[1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Sousanna
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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Do 28. Dez 2017, 15:09

Sousanna hatte die Arme hinter dem Rücken verschränkt und neigte ebenfalls in einer Andeutung den Kopf, als die Kainitin ihr Haupt in geheuchelter Demut neigte. Ihr Lächeln war ebenso schneidend wie zuvor, doch eine Spur des Amüsements hatte sich hinein geschlichen. Es stand dem schönen Gesicht unerwarteter Weise vortrefflich. Als wäre alles süße, liebliche, das die Brujah je zuvor an ihr gesehen hatte, lediglich eine Maske, die ihr Gegenüber an- und ablegte, wie es ihr beliebte.
"Ihr müsst eure Abscheu mir gegenüber nicht geheim halten, werte Seresa. Ich erwarte keine geheuchelte Demut oder erlogene Höflichkeit von euch. So ihr, diese nicht fühlt beleidigt ihr mich dadurch nur noch tiefer.", erwiderte sie kühl und noch immer mit jenem Funkeln in den Augen. "Ich habe bereits zuvor gesagt, dass ich meine Zeit in diesem Fall nicht mit Floskeln verschwendet wissen will. Und ihr die eure gewiss auch nicht."

"Also, werdet ihr dieses Angebot annehmen oder darf ich damit rechnen, dass ihr versucht, mich zu betrügen?", fragte sie in jenem geschäftsmäßigen Ton, der klar machte, dass ihr die Antwort schlicht und ergreifend gleich war, solang sie aufrichtig sein würde.

Ehe Seresa noch antworten konnte, würde sie hinzufügen: "Lebend und ohne, dass es eine Verbindung zu mir oder den Meinen gibt - aber da ihr klug seid, versteht sich das ja von selbst."

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Seresa
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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Seresa » Do 28. Dez 2017, 18:52

Seresas Stimme wurde ernst, wie auch ihre ganze Körpersprache.

„Ich habe wahrhaft keinen Bedarf an Eurem oder dem Groll der Ältesten der Lasombra, wohlwerte Sousanna. Ich will nicht mehr, als in Frieden gelassen werden. Ich will meiner Suche hier in Genau nachgehen und mich nicht mit der Politik oder ihren jüngsten Auswüchsen herumärgern müssen. Wenn ich Euch also die Menschen bringe, tue ich dies nicht, weil ich denke, dass Ihr von einer expliziten Anklage absehen würdet, noch hoffe oder vertraue ich auf ein gutes Wort von Euch im Prozess. Ich tue dies Einzig als Zeichen meines guten Willens Euch gegenüber und weil ich - mit allem geboten Respekt Euch gegenüber - Euch aus meinem Unleben haben will.“

Die Brujah hielt den Blick auf ihrem Gegenüber.

„Also nein, ich habe nicht vor Euch zu betrügen, denn das würde bedeuten, dass ich mich weiter mit Euch herumschlagen muss. Wie Ihr selbst sagtet, sind wir Beide nicht erfreut einander zu sehen und zumindest ich für meinen Teil wäre froh, Euch nach dem Prozess und diesem Gefallen nie wieder sehen zu müssen.“

Seresa schwieg für einen Moment, bevor ihre Stimme gewohnt sanft und höflich wurde.

„Da die Menschen nicht mit Euch oder den Eurigen in Verbindung gebracht werden sollen, wohlwerte Sousanna, gestattet die Frage, wo ich sie hinbringen darf, wenn nicht hierher.“

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Do 28. Dez 2017, 19:50

Als hätte ihr die Brujah ein Kompliment gemacht, nickte die Schöne leicht und sah ihrem Gegenüber ernst ins Gesicht. "Oh glaubt mir, ich freue mich auf jene Nacht, in der ihr aus meinem Unleben verschwunden seid.", erwiderte sie kühl und trat gelassen etwas näher auf Seresa zu. "Aber jener Abend und die darauffolgenden fordern einen Tribut ehe jede ihren Weg gehen kann ohne sich mehr von der anderen belästigt fühlen zu müssen. Also ja, ich stimme dem zu. Ich will euch ebenfalls aus meinem Unleben haben."

Eineinhalb Meter vor Seresa blieb die Ravnos stehen und schenkte ihr einen Blick der von einer kühlen Gleichgültigkeit gezeichnet war. Vermutlich jenes Gefühl, dass sie nach dem ersten Hass wirklich für ihr Gegenüber empfand. "Und als Zeichen meines guten Willens, werde ich euch auch solange in Ruhe lassen, so ihr meine Bedingungen erfüllt. Um ehrlich zu sein, habe ich wichtigeres zu tun, als euch auf ewig nachzustellen - so ihr mir keinen Grund gebt." Wieder lag die unausgesprochene Ansage im Raum: Ein winziger Grund und man wird dich verfolgen und leiden lassen, selbst wenn ich Genua schon lang verlassen habe.

Schließlich zeigte auch Sousanna wieder ein sanftes, höfliches Lächeln. "Gebt mir bis zum Ende des Hoftages Nachricht, wann innerhalb der nächsten zwei Jahre ihr zu liefern gedenkt und ich werde euch mitteilen wo die Übergabe stattfinden wird." Das Lächeln wurde ein wenig schief. "So ich bis dahin keine verbindliche Aussage von euch bekommen, werde ich so schnell nicht aus eurer Existenz verschwinden können, wie es mir recht wäre."

