[1003] Déjà-vu (Seresa)

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Livia
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Re: [1003] Déjà-vu (Seresa)

Beitrag von Livia » Do 4. Jan 2018, 19:39

Livia lächelte mitleidig, ihre Fragen waren gewiss nicht beantwortet... aber... nunja. Die Brujah war für eine leidenschaftliche Sprecherin eben meisterlich verschwiegen. Auch eine schöne Kunst, sinnierte sie, und das Lächeln hellte sich etwas auf.

"Womöglich solltet ihr euren Mentor nach derartiger Unterweisung fragen, ich kenne mich wahrlich zu schlecht aus. Aber gerade wenn es die Erlösung ist, die ihr sucht, wäre Erkenntnis und Kenntnis doch sicherlich noch ein wichtiger Schritt, ehe..." Man etwas so Großes endgültig opferte, wie die eigene Menschlichkeit...

"Was mein Haus angeht, es ist der europäischer Ableger des ursprunglüchen Clans, der auf Set zurückgeht. Seit anderthalbtausend Jahren im abendländischen angesiedelt und auf den Handel und Kunst fixiert." Erläuterte sie freigiebig. "Jedoch grämt euch nicht, all zu bekannt ist mein Haus leider nicht, es ist eher eine große Linie... auch ich kenne keine Linie eures ansonsten doch so berühmten Clanes." Sie lächelte entschuldigend.

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Re: [1003] Déjà-vu (Seresa)

Beitrag von Seresa » Do 4. Jan 2018, 21:36

„Bitte verzeiht, werte Livia, war mir die Begrifflichkeit des Hauses Merkur schlicht unter dieser Bezeichnung nicht geläufig. Unter ihrem anderen Namen, ist sie mir jedoch durchaus bekannt.“

Seresa verneigte ihr Haupt vor Livia.

„Gestattet jedoch bitte die Frage, werte Livia, was Ihr meint, wenn Ihr sagt, dass ich meinen Mentor nach derartiger Unterweisung fragen sollte?“

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Re: [1003] Déjà-vu (Seresa)

Beitrag von Livia » Do 4. Jan 2018, 23:13

"Ihr klangt, als seied ihr nun auf der Suche, oder eher als habet ihr bereits gefunden, einen Weg zur Erlösung und eine Via... ohne sie bereits zu wandeln?" Kurz ließ sie der Brujah Zeit sich zu korrigieren, nicht immer waren geistesscharfe Schlussfolgerungen erfolgsversprechend.
"Dabei wird euch jemand unterrichten, vermutete ich simpel... außer ihr geht diesen Weg in Selbstlehre an?" Da hob sie nun wirklich die Brauen - wer würde soetwas tun, das wäre ja fatal?

"Da ihr zuvor auch erwähntet, dass euch die Gefahren eines solchen Pfadsprungs, abseits der dazu nötigen Gräultagen, bewusst sind... also die Gefahren für uns als Kainskinder selbst, und ihr diesen Weg niemandem alleine empfehlen würdet..." Sie hob lächelnd die Braue.

"Ich sehe das außerdem ganz wie ihr. Meinte nur, dass es mir selbst ein anliegen ist, ehe ich so konkret werden würde... nun... tief eingeweiht zu sein in die Historie unseres Blutes, also unser aller Blute."

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Re: [1003] Déjà-vu (Seresa)

Beitrag von Seresa » Fr 5. Jan 2018, 01:09

„Bitte verzeiht, werte Livia, ich war verwundert ob Eurer Bezeichnung Mentor. Es klang ganz so, als würdet Ihr eine Frau als Mentorin ausschließen.“

Seresa verneigte sich entschuldigend vor Livia.

„Jedoch ja, ich denke niemand sollte sich alleine auf den Weg machen. Die Risiken dabei verloren zu gehen sind wahrlich hoch. Nicht nur beim Wechsel selbst, sondern auch und gerade in der Anfangszeit. Bis man wahrhaft sicher und gefestigt ist in seinem Weg.“

Dann schwieg sie für einen Moment.

„Dass man einen anderen Weg nicht beschreitet, bevor man geprüft hat, ob es wahrlich der Richtige für einen ist, sollte jedoch selbstverständlich sein.“

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Re: [1003] Déjà-vu (Seresa)

Beitrag von Livia » Fr 5. Jan 2018, 01:21

Livia stimmte nickend zu. "Manchmal... manchmal fühle ich mich noch ganz als Mensch." Begann sie dann etwas aus dem Zusammenhang und lockerer als zuvor noch zu sprechen. "Dann denke ich fast wie einer, fühle mich so, fürchte mich auf die gleiche Art." Sie lächelte, als habe sie noch mehr zu sagen und wollte Seresa keineswegs ihre Zeit stehlen.

