[1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Il Canzoniere
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[1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Beitrag von Il Canzoniere » Fr 5. Jan 2018, 22:03

Nicht das es nicht kalt genug für Schnee gewesen wäre. Es lag nur einfach keiner.

In Mondenschein und Fackellicht drückte die Villa Illuminata ihre Silhouette in den Nachthimmel. Die Aura aus besseren Tagen haftete an ihr wie an wenigen anderen Gebäuden in der Region. Bildhaft und unterschwellig drückte sie den in der Realität behafteten Konsens aus, der die heutigen Nächte ergriffen hatte. Hier und da fanden sich einzelne Posten in dunkler, meist grauer Kleidung die alleine oder in kleinen Gruppen nicht nur das Anwesen sondern auch auf dem Hügel, auf dem es stand, Wache standen. Im frostigen Wind und ob des Fehlens der Sonne, eines wärmenden Feuers oder dicker Pelze mochte jeder von ihnen einer erbärmlichen Kälte ausgesetzt sein. Nichtsdestotrotz standen sie auf ihren Posten. Wer von dem schmalen Weg der hier hinaufführte aus sichtbar war, gar reglos, wie Helden aus einer Geschichte, Statuen aus einem Atelier oder Soldaten aus einem alten Ideal.

Besucher mochte es in dieser Nacht eine ganze Reihe geben. Dutzende Boten, Briefe und Nachrichten hatten die Villa in den vergangenen Monaten verlassen. Diener waren ein- und ausgegangen, hatten Vorbereitungen getroffen. Eine Versammlung vorbereitet. Nicht nur Genuesen hatten sich angekündigt. Auch zahlreiche Gäste wollten erscheinen. Es hieß Totila selbst würde der Versammlung beiwohnen. Um seine neuste Errungenschaft zu begutachten. Um sich einen Überblick zu verschaffen. Weil das Protokoll es verlangte. Es gab zahlreiche Theorien.

Diejenigen, die sich in dieser eisigen Nacht im Dezember hier hinauswagten, begrüßte eine eigenartige Stimmung. Düster und erhaben drückte die Kulisse etwas gänzlich anderes aus als auf der Versammlung vor einigen Jahren. Neben den starren Posten, dem ironisch schwachen Licht, dem frostigen Wind und dem wenig einladenden Tor an der Außenmauer der Villa, war auch der Ort der Versammlung selbst ein anderer. Den bekannten Weg vom Außentor hin zur weißen Villa der principessa bianca über den kleinen inneren Hof, durch das Portal der Villa ins Atrium waren zwar nur kleinere Veränderungen erkennbar die auch dem Lauf der Jahre zugeschrieben werden konnten, im Atrium hinter dem Eingang wurde es jedoch schon deutlicher. Die feinen Mosaike, die hier einst den Boden bedeckt hatten, waren glattem, dunkelgrauen Schiefer gewichen. Alle Säulen waren neu verputzt worden. Viel schlichter als zuvor. Das große Wasserbecken, in dem einmal Wasserrosen und bunte Fische zu sehen waren lag kristallklar - und leer - da.

Der Eingang zum großen Saal stand offen. Die Nischen in denen einst die Geschenke der Vasallen an ihre Majestät zu finden waren, lagen verwaist und leer da. Blickten wie die leeren Augen einer zurückgelassenen Heimat auf die vorbeiziehenden Unsterblichen. Der Saal selbst von ernüchternder Schlichtheit. Drei Throne. Links ein schlichter, schmaler, alter, hoher Stuhl aus dunklem Holz. Mittig ein kohlschwarzer Thron mit vor Hitze aufgeplatzter, verbrannter Oberfläche, welcher das leichte Aroma von Asche verströmte, Rechts der genuesische Löwenthron.

Nur Lucio Il Onnivorno war anwesend. Mit verschlossener Miene betrachtete er die Veränderungen in ihrem Haus. Weniger plauderhaft und ein deutlich erschöpfter als sonst begrüßte er die Gäste. Einen nach dem anderen.

