[1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Seresa » Di 9. Jan 2018, 14:20

Seresa blickte einige Momente nur schweigend auf die Hand der Ravnos, welche auf ihrer lag. Für einen Augenblick hatte sie überlegt gehab, die Hand einfach wegzuziehen. Dann hatte sie es jedoch nicht getan und stattdessen erduldet, dass Sousanna sie berührte. Ihr war daran gelegen, dass das hier funktionierte. Schließlich nickte Seresa.

„Ich bezweifle redlich, dass der werte Ramon mich sehen wollen würde, Sousanna. Schließlich war ich es, die ihn als Verräter brandmarkte und ihn von seiner Verlobten trennte.“

Dann legte sich Seresas freie Hand vorsichtig und ohne jedweden Druck auf die Hand von Sousanna.

„Sofern ich jedoch etwas erfahre, werde ich darum bitten, dass man ihn umgehend in Kenntnis darüber setzt, ob Euer anhaltenden Liebe und Eurer tiefen Sorge um ihn. Ich bin mir gewiss, es würde ihm zur Ehre gereichen, wenn er Euch selbst mit seinen leidenschaftlichen Worten erfreuen könnte, anstatt mich als bescheidenen Boten vorauszuschicken.“

Seresa nahm die schützende Hand von Sousannas Hand und nickte ihr respektvoll zu.

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Di 9. Jan 2018, 20:29

Die Ravnos nickte dankbar und schien sich dann daran zu erinnern, wo sie hier war - und mit wem sie gerade sprach. Ihre Hand zog sich zurück als hätte sie sie verbrannt und während sie die schmalen, feingliedrigen Hände ineinander schränkten, setzte sie sich wieder sehr gerade auf.

"Verzeiht mir meinen Ausbruch.", bat sie und schüttelte den Kopf als wisse sie nicht, was sie eben geritten hatte. "Ich habe mich von meinen Emotionen leiten lassen. So ich euch damit belastet oder bedrängt habe, tut es mir wirklich leid. Wenn ihr es wünscht, kann ich euch gleich einige der Originale zeigen lassen, die ich besitze. - Dann könnt ihr mir sagen, was ihr an Mitteln braucht, um sie zu kopieren."
Es war offensichtlich, dass die Hehlerin schnell wieder zum Geschäftlichen zurückkehren wollte. Zu einem angemessenerem Verhältnis.
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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Seresa » Di 9. Jan 2018, 22:46

Seresa nickte. Sie schien Sousannas Reaktion und Entschuldigung nicht weiter kommentieren zu wollen. Es waren bei ihre keine Fangzähne gewachsen. Eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass sie das Verhalten der Ravnos nicht überraschte oder sie es ihr gar verübelte. Ihre Antwort war dann jedoch eine sehr schlichte und direkte.

„Natürlich, Sousanna.“

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Mi 10. Jan 2018, 09:50

Sousanna würde ebenfalls nicken und dann nach ihrem Gefährten rufen, der offenbar zur Sicherheit irgendwo in der Nähe gewartet hatte. Mit halbbesorgter Miene betrat der große, brutal aussehende Italiener den Raum und musterte die Sitaution kurz. Dem routinierten Blick schien allerdings nichts aufzufallen, was darauf hindeutete, dass man seinem Liebchen leid angetan hatte. So blieb es bei einer misstrauischen Musterung der Brujah und bei einem ruhigen Lächeln für seine Herrin.
"Was darf ich tun?", fragte er offensichtlich immer noch nicht ganz sicher, was er von dieser Situation zu halten hatte. Die Byzantinerin lächelte leicht und erhob sich anmutig. "Sei so freundlich und bring uns doch einen Passierschein und eine der Urkunden aus Byzanz. Was haben wir gerade da?" Sie blickte etwas nachdenklich, als ginge sie eine gedankliche Liste durch. "Vielleicht die über die Schenkung der Ohrringe." Der Ghul nickte und zeigte eine etwas ungeschlachte Verneigung ehe er sich trollte.

