[1003] Fürsten, Schattenhexer und liebreizende Herzoginnen[Ilario, Caspar (SL)]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Re: [1003] Fürsten, Schattenhexer und liebreizende Herzoginnen[Ilario, Caspar (SL)]

Beitrag von Il Canzoniere » So 11. Feb 2018, 17:33

Es schien ihn nicht wirklich zu erschrecken (oder kümmern?) was in Venezia vor sich ginge, stattdessen streckte wie eine Katze in der Sonne, während die beiden Neugeborenen die Gegebenheiten ausloteten wo und wie man in Ruhe sprechen könnte. Anstalten sich zu erheben machte er jedoch keine.

"Es wirkt ziemlich stürmisch auf mich. Die See brandet gegen die Felsen als ob sie die Stadt verschlingen wollen würde. Und ich dachte immer die Bucht wäre ein ruhiges Plätzchen das sich zum angeln dicker Fische eigne." während er sich mehrmals im Raum umsah zuckte er mit den Achseln. "Wirklich beeindruckt bin ich nicht. Aber es gibt schlimmere Orte. Wart ihr schon mal in Batis? Dagegen scheint hier die Sonne." führte er plaudernd an, offen lassend ob es dies besser oder schlimmer machte.

"Aber beginnen wir doch mit euch. Sousanna berichtete das ihr etwas für mich habt? Ein Geschenk? Oder besser noch: ein Erlebnisbericht?" mit geschäftsmännischem Lächeln betrachtete er den etwas steifen Schattengeborenen vor sich. Als er sie erwähnte huschte sein Blick kurz zu Sousanna. Pendelte sich dann jedoch auf Mercurio ein.

"Und wer ist das?"

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Re: [1003] Fürsten, Schattenhexer und liebreizende Herzoginnen[Ilario, Caspar (SL)]

Beitrag von Ilario » Do 8. Mär 2018, 13:38

Es war heute Nacht nicht Mercurio der seinen Herrn begeleitete sondern einer der ehemaligen Waisenjungen. Ilario nickte diesem kurz zu und entgegnete dann auf die Frage des Ravnos: "Das ist Luca, ein Begleiter in diesen unsicheren Nächten." Mehr Worte verlor der hagere Lasombra nicht über seinen Diener, es gab schließlich Wichtigeres das einer Antwort bedurfte. Nachdenklich strich sich Ilario über sein Kinn und blickte Sousannas Erzeuger an ehe er leise sprach.

"So war das zwar nicht abgemacht, aber gern. Ein Erlebnisbericht. Aus zweiter Hand zwar, aber dennoch vielleicht von Interesse für euch verehrter Caspar." Er räusperte sich kurz ehe er fortfuhr. "Da ist ein Haus in Venezia, ein Haus das der Familie Giovanni gehört. Ein Haus voller Reichtümer, aber ohne Wachen. Eine Einladung an jeden der sich bereichern möchte, oder aber eine Falle. Denn die Familie der Giovanni betreibt nicht nur Handel, nein man sagt ihnen nach die Kunst der Nekromantie zu beteiben. Seelen, Verstorbene, Geister... solche Dinge. Die Wissensschätze in diesem Haus müssen gewaltiger noch als die weltlichen Reichtümer sein, aber dennoch würde ich jedem abraten zu versuchen dort einzudringen. Kainiten die versuchten gegen die Giovanni vorzugehen verschwanden spurlos, als würden sie von einer unbekannten Macht beschützt. Zwei Blutvögte... es fehlte jede Spur. Und doch interessieren sich selbst Kainiten hier in Genua für diese Familie, ungeachtet all der Gefahr."