"Aber manchmal, da bin ich bereits so durchdrungen von unseren Regeln, Vorstellungen, Weltbetrachtungen... ja dem eigenwilligen Vokabular alleine...
Dass ich selbst vergesse, Geschlechter in meine Gedanken einzubeziehen." Sie schüttelte etwas selbstironisch den Kopf. Es war keine große Beichte, eher eine amüsierte Bemerkung eines kleinen eigenen Makels.

"Werte Seresa, darf ich fragen, was ihr macht? Also m Sinne davon wo eure Berufung in der Nacht liegt...
Ihr seid Mitglieds der Clan der Gelehrten, entsprechend seid ihr wohl Gelehrte?" Keine Ironie lag in ihrer Stimme. "Habt ihr einge gezielte Wissenschaft?
Oder geht ihr einer ganz anderen Aufgabe nach?"

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Re: [1003] Déjà-vu (Seresa)

Beitrag von Seresa » Fr 5. Jan 2018, 05:14

Seresa nickt, ob der Erklärung von Livia, schien sie durchaus schlüssig und verständlich, auch wenn die Brujah selbst nie so empfand.

„Ich gehe dem Schreiberhandwerk nach, werte Livia. Verfasse Schriften. Übertrage sie oder übersetzte sie. Ich beherrsche die Landessprache, Latein, Griechisch, die Sprache der Franken, sowie das Arabische in Wort und Schrift.“

Die Brujah senkte fast verlegen den Blick.

„Fürwahr, ich gestehe, ich bin mir durchaus bewusst, dass dies kein ehrbarer Beruf für eine Frau ist, jedoch bereitet er mir Freude. Geht Ihr einer Beschäftigung nach, werte Livia?“

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Re: [1003] Déjà-vu (Seresa)

Beitrag von Livia » Fr 5. Jan 2018, 11:06

"Schreiber? Ihr beherrscht viele und schöne Sprachen. Aber Schreiber? Ein anderer Kainit würde wohl kaum einen unserer Art als seinen Schreiber einsetzen - außer ihr arbeitet gleich für den Prinzen?" Sie klang skeptisch. Dann lächelte sie aber wieder.
"Andererseits ist die handwerkliche Seite, das kopieren wichtiger, für sterbliche Mönche womöglich nicht geeigneter Schriften, auch sicherlich ein wichtiger Akt... kainitische Folklore zu sichern.
Seid ihr dabei reine Schreiberin oder Gelehrte?" Fragte sie zögernd

Dann lächelte Livia. "Ich selbst bin Händlerin und Verwalterin. Solltet ihr also eine Hofhaltung haben, die Überarbeitung und Modernisierung bedarf, oder den Bedarf nach einem Zufluss gewisser Materialien." Sie lächelte kurz kaufmännisch "Meldet euch."

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Re: [1003] Déjà-vu (Seresa)

Beitrag von Seresa » Fr 5. Jan 2018, 15:48

„Weshalb sollte ein anderer unserer Art keinen Schreiber einsetzen, werte Livia?“

Seresa betrachtete ihr Gegenüber fragend.

„Jedoch nein. Mir ist es nicht vergönnt für ihre höchst verehrte Majestät Aurore zu arbeiten. Zumal mein Handwerk im Vergleich zu der Kunstfertigkeit und der beeindruckenden Präzision, welcher der verehrte Seneschall oder seine Bediensteten im Stande sind zu leisten, wahrhaft unbedeutend wirkt.“

Die Brujah schien tatsächlich überaus angetan zu sein von dieser Schreibkunst. Jedoch war Seresa bisher noch nie auf die Idee gekommen, dass Maximinianus womöglich nicht selbst schrieb, sondern auf einen Schreiber zurückgriff. Was eine interessante Überlegung war, auf welche Seresa bis dahin schlicht noch nicht gekommen war, jedoch manche Dinge erklären könnte. Ein fast amüsiertes Lächeln umspielte ihre Lippen, während sie leicht den Kopf schüttelte.

„Ihr wisst, welches Blut durch meine Adern fließt, werte Livia. Das Schreibertum und das Gelehrte schließen sich demnach wahrlich nicht aus.“

Dann nickte sie ihrem Gegenüber zu.