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Ilario
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Re: [1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Beitrag von Ilario » Fr 5. Jan 2018, 23:50

Erstaunlich was drei Wochen strenger Klausur bei abgestandenem Blut auszurichten vermochten. Ilario war verändert, hatte sich wieder gefangen. Die Zeit der inneren Einkehr hatte geholfen, geholfen zu erkennen. Integrität.

Zögerlich war Ilario aus seiner Kammer getreten und hatte sich auf den Weg zum Ort der Versammlung begeben. Mit jedem Schritt gewann er an Entschlossenheit und Kraft. Wie auch beim Betreten der Villa Illuminata vor drei Wochen trug Ilario sein bestes Gewand. Eine mitternachtsschwarze Tunika, Saum und Kragen mit Silberfäden bestickt, Beinlinge, wildlederne Schuhe und selbst der Mantel welcher sich um die schmalen Schultern schloss waren von erlesenem Schwarz. Die Fiebel die ihn hielt wieder von lauterem Silber. Rasch richtete der Lasombra noch einmal seine Kleidung mit routinierten Griffen, dann betrat er den Saal und begrüßte mit einem Nicken und ein paar Worten den Allesfresser. Ilario sah sich um, er war wohl der Erste, und positionierte sich dann auf der rechten Seite des Saals. Nahe zum Löwenthron, aber auch nicht unangemessen nah. Dann begann das Warten.
Die Nächte lehren viel, was die Tage niemals wissen.
- persisches Sprichwort

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Livia
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Re: [1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Beitrag von Livia » Sa 6. Jan 2018, 01:04

Als einer der ersten Gäste erschien die schöne Livia. Noch nicht einmal Gast in der Domäne, kainitisch ebenso jugendlich wie menschlich... Geradezu unbedarft im Vergleich zu den kriegs- und verratsgestählten Veteranen der Nacht, die sich an diesem Abend andächtig in der Halle sammeln würden. Sich sammelten, um sich anschließend eine sicherlich kaum zu verfolgende Präsentation von Macht, Ohnmacht und Übermacht durch Monstren anzusehen, mit denen sie mehr nicht gemein hatten, als ihre geteilte und somit konkurrierende Leidenschaft für menschliches Blut, die Verachtung von göttlicher Sonne und reinigendem Feuer - wenn sie überhaupt noch durch menschliches Blut gesättigt wurden oder Sonne und Feuer fürchteten...

Aber Livia war sowieso bis zum Rande aufgeregt, völlig allein und ohne wahre Freunde, Verbündete oder zumindest Herren, vor einem fremden Prinzen zu stehen - wie albern, vor einer fremden Prinzessin zu stehen - das war eine unglaubliche Situation. Auch eine neue Situation.
Die Gedanken an all die anderen Monstren und Gefahren, die sich noch dazu in diesen Hallen sammeln wollte... wollte die junge Setitin gar nicht weiter verfolgen.

Auch sie war in ausgesprochen elegante Kleider gehüllt, italienischer Machart, weder aus den Schneidereien Genuas, noch aus Mailand, eher römischer Stil. Das wenig ausladende und wenig körperbetonte Oberkleid selbst basierte auf einem leicht hellen, fast glänzendem, Oliv - stark gefärbte Seide vermutlich. Das Unterkleid war dunkles Braun, doch mit einem zusätzlich bläulichen Faden in ein schimmerndes Licht getaucht. Ihren Arm zierte ein dünner goldener Oberarmreif, geschmückt mit einem Saphir. Ansonsten war der Schmuck eher schlichter Art, ein größerer Bronzering, güldene Ohrringe mit kleinsten Onixen, die aber kaum jemals zu sehen waren - meist waren sie Verborgen von den zusammengenommenen rötlich schimmernden Haaren des Fräuleins, die wiederum von einer weißen Haube mit Halbschleier verborgen waren. Livia trug dezenten aber sichtbaren Reichtum, aber in Details, die wohl nur noch die menschlicheren, jüngeren Kainiten interessieren würden. Andere gedachte, ja hoffte, sie nicht weiter auf sich aufmerksam zu machen, in dieser Nacht. Wie schön, dass so viele ältere, wichtigere, infameusere und schlicht schönere Kainiten und Frauen als sie anwesend sein würden. Hoffentlich zumindest...

