Als Lorenzo in dieser Nacht erwachte, war die Luft welche durch den Raum strömte, mit etwas Schicksalshaften behaftet. Mit einer schwunghaften Bewegung verließ der den Sarg in welchen er den Tag verbracht hatte. Nachdem er in seine Klamotten geschlüpft war verließ der das Zimmer, weiches er im Alla Murra angemietet hatte, und machte sich auf in den Gastraum. Unten angekommen sah er sich nach Sousanna um. Den anwesenden Gästen nickte der Kainit nur kurz zu.
Er weinte Tränen, Tränen aus Blut
Die Wangen entlang bahnten sie sich Ihren Weg
Liefen das Kinn entlang um dann das Oberhemd mit Blut zu benetzen
Und ein Lachen so kalt wie Eis umrandete sein Gesicht
Es füllte den Raum wie ein Chor schaurigster Stimmen

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Sousanna
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Re: [1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

Beitrag von Sousanna » Sa 6. Jan 2018, 13:47

Die Herrin der Diebe, Täuschungen und des bunten Treibens war noch außer Haus. Nur ihr stets auf Kravall gebürsteter Geselle, Tiziano, war im Alla Murra zu sehen und genoss seinen Abend mit Wein, Prügeleien und Huren. Am liebsten natürlich alles gleichzeitig.
Einer der beiden Wirtsbrüder würde dem Gast ein wenig Eintopf oder Wein anbieten, sich aber rasch wieder dem Treiben zuwenden. Jene, die unter Sousannas Dienst waren, wussten zwar, dass sie heute Nacht etwas besonderes mit dem Fremden vorhatte, dass sie in Anspannung und Aufgekratztheit das Gasthaus nur früh am Abend kurz besucht hatte, doch was es war, wussten sie nicht.
War er nun einer ihrer Freunde, wie dieses kleine Mädchen oder der seltsame hohe Herr, mit dem sie stets nur Griechisch sprach? Oder war er ebenso verdammt, wie das kleine Mannsweib, das seit Neuestem Dinge für sie schrieb und das ihrer schönen Herrin offensichtlich schlimmes Unrecht angetan hatte, so harsch wie sie sie behandelte? Was blühte dem für ihren Geschmack etwas zu aufgeblasenem Herren? Niemand wusste es genau und diejenigen, die einige Vorbereitungen getroffen hatten, schwiegen sich darüber aus.
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
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Re: [1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

Beitrag von Lorenzo » Sa 6. Jan 2018, 19:19

Als er feststellte, dass Sousanna nicht hier war, seufzte Lorenzo leicht enttäuscht und nahm an einem der freien Tische Platz. Als einer der Beiden Wirtsbrüder kam, ließ er sich etwas Eintopf und Wein bringen, stocherte etwas lustlos im Teller herum und trank etwas Wein. Lorenzo beobachtete die Szenerie genauer und als der eine oder andere Blick bei Ihm landete und sobald er hinsah wieder die Köpfe wieder wegdrehten, musste er schmunzeln. So wartete Lorenzo ungeduldig bis Sie wieder hier sein würde. Immer wieder dachte er über das nach, was die beiden gesprochen hatten, und er konnte es kaum erwarten diesen Teil von sich, welcher Ihm immer wieder Schuldgefühle unter denen er so oft in letzter Zeit zu leiden hatte loszuwerden, denn dann so hoffte er, würde alles besser werden, würde er die Dunkelheit in sich Umarmen und Lieben können.
Er weinte Tränen, Tränen aus Blut
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Liefen das Kinn entlang um dann das Oberhemd mit Blut zu benetzen
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Re: [1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

Beitrag von Sousanna » So 7. Jan 2018, 11:43

Eine sachte, leichte Hand, legte sich unvermittelt in Lorenzos Nacken und liebkoste ihn. Offensichtlich gab es irgendwo einen Hintereingang. Und offensichtlich beliebte der schönen Lehrmeisterin zu scherzen. "Guten Abend, werter Herr", raunte sie leise und musterte ihn von oben herab. "Bist du bereit dafür, noch heute mit deiner Befreiung zu beginnen?" Ihr Tonfall war lockend. Rau und weich zugleich und vor allem aber trug er Verheißung mit sich. Verheißung auf Freude und Lüste...