Würde Seresa während der Wartezeit nichts sagen, so würde auch die Ravnos schweigen. Erst da Tiziano ihr die beiden gewünschten Schriftstücke brachte, sich erkundigte, ob sie noch etwas brauchte und schließlich wieder verschwand, würde sie ihre Stimme erheben: "Das sind zwei aktuelle Originale, die ich besitze. Wenn ihr wollt, könnt ihr sie inspizieren."
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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Seresa » Sa 13. Jan 2018, 20:34

Seresa nickte, ließ sich die Schriftstücke reichen und stand auf. Was auch immer die Ravnos von der Gelehrten erwartet hatte, die Brujah wirkte so, als würde sie die Aufgabe durchaus ernst nehmen. Es musste durchaus fremd und eigenartig auf Sousanna wirken, wie Seresa die Urkunden begutachtete. Sie betastete. Daran zu riechen schien. Die Urkunden gegen das Licht im Raum hielt. Sie hin und her kippte. Es verging einiges an Zeit, bevor sie Sousanna die Urkunden zurückreichte.

„Die Passierscheine brauchen vor allem eines: Zeit. Die Materialien selbst sind nicht sonderlich schwierig zu beschaffen. Was die Urkunde aus Byzanz angeht.“

Die Brujah schwieg für einen Moment.

„Das wird etwas schwieriger. Ich benötige dafür weitaus bessere Materialien. Ich gestehe, ich bin fasziniert davon zu sehen, dass für etwas, welches man als so banal ansehen könnte, wie die Schenkung von Ohrringen, solch hochwertiges Material verwendet hat.“

Seresa legte die Hände aufeinander.

„Wie dem auch sei, Sousanna. Die Materialien sollten nicht schwierig zu beschaffen sein, sie sind jedoch teurer. Wie auch bei den Passierscheinen werde ich Zeit benötigen, ausreichend Licht und einen ungestörten Ort zum Arbeiten. Wenn Ihr etwas zum Niederschreiben dahabt, würde ich Euch eine Liste anfertigen. Anderenfalls kann ich es Euch auch verbal mitteilen, so Euch dies lieber ist.“

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Sousanna » So 14. Jan 2018, 22:54

Die scheinbar so junge Frau beobachtete ihre ... nunja, wie nannte man das nun, eine Rivalin mit der fürs erste wohl Frieden herrschte, sehr genau, während sie die Schriftstücke untersuchte. Auch Tiziano war geblieben. Selbst ihm schien die Bedeutung und der Wert dieser Dokumente bewusst zu sein. Vielleicht war er auch einfach neugierig, wie sich die Sache zwischen den beiden Blutsaugerinnen entwickelte.

Da die Ravnos die Stücke wieder entgegen nahm und sie ihrem Ghul weiterreichte, nickte sie sehr ernst. "Das hatte ich bereits vermutet.", erwiderte sie ruhig und betrachtete Seresa noch einmal nachdenklich. Dann drang ein leichtes Lächeln auf die zuvor ernste Miene. War da eine Note des Stolzes zu sehen? Oder eine gute Erinnerung? Wer wusste schon, was eine Wanderin und routinierte Lügnerin wirklich empfand.
In jedem Fall erwiderte sie schmunzelnd: "Diese Ohrringe hatten unendlichen Wert. Als sie verschenkt wurden war es ein Triumph für die Familie, deren Tochter sie bekommen hat." Sie zuckte die Schultern und lächelte breiter. "In der Stadt der Städte neigt man zum Protzen - auch eine solche Urkunde gehört zu diesem Spiel."

Kurz schien sie nachzudenken, ehe sie bat: "Es ist leichter, wenn ihr es mir einfach sagt. Etwas zum Niederschreiben habe ich gerade nicht im Haus."
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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Seresa » Mo 15. Jan 2018, 13:03

„Der wahre Wert von Dingen liegt wie so oft wahrlich einzig und alleinig im Auge des wissenden Betrachters.“

Seresa nickte respektvoll ihrem Gegenüber zu.