Die Setitin kam allein, so war sie am sichersten. Nun schritt sie jedoch innerlich gänzlich unsicher in die Hallen, grüßte den alten Ghul der Prinzessin höflich lächelnd und schritt dann andächtig durch die Halle, bis sie in Ilarios Reichweite kam, den sie ebenso höflich mit einer tiefen Neigung des Hauptes und seiner Ansprache grüßte.
Für Livia war der Ort nicht pervertiert, er war sogar relativ normal, fast kindlich schlicht im Vergleich zur Pracht des ewigen Byzanz... aber es kam nicht auf die äußere Pracht an und im Vergleich zu ihr selbst, war dieser Ort von unendlicher Macht... Sie würde sich vor dem eintreffen der nächsten Gäste sicherlich fangen können und ein perfektes freundliches aber unauffälliges Lächeln auflegen. Vor Ilario war ihr das noch nicht ganz gelungen, er würde die andächtige Unsicherheit vermutlich wittern können... aber das war eben ein Preis, den man zahlen musste, wenn man früh an einem Ereignis teilhaben wollte...

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Amalia
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Re: [1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Beitrag von Amalia » Sa 6. Jan 2018, 10:27

Dunkelheit erhob sich und das Blut des Himmels – Das Abendrot – war schon lange verschwunden als Amalia erwachte. Lächelnd hatte die Einladung entgegengenommen und wollte nun nicht die Schande der Unpünktlichkeit auf sich nehmen. Aus ihrem bescheidenen Repertoire aus Kleidungsstücken wählte die Zweigesichtige das schöne aus, welches Sousanna ihr besorgt hatte. Lächelnd fuhr sie mit Hand über dunklen, feinen und teuren Stoff, ehe sie es sich anlegte. Das Kleid war im traditionellen Albanischen Stil gehalten und erinnerte sie an eines von Elisabetas Kleidern, eines, welches ihre Mutter immer trug, wenn sie gerade bei ihrem Prinzen war. Amalia legte in dieser Nacht besonders viel wert auf ihre schöne Seite und so lies sie sich Zeit, als sie die Ränder ihres saphirblauen Auges mit schwarz betonte und die Lippen in einem rot färbte, ähnlich rot wie der Saft des Lebens. Ihr Haar wurde gekämmt und zu einem schönen Zopf gebunden, und sogar eine kleine Blume fand Platz in dem tiefen schwarz. Um den Hals trug sie einen Rosenkranz, jenen Rosenkranz, welchen sie von Gaius bekam, als beide Furfur aufsuchten.

Amalia blickte freudig in den Spiegel und machte sich dann ruhigen Schrittes auf den Weg. Während sie langsam aber sicher der Villa Iluminata näherkam, summte sie ein altes albanisches Lied, welches sie häufiger hörte, als sie noch nicht zu dem Monster wurde, welches sie heute ist.

Bei der Villa angekommen wurde sie von dem Ghul in Empfang genommen, welchen sie freundlich und höflich begrüßte. Sie staunte, als sie die Halle sah, war es ihr bisher immer verwehrt geblieben solche Gebäude von innen zu sehen. Sie sog die Atmosphäre in sich auf und vor erstaunen blieb sie einen Moment stehen, um alles sehen zu können.

Als sie Ilario sah, neigte sie höflich den Kopf, das gleiche tat sie auch bei der Setitin, wobei sie letzterer noch ein freundliches Lächeln zuwarf. Amalia selbst stellte sich zu einer der Wände, wobei sie durchgängig den Eingang im Auge behielt voller Spannung, wer noch kommen würde. Weiter summte sie jenes Lied aus Kindertagen.
"Ich kann deine Angst fühlen Mensch. Sie ist spürbar gegenwärtig. Ich kann mit den Fingern darüberstreichen und ihr krankes Aroma schmecken. Ist dieses Entsetzen Nährboden für Hass, dann lass mich daran laben und dich dabei völlig auslöschen."

