Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Re: Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Beitrag von Ajax » Mo 8. Jan 2018, 16:52

Als sie über ihre Linie sprach nickte er leicht, und seine Haltung sprach davon, dass er wohl wisse was die Linie war, jedoch nicht das sie aus dieser entsprang.

"Sagen wir es so...der verehrte Mattia Bragadin ist nicht unbedingt als jemand für mich in Erinnerung geblieben, der andere Kainiten wahrlich in seine Pläne miteinbezieht. Vielleicht wusste er es von Ramon... aber genaueres Wissen habe ich nicht. Die Feindschaft zwischen Ventrue und Brujah under ewige Hass der sich seit Karthago durch unser Blut zieht ist mir leidlich fremd. Die griechischen Brujah und vor allem jene aus Konstantinopel sind in dieser Hinsicht nicht sonderlich nachtragend. Eben und vor allem deswegen weil Rom das gleiche Schicksal ereilt hat wie Karthago damals und wie es irgendwann wahrscheinlich auch Konstantinopel erreilen wird. Auch wenn diese Vorstellung mit dem Patriarchen der Stadt beinahe unvorstellbar ist." er machte den Eindruck, als ob ihm diese alte Feindschaft kaum bis gar nicht wichtig wäre.

"Ich werde mit unserem Primogen baldestmöglich eine Zusammenkunft erwirken. Wenn ihr dies wünscht, könnt ihr gerne an ebenjener auch beiwohnen und euch einbringen. Vergessen wir alles was passiert ist und machen einen klaren Schnitt. Vergangenheit ist Vergangenheit. Habt ihr für die Zukunft Pläne, Dinge in denen ich euch behilflich sein kann? In denen mein Schutz oder mein Wort möglicherweise interessant für euch sein könnte? Was sind eure Vorstellungen von mir und was wäre eure Erwartungen an mich?" viele und vor allem komplizierte Fragen auf einmal, doch Ajax war sich sicher, dass Seresa sie aufnehmen konnte und entsprechend ihrer persönlichen Präferenz für sich selbst und ihn beantworten würde.

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Re: Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Beitrag von Seresa » Mo 8. Jan 2018, 19:11

In ihrem Blick hatte sich erneut diese kurze Verwirrtheit wiedergespiegelt, als ihr Clansbruder von Ramon gesprochen hatte. Als Ajax dann mit seinen vielen Fragen geendet hatte, antwortete Seresa.

„Was das Treffen mit unserem verehrten Ältesten angeht, so möchte ich, mit allem gebotenen Respekt, die Entscheidung hierrüber in Eure Hände legen, werter Ajax. Sofern Ihr glaubt, dass ich bei einem solchen Treffen von Nutzen sein kann, würde es mir zu Ehre gereichen, Euch zu begleiten.“

Seresa verneigte sich höflich vor ihrem Bruder im Blute.

„Was Eure Fragen angeht, so gestehe ich, hatte ich Pläne für die Zukunft gehabt.“

Sie zögerte einen Moment.

„Vor dem hier.“

Ihre Stimme klang vorwurfsfrei, schien sie einzig die Aktualität der Aussage erklären zu wollen. Seresa hatte ihre rechte Hand auf Brusthöhe gelegt und strich fast unsicher über diese Stelle. Ein entferntes Bedauern klang in ihrer Stimme mit, als sie weitersprach.

„Ich hatte dem wohlwerten Titus mein Wort gegeben, mich in den Dienst des Ordens des heiligen Martins zu stellen. Er ist…“

Seresa zögerte für einen Moment und ihre Finger verkrampften sich.

„Er hatte sich damals bereit erklärt, mir als Mentor beim Wechsel meines Weges der Nacht bei Seite zu stehen. Des Weiteren hätte ich dreizehn Jahre lang meine Dienste als Schreiberin der wohlwerten Sousanna geleistet, um ihren Groll mir gegenüber bezüglich des Angriffs auf sie zu besänftigen.“

Die Brujah hatte ihre Hand sinken lassen, als sie begonnen hatte, über Sousanna zu sprechen.

„Meine alten Pläne sind jedoch wahrlich ohne Bedeutung, werter Ajax. Ich schulde Euch mein Leben. Mehrfach. Ihr hättet mich wahrlich mehr als einmal töten können und mehr als einmal nicht mehr zurückholen müssen.“

In ihrem Blick spiegelte sich tiefe und aufrichtige Dankbarkeit wieder, während sie sich tief und respektsvoll verneigte.