Ein kurzer Ausflug nur, mehr konnte der Ravnos aber wohl kaum als Antwort auf seine dreiste Eröffnung erwarten. Dennoch schwang da etwas zwischen den Zeilen mit und Ilario achtete genau darauf ob Caspar die Einladung der Giovanni vielleicht als Herausforderung verstehen wollte. Der Hauch einer Andeutung und vielleicht ließe sich daraus etwas gemeinsames stricken. Ein Spiel, ein Tanz. Ilario lächelte mehrdeutig.
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Re: [1003] Fürsten, Schattenhexer und liebreizende Herzoginnen[Ilario, Caspar (SL)]

Beitrag von Sousanna » Fr 9. Mär 2018, 16:06

Für Sousanna schien es auch absolut kein Problem, hier zu bleiben. Stattdessen blieb ihr Blick an dem sich streckenden Blutsvater hängen und kurz ließ ein Lächeln ihre Züge erleuchten. Eines, von dem Ilario wusste, dass sie es jederzeit auch anderen Männern zuwarf - selbst wenn sie sie verabscheute, doch da war eine Nuance in ihrem Blick, die er bisher bei ihr wohl noch nie gesehen hatte.

Schließlich verlegte sie sich einfach nur darauf, etwas zurückgelehnt das Gespräch zu beobachten. Ganz hatten sich ihre Beine elegant überschlagen und ein mysteriöses Lächeln sich auf die anmutigen Züge gestohlen. Auf ihre Weise blieb sie dezent die Verkörperung ihrer glorreichen Heimat.
Als Caspars Blick sie dann streifte, vertiefte sich dieses Lächeln einer Sphinx nur noch. Es ließ nicht erkennen, ob sie vom Preis des Ravnos gewusst hatte oder ob es sie überraschte.

Jene Geschichte dann ließ sie leicht das Haupt neigen. Eine winzige Neigung nur und doch offensichtliches Zeichen dafür, dass sie sehr genau zuhörte. Da der Schatten geendet hatte, legte sich der Blick ihrer dunklen Augen auf ihren Erzeuger, schien auf seine düster-verträumte Art doch Interesse an seiner Reaktion zu haben.
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Re: [1003] Fürsten, Schattenhexer und liebreizende Herzoginnen[Ilario, Caspar (SL)]

Beitrag von Il Canzoniere » Fr 16. Mär 2018, 14:32

Caspar lauschte der Geschichte mit einem leicht zur Seite schräggestellten Kopf, locker dasitzend und mit einem schmunzeln auf dem Gesicht... dessen Intensität langsam abnahm und genau dann endete als Ilario ebenfalls geendet hatte. Entweder weil er dies als kleine, sportliche Übung nebenbei absolvierte oder weil er genau wusste in welcher Sekunde Ilario die letzte Silbe entgleiten mochte.

"Nicht vereinbart? Dann tut es mir schrecklich Leid. Ihr braucht sie nicht zu erzählen." überreichte er dem Lasombra die Geschichte zurück, wie eine abgebrannte Fackel die er nun allen ernstes umzutauschen gedachte.

"Sie wäre sicher ohnehin schrecklich langweilig gewesen. Ohne jede Phantasie, aufhübschende Ausschmückungen oder wirkliche Verbesserungen. Lediglich voller Fakten und der schnöden Realität..." schlug er dem Lasombra dessen Kommentar rechts und links um die Ohren. "Auch wenn ich - rein hypothetisch..." er warf einen grinsenden Blick zu Sousanna hinüber der soviel aussagte wie: Sieh! Ich nutze Fremdwörter! "...euren Versuch honorieren müsste das ihr gut betont. Hättet ihr beispielsweise Aspekte mit viel Geschichtspotential wie Nekromantie, Geister und zwei spurlos verschwundene Blutvögte schlecht betont, wäre mir sicher während eurer Worte das Gesicht vertrocknet. So aber hättet ihr mein Interesse wecken können, hättet ihr die Geschichte erzählt." eröffnete dabei seine Hände zu einer knappen Geste die sagte: tja, Chance vertan. Nur um im selben Augenblick weiterzusprechen:

"Sousanna. Versuch du es doch einmal: ich gebe dir die Stichworte: Nekromantie, eine sterbliche Familie mit dem namen Giovanni, gewaltige, unbewachte Reichtümer und...sagen wir... eine unbekannte, uralte, blutvogtverschlingende Macht. Handlungsort ist Venedig. Erzähl sie wie eine kurze Geschichte. Mit einem Anfang und einem Ende. Und erzähl sie so kurz das sie nicht verfälscht wird, wenn von Ohr zu Ohr weitergetragen." irgendetwas verbarg sich zwischen den Worten des Älteren wie ein Borkenkäfer unter der Borke. Er überließ es offenbar dem Lasombra selbst zu erkennen was er gerade tat. Und würde seinem scharfsinnigen Gesprächspartner so erlauben sich selbst zu belohnen.