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Lorenzo
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Re: [1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Beitrag von Lorenzo » Sa 6. Jan 2018, 11:12

Als Lorenzo in dieser Nacht im Alla Murra erwachte, konnte man deutlich sehen, wie nervös er wegen dem bevorstehenden Besuch, in der Villa Illuminata war. Er sprang förmlich aus seinem Sarg, ging zu seinem Reisegepäck holte ein paar schwarze Lederschuhe, das beste paar Schuhe das er besaß heraus,
dazu wählte er ein weißes Leinenhemd und eine schwarzes Sakko und eine Schwarze Leinenhose.

Normalerweise trägt Lorenzo diese Kleidung nur bei besonders wichtigen Vertragsabschlüssen, aber dieser Besuch der über seine Zukunft in Genua entschloss war noch viel wichtiger, als ein solcher schnöder Vertragsabschluss.

Als er sich angezogen hatte ging er zu seiner ''Familie'' und verabschiedete sich von seiner Frau Sofia, dabei fuhr er Ihr durch das lange blonde Haar und gab ihr einen zärtlichen Kuss.

Lorenzo war regelrecht von dem Farbenspiel des Nachthimmels fasziniert, und wie sich dann die Silhouette der Villa in den Nachthimmel emporstreckte rundete das Gesamtbild nochmals ab.

Den Wachen nickte er respektvoll zu. Als er dann den Saal betreten hatten, begrüßte Lorenzo jene die schon vor Ihm da waren, mit einem kurzen nicken. Dann stellte er sich an eine der Wände, wo noch keiner war und lies das ganze Ambiente auf sich wirken.

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: [1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Sa 6. Jan 2018, 12:36

Auch der Tzimisce hatte sich in dieser Nacht auf den Weg zur Villa gemacht. So wie vermutlich alle Kainiten der Domäne. Er war gespannt wer alles da war. Wer an Neuankömmlingen und wer vielleicht nicht mehr dabei sein konnte.

Die Gruppe maskierter, die sich der Villa näherte bestand aus fünf Gestalten. Alle trugen die Kapuzen ihrer Umhänge auf den Köpfen und Masken aus hellem Olivenholz verdeckte ihre Gesichter. Zwei waren größer als die anderen. Eine der restlichen etwas kleiner und schmaler. Zwei trugen scheinbar Frauenkleidung. Zumindest wallte dunkler bodenlanger Saum unter der Überbekleidung hervor.
Drei trugen Speere, die anderen beiden waren unbewaffnet.

Die Wachdiener wurden außerhalb der Villa abgestellt, während Martha ihrem Herren bis ins Atrium folgte, wo er seine Ausgehkleidung ablegte und seiner Dienerin in die Hand drückte.
Diese zog sich ebenso die Kapuze vom Kopf, nur um darunter ein weisses Schleiertuch zu tragen, das ihr Haar weiterhin verdeckte.
Als Toma die Eingangshalle betrat, grüßte er den Allesfresser mit einem Nicken und erkundigte sich wo die Ghule abgestellt werden sollten, falls sie nicht hinein dürften.

Je nachdem würde Martha ihm folgen oder außerhalb des Versammlungsraumes warten.