„Es würde mir zur Ehre gereichen, wenn Ihr es mir gestatten würdet, Euch und Eure Pläne zu unterstützen und ich Euch helfen dürfte, Eure Ziele zu erreichen.“

Dann zögerte sie jedoch. Ließ für einen Moment sichtlich betrübt den Kopf hängen.

„Jedoch hängt dies auch und vor allem vom Urteil ihrer höchst verehrten Majestät Aurore ab. Was also die Dinge angeht, bei denen Ihr mir behilflich sein könntet oder bei denen Euer Schutz oder Euer Wort gar interessant sein könnte.“

Erneut zögerte sie, während ihre Finger am Saum ihrer Kleidung spielten.

„So sehr es mich schmerz zu sagen, gibt es da nichts was Ihr tun könntet, ohne Euch unnötig in Gefahr zu bringen oder Euch in eine deutlich schlechtere Position damit zu bringen, werter Ajax. Ich gestehe, ich fürchte um die Anwesenheit Mailands am Hoftag. Fürchte mich davor, dass es ihrer höchst verehrten Majestät Aurore nicht gestattet sein würde, ein angemessenes Urteil über mein Vergehen zu sprechen, sondern dass sie von Mailand dazu gezwungen werden könnte, mich härter zu strafen, als sie es müsste.“

Dann schüttelte sie leicht den Kopf.

„Ich fürchte mich wahrlich nicht vor der Härte, werter Ajax, wäre ich wahrlich gewillt es zu ertragen. Jedoch fürchte ich mich davor, dass sie meine Vernichtung fordern könnten, habe ich mich schließlich im Krieg nicht eindeutig auf ihre Seite gestellt.“

Seresas Arme schlossen sich um ihren schmalen Körper und sie schüttelte leicht den Kopf.

„Es gibt also wahrlich nichts, worauf Ihr Einfluss hättet und nichts, worum ich Euch bitten kann. Sofern Ihre höchst verehrte Majestät mir erlaubt, weiter in Genua zu verweilen, würde es mir zur Ehre gereichen, wenn ich auch danach in Euren Diensten stehen dürfte.“

Erneut verneigte sich Seresa vor ihrem Bruder im Blute, während sie ihre Hände wieder entspannter hängen ließ.

„Was Eure Frage nach meine Vorstellungen von Euch angeht, muss ich bedauerlicherweise gestehen, dass ich mir nicht sicher bin, was Ihr mit der Frage meint, werter Ajax. Würdet Ihr mir die Ehre erweisen und es mir erklären?“

Die Brujah blickte verlegen zu Boden. Dann zwang sie sich ihn wieder anzusehen, war da schließlich noch eine Frage offen, welche sie noch nicht beantwortet hatte.

„Was meine Erwartungen angeht, so gestehe ich, habe ich selbst keine Erwartungen an Euch. Wie ich bereits sagte, werter Ajax, würde es mir zur Ehre gereichen, wenn ich Euch helfen dürfte, Eure Ziele und Pläne in Genua zu erreichen. Wenn Ihr mich eines nächtens, als Eure enge Vertraute ansehen würdet.“

Seresa verneigte sich und schwieg kurz. Unsicher blickte sie ihn an.

„Würdet Ihr es mir gestatten, Euch zwei Fragen zu stellen, werter Ajax?“

Die Brujah blickte ihren Blutsbruder an und wartete auf ein zustimmendes Zeichen. Nur dann hätte sie weiter gesprochen und die Fragen gestellt, ansonsten nur verstehend genickt.

„Wie gelangt Ihr zu der Annahme, dass der werte Ramon etwas von meiner Blutlinie wüsste? Und wisst Ihr etwas über den Verbleib unseres Bruders im Blute?“

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Re: Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Beitrag von Ajax » Di 9. Jan 2018, 15:42

Ajax nickte knapp zu ihren Worten, dass die Kraft des Blutes derart mächtig sein würde hatte er nicht gedacht, zumindest nicht bei einer Kainitin. Den Effekt auf Sethskinder hatte er schon desöfteren einschätzen können, doch das selbst der Verstand eines ihrer Art sich vor dieser Macht beugen musste war ihm komplett neu. Es würde sich sehen lassen was dadurch alles erreicht werden konnte. Natürlich gab er ihr die Möglichkeit Fragen zu stellen und nickte bei ihren letzten Worten bestimmt und deutete ihr an weiterzusprechen.