So er zustimmen würde, würde die Schöne ihn anweisen, ihr zu folgen und ihn, begleitet von Tiziano, aus der Stadt heraus geleiten. Sie würden ihren Platz in den Ruinen beziehen, wo ihr treuer Begleiter einige Lämpchen auf umliegenden Steinen entfachte, weit genug, um nicht eines der beiden Monster unangenehm zu berühren und doch nah genug, um eine Art Bannkreis zu ziehen. Diese Geste verbunden mit den ernsten Mienen der beiden, ließ erahnen, das dieser Abend bedeutungsvoll war.
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Re: [1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

Beitrag von Lorenzo » Mo 8. Jan 2018, 15:06

Lorenzo zuckte einen kurzen Moment erschrocken zusammen, als er dann die Küsse, welche verführerisch, aber auf nur allzu bekannt für den jungen Kainiten waren, an seinem Nacken spürte, umspielte ein zufriedenes Lächeln sein Gesicht. Er drehte sich um, küsste die neu gewonnene Freundin zärtlich und fordernd zu gleich auf die Lippen, um sie im nächsten Moment unverblümt anzulächeln.

„Selbstverständlich bin ich bereit dazu, schließlich habe ich die halbe Ewigkeit, auf diesen Moment wartend verbracht.“ Lorenzo lächelte sie wie er es schon in der letzten Nacht schon öfters getan hatte zweideutig an. Es war etwas veruchtes und auch verführerisches in diesem Lächeln verborgen.

Willig folgte er dann seiner Lehrmeisterin nach draußen, um hinter einer der Häuserecken der Stadt, sein Frühstück den Körper verlassen zu lassen. Bei den Ruinen angekommen, warf er Sou einen fragenden und zugleich interessierten blick zu, und beobachtete wie Tiziano den Bannkreis um die beiden errichtete. Er konnte das verheißungsvolle, welches dieser Abend für Ihn bereit hielt, förmlich in der Luft riechen. Diese war immer noch wie Elektrisch aufgeladen, und vom Geruch des Verheißungsvollen geschwängert.
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Re: [1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

Beitrag von Sousanna » Mo 8. Jan 2018, 16:07

Der breite Wachund war hinter ihnen herspaziert. In einem Abstand, der zwar noch respektvoll war, aber doch auf subtile Weise eine leise Erinnerung daran war, dass Sousanna sein liebes Rehlein war - und dass sich dieser aufgeblasene Puter, der gewiss umfallen würde, sollte er ihn nur einmal anpusten, sich zu seinem Wohl besser zurückhielt mit seinem Getue.
Er war das, was man eindeutig ein Kind der Straße nennen konnte. Man sah Tiziano an, dass er wohl viele Dummheiten schon viel zu früh begangen hatte. Groß und kräftig war er und das einstmals wirklich hübsche Gesicht war von den vielen Grausamkeiten, die dem Anführer einer der mächtigsten Banden, auf seinem Weg zur Vorherrschaft widerfuhren, verunstaltet und hart geworden. Dennoch bedachte er die zierliche, junge Frau immer wieder mit so sanften Blicken, als wäre er in ihrer Gegenwart von einem geifernden Kettenhund zum zärtlichsten Schoßhund geworden.

Die Byzantinerin setzte sich während der Bannkreis entzündet wurde, auf einen der aus dem Erdboden emporragenden Steine und wies Lorenzo mit einer anmutigen Handbewegung an, sich ihr gegenüber zu setzen. Sie sprach erst nachdem sich ihr Ghul im Dreieck zu ihnen gesetzt hatte. Trug auch er eine Rolle in diesem Spiel? Zumindest wirkte er recht gefasst und in keinster Weise von irgendetwas, das nun geschah, überrascht.
"Um Freiheit zu erlangen, ist es wie in der Kirche.", erklärte Sousanna schließlich ernst und neigte sich leicht vor. Theatralik lag in ihrer Gestalt und ihre Stimme hatte etwas treibendes. Einen Ton, dem man antworten wollte. "Du wirst erst die Beichte ablegen müssen, um deine Seele zu befreien. Also, erzähl mir von dem Schlimmsten, das du je getan hast."
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Re: [1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

Beitrag von Lorenzo » Mo 8. Jan 2018, 16:49

Als Lorenzo die ''subtile'' Wahrnung des Köters, welcher hinter Ihnen herging warnahm, legte er Sousanna seinen Rechten Arm um und lächelte keck nach hinten. Der Blick, mit welchem dieser die Bezantntinerin betrachte, lies in innerllich aulachen, ja schien ihn regelrecht zu amüsieren.

Als Sie dann Platz nahm, und im nächsten Moment ihn dazu aufforderte, gegenüber von ihr Platz zu nehmen, tat er dies auf eine Art und weise, wie man es graziöser nicht hätte machen können. Als sich dann Tiziano zu Ihnen in den Kreis setzte, lächelte er diesen kurz, nur an um in nächsten Moment seiner Lehrmeisterin, seine ganze Aufmerksamkeit zu widmen.