Der Drache, der den bereits Anwesenden nun entgegen kam, hatte sich verändert! Erneut.
Kaum zu übersehen war der exotische Kopfschmuck, den er zur Schau trug und es stellte sich die Frage ob es wirklich ein Teil von ihm war oder nur aufgesetzt?
Einer Art Geweih, Hörner oder Krone gleich zogen sich knöcherne Rundungen und Zacken über die Seiten seines Schädels und schien teilweise mit dem schwarzen Haar verwoben.
Neben diesem auffälligen Schmuck zierte auch ein dunkler Verlauf seine Haut, der sich von seinen Seiten her symmetrisch über seinen Körper zog. Nicht nur im Gesicht, auch an den nackten Armen und dem schmalen Streifen Brust, der unter dem Ausschnitt seiner Tunika oder Kleides sichtbar war, konnte man die dunkel-violette Farbe sehen. Die spitzen Ohren waren länger und gezackter geworden und die gelben Augen hatten einen orangenen Schimmer dazubekommen.
Geblieben waren die Knochenspitzen, die nun noch kontrastreicher aus der dunklen Haut herausstachen. Ebenso das Knochengerüst an den Beinen war geblieben.
Als Kleidung trug er eine Art bodenlange Tunika oder Kleid, so dunkler Farbe, dass es schwarz aber auch dunkelblau hätte sein können. Es war an den Seiten geschlitzt und besaß keine Ärmel, was den Blick auf viel nackte Haut freigab, auch seine Füße waren unbeschuht.

Höflich grüßend nickte er jedem der Anwesenden zu und ging dann dazu über sich die veränderte Inneneinrichtung anzusehen.
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

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Sousanna
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Re: [1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Beitrag von Sousanna » Sa 6. Jan 2018, 12:55

Es war eine Nacht, die sie gefürchtet und herbeigesehnt hatte. Eine, in der sich alles entscheiden würde. Würfel würden fallen und ob sie einer der Herrinnen des Würfelspiels heute Nacht gewogen waren oder nicht, musste sich erst herausstellen.
Sie hatte sich lange Zeit genommen, sich für die heutige Nacht herauszuputzen. Die züchtige und doch prachtvolle Tracht der goldenen Stadt kleidete sie, verhüllte und umschmeichelte ihre Schönheit gleichermaßen. Kunstvolle Linien aus Kohle umrahmten die dunklen Augen, machten ihren Blick noch intensiver, unterstrichen die Sanftmut und Unschuld darin. Die sonst so widerspenstigen Locken schlangen sich in weichen Flechten zu einem Kranz um ihr Haupt, wurden von einem Schleier dezent bedeckt, der sich sanften Wellen gleich über ihre Schultern schmiegte. Die Seide war teuer gewesen und strahlte den sanften Glanz ihrer Heimat aus und doch umgab ihre Gestalt eine tiefe Ruhe und Schlichtheit. Sie überstrahlte nichts, sondern schmeichelte schlicht jedem Auge, das zufällig auf sie traf.

In dieser Nacht war es der Hauptmann von Raveccas Wache, der sie begleitete, nicht ihr abgerissener Wachhund. Wohl Zeichen ihrer Macht über jenes Viertel, dessen Senatorin sie übergangsweise geworden war. Vielleicht auch die gesunde Paranoia bei einem Treffen derart vieler Kinder der Nacht.
Auch Caspar, ihr Vater im Blute, schritt an ihrer Seite. Würdevoll, mächtig und doch auf seine Weise noch immer gelassen. Seine Nähe war es, die die Ravnos ruhig werden ließ, die sie dazu brachte, sogar lächeln zu können.
Respektvoll wurde der Ghul der weißen Prinzessin begrüßt, ehe sie auch die bereits anwesenden Söhne und Töchter Kains grüßte, mit den einen oder anderen plauderte und letztendlich, ihren Platz in der Nähe des Schattens einnahm. Nahe und doch in achtungsvollem Abstand zu den Thronen. Etwas weiter fort als der Vasall und Liebling der Prinzessin, Ilario, so dass sie nicht bedrängend oder unmäßig wirkte und dennoch nahe, in Treue der Höchsten der Stadt verbunden.

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Angelique
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Re: [1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Beitrag von Angelique » Sa 6. Jan 2018, 15:18

Angelique war natürlich längst da, hatte sich den Wachen vorgestellt, blieb aber unendeckt im Hintergrund. So konnte sie in aller Ruhe beobachten, wer mit wem redete, wer sich symbolisch wohin stellte und wer an neuen Gesichtern auftauchte.
Sie wollte unvoreingenommen sehen, welche Planeten welche Monde an sich zogen und welchen Platz Aurore in diesem Bild haben würde - noch heliozentrisch oder würde es einen gewichtigeren Planeten im Zentrum geben.