"Nein ich weiß leider sehr wenig über den Verbleib unseres Blutsbruders. Wenn ich eine Vermutung anstellen müsste, so wäre meine erste Vermutung, dass er sich nach dem Krieg und den Vorfällen auf der Martinsfeste ins Fereggianotal zurückgezogen hat. Dort war er nach der Öffnung der Domäne mit seinen Anhängern gezogen um sich eine neue Existenz fernab von Genua aufzubauen und trotzdem noch die Möglichkeit hat in gewisse Vorkommnisse einzugreifen. Aber warum ich denke, dass Ramon etwas von eurer Blutlinie wüsste...Nun Ja er ist selbst aus der Linie des Syphax. Sohn des Dominic. Sohn der Menthusa aus der Linie des Syphax." er sprach die Titel, so als ob sie seine eigenen wären, auch wenn es bereits Jahre her sein musste, als Ramon sich ihm vorgestellt hatte.

"Zu deiner Bestrafung werden wir sehen, was der Hoftag bringt, doch ich denke, dass es wichtigere Dinge gibt, als diesen Faux-Pas. Eine Vernichtung wird hierbei aber sicherlich nicht im Raum stehen, du hast keine der Traditionen gebrochen und ich sehe nicht wieso ein solch hohes Strafmaß verhängt werden sollte." es lag die unausgesprochene Möglichkeit im Raum, dass Ajax versuchen würde den schlimmsten Fall abzuwenden.

Dann war es an ihm selbst Fragen zu stellen. "Wolltet ihr dem werten Titus auf dem Weg Gottes folgen? Und seid ihr glücklich über die Möglichkeit der werten Sousanna eure Schuld abzugleichen in dem ihr für sie als Schreiberin arbeitet, und auch mit der Arbeit die ihr für sie diesbezüglich verrichten sollt?".

Schlussendlich erklärte er "Wir werden sicherlich eine Möglichkeit finden wie ihr meinen Plänen in Genua dienlich sein könnt." es würden sich Möglichkeiten finden, das war sicher.

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Re: Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Beitrag von Seresa » Di 9. Jan 2018, 17:44

Als Ajax erzählte, dass auch er nichts von Ramon wusste, wurde ihr Blick besorgt, fast finster. Als er dann von Ramons Blutlinie sprach, schien ihr Blick noch finsterer zu werden. Als er davon gesprochen hatte, dass er nicht dachte, dass es zu ihrer Vernichtung käme, hatte sich Seresas Blick kurz aufgeklart und sie hatte ihm zugenickt. Als er geendet hatte, begann sie zu sprechen.

„Es würde mir zur Ehre gereichen, werter Ajax. Lasst es mich bitte wissen, sobald ich etwas für Euch tun kann. Mir ist durchaus bewusst, dass meine Möglichkeiten und Fähigkeiten wahrlich bescheiden sind. Doch seit bitte versichert, ich will redlich versuchen, Euch in der mir bestmöglichsten Art und Weise zu dienen.“

Seresa verneigte ihr Haupt vor Ajax.

„Was Eure Frage bezüglich der Via Caeli angeht, so lautet die Antwort: Ja, werter Ajax. Ich will… ich wollte… es ist kompliziert.“

Seresa seufzte.

„Für uns die in Genua zurückgeblieben waren, war es wahrhaft schrecklich. Die Sarazenen. Die Unwissenheit, ob sie hier waren um zu helfen und zu unterstützen oder…“

Sie schüttelte den Kopf.

„Ich wollte wahrlich nicht gegen den Willen ihrer höchst verehrten Majestät Aurore, des verehrten Seneschalls Maximinianus oder gar der verehrten Ältesten der Lasombra Acacia handeln. Waren die Worte der verehrten Ältesten schließlich eindeutig. Ich hatte nichts getan um den Angriff einzudämmen. Ich… ich konnte es einfach nicht. Ich hatte nicht den Mut gefunden eine Entscheidung zu treffen, von der ich nicht wusste, ob sie richtig oder falsch war. Und als ich dann den Tod und die Zerstörung sah, welchen die Sarazenen schließlich über die Stadt brachten...“

Die Brujah zog den Umhang dichter um sich.

