[1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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[1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Beitrag von Ilario » Fr 5. Jan 2018, 13:43

San Nazaret, einige Wochen nach Beendigung der Kampfhandlungen. Der Wind trug den Gestank der auf den Klippen verwesenden Toten bis in die Stadt. Still lag das Innere der Kirche da, der Priester schlief sicher und erschöpft von der Mühsal des Tages in seinem Bett. In dem lediglich vom Schein zweier kleiner Kerzen erhellten Gotteshaus kniete die dunkle gewandete Gestalt Ilarios und flüsterte ein lateinisches Gebet.

Er hatte wahrlich allen Grund dazu, war der Schatten doch bis ins Mark erschüttert aus den Nebeln des Krieges zurückgekehrt. Man musste nicht der Via Caeli folgen um bisweilen Kraft im Gebet zu finden. Ilario bat um Vergebung die ihm vielleicht niemals zuteil werden würde. Dann erhob er sich, die Gestalt straffte sich. Es kam daruf an wie man lebte oder unlebte, nicht auf das was man hoffte.
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Re: [1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Beitrag von Titus » Fr 5. Jan 2018, 15:11

Es waren die Schritter in schweren Stiefeln gekleideter Füße, die die andächtige Stille dieses Ortes brachen. Der Liktor von Genua war in eine Kettenrüstung gehüllt, die über einem Lederwams und dichter schwarzer Wolle lag. Der massige Körper bewegte sich mit einer stoischen Ruhe, die der Aufregung vor einigen Wochen in der Stadt Lügen strafte. Sein totenbleiches Gesicht war unter einen weiten schweren Wollkapuze verborgen und nur das weiße Kinn und die weiße Nasenspitze lugten aus dem Schatten hervor.

Sein Großschwert, fast so groß wie ein Mann, war auf seinen Rücken geschnallt. Gepflegt und gehütet wie seine eigenen Arme.

Schon hatte er seine Hand in Richtung des Weihwasserbeckens ausgestreckt, doch hielt er inne, als er die Gestalt des Schattenspielers in der Kirche bemerkte. Seine Stirn legte sich in Falten und seine Hand zog er zurück, als er dann Ilario mit seiner tiefen Stimme begrüßte.


"Gott mit Euch...werter Ilario."
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Re: [1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Beitrag von Ilario » Fr 5. Jan 2018, 15:48

Langsam drehte Ilario sich um und blickte dem sich nähernden Kainiten entgegen. Der Blick seiner meergrauen Augen blieb kurz an dem gewaltigen Schwert hängen, fast schein es unmöglich dass ein Mann diese Klinge führen könnte. Dann nickte er dem Kappadozianer respektvoll zu.

"Gott auch mit euch werter Titus. Es tut gut euch wohlauf zu sehen. Ihre höchstverehrte Majestät braucht dieser Tage ihre getreuen Vasallen mehr denn je. Doch verzeiht, ich möchte euch nicht vom Gebet abhalten, wenn ihr jedoch im Anschluss Interesse an einem Gespräch habt so warte ich draußen vor der Kirche auf euch."

Dass dem Lasombra an einem solchen Gespräch gelegen war nicht schwer zu erahnen, um so interessierter erwartete er Titus Antwort.
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Re: [1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Beitrag von Titus » So 7. Jan 2018, 22:44

Titus Blick ging zunächst an Ilario vorbei in RIchtung des Altars, dann legte sich sein Blick wieder in die Augen des Lasombras.

"Ich denke, dass ein Gespräch mit Euch durchaus von Interesse ist. So Ihr denn gewillt seid auf mich zu warten, so werde ich Euch nach meinem Gebet zur Verfügung stehen."

Damit wandte er sich wieder dem Altar zu und ließ sich vor diesem auf beiden Knien nieder. Mit einem tausende Male geübten Griff zog er seinen Rosenkranz vom Kopf und begann sein Gebet mit einem leisen lateinischen Gemurmel. Ilario musste etwa zwanzig Minuten warten, bis Titus wieder aus der Eingangstür herraus trat. Das Gesicht war unter der Kapuze verhüllt und in gewisser hinsicht wirkte Titus erleichtert, als er sich Ilario zuwandte.

"Wie ist es Euch wärend des Krieges ergangen?"

Begann er das GEspräch.
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Re: [1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Beitrag von Ilario » Mo 8. Jan 2018, 08:32

Ilario liess den Liktor allein, allein mit seinen Gebeten, im Gotteshaus zurück. Draußen sah er sich um, aber Marco wäre sicher noch nicht zurück. Unnötigerweise sog der Lasombra die Luft ein die den Gestank des Todes von den Klippen herüber trug. Sollte sein Diener nicht ausrichten können... Nun vielleicht wäre es besser er selbst würde sich darum kümmern. Es wäre schade den jungen Geistlichen an eine Seuche zu verlieren. Ilarios eigene Wurzeln bildeten noch immer die Grundlage für eine gewisse Achtung gegenüber der Kirche.

Als Titus auf ihn zutrat nahm Ilario dessen Erleichterung wohl wahr. Fand aber nichts ungewöhnlich daran, der gottesfürchtige Todesritter tat vielleicht Buße. Etwas das dem Lasombra ebenfalls nicht fremd war in jenen Nächten. Wenn er selbst auch keine Buße im Gebet suchte.