„Nun meine schlimmste Sünde willst du von mir wissen,“ dabei blickte er Sousanna nachdenklich an. „Als ich damals in meiner Heimat, an einem Kinderheim vorbeiging, und mich der Hunger übermannte, hab ich jedes der dort Wohnenden Kindern leer getrunken. Die Vitae war so süß, als Krönung, war sie auch noch mit einem schuss Unschuld versetzt, ich glaube dieses Gefühl danach, als ich zu mir kam, dies werde ich nie vergessen.“ Dabei konnte man sehen, wie Lorenzo sein Gesicht von Reue gezeichnet in seinen Hände vergrub.
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Re: [1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

Beitrag von Sousanna » Mo 8. Jan 2018, 21:56

Der reudige Straßenhund zeigte nur ein zähneblitzendes Lächeln, das ungefähr so freundlich war wie ein Schlag ins Gesicht. Dieser arrogante Wicht konnte sich glücklich schätzen, dass Tizianos kleine Prinzessin sich bereit erklärt hatte, ihn zu unterrichten. Mit Händlern war sie schon immer viel zu nachsichtig gewesen. Wenigstens wusste er, dass der seltsame Kaufmann noch leiden würde - und dass sie beide ihren Spaß dabei haben würden. Auch wenn er nur auf einen Fehltritt dieses aufgeblasenen Gockels wartete. Einen einzigen Grund, ihm seine lächerlichen Blutsaugerzähne immer wieder aufs Neue auszuschlagen. Das war der Vorteil dieser Monster, die sich für so unangreifbar fühlten. Man konnte ihnen alles antun, nur um es immer und immer wieder zu tun. - Zumindest hatte ihm das das kleine Rehlein erzählt.

Sousanna hörte dem Toreador unterdessen ruhig zu. Ihre Miene ließ weder Abscheu noch irgendetwas anderes erahnen. Als er geendet hatte, schüttelte sie den Kopf und fuhr sich mit einer Hand übers Gesicht. Der Wachhund unterdessen konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. Armes Kerlchen.
"Und während des Trinkens", fragte Sousanna unterdessen ruhig. "War es da gut?"
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Re: [1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

Beitrag von Lorenzo » Di 9. Jan 2018, 16:15

Als Lorenzo den Kopf hob, und keinerlei Anklage in Ihrem Gesicht lesen konnte, atmete er tief durch und blickte Sousanna direkt ins Gesicht.

„Nun während des Trinkens, wie soll ich das Ausdrücken, ich fühlte mich wie ein Gott. Es war beflügelnd und ich hatte das Gefühl das ich nie damit aufhören kann, ja ich wollte es ja nicht einmal.“ Dabei schaute er ihr weiterhin in die Augen und wartete ab was Sie dazu zu sagen hatte.

Das Schoßhündchen, so hatte er den Begleiter mittlerweile getauft, würdigte er keines Blickes. Im Grunde war es Lorenzo egal, was dieser dachte. Er war nicht das erste Exemplar dieser Sorte Mensch das er traf, sie alle waren gleich, sie hielten sich für was besseres und dachten, dass man mit Muskeln alleine am besten weiter kommt. Ach wenn er nur wüsste wie daneben er damit lag, dachte sich Lorenzo. Denn der Kluge lässt für sich Kämpfen und benutzt genau solche degenerierten Exemplare wie dieses hier. Da ihm aber Sou wichtig war und er Sie tatsächlich, auch wenn er es nie direkt so zugeben würde, bis zu einem gewissen Grad ins Herz geschlossen hatte, lies er Ihn dumm schaun ohne dafür zu sorgen das er verschwinden würde, und zwar für immer.
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Re: [1004] Auf in den Sündenpfuhl [Sousanna]

Beitrag von Sousanna » Di 9. Jan 2018, 20:37

"Und dieses Gefühl als wärst du Gott", raunte die Sünderin. Ihre Stimme war kaum lauter als das Wispern des Windes zwischen den Ruinen. Ein sündiges Flüstern, das dazu anheizte, ihr alle Geheimnisse zu verraten. Je schmutziger und verdorbener, desto besser. "Wie war es? Beschreib es mir genau."
Ihr Oberkörper war leicht nach vorn geneigt, aufmerksam und scheinbar bereit, jederzeit loszupreschen und irgendetwas zu tun. Was auch immer dieses Etwas sein mochte.
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