„Die Plünderungen und die vielen sinnlosen Toten. Soviel Leid. Soviel Unrecht. Soviel Grauen. Waren wir und unser Krieg schuld, dass sie kamen und die Zukunft Genuas raubten?! Dass die Männer in den Krieg zogen und Genua dabei schutzlos zurückließen?!“

Hilflos fragend, blickte sie Ajax an, bevor sie den Kopf schüttelte.

„Ich fühlte mich schuldig. Und dann war da Hoffnung. Ein kleiner Funke in der Dunkelheit. Ich glaubte wahrlich, dass der Herr womöglich tatsächlich einen Plan mit mir verfolgte. Dass alles einen Sinn hätte und nicht gänzlich sinnlos geschah. Dass er wollte, dass ich ihm und seinen Willen folgeleiste.“

Seresa schwieg für einen kurzen Moment und ihre Stirn legte sich in Falten.

„Doch dann wurde es kompliziert und ich wusste nicht mehr, was ich wirklich wollte und…“

Sie schüttelte den Kopf erneut.

„Doch auch Ihr habt so viel Leid gesehen im Krieg, werter Ajax. Wie konntet Ihr das alles überstehen, ohne daran zu Grunde zu gehen und tiefe Zweifel zu hegen?! Die werte Amalia sagte, dass ihr dazu gezwungen wahrt mit dem Feind alleine zu verhandeln. Dass ihr letzten Endes sogar Euer Knie vor ihm beugen musstet. Dass ihr ihm die Vasallentreue schwören musstet, obwohl dies Eurem Bestreben doch wahrlich im Weg stehen musste.“

Die Brujah schwieg für einen Moment und blickte dann betreten zu Boden. Schlussendlich blickte sie wieder zu ihm auf nach einem kurzen Augenblick und hielt den Blick seiner grünen Augen dann stand.

„Was die wohlwerte Sousanna angeht…“

Seresa zögerte.

„Es ist notwendig meine Schuld zu begleichen.“

Dann nickte sie.

„Ich nahm die Tätigkeit als Schreiberin gerne an. War es weiteraus besser als das, was sie anstelle dessen angeboten hatte. Es ist… schwierig für mich, mit dem was sie verlangt.“

Seresa schwieg für einen Moment, aber zuckte dann schließlich leicht mit den Schultern.

„Ich sehe mich als ihr Werkzeug. Ich vermute, das macht die Sache für mich erträglich?!“

Die Brujah blickte ihr Gegenüber fragend an.

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Re: Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Beitrag von Ajax » Di 9. Jan 2018, 18:27

Ajax Miene hatte sich verfinstert, was aber nicht auf Seresa bezogen schien. Es war mehr eine Aura die von ihm ausging. Es war kein Mitleid oder etwas deresgleichen in seinen Augen zu sehen, als er mit wenigen Worten das zerschlug was man als die Hoffnung auf Erlösung betrachten konnte.

"Gott interessiert sich nicht für unsereins. Er hat uns vor langer Zeit verlassen und verdammt. Wir sind nicht auserwählt. Wir sind für nichts größeres auserwählt. Wir müssen mit dem leben was uns geblieben ist. Leid ist eine Tatsache die zum leben gehört wie trinken und schlafen. Was hättest du denn tun sollen...es waren nur Menschen...nichts über was du dich in Abgründe stürzen solltest." er war wieder fließend ins du gesprungen. Er würde beobachten was auch immer diese Worte mit ihr taten und entsprechend reagieren und wenn er das Gefühl hatte Sie hätte Sie verkraftet fortfahren.

"Nenn mich Ajax... kein Titel oder deresgleichen. Ich habe bereits gesagt, wir sind uns gar nicht so ungleich, das hat sich hierdurch wieder bestätigt. Wie ich den Krieg überstanden habe fragst du mich Seresa? Ich habe mich genau wie du entschieden einen anderen Pfad zu gehen, als jenen den ich damals beschritt. Während der Schlacht wechselte ich endgültig und ließ alles hinter mir." alles an ihm unterstrich, welche Anstrengung es gewesen sein musste. Sein Blick sprach von Leid, das ihn stark gemacht hatte. Die Haltung sprach vom Schmerz der ihn gestählt hatte. Und seine auf dem Tisch liegenden Hände von den Qualen die sie anderen zugefügt hatten.

