[1003] Things we lost in fire (Titus)

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Acacia
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[1003] Things we lost in fire (Titus)

Beitrag von Acacia » Mo 11. Dez 2017, 00:17

Es hatte einige Zeit gedauert bis der Bote des Kappadozianers Erfolg vermelden konnte. Die Botschaft abzugeben, dass er sich gerne mit der Hüterin der Elysien treffen wollte, war nicht besonders schwierig gewesen, doch eine Antwort ließ auf sich warten. So waren ein paar Wochen ins Land gezogen, ehe der Bote mit einer positiven Antwort zurückkehrte. Ja, in der Nacht des nächsten Vollmonds hätte die hohe Herrin Zeit ihn in den Hallen des Elysiums zu empfangen.

In jener Nacht lag San Donato still wie immer da, bis auf die sanft im goldenen Schein leuchtenden Fenster, die Ruhe und Schutz versprachen. Im Innern warteten ebenso wie immer die düsteren Wächter in den Schatten der wenigen Kerzen. Doch etwas hatte sich verändert. In den Wänden waren Nischen, ja Alkoven entstanden, in denen die gewillten Bürger zu den Heiligen beten konnten, die dort in Form von Statuen ausgestellt und von sanftem Kerzenlicht erhellt wurden. Ein wahrer Meister seines Fachs hatte die vier Statuen gefertigt. Drei Frauen und ein seltsam verkrüppelter Mann. Für einen Kainiten, der lange genug in der Domäne weilte durften die vier leicht zu erkennen sein. Acacia selbst stand vor einer der Statuen. Der einzigen, die aus schwarzem Marmor gefertigt worden war und die frappierende Ähnlichkeit mit ihr selbst aufwies.

Nachdenklich waren die Züge der alten Kainitin, die eine beinah noch drängendere Veränderung durchgemacht hatte. Das glatte Haar fiel ihre heute zum Teil offen bis zur Hüfte und nur ein Teil der dichten, dicken Fülle war kunstvoll zusammengeflochten worden, so dass ein komplexes Muster auf dem offenen Teil des Haars entstanden war. Das mitternachtsschwarze Kleid nahm die Farbe des langen Schleiers wieder auf und verschmolz beinah mit der Dunkelheit. Sie sah nicht auf, als der Krieger die Kirche betrat und als er neben sie trat war ihre Stimme beinah melancholisch, während sie wie immer leise sprach. „Ich wusste nicht, dass ich so schön bin.“
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind wie Eisblumen viel zu schön für den Tag.
Wir sind wie Eisblumen, kalt und schwarz ist unsere Macht.
Eisblumen blühen in der Nacht.

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Titus
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Re: [1003] Things we lost in fire (Titus)

Beitrag von Titus » Mo 11. Dez 2017, 00:42

Titus hatte saubere KLeidung angezogen, die auch gut verabreitet waren. Dunkle Wolle und Beinkleider, darüber ein leichter Wams aus Leder, das gut verarbeitet und mit einigen silbrigen Ziernieten versehen war. Auch sein Großschwert hatte er mit zum Elysium genommen und wie selbstvertändlich bei einem der Wachen abgegeben. Als Titus sich Acacia näherte fiel sein Blick auf die Statuen. Er konnte erahnen wen diese Statuen darstellen sollten und innerlich fraß der Groll in ihm, dass diese Perversion der Heiligenverehrung in einer Kirche hier präsentiert wurde. Doch schließlich machte er sich klar, dass dieser Ort längst keine Kirche mehr war...zumindest nicht in seinen Augen.

Er blieb in einem Abstand von drei Schritten stehen und wartete stumm darauf, dass Acacia ihm ihre Aufmerksamkeit schenkte. Er betrachtete die Lasombra und ihr schwarzes Abbild und lauschte den gemurmelten Worten. Die bleiche Haut schimmerte im Kerzenlicht beinahe weiß. Auich sein Erscheinungsbild hatte sich verändert. Es war fast so, als würde das Alter einen Teil seines Tributes in seinem Erscheinungsbild fordern. Doch bei dem Kappadozianer schien es so, als würde er ein wenig mehr einer Leiche ähneln, als es vorher schon der Fall gewesen war.