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Re: [1003] Fürsten, Schattenhexer und liebreizende Herzoginnen[Ilario, Caspar (SL)]

Beitrag von Sousanna » Mo 26. Mär 2018, 14:06

Waren ihre Mundwinkel zunächst sacht nach oben gewandert, als verstünde sie mehr von diesen Aussagen als ihr Gegenüber oder aber als amüsiere sie ein bestimmter Aspekt darin. Vielleicht war es einfach die Liebe zu kleinen Gaunereien und guten Geschichten, die man den Kindern ihres Blutes nachsagte - aber vielleicht war es auch mehr. Vielleicht lag darin mehr als bloße Freude an solchem Geplänkel, wie man es an den Lagerfeuern in den Wildnissen betrieb. Es würde ihr kleines Geheimnis werden.
Sein Grinsen dann hatte sie erwidert und es lag eine leise Anerkennung darin. Beinahe ein kleines Nicken, aber es konnte ebenso der anmutigen Bewegung geschuldet sein, mit der sie sich das Haar hinters Ohr strich.

Dann erklang ihr Name und Sousanna zeigte ein Strahlen, wie es vielleicht Caspar, aber sonst wohl niemand in diesem Raum jemals gesehen hatte. "Eine Geschichte?", wiederholte sie und allein das Wort schien von ihrer Zunge liebkost zu werden als wäre es das sinnlichste Wort von allen. Ein leises Lächeln umspielte ihre Lippen. "Es soll mir eine Freude sein."
Leicht lehnte sie sich nach vorne und stützte die Unterarme auf die grob geschnitzte Tischplatte. Während sie so einmal mehr einen beinahe perfekten Anblick weiblicher Schönheit bot, schlossen die dunklen Augen sich für einen Moment, um sich schließlich wieder zu öffnen und einen glühenden Ausdruck zu offenbaren. Beinahe flackerte das lodernde Feuer, das hier zwischen ihnen fehlte, dort in den großen Seen voller Unschuld und verlieh ihrer leisen Stimme etwas eindringliches, ja raunendes, da sie zu sprechen begann:
"Vor einigen Wochen war ich in Venedig, um dort Handel zu betreiben. Nur etwas Schmuck, doch was ich mitbrachte, was wunderlicher und wertvoller als alle Edelsteine der schwimmenden Stadt vereint. Die schauerliche Geschichte einer Familie: Schon Nächte zuvor hatte ich den Namen in den Gassen wispern gehört: Giovanni. Man sagte, sie hätten mit Mächten gespielt, die sie kaum kontrollieren könnten. Mit den Toten hätten sie Schindluder getrieben, ihren Reichtum zu vermehren, der ohnehin schon unermesslich war. Nun sind sie verschwunden und ihre Schätze liegen unbewacht brach - warten auf jenen, der mutig genug ist, sie zu ergreifen." Ihre schmale, geschickte Hand beschrieb die Schätze, doch schien es nicht zu wagen, den imaginären Reichtum zu berühren.
Noch ein wenig weiter lehnte sich die junge Frau nach vorne, ihre Stimme nun noch drängender. "Sie hatten schon gesagt, dass in dieser Villa ein Blutvogt verschwunden war, doch ich hielt es für ein Gerücht bis der zweite aufbrach noch während ich dort weilte. In jener Nacht war die Dunkelheit dicht und schrecklich wie das Pech der Hölle. Schreie gellten über das Meer wie die Schreie aus der Hölle. Dann war nur noch Stille und am nächsten Tag soll Asche aus den Fenstern des Hauses gerieselt sein. Seither wagt sich niemand mehr in die Nähe des Hauses und ihr Name gilt als verflucht. Doch in den Kellern. Ganz tief vergraben unter Spinnweben und Staub, da warten Gold und Silber auf einen mutigen Helden, wie die Jungfrau auf ihren Geliebten..."