"Ja ich habe mit dem Feind verhandelt. Alleine...weil sowohl Amalia als auch Ramon nicht gewillt waren dem Feind der klar in der Übermacht war...ohne Drohungen entgegenzutreten. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich dir sicherlich auch erzählen was in diesem Zelt passiert ist. Doch eins ist klar es gab Mächte die diese Verhandlungen in ihren Händen hatten. Und ich bin mir bewusst, dass wie du bereits angedeutet hast, dies von Personen aus unseren eigenen Reihen geschehen ist. Sei versichert, dass ich herausfinden werde, wer dies getan hat und entsprechend handeln werde. Ich laufe nicht blind Versprechungen hinterher." er sah auf, er schien für seine Verhältnisse viel offenbart zu haben.

"Was die werte Sousanna anbelangt lass mich dir einen Rat geben. Sprech sie nicht mit wohlwerte an. Du bist Teil eines hohen Clans. Sie ist eine Ravnos. Du hast eine Schuld bei ihr. Das bedeutet nicht das sie in irgendeiner Weise über dir stehen würde. Ebenso ist sie nur Übergangsmondsenatorin, ein Titel der ihr aus Ermangelung besserer Alternativen im Krieg gegeben wurde, in einer ziemlich undurchsichtigen Nacht und Nebel Aktion. Es ist nicht an uns Brujah vor einer Ravnos zu kriechen. Wenn du willst kann ich für dich die Bedinungen noch einmal aushandeln. Es mag dir zu einer für dich leichter zu verrichtenden Arbeit verhelfen. Sie schuldet mir etwas...Aber sag, was ist es denn weswegen du es als schier unerträglich empfindest?"

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Re: Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Beitrag von Seresa » Di 9. Jan 2018, 19:45

Seresas Körper hatte sich bei seinen Worten über Gott versteift. Ihre Hand war erneut zu ihrem Herzen gegangen, als suchte sie dort nach etwas, was ihr halt gab, jedoch nicht da war. Ihr Blick und ihr Körper hatten einen inneren Kampf wiedergespiegelt. Schlussendlich hatte sich dann jedoch ihr Blick und ihre Hand gesenkt. Ein stummes, zustimmendes Nicken. Ihr Körper hatte sich entspannt und ihr Geist sichtbar den Kampf gegen seine Worte aufgegeben. Danach hatte sie ihm nur schweigend zugehört, als er vom Krieg und dem Wechsel seines Weges sprach. Ihr Blick wanderte über seinen Körper. Als er von den Untersuchungen gesprochen hatte, hatte sie nur erneut genickt. Als das Gespräch auf Sousanna übergegangen war, hatte Seresa dann nur den Kopf geschüttelt.

„Nein. Bitte, Ajax. Sprecht nicht mit Sousanna über mein Tun für sie. Ich will sie nicht erzürnen damit. Ich hatte abgemacht, dass ich nichts weiterplappern würde. Bitte zwingt mich nicht, Euch genaueres davon zu erzählen.“

Ihr Blick war fast flehend auf ihren Bruder im Blute gerichtet.

„Es sind wahrlich nur Dinge, die ich von mir selbst aus oder für mich selbst nicht tun würde. Sie sind jedoch eine gute Übung für mich und ich lerne sehr viel dabei. Bitte lasst mich Ihr dienen, wie sie es von mir wünscht. Es soll wahrlich nicht zu Eurem Schaden sein, Ajax.“

Noch immer war ihr Blick bittend auf Ajax gerichtet, bevor sie demütig ihr Haupt senkte.

„Darf ich offen sprechen, Ajax?“

Zögernd blickte sie erneut zu ihrem Clansbruder und wartete auf ein zustimmendes Zeichen seinerseits, bevor sie weitersprechen würde.