Geduldig und ohne Eile wartet er.
Todesqualen, Gott, jedem Ketzer, den ich sehe
Denn dein Wille geschehe
und ungebeugt, bis zum jüngsten Gericht
tu ich gottergeben meine Pflicht

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Re: [1003] Things we lost in fire (Titus)

Beitrag von Acacia » Mo 11. Dez 2017, 13:01

Ihre Hand hob sich und winkte ihn geduldig zu sich heran, während sich ihr Blick von der makellosen Statue löste und sich auf den Krieger der Totenbeschwörer richtete. Es war schwer in Worte zu fassen, doch hatte der Krieg deutliche Spuren an der Lasombra hinterlassen. Nicht nur schien ihr Kleidungsstil weniger streng geworden zu sein, auch hatte sich ihre Aura gewandelt. Hatte sie vorher mit jeder Bewegung den Willen zu herrschen ausgedrückt, wie es so manch großer König vielleicht tat, so war da nun etwas anderes. Etwas sehr viel dunkleres, allumfassenderes. Kalte, schwarze Macht lag in ihr verborgen und wirkte beinah als hätte sich diese Macht mit Gewalt ihren Weg aus den tiefsten Tiefen ihrer Seele bis an die Oberfläche gebahnt.

„Du wolltest mich sprechen, Titus?“, erkundigte sie sich mit einem sachten, freundlichen Lächeln auf den blassen Lippen. Sie waren nie Freunde gewesen, ja nicht einmal Feinde. Kaum einen Kainiten, der schon so lange in dieser Stadt weilte, hatte sie wohl seltener gesehen. Anderseits waren sie beide nicht die geselligsten unter den Untoten, sodass es vielleicht nicht verwunderlich war. „Ich hoffe, du hast den Krieg gut überstanden?“, musternd glitt der Blick der schwarzen Augen über ihn, bis sie erneut an seinem Gesicht verharrten und ihm ohne Scheu in die Augen blickte.
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Re: [1003] Things we lost in fire (Titus)

Beitrag von Titus » Mi 13. Dez 2017, 16:22

Titus betrachtete Acacia und nahm die Veränderungen, die sich in ihrem Äußeren zeigte, ohne großartige Reaktion seiner Mimik zur Kenntnis. Schließlich neigte er leicht sein Haupt, um der Hüterin des Elysium und Ädil seinen Respekt zu zollen. Danach erwiederte er den direkten Blick in ihre Augen, ebenfalls ohne Scheu.

"Danke, dass Ihr Euch erkundigt. Der Krieg war verlustreich und schmerzhaft für viele von uns, auch für mich. Doch die Wunden werden Verheilen und Zerstörtes wieder aufgebaut werden."

Titus sprach mit ruhiger und deutlicher Stimme.

"Mein Anliegen ist ein persönliches und ich möchte Euch diesbezüglich um Rat und Unterstützung bitten. In den vielen Dekaden, in denen ich nun schon in Genua verweile, haben wir nur selten Umgang miteinander gepflegt. Dies hat uns nie zu Verbündeten gemacht, doch haben wir es auch geschafft in dieser langen Zeit nicht zu Rivalen zu werden..." Titus zögerte einen Augenblick. "Zumindest stellt es sich aus meiner Sicht so dar."

Sein Blick wurde ein wenig forschender, so als wollte er in ihren Augen oder ihrer Mimik eine Reaktion erkennen, die ihn in diesem Punkte zustimmt oder nicht.

"Vor drei Jahren ist das Reich Gottes trotz den Prophezeihungen nicht gekommen und so ist es der Wille des Herrn, dass sich das zweite Jahrhundert meiner Existenz allmählich dem Ende entgegen neigt. Ich glaube, dass die Bezeichnung Neugeborener auf mich nicht mehr zutreffend ist. Daher meine Frage: würdet Ihr als Ankilla vom Blute der Lasombra mich dabei unterstützen den Status eines Ankillas vom Blut der Kappadozianer für mich zu banspruchen?"

Titus sprach
Todesqualen, Gott, jedem Ketzer, den ich sehe
Denn dein Wille geschehe
und ungebeugt, bis zum jüngsten Gericht
tu ich gottergeben meine Pflicht

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