Mit einem Grinsen lehnte sich Sousanna zurück und zuckte leicht die Schultern. "So würde die Version lauten, die ich unter Freunden erzählen würde, die ich natürlich auch unterhalten wollte.", stellte sie fest und zuckte dann schlicht die Schultern.
"Die kurze, knappe Version ohne Zeitverschwendung - für einen Handel beispielsweise - lautete: In Venedig gibt es eine sehr reiche Familie, die mit Nekromantie experimentiert habt. Giovanni heißen sie. Man empfand sie als Gefahr und zwei Blutvögte sollten sie auslöschen. Stattdessen wurden die Blutvögte ausgelöscht. Von was genau allerdings, weiß man nicht. Wer sich ihre Schätze aneignen will, braucht also sehr viel Mut." Die Intensität war aus ihrer Stimme verschwunden, stattdessen klang sie nun von ihren eigenen Worten gelangweilt.
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Re: [1003] Fürsten, Schattenhexer und liebreizende Herzoginnen[Ilario, Caspar (SL)]

Beitrag von Ilario » Do 29. Mär 2018, 23:27

Das Gesicht vertrocknet... was zunächst wie Spott erschien, zumindest in den Ohren der geistig Schlichten, wandelte sich zu etwas das Ilario zu deuten vermochte. Auch die anderen geschickt verwobenen Hinweise entgingen ihm nicht, zunächst sagte der Magister jedoch nicht sondern lauschte Sousannas Erzählkunst. Als sie geendet hatte lächelte Ilario sacht. Dies versprach ein interessantes und womöglich ergiebiges Treffen zu werden.

"Ich danke euch, euch beiden, für die Lektionen in Sachen Erzählkunst. Und auch für das was sich in diesen Lektionen verbarg. Kalte Fakten haben ihren Nutzen, doch sind sie eher leidlich spannend. Eure Art des Austauschs solcher Geschichten macht die Sache wesentlich interessanter... Vielleicht hättet ihr Interesse dies fortzusetzen? Eine Geschichte für eine Geschichte? Die werte Sousanna sagte mir, dass ihr ein weitgereister Mann wäret und in dieser Hoffnung bin ich hier. Der Hoffnung, dass die Reiselust der Wanderer und die eurem Blut nachgesagte Vorliebe für Geschichten aufeinandertreffen und ihr eventuell gewillt seid eine spezielle Geschichte zu teilen. So ihr sie kennen solltet... die Geschichte des Magnus Sertorius Mamercus, vernichtet um 840 nahe Gallipoli."

So gestaltete Ilario den Auftakt, gespannt ob Caspar helfen konnte, helfen wollte. Was es ihn kosten würde und ob er Ilarios drängende Fragen die da noch folgen würden beantworten könnte. Zunächst galt es jedoch des Ravnos Bereitschaft und Kenntnis zu ergründen ehe er mehr ins Detail gehen würde.
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Re: [1003] Fürsten, Schattenhexer und liebreizende Herzoginnen[Ilario, Caspar (SL)]

Beitrag von Il Canzoniere » Do 12. Apr 2018, 16:33

Den genannten Namen, nahm er erst einmal hin ohne mit der Wimper zu zucken und überlegte einen Moment während er mit der linken eine Münze zu balancieren begann.

"840? Das klingt nach einer ziemlich alten Geschichte. Gallipoli ist zudem nicht unbedingt mein Spezialgebiet. Aber ich war schon einmal auf Korfu, vielleicht kann ich daher mit etwas örtlichem... timbre...weiterhelfen." er zuckte mit den Achseln.