„Ich will wahrlich nicht falsch Zeugnis über Sousanna ablegen, doch ich fürchte mich vor ihr. Ich gestehe, es verwundert es mich, dass sie dreizehn Jahre von mir forderte. Die selbe Anzahl an Jahren, welche auch für den wohlwerten Gaius veranschlagt wurden. Dazu die Tatsache des wahrlich seltsamen Preises für seine Freilassung. Schriften von denen niemand Kenntnis zu haben scheint. Der wohlwerte Gaius hatte gezögert, als seine Wahl zwischen ihr und mir stand. Sie hatte mitbekommen, dass der Liktor besseren Kontakt zu unserem Clan suchte, obwohl er dies bereits über sie zu Ramon und über Acacia zu Euch hatte. Womit nur noch der verehrte Mattia blieb, dessen Stellung im Krieg fraglich war und der nichts von den getroffenen Plänen hätte wissen dürfen.“

Die Brujah schwieg für einen kurzen Moment.

„Dann Ramon, der verschwunden ist seit er sich der Rückeroberung der Stadt angeschlossen hatte. Von dem sie sagt, dass er sie und ihre Liebe verraten hatte.“

Seresa schwieg erneut für einen Augenblick.

„Es ist alles so verwirrend, Ajax und ich will mir wahrlich nicht ihren Zorn zuziehen. Da sind so viele Lücken. So viele offene Fragen. Ich würde Euch gerne dabei helfen herauszufinden, was wirklich geschah. So Ihr es erlauben würdet und es Euch zur Ehre gereichen würde.“

Erneut verneigte sie ihr Haupt vor Ajax.

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Re: Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Beitrag von Ajax » Mi 10. Jan 2018, 23:11

Die Miene des Brujah verzog sich zu einem Lächeln. Er stand auf, seine Bewegungen schienen unendlich lange zu sein. Aus der Unterseite des Tisches zog er etwas hervor und gab es Seresa in die Hand. Dann beugte er sich nach vorne flüsterte etwas in ihr Ohr und legte seine Hand auf ihre Schulter wie als Bekräftigung dass sie das Richtige tat.

"Diene ihr weiter so wie sie es von der verlangt. Du tus gut daran deine Schuld zu tilgen und wenn es dir dazu gereicht mehr in die Tiefen von Genuas Schatten einzutauchen so wird es sicherlich nicht dein Schaden sein. Zu deiner Sorge kann ich dir jedoch sicherlich etwas berichten. Du tust gut daran sie nicht zu unterschätzen. Sie hat einen wachen Geist und ist ehrgeizig. Sie will beweisen, dass obwohl sie von einem niederen Clan ist, sie trotzdem ihre Ziele erreichen kann. Doch ihre Fassade ist eine Pharce. Ein Schauspiel hinter dem sie verbirgt wie verdorben und triebgesteuert sie doch ist. Sie denkt sie kann sich das nehmen, was ihr nicht zusteht." eine lange Pause folgte, es war klar, dass Ajax nicht der Meinung war das sie mehr verdient hätte als eine gewöhnlichen Straßenhure.

"Ich kann jedoch Respekt für ihr Bestreben empfinden. Sie ist listig und umtriebig und stellt sich nicht dumm an. Doch es wird einen Moment geben in dem sie offenbart wird, für das was sie wirklich ist. Ich halte sie jedoch nicht für gerissen genug solche großen Dinge in die Wege zu leiten. Außerdem muss die Vereinbarung über Gaius viel gekostet haben. Was hätte sie davon, wenn sie den Mailändern im Tausch für Gaius einen Gefallen eines solchen Wertes schulden würde. Der Gewinn ist nicht groß genug und ihre Beziehungen nicht stark genug. Du denkst gut und die Idee dahinter stimmt, doch die Variablen stimmen nicht gänzlich mit den Geschehnissen überein." er legte die Stirn in Falten.

"Ich hatte mit Gaius Vereinbarungen. Er hatte also bereits einen guten Kontakt zu unserem Clan, jedoch wollte er euch denke ich nutzen um direkt mit einem Stein im Brett unserem Ältesten begegnen zu können, sollte es zu irgendwelchen Absprachen seinerseits kommen. Zu Ramon weiß ich soviel, dass er versuchte Sarazenen zu vertreiben und sich seiner schwachen menschlichen Seite hingab. Danach habe ich ihn verlassen und habe eigene Ziele in Genua verfolgt. Auch wenn ich zu spät kam...je nachdem wie man es sieht." ein direkter Blick legte sich auf Seresa, er würde nicht zulassen das auch sie in Verlorenheit ihrer Gefühle geraten würde, er würde sie sicherlich leiten.