"Der Krieg war sehr... aufreibend. Ohne zu wissen was mir unserer höchstverehrten Lehnsherrin war, waren die Optionen begrenzt. Ich schätze wir alle haben Verluste erlitten in diesem elenden Krieg und glücklich sind die deren Verlust nur weltlicher Natur ist.
Aber genug davon, was ist mit euch? Wie ist es euch ergangen?"
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Re: [1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Beitrag von Titus » Mo 8. Jan 2018, 16:27

"Persönlich habe ich mich erst bei der Rückeroberung der Stadt an den Kämpfen beteiligt, um die teuflischen Sarazenen blutend in das Meer zurück zuwerfen. Vorher habe ich mit den von Gaius zurückgelassenen Martinskriegern versucht das Umland von plündernden Banden der Eroberer zu schützen. Jedoch schienen sie bis auf ein paar Versuche kein großes Interesse am Umland zu haben. Schließlich, nachdem ihre hochverehrte Majestät wieder auf den Plan trat, begleitete ich sie in das Lager der Mailänder, um zu erfahren, dass Gaius sich in der Gewalt eben jener befindet."

Aus der sonst so stoischen und emotionslosen Stimme des Kappadozianers konnte man ein gewisses Bedauern heraushören.

"Und nun ist Genua ein Vasall Mailands und wir müssen uns gegen eine einflussnahme des ungeliebten Lehnsherren wappnen.
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Re: [1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Beitrag von Ilario » Mo 8. Jan 2018, 17:57

So etwas wie Zustimmung zeichnete sich ab. Titus hatte die Sarazenen bekämpft, etwas das Ilario an der Porta Soprana ebenfalls getan hatte. Seltsam eigentlich, dass das Blut der Sarazenen genauso geschmeckt hatte wie das der Kollaborateure. Die aufkeimende Zustimmung Ilarios fand ihre Entsprechung dann in einem Nicken.

"Ja, es gilt den ungewollten Einfluss einzudämmen. Zumindest im Inneren der Domäne Genua sollten es die geschworenen Vasallen Genuas sein die dafür Sorge tragen. Dafür wird es von Nöten sein, dass wir, die Vasallen ihrer höchstverehrten Majestät, zusammenstehen. Seht ihr das genauso werter Titus?"

Gaius Verschwinden schien Ilario nicht weiter zu berühren, zwar hätte Genua in diesen Tagen einen weiteren treuen Vasallen gut gebrauchen können, aber andererseits war der Salubri auch ziemlich schwierig im Umgang gewesen. Persönlich vermisste er ihn jedenfalls nicht. Erstmal war Ilario wichtiger die Domäne weitestgehend vor gierigen Mailändern zu sichern.
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Re: [1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Beitrag von Titus » Di 9. Jan 2018, 17:41

Titus Miene blieb unbewegt, doch hintre der Stirn löste sich der ein oder andere Gefdanke. Schließlich nickte Titus zustimmend.

"Auch ich hatte ähnliche Gedanken, denn derzeitige Instabilität sollte kein Einfallsor für unerwünschte Mächte sein. Ich sehe das wie Ihr...hatte bereits schon ähnliche Gedanken. Könnt Ihr absehen, was der Mondsenat diesbezüglich entscheiden wird?"

Man konnte ein wenig spüren, dass das politische Parkett für Titus ungewohnt war, doch schien er mehr als bereit zu sein, dieses zu betreten.
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Re: [1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Beitrag von Ilario » Di 9. Jan 2018, 18:55

"Ehrlich gesagt ist mein Status im Mondsenat derzeit unsicher. Je nachdem wen man fragt. Daher handle ich derzeit als stiller Beisitzer und warte darauf dass sich der Wille ihrer höchstverehrten Majestät offenbart.
Der Großteil des Senats ist gewillt klare Kante zu zeigen was die Unterscheidung in Rechten wie Pflichten von Vasallen Genuas und Gästen betrifft. Ich schätze allerdings Mailand wird uns das eine oder andere aufzwingen wollen. Und unsere Lehnsherrin wird Zugeständnisse machen müssen. Umso mehr müssen wir Vasallen dann zusammenstehen."


Nachdenklich betrachtete er Titus, bisher hatte Ilario nichts schlechtes von ihm gehört.


"Seit längerem spiele ich mit dem Gedanken deswegen eine Versammlung der Vasallen Genuas zu organisieren, der verlässlichen Getreten."
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Re: [1004] Im Schatten des Kreuzes [Titus, Ilario]

Beitrag von Titus » Mi 10. Jan 2018, 15:10

"Spannend zu erfahren wen Ihr unter diese zählt..."

Titus hob eine Augenbraue.

"Aber ich gebe Euch recht, dass wir zusammenstehen müssen. Wobei wir beachten sollten, ihre höchtverehrte Majestät selbst ist nun eine Vasallin von Mailand. Ich gehe davon aus, dass sie zu ihrem Schwur stehen wird."

Titus schien einen Augenblick zu überlegen.

"Ich persönlich habe erste Schritte unternommen Einfluss in der Sistiere Broglio zu sichern. Da Melissa seid graumer Zeit verschwunden und ncht aufzufinden ist, möchte ich Ihren Sitz im Mondsenat übernehmen und der Domäne so mehr Stabilität verleihen. Ich wüsste gerne, was Ihr davon haltet..."

Dabei sah Titus den Lasombra forschend an.
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