"Was wisst ihr denn noch, über die Geschichte in der dieser Name eine Rolle spielt? Weitere Namen? Umstände anderer Art? Einzelheiten über die Person die diesen Namen trug?" er klang nicht sonderlich geschäftstüchtig, eher so als ob er seinen Gegenüber darauf aufmerksam machen würde wo die Inkonsistenzen und Logikbrüche in dessen Geschichte zu suchen sein. Historische Akkuratheit schien nicht unbedingt der Fokus des Ravnos zu sein als er sich gähnend streckte und begann in der Kneipe herumzuschauen. Offenbar schien er den Eindruck erwecken zu wollen das lauschen nur durch gähnende Langeweile belohnt werden würde und daher die Mühe nicht wert sei. In einer solch lauten und überfüllten Kneipe sicher keine schlechte Herangehensweise.

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Re: [1003] Fürsten, Schattenhexer und liebreizende Herzoginnen[Ilario, Caspar (SL)]

Beitrag von Sousanna » Fr 13. Apr 2018, 19:00

Vielleicht hätte sich die Ravnos eine Reaktion ihres Vaters auf ihre Geschichte gewünscht, vielleicht aber wusste sie auch einfach nur, dass ihr das Schmollen ungewöhnlich gut stand, denn als sie sich wieder zurück lehnte, bot sie den recht eindrucksvollen Anblick einer schönen Frau, die sich aus taktischen Gründen wieder aus einem Gespräch zurückzog.

Beide konnten sich sicher sein, dass sie durchaus aufmerksam lauschte. Wenn sie selbst sagte, dass Neugier der Frauen größte Sünde sei, bezog sich das wohl hauptsächlich auf ihre eigene Person. In jedem Fall aber schaffte sie es, den Eindruck der Langeweile noch zu verstärken.

Träge waberte ihr Blick durch den Schankraum, während sich ihr Kopf behäbig zur Seite gelegt hatte. Legte sich mal auf eine Hure, die gerade ein paar der jüngeren Tunichtgute zu verführen versuchte, fand ein paar Hunde, die sich um Knochen balgten, und würde wieder zu ihren Gesprächspartnern zurück wandern, ehe sie sich auf ein paar schmutzige Blicke mit ein paar von Tizianos Schlägern einließ, die schon seit einiger Zeit vor sich hin becherten.
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Re: [1003] Fürsten, Schattenhexer und liebreizende Herzoginnen[Ilario, Caspar (SL)]

Beitrag von Ilario » So 22. Apr 2018, 14:18

"Eine ziemlich alte Geschichte wohl wahr, passend zum Alter dessen der diesen Namen trug. Leider weiss ich nur wenig außer jenem Namen... Magnus Sertorius Mamercus. Und dass er den sein endgültiges Ende wohl im genannten Jahr fand."

Der Blick seiner grauen Augen fand die wandernde Münze und folgte dieser bei ihrem Spiel. Zwei Seiten, stets im Wechsel. Nach außen hin dem Beispiel der beiden Ravos folgend, tat Ilario so als ob das Gespräch maximal so spannend wäre wie ein Erzählung über nächtliches Pilze sammeln.


"Einzig weiter zu berichten weiß ich, dass der Träger des Namens vom Blut der Schatten war. Eventuell, das ist aber eher eine Mutmaßung meinerseits oder eher ein in Erwägung ziehen, könnte es sein, dass der Sanguigno Cacciatore di Catania in die Geschehnisse die zum Ableben des Magnus Sertorius Mamercus führten... verwickelt war."

Innerlich schauderte Ilario beim Gedanken an Lydiadas und dessen flackernde Erscheinung. Die Möglichkeit, dass seine Suche lediglich der Unterhaltung eines solchen Ahnen dienen könnte war ebenso erschreckend wie plausibel. Sein Fokus verlagerte sich von der Münze wieder zurück zu dem Gesicht des Ancilla.


"Wenn man in Korfu vielleicht Geschichten erzählt oder ihr mir mit etwas Lokalkolorit weiterhelfen könntet wäre ich ganz Ohr."
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