"Abschließend sind die Schriftrollen von denen gesprochen wurde nicht ganz so unbekannt wie ihr vielleicht denken mögt. Ich weiß nicht viel über sie doch einige Informationen waren mir zugänglich in meiner Zeit in Konstantinopel..." er fuhr fort und berichtete ihr was er über die Schriftrollen wusste.

"Bist du in letzter Zeit ansonsten noch anderen Kainiten begegnet außer Titus und Sousanna?" fragte er abschließend.

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Re: Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Beitrag von Seresa » Do 11. Jan 2018, 00:29

Seresa hatte ihren Blutsbruder angeschaut, als er ihr etwas in die Hand gedrückt hatte. Sie blickte darauf. Blickte erneut zu ihm. Sie lächelte, als er seine Hand auf ihre Schulter gelegt hatte. Blickte dann jedoch kurz besorgt und flüsterte etwas zurück. Sie schien ihm weiter aufmerksam zuzuhören. Bei den Worten über Sousanna hatte sie nur genickt. Als er von eigenen Zielen in Genua sprach, hatte sie kurz den Kopf fragend zur Seite gelegt. Als er von den Schriftrollen sprach, hatte sich ihre Stirn kurz in Falten gelegt, aber auch dann hatte sie genickt. Als er geendet hatte antwortete sie ihm.

„Ich bin mir unsicher, von welchem Zeitraum Ihr sprecht, Ajax, wenn Ihr fragt, wen ich in letzter Zeit begegnet bin, außer Titus und Sousanna.“

Verlegen und stumm blickte sie auf den Tisch vor sich. Sie strich mit ihrem Finger unsicher über das Holz. Nach einer Weile blickte sie erneut zu ihrem Clansbruder auf. Dann schien sie sich an etwas zu erinnern und so schnell wie ihre Betrübtheit gekommen war, verschwand sie auch wieder, bevor sie ihn neugierig und überaus motiviert ansah.

„Ihr sagtet eigene Ziele in Genua?! Ihr kamt zu spät?! Gibt es eine Möglichkeit sie dennoch zu erreichen?! Kann ich Euch dabei von Diensten sein, Ajax?!“

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Re: Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Beitrag von Ajax » Do 11. Jan 2018, 19:40

Er legte seine Hand ein weiteres mal auf ihre Schulter und während er sie dort beließ umging er den Stuhl einmal sodass er nun hinter ebenjenem stand. Dort stand er für einige Zeit stumm. Die Stille kroch in jede Ecke des Raumes, nur durch das Knarzen des Holzes durchbrochen. Dann endlich vernahm sie die erlösenden Worte die klarstellten, dass sie nichts falsch gemacht hatte.

"Meine Frage bezog sich darauf was genau im Krieg passiert ist und mit welchen Kainiten du im Zuge der Eroberung Genuas und der Rückeroberung Kontakt hattest und wie die Ereignisse aus deiner Sichtweise abgelaufen sind. Und um dir deine frage zu beantworten. Nein leider kann diese Unternehmung nicht mehr durchgeführt werden. Es ging diesbezüglich um die möglichen Verwicklungen des verehrten Seneschalls mit den Sarazenen. Ich wollte Licht ins Dunkel dieser Verwirrungen bringen, doch kam leider zu spät und das Hauptgebäude des Kastells brannte bereits. Es deuten jedoch viele Hinweise darauf hin, dass dort oben Absprachen getroffen wurden die Verrat naheliegen. Aber du bist mir vor allem zu Diensten wenn du mir die Fragen die ich dir stelle nach bestem Wissen und Gewissen deinerseits beantwortest. Es ist ein großer Dienst den du in meiner Sache tun kannst." lediglich seine Stimme war zu vernehmen.

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Re: Verzweigungen dunkler Wege [Seresa/Ajax]

Beitrag von Seresa » Do 11. Jan 2018, 19:57

Seresa saß wie versteinert da. Die Muskeln an ihrem Hals verspannten sich. Die Brujah rührte sich nicht. Sie schloss die Augen und ihre Stimme war zögerlich.

„Welche Art von Verrat, Ajax? Welche Hinweise und von wem?“

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