„Habt jedoch Dank für Euer großzügiges Angebot, werte Livia, doch wie ich bereits sagte, bin ich nur eine einfache Frau und Schreiberin. Sollte ich jedoch die von Euch erwähnten Dienste benötigen, wäre es mir eine Ehre darauf zurückkommen zu dürfen.“

Seresa verneigte dankend ihr Haupt.

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Re: [1003] Déjà-vu (Seresa)

Beitrag von Livia » Sa 6. Jan 2018, 12:55

"Vertrauensgründe? Meint ihr nicht... Es wird schwer sein, einem Kainiten so sehr zu vertrauen, dass man ihm die persönliche Korrespondenz anvertraut? Außer man steht so weit über ihm... dass er wirklich zum Gefolge gehört. Wie für unsereins ein Ghul." Sie hob etwas unsicher die Arme, als bedauere sie diesen Umstand, man müsse sich aber wohl damit arrangieren.
"Ähnlich ist es mit der Verwaltung von Höfen und Geschäftsbeziehungen, manch ein älterer sucht sie dazu einen jungen Neugeborenen mit Kontakt zur Menschenwelt - noch nicht so alt und... anders - aber die meisten Neugeborenen selbst sind ihrereins zu misstrauisch, manchmal sogar in so einfachen finanziellen Aspekten." Erneut hob sie bedauernd die Arme und runzelte die Stirm.

"Gerne." Quittierte sie schlussendlich ihr angebot.
"Sagt, gibt es noch andere Kainiten, die etwas... tiefergehend... glauben, nicht nur Lippenbekenntnisse sprechen? Ich hörte vom stolzen Liktor Titus von den Kappadozianern, als Fels des Glaubens in Genua und von seinem verehrten Ankilla, Benedetto. Aber sonst?"

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Re: [1003] Déjà-vu (Seresa)

Beitrag von Seresa » Sa 6. Jan 2018, 15:52

„Ich gestehe, werte Livia, ich kenne die Antwort auf Eure Frage nicht. Seit ich in Genua verweile bin ich wohl anderen unserer Art begegnet, welche mir gläubig erschienen. Bei allem gebotenen Respekt, vermag ich jedoch wahrlich nicht zu beurteilen, wie redlich und tiefergehend ihr Glaube ist.“

Entschuldigend verneigte Seresa ihr Haupt vor Livia. Dann nickte sie ihr jedoch zu, als sie weitersprach.

„Vertrauen, wie Ihr bereits sagtet, werte Livia. Ihr selbst vertraut Eure Sünden und Verfehlungen ebenso einem Beichtvater an. Ihr vertraut darauf, dass sein Glaube ihn nicht auf Abwege führen wird. Dass wenn Ihr die größte Schuld begehen würdet, er Stillschweigen bewahren würde, selbst gegenüber einem Prinzen.“

Seresa betrachtete ihr Gegenüber aufmerksam.

„In meinem Handwerk, werte Livia, ist es wahrlich einerlei, ob man über oder unter jemandem steht. Ob man Teil eines Gefolges ist oder nicht. Es mag womöglich dem Auftraggeber oder Auftraggeberin helfen und ihm oder ihr eine größere Selbstsicherheit in seinem oder ihrem Tun geben, wenn er oder sie über mir stehen würde.“

Die Brujah zuckte leicht mit den Schultern.

„Jedoch ist dies wahrlich keine Voraussetzung. Gerade bei einem Handwerk wie dem Meinigen. Viele übersehen oder missverstehen gar die Möglichkeiten und die Verantwortung meines Tuns. Sehen sie nur jemanden, der sein oder ihr gesprochenes Wort in eine geschriebene Form bringt. Für eine solch einfache Arbeit benötigen sie, bei allem gebotenen Respekt, jedoch niemanden wie mich. Ich vermag ihre Worte in Sprachen zu übersetzen, welche sie selbst nicht sprechen. Vermag zu verschleiern, was sie unabsichtlich preisgeben würden. Vermag das zu übermitteln, was sie wahrhaft sagen wollten.“

Seresa beschrieb mit ihren Händen eine öffnende Geste.

„Es ist, wie Ihr bereits erkanntet, werte Livia, wahrlich eine Frage des Vertrauens. Je mehr mir gewährt wird, umso mehr vermag ich wahrlich zu tun. Schlussendlich obliegt es jedoch mir, durch mein Stillschweigen, meine Worttreue und mein erwidertes Vertrauen, ihnen zu beweisen, dass sie sich in mir nicht irren und ich ihres Vertrauens würdig bin. Denn wahrlich, werte Livia, einzig Eure Loyalität und die Aufrichtigkeit der Schwüre entscheiden in einem Handwerk wie dem Meinigen über Euren wahren Wert.“

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