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Seresa » Do 28. Dez 2017, 20:51

„Ich weiß nicht, wie Ihr denkt, wohlwerte Sousanna, dass ich sechs Menschen lebend und unversehrt an einen unbekannten Ort Eurer Wahl bringen soll, ohne dass es auffällt und sie sich dagegen wehren werden.“

Seresa blickte ihr Gegenüber ernst an.

„Ich werde sie Euch bringen. Einzeln. An einen mir vorher bekannten Ort Eure Wahl. Wie Ihr sie - bis zu Eurer Verwendung - verwahrt ist Euer Problem.“

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Do 28. Dez 2017, 20:54

Sousanna nickte. "Auch dass soll mir recht sein. Verwahren muss ich sie ohnehin.", erwiderte sie schlicht und musterte ihr Gegenüber aufmerksam, ehe sie hinzufügte: "Dennoch bliebt die Frist bestehen."

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Seresa » Do 28. Dez 2017, 21:11

Seresa zuckte mit den Schultern, als schien sie die Frist nicht wirklich zu kümmern. Sofern sie in zwei Jahren tatsächlich noch in Genua wäre, hätte sie vermutlich deutlich andere Probleme, als ein nicht erfüllter Gefallen.

„Die Frist beginnt, sobald Ihr einen geeigneten Ort gefunden und diesen mir mitgeteilt habt. Informiert mich darüber, wie ich Euch erreichen kann, sobald ich eine…“

Die Brujah schien zu überlegen, was das passende Wort dafür wäre.

„Lieferung…“

Das gewählte Wort kam gefühlskalt über ihre Lippen.

„Für Euch habe.“

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Fr 29. Dez 2017, 11:58

Es war Sousanna gleich, dass die Brujah so wirkte, als kümmere sie die Frist nicht im Geringsten. Sie hatte weitere Machtgebärden nicht nötig - und würde die andere wirklich so dumm sein, es darauf anzulegen, so würde sie zur Not den letzten Rest, der Seele, die ihr nach dem Krieg noch geblieben war, verkaufen, um dafür zu sorgen, dass Seresa nie vergaß, dass Ravnos bedeutend nachtragender sein konnten, als so manchen Ahn vom Clan der Könige.

"Außerhalb der Stadt gibt es eine alte Bauernscheune. Verlassen und von allen guten Geistern längst im Stich gelassen", verkündete sie in jenem Ton alter Geschichten und mit einem leisen Lächeln auf den hübschen Zügen. "Dieser Ort gehört niemandem und niemand interessiert sich für ihn. Ihr kontaktiert mich hier. Geht zur Theke und sagt, Ihr müsstet die Prinzessin der Unterwelt wegen des Tributes sprechen. Man wird euch zu mir oder einem meiner Stellvertreter bringen. Dann können wir über die Übergabe in der nächsten Nacht sprechen."

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Seresa » Fr 29. Dez 2017, 13:04

Prinzessin der Unterwelt?! Seresa mustere stumm ihr Gegenüber, sagte jedoch nichts. Auch ihr Gesicht blieb regungslos. Sie würde Sousanna alles heißen, solange sie danach nie wiedersehen musste.

„Ich bringe Eure Lieferung dort hin und gebe Euch Bescheid, dass Ihr sie dort vorfindet. Welchen Code ich dafür verwenden soll, ist mir wahrlich einerlei, wohlwerte Sousanna. Ich werde jedoch keinen Tag einen Menschen gefangen halten. Dafür fehlen mir schlicht die Mittel und die Möglichkeiten. Zumal es Euer Wunsch war, dass alles unauffällig geschehen soll. Dass sie unversehrt und am Leben sein sollen.“

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Sa 30. Dez 2017, 18:46

"Ihr werdet dort solange wachen, bis ich oder meine Leute die Personen in unseren Gewahrsam nehmen können.", erwiderte die Ravnos neutral und doch bestimmt. Ihr Tonfall verriet, dass sie keine Widerrede dulden würde. "Wenn ihr keine Leute habt, um mich zu benachrichtigen oder jemanden bewachen zu lassen, schickt mir ein Straßenkind. Es wird immer eines geben, das hierher findet." Als ob Sousanna ihre Beute einfach so irgendwo allein herumlungern ließ, nur weil die Brujah sich nicht gern die Finger schmutzig machte oder besser dachte, sie könne ihr auf der Nase herumtanzen.

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Seresa » Sa 30. Dez 2017, 19:58

„Mit allem gebotenen Respekt möchte ich Euch daran erinnern, wohlwerte Sousanna, dass Ihr zu Beginn dieses Gespräches selbst von ausliefern spracht und nicht davon eine Lieferung zu hüten, wie einen Sack Flöhe.“

Seresa verschränkte ihre Hände vor der Brust.

„Zumal Ihr mir ansonsten bitte erklären solltet, wohlwerte Sousanna, wie ich außerhalb der Stadtmauern, in der Nähe einer verlassenen Bauernscheune auf ein Straßenkind zurückgreifen soll. Denn ganz offensichtlich bin ich dann doch nur eine gänzlich einfältige Frau, die keine Ahnung hat, wie sie einen Gefallen erledigen soll, der sich mit jedem zweiten Satz scheinbar ändert, sobald man nach den Details fragt.“

Ein leichtes Blitzen in ihren Augen mochte ihr Gegenüber daran erinnern, dass sie niemand war, die Lust auf Spielchen hatte. Sie tat was von ihr verlangt wurde, aber sie hatte kein Interesse an einem nicht durchdachten Angebot. Es ging hier schließlich noch immer um einen freiwilligen Gefallen und keine Bezahlung für irgendetwas. Wer sagte denn schließlich, dass Sousanna Seresa tatsächlich danach in Ruhe lassen würde.

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