„Für die Kopien…“

Die Brujah begann eine Liste von Materialien aufzuzählen, wobei sie manche Dinge detaillierter ausführte und erklärte, was sie damit genau meinte. Da Sousanna sagte, sie hätte nichts im Haus, führte Seresa auch einige der grundlegenden Gegenstände für ihre Tätigkeit auf, die sie benötigen würde.

„Das wäre alles, was ich an Materialien benötige.“

Seresa verneigte erneut ihr Haupt höflich vor Sousanna.

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Mo 15. Jan 2018, 15:10

Ein mattes Lächeln hatte jenes respektvolle Nicken bestätigt, ehe sie jener Aufzählung aufmerksam lauschte.
Es war auffällig, dass sie dabei auf und ab wanderte, als helfe ihr die Bewegung. Bei einigen der Gegenstände würde sie Fragen stellen. Dabei wurde offenkundig, dass Sousanna zwar gewiss nicht die beste oder geübteste Schreiberin war, aber zumindest etwas von den Materialien verstand.

Dann würde auch sie nicken. "Das klingt alles machbar.", erwiderte sie schließlich sachlich. "Die Dinge für die Passierscheine werde ich vermutlich in der Stadt bekommen. Die für Urkunden könnten etwas dauern, was allerdings nicht sonderlich dringend sein dürfte. Ich gebe euch Bescheid, wenn ich alles habe."
"Was ich allerdings so bald wie möglich von euch brauche, wären Briefe an alte Bekannte von mir. Keine Kunst, nur auf Griechisch. Es wäre gut, wenn ich sie noch diese Woche einem Schiff mitgeben könnte.", fügte sie hinzu.
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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Seresa » Mo 15. Jan 2018, 16:01

Seresa nickte verstehend.

„Bedauerlicherweise führe ich keine Materialien mit, Sousanna. Ich hatte wahrlich nicht mit einem solchen Verlauf der Nacht gerechnet.“

Die Brujah senkte um Entschuldigung bittend ihren Blick.

„Sofern Ihr denkt, dass Ihr in der heutigen Nacht noch an Materialien für die Briefe gelangen könnt, werde ich Euch selbstverständlich bereits in dieser Nacht als Schreiberin zur Verfügung stehen. Anderenfalls würde ich zu Euch zurückkehren, sobald Ihr sie beschafft habt.“

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Re: [1003] Bleibende Erinnerungen [Seresa]

Beitrag von Sousanna » Mo 15. Jan 2018, 20:41

Die Wanderin neigte den Kopf zur Seite, doch in ihrem Blick zeigte sich leiser Unwillen. Schon wieder diese nervtötende Unterwürfigkeit. Die nächsten dreizehn Jahre würden sehr anstrengend werden.
Unweigerlich spürte auch Tiziano die Gereiztheit seiner Herrin. Seine beeindruckenden Muskeln spannten sich etwas an und er trat etwas näher an sie heran, ihr eine Hand an die Schulter zu legen. Diese Geste, ließ Sousana wohl wieder zur Vernunft bringen. Der entnervte Ausdruck verschwand und als hätte jemand eine Lampe angefacht flackerte ihr Lächeln wieder auf.

"Mein Lieber", wandte sie sich an ihren Ghul. "Glaubst du, dass du etwas zu Schreiben besorgen kannst? Muss nichts besonderes sein, aber schnell." Ein recht bösartiges Grinsen erstand in seinem grobschlächtigen Gesicht. Endlich eine Aufgabe nach seinem Geschmack. "'Türlich kann ich.", grinste er breit. "Den ein oder anderen Schreiberling finden wir schon noch, der was loswerden will."
Sousannas Lächeln wurde amüsiert und zufrieden. Er bekam ein Küsschen auf die Wange und noch ein paar Worte zugeflüstert, dann verschwand der Bluthund und sie wandte sich der Brujah wieder zu.
"In spätestens einer Stunde habt ihr alles, was ihr braucht.", erklärte sie ruhig und setzte sich wieder mit entspannt überkreuzten Beinen aufs Bett.
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