Angelique blieb der kleine Zwergplanet mit der exzentrischen Umlaufbahn,unsichtbar, unvorhersehbar, aber trotzdem um Aurore kreisend.

Manche der anderen drehten ihr den atrophierten Magen um. Der dämonische Toma und die wie aus einem Lied Brimirs entsprungene nordische Unterweltsgötze Amalia,

Wenn sie sich enttarnen würde, auch unauffällig natürlich, würde sie unscheinbar sein, selbst wenn sie unter dem Pilgerumhang ihr buntes Mi-Parti trug. Sie wollte weder Aurore, deren Stilwechsel ihr nicht verborgen blieb, noch einen der neuen Mächte verärgern durch eitles Auffallen.

Würde Aurore kommen, würde sie vor ihr demütig knien.
"I'm a mighty thesaurus! Rawr!"

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Titus
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Re: [1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Beitrag von Titus » So 7. Jan 2018, 22:31

Die Düsternis der Villa passte zu der düsteren Stimmung des Kappadozianers, der ebenfalls in dieser Nacht zu Gast auf der Hofhaltung der Principessa Bianca war.

Sein massiger und beinahe übermenschlich muskulärer Körper war in feingewebte Wolle gekleidet. Seine Stiefel waren mit Fett zum glänzen gebracht worden und die beschlagenen Sohlen hallten mit jedem Schritt auf dem schiefernen Boden durch die beinahe leeren Hallen. Der geschwärzte Lederwams, in dem sein Oberkörper steckte, war mit zahlreichen silbrigen Ziernieten versehen, die allesamt christliche Symbole zeigten. Sein allseits bekannter Rosenkranz hängte um seinen Hals, genau wie das silberne Kreuz, dass deutlich auf der schwarzen Brust blitzte.

Das Gesicht war in der übliuchen düsteren Ernsthaftigkeit eingefrohren. Die Haut ungesund weiß, welche durch das spärliche Licht noch weiter verstärkt wurde.

Den alten Blutsdiener der Prinzessin begrüßte er mit einem knappen nicken, bevor er den Saal betrat. Von den bereits anwesenden begrüßte er lediglich Ilario, Toma und Sousanna mit einem kurzen Wortwechsel, alle anderen bedachte er mit einem knappen Nicken, bevor er sich in der Nähe der Throne mit seiner Säule im Rücken positionierte und die weiteren Ankommenden beobachtete.
Todesqualen, Gott, jedem Ketzer, den ich sehe
Denn dein Wille geschehe
und ungebeugt, bis zum jüngsten Gericht
tu ich gottergeben meine Pflicht

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Vergonzo Faro
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Re: [1004] I principi di Genova [Alle, Versammlung]

Beitrag von Vergonzo Faro » Mo 8. Jan 2018, 09:29

Ungesehen und verborgen durch die Macht seines Blutes schritt der bucklige Schreckensbaumeister Genuas zur Villa, hinkend und langsam.
In seinem alten dunkelgrünen Umhang mit Kaputze bekleidet schützte er sich vor dem kalten Wind.

Dort angekommen blutete sein Herz vor Schmerz beim Anblick der trostlosen Veränderungen des einst so prächtigen Saals. Wo waren die architektonischen Zeichen der Macht und Ewigkeit geblieben? Wo die persönliche Note der Prinzess? Nichts von der Architektur als Kunst in der man lebte war geblieben. Erschüttert blieb er in der Mitte und drehte sich, ehe er stehen blieb und eine blutige Träne über diesen Verlust verlor.

Erst dann versuchte er sich abzulenken und suchte die hier Anwesenden Gesichter ab. Ein begrüßen ergab keinen Sinn, denn keiner konnte ihn bemerken...wie so oft blieb es dabei und er verdunkelt, darauf wartend was diese Versammlung ihnen allen bringen würde.
Man soll bauen, als wollt man ewig leben, und leben, als sollt man morgen sterben.

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